Vor- und Nachteile von Kabel-, Sat- und DVB-T-Receivern

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Vor- und Nachteile von Kabel-, Sat- und DVB-T-Receivern

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, die Fernseh-Programme der einzelnen Sendeanstalten zu empfangen, nämlich

  • DVB-S – das S steht für Satellit
  • DVB-C – das C steht für Cable
  • DVB-T – das T steht für Terrestrisch,

wobei das Akronym DVB für Digital Video Broadcasting steht.

Im nachfolgenden Ratgeber werden die einzelnen Empfangsmöglichkeiten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen erläutert und miteinander verglichen, um Ihnen die nötigen Auswahlkriterien mit auf den Weg zu geben, sofern Sie gerade in einer Entscheidungsphase sind oder sich ganz schlicht und einfach informieren möchten.

Wissenswertes über die ersten Fernsehsatelliten

Rein historisch betrachtet war es das Unternehmen Eutelsat (European Telecommunications Satellite Organization), das erstmalig einen Rundfunk- oder auch Fernsehsatellit in eine Erdumlaufbahn brachte – genauer gesagt in den geostationären Orbit mit einer Entfernung von circa 35.000 Kilometern zur Erdoberfläche. Die Sendeleistung war jedoch zu gering, um einen Direktempfang zu ermöglichen, vielmehr war der Satellit als Zulieferer für den terrestrischen Empfang gedacht. Erst mit der zweiten Generation wurde ein Direktempfang ermöglicht, allerdings musste man sich damals die Satelliten-Schüssel noch selbst mit dem notwendigen Know-how zusammenbauen, da es noch keine Komplettlösungen, vergleichbar mit denen von heute, gab.

Entscheidend mit zum Durchbruch des Satelliten-Fernsehens trug die Firma SES Astra bei, die im Jahr 1988 den Astra 1A in seine vorgesehene Umlaufbahn brachte. Was folgte, war eine teils hitzige Diskussion über die Optik der Sat-Schüsseln, die im Prinzip bis heute anhält: Hausbesitzer, Vermieter, Architekten und Städteplaner waren nicht begeistert von diesen "Salatschüsseln", die tausendfach an den Hausfassaden angebracht wurden – und tatsächlich nicht sonderlich förderlich für die Optik sind. Dies ist sicherlich einer der großen Nachteile des Empfangs via DVB-S.

Empfang über Sat-Flachantennen

Eine Option hinsichtlich der Optik bieten sogenannte Sat-Flachantennen: Diese sind zumeist deutlich weniger auffällig und können theoretisch auch im Gebäudeinneren hinter nach Süden ausgerichteten Fenstern installiert werden, sofern die Verglasung einen Empfang zulässt. Innerhalb der Kern-Ausleuchtungszonen der einzelnen Satelliten ist die Empfangsqualität der Flachantennen vergleichbar zu den Parabolantennen, Schwächen treten allerdings in den Randzonen auf – hier sollten Sie sich zuvor informieren, in welcher Ausleuchtungszone des gewünschten Satelliten sich ihr Wohnort befindet.

Über Sat-Schüsseln empfangen

Auch Sat-Schüsseln für den DVB-S2-Empfang sind erhältlich. Mit entsprechend ausgelegten Sat-Anlagen kann man im Gegensatz zum Vorgänger auch HDTV empfangen – digitale Sendungen in High-Definition-Qualität –, da die Übertragungsgeschwindigkeit circa 30 Prozent höher ist.

Die Empfangsqualität der Sat-Schüsseln hängt zu einem großen Teil von deren Durchmesser ab, was sich dann in der sogenannten Empfangsenergie spiegelt. Diese steigt exponentiell zur Größe: Die Empfangsleistung einer Parabolantenne mit einem Durchmesser von 90 cm ist doppelt so groß wie die einer baugleichen Variante mit 60 cm Durchmesser, um nur ein Beispiel zu benennen.

Die zuvor genannten Angaben sind vor allem relevant bei den in vielen europäischen Breitengraden vorherrschenden Wetterbedingungen: Die Ausstrahlung im KU-Frequenzbereich ist besonders empfindlich gegenüber Feuchtigkeit – je kleiner also der Durchmesser, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit von Empfangsausfällen bei Regenwetter oder bei Bodennebel.

Warum sind neuere Sat-Schüsseln oval?

Wer sich tiefer gehend mit der Thematik beschäftigt, hat sicherlich schon festgestellt, dass neuere Sat-Schüsseln nicht mehr rund sind, sondern in ovaler Form gebaut werden, was vor allem zwei Vorteile mit sich bringt: Zum einen fällt kein Schattenwurf mehr durch den Feedarm (Träger des Empfangskopfes) an, da nur noch der obere Teil des Parabolspiegels verwendet wird. Zum anderen können diese Sat-Schüsseln nahezu senkrecht montiert werden, obwohl nach wie vor ein Neigungswinkel von circa 30 Grad notwendig ist. Diese ovale Bauform bietet dabei den Vorteil, dass sich im Winter kein oder nur wenig Schnee ansammelt, der ansonsten ebenfalls zu einer deutlichen Minderung der Empfangsqualität beitragen kann.

