Von Projektorlampen, Bildmasken und Umlaufblenden – ein Ratgeber über analoge Filmvorführung

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Von Projektorlampen, Bildmasken und Umlaufblenden – ein Ratgeber über analoge Filmvorführung

Filmgenuss wie in alten Zeiten – das bieten alte Projektoren. Damit die Filmvorführung aber tatsächlich gelingt, sollten Sie etwas vom Funktionsmechanismus Ihres Filmprojektors verstehen. Für eine rundum überzeugende Filmvorführung sind Projektorlampe, Umlaufblende und Bildmaske relevant und sollten richtig eingesetzt werden. Dieser Ratgeber gibt Ihnen Tipps für Ihre Filmvorführung und erklärt Ihnen, was es mit den einzelnen Bestandteilen auf sich hat.

Die Projektorlampe

Eine Projektorlampe ist im Wesentlichen eine Metallhalogenidlampe, die mit Quecksilber arbeitet. Sie leitet den elektrischen Strom über eine ARC-Lampe, die Quecksilberdampf enthält. Durch die Elektrizität des Stroms wird der Quecksilberdampf entzündet, wodurch Helligkeit ausgestrahlt wird, die durch die Linse oder ein Display abgestrahlt wird.

Die Projektorlampe ist eines der zentralen Bestandteile des Filmvorführgerätes. Die Lampe wird meist unter einer viereckigen Abdeckung verborgen, die sich entweder mit Schrauben oder durch Zusammendrücken entfernen lässt. Gewöhnlich ist die Projektorlampe an der Unterseite des Filmprojektors verbaut. Nach Lösen der Schrauben oder Eingriffe kann das Gehäuse der Lampe an einem Griff abgenommen werden. Auf diese Weise ist es möglich, eine defekte Lampe problemlos auszutauschen.

Während bei neueren Geräten die Projektoren mit einem Zählwerk ausgestattet sind, die Informationen über die erreichte Lebensdauer der Lampe angeben, müssen Sie bei einem alten Filmvorführgerät auf die Wirkung der Lampe vertrauen. Schlicht dann, wenn die Lampe ihren Dienst einstellt, also keine Leuchtleistung mehr erzeugt, muss sie getauscht werden.

Besitzen Sie ein Vorführgerät, das schon seit Längerem mit derselben Projektionslampe arbeitet, dann empfiehlt es sich, vor Vorführabenden – besonders wenn diese im größeren Kreis stattfinden – eine zweite Projektionslampe anzuschaffen und diese vorzuhalten. Ein Defekt kündigt sich manchmal zwar mit Flackern an, genauso oft taucht er aber unverhofft auf, indem die Lampe einfach ausgeht.

Die Anschaffung einer neuen Projektorlampe ist sehr kostspielig. Vergegenwärtigt man sich die Technik, die zum Entzünden des Quecksilberdampfes notwendig ist, dann ist der Preis allerdings auch mehr als verständlich. Die meisten Defekte an Filmvorführgeräten sind tatsächlich von einer alten Projektorlampe verursacht. Da die meisten Geräte ansonsten mechanisch funktionieren, lohnt sich die Investition aber allemal, denn das Gerät wird dann wieder zuverlässig einsatzfähig sein.

Welche Projektorlampe benötigt Ihr Filmvorführgerät

Projektorlampe ist nicht gleich Projektorlampe. Tatsächlich sind die Unterschiede auch größer als nur verschiedene Fassungsgrößen. Beispielsweise wird bereits bei der Herstellung berücksichtigt, für welche Helligkeit die Lampe genutzt werden kann. So werden die Projektorlampen mit verschiedenen Eigenschaften darauf getrimmt, dass bei der Verdichtung des Quecksilberdampfes ein unterschiedliches Druckverhalten entsteht. In jedem Fall sollten Sie die vorgeschriebene Wattzahl beachten: Eine 250-W-Lampe kann nicht in einem Projektor betrieben werden, der auf 150 W ausgerichtet ist. In diesem Fall würde die Lampe zu viel Hitze entwickeln und könnte dann beispielsweise das Filmmaterial verformen oder anderweitig beschädigen. Ebenso zu beachten sind der benötigte Spannungswert und vor allem auch die Art der Zündung. Ein Blick in die Bedienungsanleitung des Filmvorführgerätes bringt Klarheit, welches Modell Sie benötigen. Sollten Sie die Anleitung nicht mehr besitzen, dann hilft das Internet: Die meisten Hersteller bieten Bedienungsanleitungen, auch der älteren Geräte, zum Download, oftmals gibt es diese aber auch antiquarisch zu kaufen.

