Vom Negativ zum Positiv – die Geschichte der Foto-Entwicklungsmaschinen

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Vom Negativ zum Positiv – die Geschichte der Entwicklungsmaschinen

Noch bevor es die Möglichkeit gab, Fotografien auf digitale Weise mit elektronischen Geräten betrachten zu können, mussten diese zunächst einmal in einem aufwendigen Prozess einzeln entwickelt und auf ein geeignetes Medium übertragen werden. Dieser Entwicklungsprozess ist durch die sogenannte Dunkelkammer möglich und hat sich in der vergangenen Zeit in seinem Ablauf kaum verändert. Mit digitaler Verarbeitung jedoch hat das Entwicklungsverfahren im ursprünglichen Sinne nichts mehr am Hut. Ein Fotograf, der auf konventionelle Art und Weise arbeitet, investiert in die Fotoentwicklung mehr Zeit als in das Fotografieren selbst. Doch wie sieht dieses Verfahren überhaupt aus? Ist die Dunkelkammer wirklich nur ein Verfahren für Profis oder auch für den Hobby-Fotografen machbar?

Die Anfänge der Fotoentwicklung

Die Namensgebung der Dunkelkammer ist auf die erste Fotoerzeugung der Welt zurückführen, noch bevor es eine Fotokamera gegeben hat. Dies ist in einfachster Form ein völlig abgedunkelter Raum mit einem winzigen Loch in der Wand, durch das Licht hereinscheinen kann. Prallt das Licht auf die gegenüber liegende Seite, projiziert es ein auf dem Kopf stehendes Bild von dem, was sich außerhalb des Raumes befindet. Leonardo da Vinci war der erste Mensch, der dieses phänomenale Ereignis der dunklen Kammer (bekannt auch als Camera obscura) in seiner Eigenschaft und Funktionsweise deuten und verstehen konnte. Daraus entwickelte sich eine kleinere, transportable Version in Form einer Box oder eines Kastens.
Bis ein geeignetes Medium zum Festhalten und Duplizieren von Bildern gefunden wurde, verging eine lange Forschungs- und Entwicklungszeit. Tatsächlich ist dieses Verfahren eigentlich ein recht kompliziertes Zusammenspiel von Chemikalien. Hierbei werden nämlich die lichtempfindlichen Eigenschaften von chemischen Substanzen ausgenutzt, die sich bei Lichteinfall färben. Das bekannte Negativ-Verfahren ist in Wirklichkeit knapp 200 Jahre alt: Im 19. Jahrhundert konnte diese Methode bereits reproduzierbare Exemplare einer Fotografie herstellen. Diese frühen Techniken wurden in darauffolgender Zeit weiter verbessert. Durch weitere Chemikalien und der Verbesserung von Linsen für lichtstärkere Objektive konnten die Fotoentwicklungen schneller vollzogen werden. Ein Meilenstein in dem Fortgang der Fotografie war die Entdeckung des Zelluloids. Es ist ein Kunststoff, der sich unter bestimmten Temperaturen leicht schmelzen und formen lässt. Klassische Kleinbildfilme bestehen hauptsächlich aus beschichtetem Zelluloid. Für die herkömmliche Fotoentwicklung, so wie Profifotografen und Studios sie nutzen, ist nämlich der Film der Fotokamera das entscheidende Material.

