Vom Segler bis zum U-Boot: Wissenswertes über Bausätze für Schiff-Plastikmodelle

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Vom Segler bis zum U-Boot: Wissenswertes über Bausätze für Schiff-Plastikmodelle

Wen die See ruft, der muss ihr folgen. Für viele ist das eigene Boot ein Kindheitstraum. Nun ist es jedoch so, dass Schiffe und Boote kein besonders kostensparendes Hobby sind. Ein Stellplatz und die Versicherung sind bereits nicht zu verachtende Posten, dazu kommen noch hohe Kosten für Wartung und Pflege.

Dies sind alles Dinge, um die man sich mit einem Boot im Miniaturformat kaum Gedanken machen muss. Und keine Frage: Selbst gebaut bekommen diese kleinen Boote noch eine ganz besondere Qualität. Denn der Anblick eines schönen Schiffsmodells, das man außerdem noch selbst gebaut hat, ist eine große Belohnung an sich. Die bevorzugten Materialien sind dabei Holz und Kunststoff. Im Gegensatz zu Holz bietet Plastik den Vorteil, dass es bei Kontakt mit Wasser nicht aufquellen kann. Auch unter anderen Umständen, wie zum Beispiel bei sehr trockener Luft oder sehr feuchter Luft, behält Plastik im Gegensatz zu Holz immer seine Form. Es ist außerdem einfach zu bearbeiten und auch für Neulinge im Bereich des Modellbaus geeignet. Gerade für Einsteiger bieten sich fertige Bausätze für Plastikmodelle an.

Eine Einführung in den Bau von Plastikmodellschiffen

Beim Bau von Modellbooten und –schiffen können Sie sich zwischen verschiedenen Varianten entscheiden. Von historischen Schiffen über moderne Segelschiffe bis hin zu ferngesteuerten Dampfern ist alles möglich. Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber zum Thema Bausätze für Schiffplastikmodelle zunächst verschiedene Modellarten nach ihrem Einsatzort vorstellen.

Funktions- oder Standmodell: Diese Begriffe kennen

Bevor Sie sich einen Modellbausatz aussuchen, sollten Sie sich die Frage stellen, was Sie später damit vorhaben. Generell unterscheidet man zwischen Funktions- und Standmodellen. Diese unterscheiden sich in ihrer Bauweise enorm. Ein Funktionsmodell ist ein maßstabsgetreues technisches Modell eines Schiffes. Das beinhaltet, dass das Funktionsmodell auch über die wichtigsten Bewegungsfunktionen des Originals verfügen muss. Dank moderner Leichtbauvarianten können so auch größere Frachter und Segelschiffe maßstabsgetreu und vor allem funktionstüchtig dargestellt werden. Für den Antrieb werden Plastikmodellsätze oft mit einer Funk-Fernsteuerung (RC, engl. „Remote Control“) ausgestattet. Es gibt jedoch auch Komplettsätze, die eine RC-Steuerung beinhalten. Die benötigte elektrische Energie für den Antrieb des Bootes wird meist durch Akkus oder Batterien realisiert. Diese werden versteckt und wasserdicht verpackt im Inneren des Plastikmodells platziert. Die meisten Funktionsmodelle werden heutzutage aus Kunststoff hergestellt. Der Grund dafür ist einfach: Kunststoff ist unempfindlich und behält im Gegensatz zu Holz immer seine Form. Holzmodelle sind aufgrund ihres edlen Aussehens zwar auch beliebt, aber deutlich aufwendiger im Aufbau und in der Pflege. Holz muss stark imprägniert werden, damit es häufige Einsätze im Wasser unbeschadet und ohne Aufquellen übersteht.

Standmodelle - das Gegenstück zum Funktionsmodell

Hier kommt es nicht auf die Funktionstüchtigkeit an, sondern auf eine möglichst detailgetreue Nachbildung des Originals. Der Maßstab spielt hier ebenso eine Rolle, wie die richtige Bemalung des Schiffes. Oft werden Standmodelle auf Schreibtischen oder in Glasvitrinen präsentiert. Bei Sammlern sehr beliebt sind aufwendige historische Modelle, zum Beispiel von Kriegsschiffen oder aufwendig gestalteten Segelschiffen.

