Von Cabanjacken bis zum Wintermantel: Ratgeber für die Auswahl von Herrenmänteln

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Von Cabanjacken bis zum Wintermantel: Ratgeber für die Auswahl von Herrenmänteln

Viele Männer bevorzugen heutzutage in der kalten Jahreszeit Daunen- oder Wolljacken, weil sie, insbesondere beim Autofahren, bequemer und auch besser zu verstauen sind. Eingefleischte Mantelliebhaber unter den Herren wissen es aber ganz genau: Ein gut geschnittener Herrenmantel hat einfach das gewisse Etwas, das viele Männer, gerade bei offiziellen Anlässen, sehr zu schätzen wissen. Und außerdem gibt es Kleidungsstücke wie zum Beispiel den Frack, zu dem gar kein anderes Darüber getragen werden darf als ein langer Herrenmantel oder ein Cape in dunklen Farben. In wie vielen unterschiedlichen Farben und Formen Herrenmäntel daherkommen, worauf es bei der Auswahl ankommt und wie Sie Ihren ganz individuellen Stil aufs Schönste mit einem qualitativ hochwertigen Herrenmantel betonen – darüber informieren Sie sich fürs Erste am besten auf Herrenmodenseiten. Danach werden sicherlich auch Sie zu den Männern gehören, die, wenn schon nicht für jeden Tag, so doch sicherlich für besondere Anlässe gerne in einen sorgfältig ausgewählten Mantel schlüpfen werden – und sich ganz einfach perfekt angezogen fühlen.

Wie modische Wintermäntel Ihre Garderobe komplettieren und worin sich Mantel und Jacke unterscheiden

Herrenmäntel und Herrenjacken unterscheiden sich prinzipiell in ihrer Länge. Normalerweise bedecken Jacken das Gesäß nicht; Blousonjacken enden sogar bereits zwischen Taille und Hüfte. Mäntel, die knapp unter dem Gesäß enden, bezeichnet man entsprechend als Kurzmäntel. Mäntel in Langform gibt es übrigens bereits seit dem 14. Jahrhundert in Europa. Ursprünglich galt die längere Form ausschließlich dem Schutz vor Wind und Wetter. Modische Aspekte kamen erst später ins Spiel, machen aber heute den speziellen Reiz der einzelnen Manteltypen für Männer aus.

Der Caban – eine Mantelvariante für Männer jeden Typs und jeden Alters

Caban ist französisch und heißt wörtlich übersetzt „Regenmantel" oder auch nur „Jacke". Dieser Name lässt bereits ahnen, dass der Caban ursprünglich von Seefahrern getragen wurde und aus Materialien bestand, die wind- und wasserabweisend waren. Mit dem Einzug ins Zivilleben wandelte sich der ursprünglich etwas derbe Caban hin zum Klassischen: Er wird heute meist aus qualitativ hochwertigen Wollstoffen gefertigt und ist zweireihig gearbeitet. Das Erkennungszeichen des traditionellen Kurzmantels ist sein breiter Kragen, den Sie bei Wind und Wetter auch hochklappen können, wodurch Nacken und Hals effektiv geschützt sind.

Wie aus dem Cape zum Frack ein Regencape wurde

Mit dem Cape als weit geschnittenem Umhang verbinden heute vor allem viele Radfahrer, die auch bei Wind und Wetter unterwegs sind, eine etwas andere Art von „Fahrzeug-Rundumschutz". Den meisten Männern ist das Cape nämlich nur noch als sehr effektive Regenkleidung bekannt, die auch aus Polyesterfasern besteht oder – darin dem legendären Ostfriesennerz vergleichbar – gleich in leuchtendem Gelb, wie eine Ölhaut aussieht und in erster Linie vor Regen, Wind und Schmutzwasser schützen soll. Modische Aspekte treten da eher in den Hintergrund. Das war allerdings nicht immer so: Tatsächlich war das Cape schon immer ein weit geschnittener Umhang, der statt Ärmeln über zwei seitliche Schlitze verfügt, wodurch die Arme gesteckt werden können. Ursprünglich wurde ein solches Cape allerdings aus hochwertiger Wolle in ausschließlich dunklen Farben gefertigt und konnte so ebenso bequem wie korrekt als Schutz gegen Kälte und Witterungseinflüsse über jede ganz normale Garderobe gezogen werden. Besondere Berühmtheit erlangte das Cape als Abendmantel zum Frack. Und in dieser Funktion, wenn sie in ganz offizieller Mission unterwegs sind, wissen auch heute wieder viele Herren das überaus elegante Cape zu schätzen.