Falls Sie Sammler sind und mehrere Filmvorführgeräte besitzen, lohnt es sich zu schauen, ob die einzelnen Projektorlampen untereinander kompatibel sind. Im Fall des Ausfalls einer Lampe ließe sich so unkompliziert zwischen den einzelnen Geräten hin- und herwechseln. Dazu muss das Vorführgerät nicht zwangsläufig auch vom selben Hersteller stammen; da es recht wenige Hersteller für Projektorlampen gibt, beziehen die verschiedenen Herstellerfirmen für Filmvorführgeräte oftmals dieselben Lampen. In der Regel ist bei der neuen Projektorlampe detailliert vermerkt, für welche Vorführgeräte sich die Lampe genau eignet.

Tipps für eine lange Lebensdauer Ihrer Projektorlampe

Projektorlampen halten in der Regel einige Jahre, dennoch gibt es simple Tricks, mit denen Sie die Lebensdauer effektiv verlängern können.

Die wichtigste Grundregel für ein langes Leben der Projektorlampe ist, das Filmvorführgerät samt Lampe in einem gut belüfteten Raum aufzustellen. Projektoren, die nach an der Decke aufgebaut sind oder in Räumen, in denen kaum Luft zirkulieren kann, neigen dazu, in kürzeren Intervallen eine neue Lampe zu benötigen. Der Grund dafür ist recht einfach: Durch die mangelnde Luftzirkulation wird die Projektionslampe während des Betriebs nicht ausreichend belüftet und überhitzt dadurch. Die ständig sehr hohe Betriebstemperatur verkürzt die Lebensdauer immens. Reinigen Sie Ihr Filmvorführgerät regelmäßig von Staub und Verunreinigungen. Am einfachsten ist es, den Projektor durch die Lüftungsschlitze auszusaugen. Staub und Verschmutzungen werden durch den Unterdruck im Projektor wie magnetisch angezogen. Werden diese nicht entfernt, überhitzt das Vorführgerät ebenfalls, da die Belüftung nicht ausreichend gewährleistet ist. Eine Alternative zum Aussaugen bietet übrigens das Ausblasen mit komprimierter Luft. Entsprechende Geräte gibt es beim Fotozubehör. Als Faustregel sollte gelten: Je häufiger der Projektor im Einsatz ist, umso öfter muss er von Staub befreit werden.

Manche Filmvorführgeräte besitzen einen Filter: Ältere Modelle haben noch keinen, bei den neueren Projektoren stellt der Filter sicher, dass kein Staub in die Schaltzentrale gelangt. Hat Ihr Vorführgerät einen Filter, sollte dieser regelmäßig gereinigt werden, um ein Überhitzen des Gerätes und der Projektorlampe zu verhindern.

Wichtig ist außerdem der richtige Umgang mit der Projektorlampe

Diese sollte beispielsweise niemals am Schlauch berührt werden: Jeder hinterlassene Fingerabdruck führt zu einer heißeren Brennstelle in diesem Bereich. Im schlimmsten Fall droht eine Explosion des Schlauches an der Lampe. Die Projektorlampe sollte nur an der Außenseite der Kugel oder im Bereich des Reflektors berührt werden, da so kein Schaden hinsichtlich der Lebensdauer oder der Leistung Ihrer Lampe zu erwarten ist. Selbstverständlich sollten die Hände gereinigt sein, empfehlenswert ist es außerdem, Latexhandschuhe zu tragen.
Ein bewusster Umgang mit dem Ein- und Ausschalter verlängert ebenfalls die Lebensdauer der Projektorlampe. Bei einer recht häufigen Betätigung des Schalters, vor allem in schneller Abfolge, droht die Lampe durchzubrennen. Projektorenlampen benötigen aufgrund Ihrer Funktionsweise etwa eine Minute, bevor Sie effektiv glühen. Wird die Lampe bereits vorher abgeschaltet, destabilisiert das den Quecksilberdampf, der ja unter Druck steht. Dies kann zu einem dauerhaften Schaden der Lampe führen.

Die Umlaufblende am Filmvorführgerät

Die Umlaufblende dient dazu, das Bildfester abzudecken, während der Film im Vorführgerät transportiert wird. Im Wesentlichen handelt es sich also um ein drehendes Element in Ihrem Apparat, das für einzelne Ausschnitte sorgt. Wie bei einer Filmkamera sorgt die Umlaufblende für einen Umlaufverschluss und unterdrückt das Flimmern des Films. Unterschieden werden für Filmvorführgeräte drei Arten von Umlaufblenden:

  • Scheibenumlaufblende,
  • Kegelumlaufblende und
  • Trommelblende.