Der Fotofilm und seine Funktionsweise

Wie bereits erwähnt, ist der Schlüssel zur Fixierung eines Abbildes auf ein tragfähiges Material einzig und allein die Eigenschaften von bestimmten chemischen Substanzen. Das Licht verändert die Zusammensetzung des Silberbeststandteiles auf der Oberfläche des Trägermaterials. Dies passiert ganz simpel bereits beim Fotografieren mit beispielsweise einer Fotokamera mit einem Kleinbildfilm. Durch das Einfallen des Sonnenlichts auf den Film beim Auslösen der Kamera verändert dieser seine chemischen Eigenschaften. Nehmen Sie diesen Film aus dem Gerät heraus, werden Sie jedoch nichts zu sehen bekommen. Das Bild auf dem Film ist nach der Belichtung nicht sehr beständig - der typische Negativfilm, den Sie nach dem Entwickeln bei einem professionellen Studio erhalten, muss also noch hergestellt werden. Das Rohmaterial, von Ihnen bearbeitet und in ein Studio zur Entwicklung gebracht, besteht aus mehreren Schichten. Hauptbestandteil, der als eigentlicher Träger von Informationen fungiert, ist eine dünne Masse aus Zellulose-Triacetat (Zelluloid).
Die Unterseite besteht aus einer Lichthof-Schutzschicht, die verhindert, dass die Trägerschicht Licht reflektiert und das Bild verschleiert. Auf der oberen Seite des Films befindet sich eine hauchdünne, lichtempfindliche Emulsionsschicht. Die Art der Emulsion, die unterschiedlich auf Licht reagiert, entscheidet über die Farbgebung des Bildes. Aus diesem Grund gibt es viele verschiedene Arten von Kleinbildfilmen, die entweder für monochrome oder farbige Fotos verwendet werden können. Die reagierenden Stoffe in der Emulsion sind drei unterschiedliche Silbersalze. Sie sind mikroskopisch kleine Kristalle, die auf bestimmtes Licht reagieren. Um aber ein farbenreiches Bild entstehen zu lassen, müssen diese mit weiteren Stoffen und sogenannten Kupplern gemischt werden, um ein größeres Farbspektrum erzeugen zu können. Gelatine hält alle Substanzen zusammen und verhindert so ein Zerfallen beim weiteren Verarbeiten.

Die Entwicklungsumgebung des Negativs und Positivs

Ein Foto, das auf herkömmliche Weise mit einer einfachen analogen Kamera aufgenommen wird, durchläuft bei seiner Entwicklung mehrere komplizierte Stadien. Die zwei wichtigsten und grundlegenden Prozesse sind jedoch erst einmal das Entwickeln eines Negativfilms und das Vergrößern. Anders als das Belichten des Films kostet die Fotoentstehung sehr viel Zeit und benötigt geschicktes Agieren. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen kleinen Einblick in die Mechanik der Entstehung eines Negativfilms und eines Positivfilms.

Die Einrichtung der Dunkelkammer

Die typische Dunkelkammereinrichtung besteht hauptsächlich aus zwei Bereichen: einem Nassbereich für die eigentliche Entwicklung und einem Trockenbereich für die Vergrößerung. Im Nassbereich werden Filme und Fotobilder erzeugt. Benötigt werden eine Dunkelkammerleuchte, Chemikalien zur chemischen Reaktion, Entwicklungsschalen für die unterschiedlichen Stadien und Wasserbecken zur Wässerung der Filme und Papierbilder. Eine Zeitschaltuhr für die Einhaltung und Kontrolle der Entwicklungszeiten ist ebenso hilfreich wie ein Thermometer, mit dem Sie die Temperatur der Lösungen kontrollieren können, damit chemische Reaktionen korrekt ablaufen können. Des Weiteren werden Sie um hilfreiche Utensilien wie Klammern, Papierabstreifern und Pinzetten zum Transportieren, Trocknen und Fixieren nicht herumkommen.

Am wichtigsten ist jedoch die Möglichkeit, den Raum vollkommen abzudunkeln. Schon kleine Lichtmengen können den Entwicklungsprozess verfälschen und Ihre Fotos verschleiern. Fenster können ganz einfach mit schwarzer Plastikfolie lichtdicht abgedichtet werden. Sie benötigen ebenfalls Steckdosen für elektronische Maschinen zur Vergrößerung und Übertragung des Negativs in ein Positiv. Achten Sie zusätzlich auf eine staubfreie Umgebung und einem regulierbaren Raumklima. Denken Sie daran, dass Chemikalien meist bei ansteigenden Temperaturen unterschiedlich reagieren. Um ein gleichbleibendes und gewünschtes Ergebnis erzielen zu können, ist daher ein angenehmes Raumklima notwendig. Ausgezeichnete Räume, die für eine längere Nutzung als Dunkelkammer geeignet sind, sind beispielsweise Abstellkammern, Garagen, Keller oder sogar Dachböden. Es gibt auch die Möglichkeit, eingerichtete Dunkelkammern zu mieten.