Neben diesen beiden Grundbauarten der Modellschiffe gibt es noch eine speziellere Variante: Sogenannte hydrodynamische Schiffsmodelle kommen seltener im privaten Bereich zum Einsatz. In der Forschung sind sie jedoch weit verbreitet. In Schiffbau-Versuchsanstalten werden mithilfe von diesen Schiffsmodellen Messungen durchgeführt. Sie sind Teil einer Messvorrichtung, die Bewegungen und Kräfte im Modellmaßstab untersucht und diese dann auf den Originalmaßstab überträgt. So lassen sich Fahrverhalten und Strömungseigenschaften eines Bootes feststellen.

Einige Modellbautechniken im Überblick

Im Schiffmodellbau werden die unterschiedlichsten Bautechniken und Materialien eingesetzt. Oftmals werden für ein Modell auch unterschiedliche Techniken verwendet. Individualisten verwenden viel Zeit darauf, sich die einzelnen Teile ihres Modells selbst zu fertigen. Neben den häufigsten Materialien Holz und Kunststoff kommen auch Materialien wie Zinn, Gips oder Blech zum Einsatz. Hier werden große Bestandteile gesägt, geformt und gefräst und kleinere Bestandteile gegossen oder per Spritzguss in vorgefertigte Formen gefertigt.

Eine besondere Art und Weise, eigene Teile herzustellen, ist die sogenannte Laminierung. Dabei wird ein Schichtmaterial, meist glasfaserverstärkter Kunststoff, auf eine Modellform aufgetragen. Fortgeschrittene Modellbauer können sich so individuelle Bauteile fertigen.

Die einfache Alternative: Fertigmodelle und Bausatzmodelle

Für alle, die sich an dieses Unterfangen noch nicht heranwagen, gibt es praktische Alternativen. Man unterscheidet dabei zwischen Fertigmodellen und Bausatzmodellen. Diese unterscheiden sich vor allem im Aufwand, den der Aufbau der Modelle mit sich bringt. Während Fertigmodelle in der Regel mit wenigen Handgriffen zusammengesetzt sind, bieten Bausatzmodelle schon eine größere Herausforderung.

RTR und ARTR – Fertigmodell ist nicht gleich Fertigmodell

Fertigmodelle werden häufig als Spielzeug hergestellt und bestehen aus Holz, Blech oder Kunststoff. Der Schwerpunkt dieser Modelle liegt häufig auf der einfachen Handhabung und dem günstigen Herstellungspreis. Viele dieser Modelle sind nicht maßstabsgetreu und nur vorbildhaft an ein bestimmtes Schiffmodell angelegt. Wer auf korrekte Proportionen Wert legt, sollte sich hier genau auf der Verpackung des jeweiligen Modells informieren.

Vermehrt wird bei Fertigmodellen der Begriff „RTR“, auf Englisch „ready to run“, genutzt. Dieser besagt, dass das Modell bereits fertig aufgebaut und betriebsbereit ist. Gerade im Bereich der Sportmodellboote gibt es hier viele Hersteller, die maßstabs- und originalgetreue Modelle anbieten. Diese Modelle können daher schnell sehr teuer sein.

Eine Ableitung von RTR ist ARTR. Dies steht für „almost ready to run“, was für das Modell bedeutet, dass es nur noch zusammengesetzt werden muss und alle dafür benötigten Teile in dem Set enthalten sind. Diese Grundform des Bausatzes eignet sich vor allem für Kinder und Neulinge auf dem Gebiet, da hier alle benötigten Teile mitgeliefert werden. Die einzelnen Komponenten des Schiffes oder Bootes müssen nur noch nach Anleitung zusammengefügt werden, schon ist das Schiff startklar. Empfänger, Steuergeräte und Akkus können hier in der Regel ebenfalls integriert werden.

