Von der Entwicklung zur Bildbearbeitung: Vergrößerungsgeräte und Zubehör für Ihre Dunkelkammer

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Von der reinen Entwicklung zur Bildbearbeitung – Vergrößerungsgeräte und Zubehör für Ihre Dunkelkammer

Die Dunkelkammer wird als ein Raum definiert, der unter keinen Umständen Licht von außen herein lässt, dabei jedoch im Inneren eine künstliche Spezialbeleuchtung haben kann. Ein Raum dieser Art dient in der chemischen Fotografie als ein Teilbereich eines Kopierwerks oder Fotolabors. Eine ganze Reihe von lichtempfindlichen Emulsionen reagiert lediglich bei einer bestimmten Licht-Art, d. h. bei Licht einer bestimmten Wellenlänge. Dies bedeutet in der Praxis, dass der Fotograf das Licht, für das die Fotoemulsion nicht empfindlich ist, unbedenklich verwenden kann. Demnach ist die Dunkelkammer nicht ständig dunkel. Vielmehr wird mit der Dunkelkammer der Zweck erfüllt, das Licht absolut kontrolliert einzusetzen. Wenn ohne die Absicht des Fotografen Licht unkontrolliert von außen eindringt, sprechen Experten auch von einem Lichtleck. Zum Arbeiten wird völlige Dunkelheit oder Beschränkung auf Licht eines speziellen Spektralbereiches in dem Falle benötigt, wo mit lichtempfindlichen Stoffen, wie mit einer Fotoemulsion, umgegangen wird. Dies betrifft lichtempfindliche Schwarzweiß- und Farbemulsionen, die sich auf den unterschiedlichen Trägermaterialien befinden können. Beispielsweise können dies dünne Filme aus Zellulose oder Polyester, auf Folien, Glas, Textilien oder Kartons oder auf etwas dickeren Kunststoffblättern sein.

Belichtung und Entwicklung im Fotolabor

Das manuelle Entwickeln von Fotografien ist äußerst diffizil, was bedeutet, dass jedes Element, egal wie klein es auch sein mag, einen entscheidenden Einfluss auf das letztendlich entstehende Bild ausüben kann. Wenn ein Bild hergestellt wird, müssen alle variablen Parameter wie beispielsweise die Belichtungszeit oder die Wassertemperatur beobachtet werden, da selbst eine geringe Abweichung dieser Werte ein vollständig unterschiedliches Ergebnis erzeugen kann.

Was in einer Dunkelkammer geschieht, kann in zwei Phasen geteilt werden: Belichtung und Entwicklung. Die Belichtung ist der Abschnitt, in dem ein Bild auf ein Fotopapier gebracht wird. Dies wird durch die Verwendung von Licht erreicht, um die Einzelheiten des Bildes auf einem Stück fotografischen Papier einzufangen. Nachdem die Belichtung aber erfolgt ist, ist das Bild noch immer nicht für das bloße Auge des Menschen sichtbar. Dieses Kenntlichmachen erfolgt in dem zweiten Schritt – der Entwicklung. Manuelle Fotografie gehorcht den Gesetzen chemischer Reaktionen, und die Entwicklungsphase ist der Teil davon, in dem diese Reaktionen auf den Weg gebracht und kontrolliert werden. Diese Phase kann als Ablauf eines Fließbands verstanden werden, bei dem die verschiedenen Arbeitsbereiche den gesamten Prozess komplettieren.

Die vier Phasen der Schwarzweiß-Entwicklung

Die Entwicklung eines Schwarzweiß-Films ist ein Prozess in vier Schritten. Der Abzug eines Bildes muss durch einen sogenannten Entwickler gezogen werden. Die geschieht, um die Einzelheiten des Bildes aufzudecken. Danach wird das sogenannte Stoppbad angewandt, um die Effekte des aktiven Entwicklers zu stoppen, und der Fixierer, um das Bild in einem gewünschten Status zu fixieren. Zuletzt muss der Abzug in Wasser ausgewaschen werden, um alle letzten Spuren der Chemikalien zu entfernen, die das Bild nachträglich verändern könnten.