Der Vorgang der Entwicklung eines Negativfilms

Damit einfallendes Licht den lichtempfindlichen Film nicht unbrauchbar macht, muss dieser in völliger Dunkelheit entwickelt werden. Eine lichtdichte Entwicklungsdose wird für diesen Prozess verwendet. Die Dunkelkammer gibt genügend Platz und Dunkelheit, um den Film ohne Komplikationen in die spiralförmige Dose zu wickeln. Die Entwicklungsbehälter werden mit einer Einfüll-/Ausgießvorrichtung geschlossen. Tatsächlich ist es mittlerweile dennoch möglich, den Film ohne eine Dunkelkammer zu einem Negativfilm zu verarbeiten. Sogenannte Tageslicht-Entwicklungsdosen helfen Ihnen auch bei normalen Lichtverhältnissen, den rohen Film auf eine Spirale zu wickeln und anschließend im normalen Entwicklerbad mit chemischen Lösungen das Negativ herzustellen. Haben Sie es soweit geschafft, Ihren bereits belichteten Film in die Entwicklungsdose einzuspannen und zu bewässern, folgt die Entwicklungszeit. In dieser Zeit ist es jedoch notwendig, den Behälter zu bewegen, damit sich die Lösung gleichmäßig auf dem Film verteilen kann. Hier ist Vorsicht geboten. Dieser manuelle Vorgang von Hand benötigt Einfühlungsvermögen, denn viele Faktoren beeinflussen die Qualität des Films: Durch stärkere Bewegungen und höhere Temperaturen verkürzt sich zwar die Entwicklungszeit, dadurch werden Ihre Abbildungen jedoch auch grobkörniger. Hier heißt es ausprobieren und das beste Verhältnis herausarbeiten.

Das Entwicklungsbad wird nach Verstreichen der korrekten Zeit durch ein Unterbrechungsbad gestoppt. Um den Film und das entwickelte Bild später dauerhaft lichtbeständig zu machen, erfolgt ein weiteres Bad: das Fixierbad. Anschließend wird der Film bewässert, womit chemische Substanzen am Film restlos entfernt werden, damit keine spätere Reaktion der Emulsion durch Licht und Lösungen passieren kann. Abschließend müssen Sie den Film trocknen. Dafür entfernen Sie mit einer Abstreifzange vorsichtig überschüssiges Wasser. So vermeiden Sie Flecken auf Ihren Abzügen und hängen diese zum Trocknen auf. Achten Sie darauf, den Film zu beschweren, um ein Aufrollen zu verhindern.

Haben Sie alle Schritte erfolgreich vollzogen, halten Sie in Ihren Händen den Negativfilm. Er zeichnet sich durch seine komplementären Tonwerte aus. Das heißt, alle hellen Bereiche werden auf dem später erzeugten Positiv dunkel sein - umgekehrt werden alle dunklen Bereiche, die auf dem Negativ zu sehen sind, auf dem späteren Positiv hell sein.

Entwicklung des Negativbildes zum Positivbild

Der Positivfilm ist ein Trägermaterial, das zur Vervielfältigung von Bildern genutzt wird. Hierfür wird das Vergrößerungsgerät benötigt, das im Trockenbereich der Dunkelkammer seinen Platz findet. Das Positiv ist im Grunde der Abzug beziehungsweise das entwickelte Foto des Negativfilms und zeigt, je nach verwendeten monochromen oder farbigen Filmen, realitätsnahe Abbildhaftigkeit. Die Herstellung eines Abzuges vom Negativfilm ist im Ablauf ähnlich wie zuvor die Produktion eines Negativfilmes: Mit dem Vergrößerer belichten Sie geeignetes Fotopapier mit dem Helligkeitsmuster des Negativs. Durch das Negativ gelangt nun an einigen Stellen mehr und an anderen weniger Licht auf das Fotopapier. Somit reagiert die Oberfläche und erzeugt nochmals invertierte Helligkeitswerte. Diese sind bei der zweiten Invertierung wieder farbecht wie die des Aufnahmegegenstandes. Das Bild wird als Positiv bezeichnet und kann nun weiter vervielfältigt werden.

Entwicklungsmaschinen - ein Meilenstein in der Fotoentwicklung

Die Geschichte der Fotoentwicklung und ihre Techniken sind noch relativ jung und der elektronische sowie digitale Markt ist schnelllebig. Gerade aus diesem Grund nimmt die Ära der klassischen und analogen Fotoentwicklung rapide ab. Digitale Fotografien müssen nicht mehr mühselig entwickelt werden, sondern können durch herkömmliche Computer und Drucker direkt auf geeignete haptische Bildträger übertragen werden. Die Dunkelkammerentwicklung ist daher auch schon lange nicht mehr nur was für Profifotografen, die Ihr eigenes Fotolabor besitzen, sondern kann mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl tatsächlich auch zu Hause von jedem Hobby-Fotografen nachempfunden werden. Einzig und allein die Anschaffung der richtigen Utensilien und das Präparieren eines geeigneten Raumes für die Entwicklung und Vervielfältigung eines Films ist eine Kostenfrage.

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