In jedem Filmvorführgerät besitzt die Umlaufblende eine gewisse Anzahl an Flügeln; das können ein, zwei oder auch mehr Flügel sein. Je mehr Flügel, umso mehr Hell-Dunkel-Frequenzen gibt es und umso flimmerfreier wird das Bild.

In der Regel ist die Umlaufblende mit dem Filmantrieb 1:1 gekoppelt. Die Umlaufblende ist dafür verantwortlich, dass eine gewisse Anzahl an Bildern pro Sekunde im Projektor gezeigt werden kann – normalerweise werden 24 oder 12 Bilder pro Sekunde umgesetzt. Bei Schmalfilmprojektoren wird eine Umlaufblende benötigt, die 16 oder 18 Bilder pro Sekunde verarbeiten kann. Die notwendigen Umlaufblenden besitzen dann drei Hellsektoren, sodass ein Flimmern unterdrückt wird. Generell gilt, je höher die Bildrate pro Sekunde, desto flimmerfreier ist das Bild. Ausgeglichen werden kann die geringe Bildzahl mithilfe einer mehrfachen Projektion desselben Bildes, das dann allerdings in unterschiedlichen Helligkeitsstufen wiedergegeben wird. Auf diese Weise ist es mit der richtigen Umlaufblende möglich, eine flimmerfreie Bildwiedergabe zu erreichen, auch wenn der Projektor nur 5 Bilder pro Sekunde zeigt.

Welche Umlaufblende in Ihren Projektor passt, steht in der Bedienungsanleitung Ihres Gerätes. Beim Einbau sollten Sie in jedem Fall beachten, dass die Umlaufblende in ihrer zeitlichen Position genau entsprechend der Schaltrolle ausgerichtet wird. Die Justierung ist etwas schwierig und muss so passen, dass die Umlaufblende beim Stillstand des Films den Strahlengang freigibt.

Die Bildmaske am Filmvorführgerät

Die Bildmaske des Filmvorführgerätes wird auch als Bildfenster bezeichnet. Die Maske besteht aus Metall und hat die wesentliche Funktion, den Bildausschnitt exakt zu begrenzen. Die Bildmaske befindet direkt an der Andruckplatte, sodass die Kanten der Maske sehr scharf abgebildet werden. Die Bildmaske reguliert im Übrigen auch das Seitenverhältnis des Bildes, das damit skaliert werden kann. Diese Funktion ist besonders relevant für unmaskiert gedrehte Filme, die mit einer größtmöglichen Fläche pro Einzelbild belichtet sind. Diese Filme können mit der passenden Bildmaske auch in Breitwand gezeigt werden. Je nach Filmmaterial kann also mit der richtigen Bildmaske ein toller Effekt erzielt werden. Soll kein spezieller filmischer Effekt angestrebt werden, hilft die Bildmaske, die Perforation und die Lichttonspur zu überdecken.

Ganz wichtig ist, dass Sie vor und am besten auch nach jeder Filmvorführung die Bildmaske entfernen, um zu kontrollieren, ob sich Staub darunter verfangen hat. Dieser muss in jedem Fall entfernt werden, um den scharfen Bildausschnitt zu gewährleisten, der für eine professionelle Vorführung unabdingbar ist.

Sie können ganz leicht prüfen, ob Sie die richtige Bildmaske verwenden: Fehlen Teile vom Film – sind also Bildteile abgeschnitten –, ist die Maske zu klein. Sind hingegen Ausschnitte sichtbar, die den Zuschauern vorenthalten werden sollen, dann ist die Maske zu groß gewählt.

Die gelungene Filmvorführung

Mit einem alten Filmvorführgerät lassen sich tolle Filmabende verbringen. Ob es sich bei der Vorführung um einen selbst gedrehten Familienfilm vergangener Tage handelt oder um einen Film aus der Anfangszeit der Kino-Tonfilme – mit einem Projektor erzeugen Sie ein ganz besonderes Feeling. Haben Sie eine funktionierende Projektorlampe, ein gut gereinigtes Vorführgerät, die zum Film passende Bildmaske und eine Umlaufblende, die für flimmerfreien Genuss sorgt, dann steht dem gelungenen Filmabend nichts im Wege.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden