Vom Samen bis zum Baum: Tipps für die Aufzucht chinesischer und japanischer Lebkuchenbäume

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Vom Samen bis zum Baum: Hilfreiche Tipps für die Aufzucht chinesischer und japanischer Lebkuchenbäume

Wie wunderbar muss es sein, im Herbst durch einen japanischen Wald zu laufen, in dem unzählige Lebkuchenbäume wachsen. Diese majestätischen Gewächse mit ihrer traumhaften Farbenpracht gibt es dort in Gelb, Orange und Rot, wohin Sie auch schauen. Der intensive und verlockende Duft nach Zimt und Kuchen, der nicht so richtig zu den Bäumen um Sie herum zu passen scheint, liegt in der Luft. Es ist fast wie im Märchen über „Hänsel und Gretel“ – nur ohne Käfige und Backöfen.

Um dieses Gefühl immer wieder erleben zu können, müssen Sie zum Glück nicht den weiten Weg nach Asien zurücklegen und dort jedes Mal erneut den Urlaub verbringen. Mit etwas Hintergrundwissen und Hingabe können Sie nämlich einen oder mehrere dieser schönen exotischen Pflanzen in Ihrem eigenen Garten oder sogar auf dem heimischen Balkon kultivieren. Sie sind unkompliziert in der Anzucht und vergleichsweise anspruchslos in der Erziehung sowie der Pflege – eine ideale Zierpflanze also. Im Folgenden erfahren Sie, was Sie für die Aufzucht dieser Besonderheit brauchen und viel Wissenswertes, das Sie in allen Belangen weiterbringen wird.

Die Verbreitung der Lebkuchenbäume

Der japanische Lebkuchenbaum wird synonym Katsurabaum genannt und stammt ursprünglich aus Ostasien. Vor allem in Japan und China ist er in großer Anzahl zu finden, wo er in sonnigen und feuchten Arealen wächst und gedeiht - vor allem entlang von Flüssen und Bächen. Den Weg nach Deutschland fand das Gewächs erst vor 100 Jahren. Es ist sehr alt und zählt zu den sogenannten „fossilen Hölzern“, da Hinweise darauf existieren, dass es den Baum bereits vor vielen Millionen Jahren gab. Inzwischen existieren unterschiedliche Zierformen der ursprünglichen Gattungen, die sich jedoch im Aussehen, der Anzucht und der Pflege größtenteils ähneln.

Erscheinungsformen der Lebkuchenbäume

An den natürlichen Standorten werden die mehrstämmigen Bäume bis zu 45 Meter hoch, erreichen ansonsten in der Regel eine Höhe von 12 bis 15 Metern. Im Bereich des Hobbygärtnerns gibt es Exemplare, die in Kübeln bis etwa 1,80 Meter und im Garten etwa 3,5 Meter hoch wachsen können. Die exotischen Pflanzen zählen zu den sommergrünen Laubbäumen und sind zweihäusig – es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die Blüten erscheinen im Frühjahr noch vor den Blättern. Sie erstrahlen entweder in einem satten Karminrot (männlich) oder in schönem, leuchtendem Purpurrot (weiblich).

Interessante Details zum Lebkuchenbaum

Das Besondere am Lebkuchenbaum sind seine Blätter. Herzförmig und breitrund durchlaufen sie im Verlauf ihres Zyklus' viele faszinierende Farbschattierungen. Im Frühjahr erstrahlen die Austriebe zunächst in einem intensiven Karminrot. Wenn sich die Blätter voll entwickelt haben, sind sie auf der einen Seite grün gefärbt und bläulich auf der anderen. Die wahre Pracht entfaltet sich aber erst im Herbst, wenn die Blätter mangels Sonnenlicht und ausreichender Nährstoffzufuhr farblichen Änderungen unterliegen und sich die Blätter bis hin zu einem leuchtenden Scharlachrot verfärben.

Der Duft von Zimt und Karamell

Seinen in Deutschland gängigen Namen bekam der Lebkuchenbaum aufgrund der einzigartigen Eigenschaften seiner Blätter. In der dritten Jahreszeit, wenn die Blätter herunterfallen und zu welken beginnen, verströmen sie einen intensiven, vollen Duft, der an Zimt und Karamell erinnert. Dieser unvergleichliche Geruch und die Farbenpracht der Blüten und Blätter machen diesen Baum nicht nur bei Hobbygärtnern sehr beliebt. In Parks und öffentlichen Gärten findet eine Anpflanzung mittlerweile gleichermaßen zur Zierde statt.

Nachfolgend erfahren Sie, wie Ihnen die An- und Aufzucht des Lebkuchenbaums, ob im Garten oder als Balkonpflanze, gelingt und was Sie als zukünftiger Besitzer dieser prachtvollen Exoten wissen und vermeiden sollten.

Die Anzucht und Erziehung des Lebkuchenbaums

Der ausgewachsene Baum ist winterhart, was bedeutet, dass ihm selbst kalte Temperaturen nicht schaden können. Die empfindlichen Samen können Sie jedoch nicht beliebig und zu jeder Jahreszeit in Ihrem Garten einpflanzen, weil sie einen Temperaturabfall nicht verkraften würden. Zu Hause können Sie die Pflanze zu jeder Jahreszeit anzüchten. Am besten gedeihen die Samen in frischer, feuchter und nährstoffreicher Pflanzenerde, die sauer bis kalkhaltig sein sollte. Je mehr Säure sie enthält, desto intensiver färben sich die Blätter im Herbst. Damit die Samen schneller keimen, sollten Sie diese vor dem Anpflanzen für etwa eine Woche in den Kühlschrank legen.

Streuen Sie sie anschließend aus und bedecken diese ganz leicht mit weiterer Erde. Die optimale Keimtemperatur beträgt etwa 20 bis 22 °Celsius. Sie sollten das Klima möglichst konstant halten und die Erde regelmäßig gießen. Die Keimdauer beträgt bei optimalen Bedingungen etwa zwei bis vier Wochen. Am besten geeignet für Ihre junge Pflanze ist ein sonniger bis halbschattiger Ort, wobei auch hier gilt: Je mehr Sonne, desto besser.

In dem Zeitraum vom März bis Ende August empfiehlt es sich, Ihr Bäumchen ein Mal in der Woche zu düngen. Ab Anfang September ist kein Dünger mehr notwendig, da Ihr Import bis zum nächsten Frühjahr nicht mehr wachsen, sondern lediglich ausreifen muss.

Der Lebkuchenbaum wächst im Schnitt etwa 20-30 Zentimeter im Jahr und zählt somit zu den langsam wachsenden Pflanzen. Mit einer Höhe von etwa 40-60 Zentimetern ist das Gewächs bereit, in Ihren Garten umzuziehen. Auch hierfür ist das Frühjahr die optimale Jahreszeit. Sie sollten einige Dinge beachten, damit Ihr Baum sich optimal entwickeln kann, denn ansonsten kann es zu vielfachen Komplikationen kommen, die im schlimmsten Fall das Aus für Ihren Baum bedeuten.

Den richtigen Standort auswählen

Sie sollten einen sonnigen Platz in Ihrem Garten wählen und, wenn dies nicht möglich ist, zumindest einen möglichst hellen. Das bedeutet, dass sich die Pflanze an der Nordseite eines Gebäudes wohler fühlt und besser gedeiht als auf der Südseite. Die Wurzeln des Lebkuchenbaums brauchen viel Platz und reagieren sehr empfindlich auf dichten Bewuchs in ihrer Nähe. Geben Sie Ihrem Zierbaum genügend Platz zum Wachsen und zur Entwicklung. Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen, wobei die Erde um den gepflanzten Baum herum gut festgetreten werden muss. Ein Gießrand ist ebenfalls notwendig. Vor allem am Anfang braucht der Kuchenbaum viel Feuchtigkeit, damit er gut anwachsen kann.