Was Sie über Kabelfernsehen wissen sollten

Bei DVB-C handelt es sich um das sogenannte Kabelfernsehen. Bevor Sie diese Option in Betracht ziehen, sollten Sie unbedingt in Erfahrung bringen, ob in Ihrem Haus überhaupt ein Kabelanschluss zur Verfügung steht – und wenn ja, von welchem Anbieter. Zu diesen zählen derzeit etwa Kabel Deutschland und Kabel BW, mittlerweile mit einem weiteren Anbieter fusioniert: Unity Media.

Im Gegensatz zum Satelliten-Emfpang ist der Kabelempfang kostenpflichtig. Dabei handelt es sich nicht etwa um Gebühren, wie sie der Pay-TV-Sender Sky aufruft, vielmehr handelt es sich um Kosten für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur, die den Empfang erst ermöglicht. Die Kosten variieren hier je nach Anbieter und Paketumfang, wobei unter einem solchen Programmpaket eine Bündelung verschiedener Fernsehprogramme unter thematischen Gesichtspunkten zu verstehen ist.

Ein großer Vorteil des Kabelempfangs gegenüber dem Satelliten-Empfang liegt darin, dass die Infrastruktur nahezu wartungsfrei ist und keine Wetterempfindlichkeit vorliegt, selbst bei schlechtesten Bedingungen ist der Empfang nahezu uneingeschränkt möglich.

Vorteile der DVB-T-Antenne

Für diese Variante wird eine sogenannte DVB-T-Antenne benötigt, um Sendungen empfangen zu können, und natürlich ein entsprechender Receiver oder im Fernsehgerät selbst integrierter Tuner. Der Vorteil gegenüber Kabelfernsehen liegt vor allem darin, dass über die Anschaffungskosten für die Hardware wie auch beim Satelliten-TV bisher keine weiteren Folgekosten in Form von Gebühren anfallen beziehungsweise von den Sendern erhoben werden. Zudem kann DVB-T sehr flexibel zum Beispiel im Gartenhäuschen oder unterwegs verwendet werden, sofern man sich in einem entsprechenden Empfangsgebiet befindet.

Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist vielleicht noch, dass über DVB-T kein Zugang zum Internet besteht, was bei den anderen beiden Varianten durchaus möglich ist und vor allem auch bei Kabelanschluss in Form verschiedener Pakete angeboten wird.

Ab Mai 2016 wird eine neue Generation des DVB-T auf den Markt gebracht. DVB-T2 HD wird vorerst nur in Ballungsräumen, bis 2019 jedoch flächendeckend eingeführt. So haben Benutzer ausreichend Zeit, sich auf die neue Technik einzustellen und umzurüsten. Die technische Weiterentwicklung der Empfangsgeräte macht die zweite Generation des DVB-T nötig. Der bisherige DVB-T-Standard entspricht nicht der hohen Auflösung der Geräte – das Bild stockt und verpixelt. Mit dem DVB-T2 HD können zukünftig Sender in High Definition empfangen werden.

Vorteile der nächsten Generation von DVB-T sind zum einen das verbesserte, hochwertigere Fernsehsignal und zum anderen ein wachsendes Angebot an HD-TV-Programmen. Für die Anschaffung oder Umrüstung auf DVB-T2 HD müssen Verbraucher ein entsprechendes Empfangsgerät erwerben, denn die Technik ist nicht abwärtskompatibel. Für den neuen DVB-T2-HD-Empfang kann das bisherige Gerät nicht genutzt werden. Ein neues, DVB-T2-HD-taugliches Empfangsgerät hingegen empfängt sowohl die alten als auch die neuen Signale. Der Großteil der Antennen ist in der Lage, sowohl DVB-T als auch DVB-T2 HD zu empfangen. Häufig ist also lediglich die Anschaffung eines neuen Receivers nötig. Eine andere Option ist der Erwerb von Fernsehgeräten, in denen bereits ein entsprechender DVB-T2-HD-Empfänger verbaut ist.

Fielen bisher bei DVB-T lediglich die Anschaffungskosten für das entsprechende Empfangsgerät an, werden bei DVB-T2 HD Folgekosten fällig. Die öffentlich-rechtlichen Programme werden zwar kostenlos sein, die privaten Sender hingegen planen eine Codierung ihrer Programme, für die Nutzung wird eine Gebühr erhoben. 

Welche Geräte werden benötigt?

Unabhängig davon, für welche Empfangsvariante Sie sich entscheiden, müssen Sie sich zusätzlich Gedanken machen über die benötigte Hardware. Dabei kann es sich um externe Receiver handeln, die jeweils für DVB-S (DVB-S2), DVB-C (zukünftig auch DVB-C2 als Nachfolge-Standard) geeignet sein müssen. Optional gibt es Produkte, die zusätzlich Aufnahme- und Abspielmöglichkeiten via CD, DVD oder Blu-Ray bieten, was den Nutzungskomfort nochmals deutlich erhöht.