Der Chesterfield – so britisch wie sein Name

Benannt ist dieser absolut britische Klassiker unter den Herrenmänteln nach dem vierten Grafen von Chesterfield, einem geistreichen Schriftsteller und Stilexperten des späten 18. Jahrhunderts, auf den nicht nur der berühmter Chesterfield-Möbel-Stil zurückgeht, sondern eben auch ein Modestil, der sich bis heute besonders im Chesterfield-Mantel für Herren zeigt. Ein Chesterfield ist in der Regel einreihig, grau, schwarz oder blau und verfügt über ein Fischgrätmuster. Kennzeichnend sind sein taillierter Schnitt und der schwarze, angesetzte Samtkragen. Dem englischen Wetter gemäß – viel Regen, aber verglichen mit dem Kontinent mildere Winter – ist er wesentlich leichter als ein normaler Mantel und gilt in unseren Regionen als typischer Überzieher und damit als klassischer Übergangsmantel. Wenn Sie sich für einen Chesterfield entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass das Kleidungsstück am Hals eng anliegt und der hintere Schlitz weder klafft noch weiter als bis zum Schritt reicht. Probieren Sie den Mantel am besten zusammen mit einem Anzug an, über den sie ihn tragen wollen; denn der Sitz eines echten Chesterfield ist erst dann perfekt, wenn Mantel und Anzug einen harmonischen Abschluss bilden – der Mantel somit nur knapp länger als das Jackett des Anzug ist.

Der Car Coat – eine Reminiszenz an die „Automania" der 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts

Tatsächlich wurde der Car Coat als Kleidungsstück für Cabriofahrer entwickelt. „Offen fahren" wurde in den 1950er-Jahren immer beliebter, und so entwickelte die Modebranche einen Herrenmantel, der es dem Mann am Steuer erlaubte, ebenso stilvoll wie geschützt seine attraktive Begleitung durch herrliche Landschaften zu kutschieren – quasi als Pendant zum à la Grace-Kelly geschlungen Hermès-Tuch für die Haare der Damen. So ist der typische Car Coat länger als eine Jacke und dennoch wesentlich kürzer als ein echter Kurzmantel. Der Einreiher ist gerade geschnitten – oben schmal, nach unten leicht ausgestellt, Insider reden hier von der A-Linie – und ist deshalb ebenso bequem wie elegant. Bis heute schätzen ihn nicht nur die Cabriofans unter den Autofahrern eben deshalb, weil ein Car Coat die Bequemlichkeit einer Jacke mit dem offizielleren Anspruch des Mantels vereint.

Der Dufflecoat – wenn es nicht ganz so offiziell sein muss

Stilexperten der Männermode empfehlen den Dufflecoat als „Zweitmantel". Denn der beliebte, gerade geschnittene Mantel aus Wolle, bei denen auch Ihnen sicherlich als Erstes die markanten Knebelverschlüsse an Stelle von Knöpfen einfallen, ist tatsächlich am besten in der sportlichen Freizeitmode angesiedelt. Dort macht er allerdings nicht nur wirklich gute Figur – dank seiner Kapuze und den großen, aufgesetzten Taschen ist er für alle Outdoor-Aktivitäten bestens geeignet. Und vor allem Kinder merken sehr schnell, dass in Papas Dufflecoat viele gefundene Schätze Platz finden – von Schokoladenriegelpapierchen bis zu bizarr geformten Steinen.