Die Pflege und der Schnitt des Lebkuchenbaums

Wenn der Baum ausgewachsen ist, ist er in der Pflege recht anspruchslos - als Jungpflanze fordert er jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit. Vernachlässigen Sie nicht den Feuchtigkeitsgehalt des Bodens und der Luft. An trockenen Tagen kann eine Sprühflasche für Nässe an den Blättern sorgen. Im Zeitraum von April bis Ende August ist das Bäumchen in regelmäßigen Abständen von etwa vier Wochen mit Pflanzendünger zu behandeln. Der Katsurabaum ist ein frostfestes Gewächs und übersteht sogar einen Frühjahrsfrost. Die ganz junge Pflanze verbringt am besten nicht zu viel Zeit an Orten mit sehr niedrigen Temperaturen. Auch dauerhafte, direkte Sonnenbestrahlung ist abträglich.

Wie in den meisten Bereichen des Lebens kommt es auch bei der Aufzucht des Kuchenbaums auf die richtige Mischung an - nicht zu viel und nicht zu wenig Wärme, und auch nicht zu viel Wasser, denn so können die Wurzeln der Pflanze zu faulen anfangen. Hat die junge Pflanze schließlich kräftige Wurzeln entwickelt, können Sie sie in Ihren Garten umquartieren. Am besten ist dafür der Frühling geeignet, denn dann hat der Baum genügend Zeit bis zum Winter, um seine Wurzeln zu festigen. Er ist für die kalte Jahreszeit anschließend gut gewappnet. Es genügt, wenn Sie ein Mal im Jahr mit Komposterde düngen.

Wenn Sie Ihre exotische Pflanze in Kübeln in Ihrer Wohnung behalten möchten, sollten Sie sicherstellen, dass die Krone nicht zu groß wird. Eine regelmäßige Beschneidung ist deshalb in diesem Zusammenhang obligatorisch. Somit stellen Sie auch sicher, dass die Baumkrone später eine schöne Form und ein dichtes Astwerk erhält. Optimal eignet sich für den Rückschnitt der März.

Doch obwohl der Katsurabaum ein robustes und kräftiges Gewächs ist, gibt es eine Krankheit, die der Pflanze ernsthaft schaden kann. Ab und an kommt es vor, dass ein Baum von der sogenannten Verticilliumwelke befallen wird. Im Verlauf dieser Krankheit sterben Blätter und Äste des Baumes ab. Sie sollten die befallenen Äste großzügig abschneiden und abwarten. Gegen die Welke gibt es kein Gegenmittel und bei größerem Befall des Geästs muss der Baum vollständig entfernt werden. Informieren Sie sich im Vorfeld darüber, wie Sie Ihren Kuchenbaum wirkungsvoll vor Schaden bewahren können, damit er Sie viele Jahre lang erfreuen kann.

Eine Zierde für Ihren Garten und ein Fest für Ihre Sinne

Sie müssen kein Experte auf den Gebieten der Botanik und der Gartentechnik sein, um mit einem eigenen Lebkuchenbaum ein Stück Asien vor Ihre Haustür zu bringen. Sie brauchen lediglich etwas Hintergrundwissen, die richtige Ausrüstung, Geduld und etwas Hingabe. Mit seinen großen, prächtigen Blättern bildet er das Highlight in jeder Gartenkultur und entführt Sie mit dem Duft seiner herabfallenden Blätter in eine märchenhafte Welt. Erwerben können Sie den Lebkuchenbaum als Samen oder im Kübel als junge Pflanze.

Schon bald können Sie Ihrem eigenen exotischen Baum beim Wachsen zuschauen und sich jeden Herbst von seiner prachtvollen Farbenvielfalt und dem verlockenden Duft berauschen lassen. Behalten Sie die Pflanze im Kübel und verzieren Sie Ihr Zuhause, oder geben Sie Ihrem Garten ein asiatisches Flair. Es ist Ihnen überlassen, auf welche Art Sie die Pflanze nutzen, ihre Wirkung entfaltet Sie in jedem Fall - eine echte Zierde für Ihren Garten, die Terrasse oder den Balkon und eine außergewöhnliche Erfahrung für Sie und Ihre Mitmenschen.

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