Eine alternative Möglichkeit bieten Fernsehgeräte mit integriertem Tuner, die einen externen Receiver grundsätzlich überflüssig machen. Geräte moderner Bauart verfügen häufig über einen Triple-Tuner, mit dem alle drei Empfangsvarianten möglich sind. Identische Kriterien gelten auch bei der Auswahl von Sat-Schüsseln oder adäquaten Sat-Flachantennen, Angaben dazu finden Sie jeweils in den Produktbeschreibungen der Anbieter und Hersteller.

Ohne weitere Zusatzgeräte ist man allerdings nur in der Lage, frei verfügbare HD-Sender zu empfangen wie etwa ARD HD, ZDF HD oder ARTE HD, um an dieser Stelle nur drei Beispiele zu benennen. Möchten Sie auch auf die HD-Kanäle der Privatsender zugreifen, wird ein zusätzlicher CI -Slot benötigt, also ein Schacht, in dem ein CI -Modul Platz findet, auch hier finden Sie die relevanten Informationen in den Produktbeschreibungen.

Welche Sender können empfangen werden?

Die größte Bandbreite an Sendern bietet nach wie vor der Satelliten-Empfang, zudem können in diesem Fall auch zwei oder mehr Satelliten angesteuert werden, wenn an der Sat-Schüssel mehrere LNB-Empfangsblöcke oder ein Monoblock mit zwei LNBs angebracht wird. Durch die Ansteuerung verschiedener Satelliten wie etwa Astra oder Hotbird können schnell mehrere Hundert Sender auch ausländischer Herkunft empfangen werden, von denen jedoch einige, wie etwa Sky, verschlüsselt sind und nur gegen eine zusätzliche monatliche Gebühr freigeschaltet werden.

Wie viele Sender Sie per Kabelfernsehen empfangen können, hängt vom Bundesland und den jeweils zuständigen Anbieter ab und davon, wie modern das Netz selbst ausgebaut ist. Häufig treten auch innerhalb eines Ortes und sogar einer Straße Unterschiede auf, was ebenfalls wieder mit dem Netzausbau zu tun hat.

Besteht der Wunsch, die Anzahl der HD-Angebote auf die Privatsender auszuweiten, kommen weitere regelmäßig anfallende Kosten auf Sie zu, unabhängig davon, ob per Satellit oder per Kabel empfangen wird, da die "Privaten" entsprechende Sendeformate verschlüsseln: Ein Anbieter in diesem Zusammenhang wäre etwa HD Plus. Aktuell stehen derzeit knapp 15 HD-Sender zur Verfügung, bei Interesse können noch zusätzliche Optionen mit hinzu gebucht werden, um etwa Sendungen zeitversetzt anschauen oder auf die Mediatheken der Anbieter zugreifen zu können.

Gegenüber DVB-S und DVB-C liegt der Nachteil von DVB-T in einer deutlich geringeren Anzahl an Sendern. Generell können alle flächendeckenden Programme wie etwa von ARD, ZDF oder auch ARTE und der KiKa angeschaut werden. Hinzu kommen noch regionale Sender im direkten Umfeld sowie verschiedene weitere Nischensender.

IPTV: fernsehen über Internet

IPTV (Internet Protocol Television) steht für das Fernsehen über einen Internet-Anschluss. Als Empfangsgeräte können dabei der eigene Computer oder auch Smartphones dienen; möchte man dafür den Fernseher verwenden, ist zusätzliche Hardware in Form einer sogenannten Set-Top-Box notwendig.

IPTV bietet einige Vorteile, an erster Stelle ist die Interaktivität zu benennen: Ein elektronischer Programmführer etwa ermöglicht es, Sendungen direkt nach Begriffen oder auch Genres zu suchen, ebenfalls besteht die Möglichkeit des Video-On-Demand, um Filme oder Sendungen genau zum gewünschten Zeitpunkt anzuschauen. Ob IPTV für Sie infrage kommt, hängt natürlich maßgeblich von den zur Verfügung stehenden Bandbreiten vor Ort ab, ohne die kein ungetrübtes TV-Vergnügen aufkommen wird.

Welche der Varianten für Sie die Richtige ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten ab – ist etwa kein Kabelanschluss vorhanden, steht der Sat-Empfang an erster Stelle –, und davon, welche Sender Sie regelmäßig schauen möchten. Konzentrieren Sie sich mehr oder weniger auf die Nachrichten der öffentlich Rechtlichen, könnte DVB-T als einfachste Möglichkeit genau die richtige Lösung sein. Welche Sehgewohnheiten Sie tatsächlich an den Tag legen, können Sie natürlich selbst am besten einschätzen.

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