Der Havelock – das Beste aus Cape und Mantel vereint

Erinnern Sie sich an Darstellungen von Sherlock Holmes und an das typische Kleidungsstück, das er wirklich immer trägt? Dabei handelt es sich um den sogenannten Havelock. Wie das Cape auch, verfügt der Havelock nicht über Ärmel, sondern lediglich über Armlöcher, ergänzt um eine unterhalb des Kragens angesetzte Pelerine, die zusätzlich die Schultern schützt. Der heutige Havelock ist ein ausgesprochen eleganter Pelerinen-Abendmantel für Herren. Auffallend sind sein fallendes Seitenrevers – es entsteht dadurch, dass die Reversecke tiefer sitzt als der Kragenansatz –, die verdeckte Knopfleiste und sogenannte Pattentaschen. Das sind eingeschnittene Taschen, deren Eingriffe von Klappen oder Leisten verdeckt sind und meist schräg auf der Vorderseite des Mantels angebracht werden, wodurch ein Havelock ausgesprochen elegant wirkt. Nicht umsonst wird er heute hauptsächlich als im besten Sinne mondäne Reminiszenz an zeitlose modische Stilikonen zum Frack oder Smoking getragen.

Der Ledermantel für Herren – für alle, die gerne im Mittelpunkt stehen

Eine kleine Warnung vorweg: Wer sich für einen langen Rinds-Nappa-Ledermantel in klassischem Schwarz entscheidet, muss damit rechnen, aufzufallen – und sollte dies deshalb auch gerne tun. Denn auch, wenn die etwas martialisch anmutende, bodenlange Form heute fast nicht mehr angeboten wird, so haftet dem Auftritt eines wadenlangen Ledermantels immer noch etwas Imposantes, wenn nicht gar – zumindest unbewusst – auch Militärisches und Machtbewusstes an. Kombinieren Sie dieses auffällige Kleidungsstück deshalb am besten dezent, entweder sportlich mit Chucks und Jeans und einem Schal in kräftigen Farben – oder elegant zum korrekten Anzug mit Budapestern oder am Abend zu Lederslippern.

Der Lodenmantel – viel mehr als ein Stück Heimat aus den Alpen

Auch wenn der Lodenmantel – darin dem Dufflecoat vergleichbar – ursprünglich als reiner Schutzmantel gegen Wind und Wetter getragen wurde: Heutzutage können Sie einen echten Lodenmantel zu jeder Garderobe und zu jedem Modestil tragen. Das liegt zum einen daran, dass Trachtenmode heute weit über Österreich und Bayern hinaus ihre Liebhaber und Liebhaberinnen gefunden hat und auf zahlreichen Volksfesten in der ganzen Welt zu sehen ist, zum anderen aber einfach an der Zeitlosigkeit und der hohen Qualität, durch die sich ein echter Lodenmantel auszeichnet. Denn ein originaler Lodenmantel besteht aus gekämmter und gewalkter Wollfaser. Besonders das Walken ist ein sehr aufwendiger Produktionsschritt, bei dem durch absichtliches Kneten und Stauchen der Wolle deren Verfilzung erreicht wird. Und an solcherart verfilzter Wolle perlen Regen und Feuchtigkeit einfach ab. Ein originaler Lodenmantel hat einen großzügigen Umlegekragen und ist lang und weit geschnitten. Ganz typisch ist auch die senkrechte Kellerfalte im gesamten Rückenbereich.

Der Trenchcoat – nicht nur ein Filmklassiker

Für viele Männer ist der Trenchcoat ein Beispiel dafür, wie Uniformkleidung im Zivilleben ganz friedlich Karriere machen kann. Denn englisch „trench" heißt Schützengraben – und beim Original-Trenchcoat handelte es sich um einen Militärmantel, den Burberry im Ersten Weltkrieg für die britische Armee anfertigen ließ und der den Soldaten im Schützengraben besonderen Wetterschutz bieten sollte. Von den meisten militärischen Details profitieren Sie bis heute – auch beim völlig ungefährlichen Stadtbummel: Das Schultertuch lässt keinen Regen durch die Knopfleiste, und die Ärmel können gegen Nässe abgeriegelt werden. Nur den Gürtel sollten Sie heute nicht mehr so schließen, wie die Soldaten im Feld, die an den D-förmigen Schlaufen ihre Handgranaten befestigten: Binden Sie ihn einfach nur lose – und summen Sie in Gedanken schon mal „As Time goes by" …

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