Für höhere Ansprüche an das Bastler-Herz: Bausatzmodelle

Ebenfalls sehr beliebt sind Bausatzmodelle, die ebenfalls aus einzelnen Teilen bestehen, die zusammengefügt ein Modell ergeben. Der Unterschied zu ARTR-Modellen besteht darin, dass die einzelnen Komponenten hier wesentlich kleinteiliger sind. Detailliertheit und Maßstabstreue variieren hier je nach Preislage. Wichtige Hersteller für Bausätze sind:

Man findet Schiffe dieser Bauart in den unterschiedlichsten Größen und Maßstäben. Vom kleinen Sportboot bis hin zum großen Kreuzfahrtschiff ist alles vertreten. Die gängigsten Maßstäbe sind dabei:

  • 1:35
  • 1:72
  • 1:144
  • 1:200
  • 1:500

Der relativ einfache Zusammenbau der Einzelteile macht diese Form des Modellbaus vor allem bei Einsteigern so beliebt. Zwar baut man das Modell von Anfang an selbst zusammen, doch die einzelnen Teile sind so vorbereitet, dass man sie nicht mehr formen oder verändern muss. Das Material der Bausätze ist in der Regel Polystyrol, ein Kunststoff, der auch in anderen Bereichen des Modellbaus eingesetzt wird. Auch der Kunststoff ABS wird gerade im Schiffbau häufig genutzt.

Während ARTR-Modelle in der Regel mit Steckverbindungen ausgestattet sind und keine weiteren Materialien oder Werkzeuge notwendig sind, benötigen Sie zum Bau eines Bausatzmodells etwas Zubehör.

Tipps und Tricks zum Bau von Schiff-Plastikmodellen

Um aus einem Bausatz ein möglichst perfektes Modell zu kreieren, ist neben etwas Geschick und Geduld auch Zubehör notwendig. Die Hauptarbeit beim Modellbau besteht bei Bausätzen darin, die einzelnen Teile sicher und richtig miteinander zu verbinden. Ist diese Hürde genommen, müssen die Modelle noch in den richtigen Farben bemalt werden.

Gut verklebt ist halb gewonnen

Damit die einzelnen Kunststoffteile zusammenhalten, wird spezieller Modellbaukleber benötigt. Für das Kleben von Kunststoff auf Kunststoff eignen sich spezielle Kunststoffkleber. Möchten Sie jedoch auch Materialien wie Holz oder Metall verwenden, zum Beispiel als Dekoration, sollten Sie auch hier auf Spezialkleber setzen. Sogenannte Zweikomponenten-Kleber machen das Verarbeiten von Metall und Kunststoff oder Holz und Kunststoff relativ einfach. Im Modellbau bewährt haben sich 5-Minutenkleber oder 60-Minutenkleber. Diese lassen sich noch eine Zeit lang bewegen, bis sie komplett erstarren. Fertig präparierte Zweikomponenten-Kleber sorgen automatisch für ein optimales Mischverhältnis der Klebstoffe und ersparen Ihnen mühevolles Abmessen und Mischen. Mit diesen Spezialklebern können Sie die Einzelteile fest und sicher zusammenfügen.

Der Feinschliff nach der Pflicht: So lackieren Sie Ihr Plastikmodell

Kunststoffe haben im Gegensatz zu Holz den Vorteil, dass sie leicht zu verarbeiten sind und auch für die Farbbehandlung keine Vorbehandlung benötigen. Die Farben können einfach auf das unbehandelte Material aufgetragen werden.

Auch wenn man schon etwas Erfahrung im Modellbau hat, ist das Lackieren am Ende immer mit ein wenig Anspannung verbunden. Ein Fehler – und das mühevoll zusammengesetzte Modell ist ruiniert. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir ein paar Tipps für Sie zusammengetragen:

Achten Sie darauf, dass die Kunststoffoberfläche komplett staubfrei ist, bevor Sie mit dem Lackieren beginnen. Da gerade Kunststoffteile sich beim Abwischen gerne statisch aufladen und Staub anziehen, sollten alle Teile feucht abgewischt werden. Vor dem Lackieren sollten diese allerdings wieder trocken sein. Nun wird ein Haftgrund aufgetragen, der als Basis für die folgende Lackierfarbe dient und das Haften der Farbe gewährleistet. Nach dem Auftragen der Grundierung können Sie mit dem Lackieren beginnen. Hier ist es Ihnen überlassen, ob Sie lieber mit einem Pinsel oder einer Sprühdose arbeiten möchten. Die Lackierung wird gleichmäßig und Schicht um Schicht aufgetragen, um ein besonders gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.

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