Den Einfall von Licht in die Dunkelkammer verhindern

Um zu vermeiden, dass durch sein Betreten der Dunkelkammer Licht in den Raum einfällt, bedient sich der Fotograf einer sogenannten Lichtschleuse. Diese Lichtschleuse wird aus zwei Türen gebildet. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass schwere, dunkle Vorhänge verwendet werden. Wenn der Fotograf diese Schleuse von außen betritt, schließt er die erste Tür hinter sich, sodass er innerhalb der Schleuse bereits in völliger Dunkelheit ist. Wenn er die zweite Tür öffnet, kann er die eigentliche Dunkelkammer betreten. Es empfiehlt sich in jedem Falle, sich vorab über den eigentlichen Bedarf Gedanken zu machen, da für viele Anwendungsbereiche kein vollständiger Raum benötigt wird und ein sogenannter Wechselsack ausreicht.

Wer jedoch einen ganzen Raum in eine Dunkelkammer verwandelt hat, muss gleichzeitig auch für eine gute Be- und Entlüftung sorgen, da in einem begrenzten Raum die Atemluft recht schnell stickig wird. Zu diesem Zweck kann ein lichtdichter Ventilator in Fenster und Türen eingebaut werden. Der Fotograf verwendet für solche Zwecke meist Labyrinthe. Hierunter wird ein System mehrfach rechtwinkelig voneinander wegstrebender Kanäle verstanden, deren Innenseiten schwarz eingefärbt sind. Diese verwinkelte Beschaffenheit trägt dazu bei, den unmittelbaren Lichteinfall zu vermeiden. Das eindringende Licht wird durch die schwarze Farbe daran gehindert, in den Raum der Dunkelkammer hinein zu reflektieren. Auf diese Weise kann die Dunkelkammer belüftet werden, allerdings kann kein Licht eindringen.

Seit den 50er-Jahren finden sich solche Labyrinthe auch im kleinen Maßstab in den sogenannten Filmentwicklungstanks. In diesen Bereichen dienen die Labyrinthe dazu, die für die Filmentwicklung notwendigen Lösungen der Chemikalien auf lichtunempfindliche Art zu den fotografischen Trägermaterialien gelangen zu lassen. Entwicklungstanks sind bei der Verarbeitung von Kleinbild- und Rollfilmen sehr beliebt. Durch diese Instrumente wird die Dauer völliger Dunkelheit in der Verarbeitung des lichtempfindlichen Materials auf die Zeitspanne des Einlegens des Trägermaterials in den Tank verringert. Die Entwicklung selbst kann danach im Tageslicht erfolgen.

Der Aufbau der Dunkelkammer

Um eine eigene Dunkelkammer aufzubauen, ist nicht allzu viel Aufwand notwendig. Ein abgegrenzter Raum, in den kein Licht dringt, ist zwingend notwendig, weil fotografischer Film und Papier lichtempfindlich sind. Wenn diese Materialien vorzeitig belichtet werden, werden alle Bilder zwangsläufig überbelichtet. Eine Kontrolle, ob in den vorgesehenen Raum kein Licht fallen kann, ist leicht durchzuführen. Nachdem die Tür geschlossen ist, müssen die Lampen gelöscht werden. Nun ist leicht festzustellen, ob es Hinweise gibt, dass auch nur ein klein wenig Licht von Außen hinein dringt. Wenn Licht durch mögliche Ritzen dringt, können diese mit Tüchern oder einem schwarzem Klebeband verdeckt werden. Von der Dunkelkammer sollte der Fotograf einen leichten Zugang zu fließendem Wasser haben, was zum Mischen der Chemikalien und zum Auswaschen des Papiers benötigt wird. Das Wasserbad muss nämlich in kleinen Abständen ausgetauscht werden, um jede Verunreinigung der Chemikalien oder des Papiers zu vermeiden. Dabei kann das Fixierbad, das in einer letzten Schale ausgewaschen wird, nur ein wenig zu konzentriert sein oder eine so hohe Konzentration aufweisen, dass die frisch entwickelten Bilder ruiniert werden können.

