Von hussa über hurra zu hepp-hepp!...?

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Hep-Hep-Unruhen

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Die Hep-Hep-Unruhen (auch: Hepp-Hepp-Krawalle) von 1819 waren eine Welle gewalttätiger Ausschreitungen gegen Juden in vielen Städten Deutschlands sowie in Amsterdam, Kopenhagen, Helsinki, Krakau, kleineren Orten in Polen, Prag, Graz und Wien.

Sie gingen vor allem von Handwerkern, Händlern und Studenten aus, die sich teils spontan, teils verabredet zu antijüdischen Demonstrationen versammelten, jüdische Bürger beschimpften, bedrohten, misshandelten, ihre Synagogen, Geschäfte und Wohnungen angriffen und teilweise zerstörten. Dabei gab es eine unbekannte Anzahl von Todesopfern und Verletzten unter Juden und Nichtjuden.(...)

Überblick

Hintergrund der Unruhen war die damalige Jüdische Emanzipation, die die religiöse Minderheit der Juden in manchen Staaten des Deutschen Bundes nach der Französischen Revolution zu mit den Christen gleichberechtigten Konkurrenten im Wirtschaftsleben werden ließ. Gegen die mögliche Entkräftung ihrer bisherigen Privilegien fühlten sich Handwerker, häufig Mitglieder christlicher Zünfte, Kaufleute und Bürger zum Widerstand herausgefordert. Erstmals seit den letzten Pogromen in deutschsprachigen Gebieten etwa 100 Jahre zuvor griffen sie Juden nicht nur lokal, sondern überregional und monatelang an.

Dies gilt zum einen als Ergebnis und Ausläufer des mittelalterlichen Antijudaismus, der sich in der Neuzeit fortsetzte, zum anderen als Beginn eines frühen Antisemitismus im 19. Jahrhundert, der seit 1789 mit nationalistischen, ab 1860 auch mit rassistischen Motiven begründet wurde. Damit waren die Unruhen zugleich deutliches Zeichen für die Verankerung dieser modernen Form von Judenfeindlichkeit in der Bevölkerung.

Dieser Antisemitismus organisierte sich seit 1879 und zielte fortan auf Vertreibung und Enteignung des gesamten Judentums. Dieses Ziel kam in der Unruhenserie 1819 bereits ansatzweise zum Vorschein. Der in Teilen der Bevölkerung verankerte Judenhass bereitete dem Nationalsozialismus den Boden, der ihn dann zur propagandistischen Vorbereitung und Durchführung des Holocaust nutzen konnte.

Begriff

Ihren Namen erhielten die Unruhen durch den mehrfachen Hetzruf „Hep“ oder „Hepp“, mit dem die Beteiligten sich sammelten und Juden ihrer Stadt bedrohten. Seine Herkunft ist unklar; er wurde schon im Jahr 1819 verschieden gedeutet, meist als Abkürzung oder Aufforderung.

Eine in Danzig veröffentlichte „Proclamation“ beschuldigte alle Juden im Stil eines Kreuzzug-Aufrufs als „Christusmörder“ und endete mit den Sätzen:

    „…noch haben wir Macht über ihnen und die Gewalt ist in unseren Händen, darum laßt uns jetzt ihr sich selbst gefälltes Urtheil an sie vollstrecken laut dem wie sie geschrieen: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder! Auf! wer getauft ist, es gilt der heiligsten Sache, fürchtet nichts und zögert keine Stunde, den Streit für des Glaubens Ehre zu wagen. Diese Juden, die hier unter uns leben, die sich wie verzehrende Heuschrecken unter uns verbreiten, und die das ganze preußische Christenthum dem Umsturz drohen, das sind Kinder derer die da schrieen: kreutzige, kreutzige. Nun auf zur Rache! Unser Kampfgeschrei sey Hepp! Hepp! Hepp! Aller Juden Tod und Verderben, Ihr müßt fliehen oder sterben!“

Wegen dieses Kontextes deutete die Augenzeugin Rahel Varnhagen H.E.P. als Abkürzung einer mittelalterlichen Kreuzfahrerparole: Hierosolyma est perdita („Jerusalem ist verloren"). Auch Heinrich Graetz vertrat dies in seiner Geschichte des Judenthums von 1876 und führte die Wortprägung auf Würzburger Studenten zurück. Die Antisemitismusforscher Werner Bergmann und Rainer Erb (siehe Literatur) halten diese Deutung für wenig wahrscheinlich, da die Kreuzfahrerparole korrekt Hierosolyma sunt perdita lautete, ihre Tradierung in Handwerkerkreisen nicht bezeugt sei und diese kaum Latein gekannt und benutzt hätten.

Damalige Zeitungsberichte erklärten Hepp auch als Variante von Heb, das Hebräer abkürzen sollte. Philologen und Völkerkundler um 1900 führten das Kurzwort auf einen hebräischen bzw. babylonischen Wortstamm zurück, der Feind oder Widersacher bedeute. Andere erklärten es als umgangssprachliches Hab, Hab im Sinne von Gib her! oder als Kombination der Anfangsbuchstaben von drei großen historischen Judenfeinden: Haman, Esau, Pharao.

Das Deutsche Wörterbuch der Gebrüder Grimm von 1877 erklärte Hep zum einen als Zuruf an Zugtiere, die Füße zu heben, zum anderen als Lockruf für Ziegen in Franken. Forscher wie Rainer Wirtz glauben daher, zumindest in Süddeutschland sei der Ziegen-Anruf bei den Unruhen auf Juden übertragen worden. Denn der gehörnte Ziegenbock war im Mittelalter Sinnbild oder Reittier des Teufels, mit dem die Juden identifiziert wurden. Jüdische Männer seien zudem bei den Angriffen häufig an ihren Spitzbärten gezogen worden.

Hepp ist aber auch allgemein eine Aufforderung an Tiere, davonzulaufen (hau ab, lauf weg!) oder zu springen, z.B. bei Dressur und Darbietungen im Zirkus. In diesem Sinne ging der Ruf in die Folklore ein: Im Odenwald riefen Tänzer sich bei der „Judenpolka“ ein rhythmisches Hepp zu.(...)



Seltsam, was ebay hier als Ratgeber zulässt...


Viel Freude beim Lesen und Schreiben sinnvoller Ratgeber!

Betonung auf "sinnvoll"!!!


Außerdem:

alles Gute in Familie und Beruf (und besonders liebe Begegnungen zum 4. Advent) wünscht allerseits

Euer

Dr. Päde



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