Die Materialien und Instrumente der Dunkelkammer

Abhängig von der Menge und der Größe der Bilder, die angefertigt werden sollen, werden mindestens vier Foto-Schalen benötigt. Jede Schale ist für eine unterschiedliche Chemikalie für den Entwicklungsprozess vorgesehen. Eine Dunkelkammerleuchte wird in der Dunkelkammer dann verwendet, wenn der Fotograf mit noch nicht entwickelten oder unbelichteten Schwarzweiß-Bildern und Fotopapier arbeitet. Eine solche Lichtquelle erzeugt entweder ein rotes oder braunes Leuchten, sodass der Fotograf in der Lage ist, die notwendigen Tätigkeiten in der Dunkelkammer zu erledigen und dabei immer noch etwas zu sehen. Anfänger brauchen vielleicht ein wenig Zeit, bis sich ihre Augen an das ungewohnte Licht anpassen. Die Dunkelkammerleuchte kann in jede Lampe eingesetzt werden und sollte an einer Stelle platziert werden, wo sie leicht erreichbar ist.

Der Fotograf benötigt ebenfalls vier Zangen für jede Schale, mit denen er seine Abzüge umdrehen und diese von Schale zu Schale bewegen kann. Es sollte vermieden werden, dass Haut oder gar Augen mit den Chemikalien in Kontakt kommen, was zu erheblichen Verletzungen führen kann. Unter Umständen lohnt sich die Anschaffung eines fotografischen Vergrößerers. Dieses Gerät wird dazu verwendet, eine Vergrößerung von den Negativen anzufertigen und es in der gewünschten Größe auf Fotopapier zu projizieren. Ein fotografischer Vergrößerer kann auch gebraucht zu einem erschwinglichen Preis erstanden werden.

Chemikalien, die in der Dunkelkammer gebraucht werden

Mit dem sogenannten Papierentwickler kann das Bild auf dem belichteten Papier entwickelt werden. Während der Abzug im Entwickler liegt, kann der Laborant beobachten, wie das Bild langsam auf einem leeren Blatt Papier erscheint. Das Stopp-Bad ist eine chemische Lösung, mit der der Prozess der Entwicklung eines Bildes angehalten werden kann. Wenn das Bild zu lange im Entwickler liegt, kann es zu dunkel oder sogar ganz schwarz werden. Mit dem Stopp-Bad kann die Entwicklerflüssigkeit ausgewaschen werden. Es gibt unterschiedliche Optionen, Stopp-Bäder herzustellen. Eine Möglichkeit besteht darin, Essigsäure zu verwenden. Die preiswerteste Lösung ist wohl eine Flasche Essig zum Einlegen. Hierbei sollte etwa ein Achtel einer Tasse gemischt mit etwa 950 Milliliter Wasser die geeignete Mischung. Darüber hinaus bieten Fotofachgeschäfte ebenfalls vorgemischte Flasche Stopp-Bad an.

Die letzte Chemikalie, die benötigt wird, ist der sogenannte Fixierer, der für den Entwicklungsprozess unbedingt nötig ist, weil er ein Bild in dem gewünschten Aussehen fixiert. Darüber hinaus kann der Abzug nun als fertiges Produkt Licht ausgesetzt werden. Sollte das Bild ohne Fixierer Licht ausgesetzt werden – selbst nach der Entwicklung und dem Stopp-Prozess –, kann das Bild immer noch undeutlich oder komplett schwarz werden. Fixierer kann in jedem Fotofachgeschäft gekauft werden.

Die Wahl des Fotopapiers

Fotopapier gibt es in einer Vielzahl von Marken und Größen. Darüber hinaus hat der Fotograf die Möglichkeit, es in einer Sepia-Färbung mit einer bräunlichen Tönung zu erhalten, das einen antiken Stil imitiert. Die Schalen und Zangen sollten passend zu den damit verwendeten Chemikalien markiert werden, um Verunreinigungen zu vermeiden. Wenn die Verunreinigung entstanden ist, wird das Papier braune oder gelbe Flecken aufweisen. Diese Flecken sind optisch wenig ansprechend und können der Langlebigkeit der Bilder schaden. Die empfehlenswerte Reihenfolge, in der die Schalen für die Chemikalien platziert werden sollten, ist: Entwickler, Stopp-Bad, Fixierer und Wasserbad. Manche Fotografen bevorzugen, eine fünfte Schale entweder für eine weitere Stoppschale oder eine weitere Fixierschale aufzustellen. Dieses kann durchaus nach den persönlichen Vorlieben des Fotografen eingerichtete werden.

Auch in der Ära der digitalen Fotografie übt das chemische Entwickeln von Aufnahmen in der Dunkelkammer für Interessierte einen großen Reiz aus, Materialien und Vergrößerungsgeräte sind nach wie vor begehrt.

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