Vom Betonmischer bis zur Maurerkelle: So bleibt Stein auf Stein!

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Vom Betonmischer bis zur Maurerkelle: So bleibt Stein auf Stein!

Profi-Maurer oder Hobby-Maurer benötigen für anstehende Arbeiten das richtige Werkzeug. Ob Ausbesserungsarbeiten oder das Errichten neuer Wände – Maurerkellen und Betonmischer dürfen hier nicht fehlen. Die Werkzeuge sind vielseitig einsetzbar und helfen bei jeglichen Arbeitsschritten des Maurerhandwerks. Mit Maurerkellen und Abziehwerkzeugen verputzen Sie Wände oder bringen gar kunstvolle Ornamente auf Wand oder Decke auf. Damit die gewünschten Ergebnisse erzielt werden können, sollten Sie sich mit den einzelnen Werkzeugen und ihrem Einsatzzweck auskennen. Dieser Ratgeber stellt Ihnen die einzelnen Maurerwerkzeuge genauer vor und zeigt Ihnen, worauf Sie beim Kauf achten müssen. Es gibt hohe Qualitätsunterschiede, die beim professionellen Mauern eine wichtige Rolle spielen.

Anforderungen an einen hochwertigen Betonmischer

Unter dem Begriff Betonmischer sind zwei verschiedene Geräte in diesem Handwerk zu verstehen. Zum einen handelt es sich um das große Betonmischer-Fahrzeug, das auf großen Baustellen benötigt wird. Es transportiert eine Menge an Beton und gießt mit einer Ladung beispielsweise eine Bodenplatte für ein Haus. Viele Bauunternehmen mischen sich den Beton nicht mehr auf der Baustelle an, sondern lassen ihn anfahren. Für Heimwerker kommt dies nur selten infrage, da sie nur eine geringe Menge an Beton benötigen. Hier kommt der Handmischer zum Einsatz. Der Vorteil: Sie bestimmen nicht nur die gewünschte Menge selbst, sondern nehmen Einfluss auf das Mischungsverhältnis. Die einzelnen Bestandteile von Beton sind Sand, Kies und Zement. Mit der Zugabe von Wasser mischen sich diese Elemente zu robustem Beton. Dabei kommt es genau auf die Mischung an. Der Beton darf weder zu dünn noch zu dick sein. Andernfalls bindet er zu schnell ab und könnte reißen. Nur das richtige Verhältnis lässt den Beton zu einer stabilen und langfristig robusten Masse werden. Die Anforderung an den Mischer ist, eine gute Homogenität der Masse zu erreichen. Dabei darf der Mischer keinen zu hohen Energieverbrauch aufweisen.

Welche Bauformen von Betonmischern gibt es?

Es gibt verschiedene Formen bei den Handmischern. So wählen Sie beispielsweise zwischen einem Trommelmischer oder einem Tellermischer. Dabei ist die Bauform entscheidend für den Beton. Bei einem Trommelmischer findet der Prozess innerhalb der Trommel statt. Hier sind meist drei Schaufeln schräg zueinander an der Innenwand angebracht. Ein Teil des Materials wird beim Drehen der Trommel angehoben und fällt später durch die Schwerkraft in die Masse zurück. Ändert sich die Drehrichtung, befördern die Schaufeln den angerührten Beton zur Öffnung. So lässt er sich schnell und gleichmäßig auskippen. Eine Kippvorrichtung unterstützt diesen Vorgang zusätzlich. Auch Tellermischer, Ringtrogmischer oder Planetenmischer verfolgen ein ähnliches Prinzip. Sie besitzen alle im Inneren Mischwerkzeuge, die durch eine gewisse Rotation für das Vermengen der einzelnen Komponenten sorgen. Nicht alle Mischungen können mit den zuletzt genannten Modellen angefertigt werden, weshalb sie die Auswahl des Mischers von dem gewünschten Beton abhängig machen müssen.

Die verschiedenen Maurerkellen – von der Putzkelle zur Fugenkelle

Maurerkellen unterscheiden sich stark in ihrer Form und Beschaffenheit. Dabei hängt die Form nicht nur vom jeweiligen Verwendungszweck ab, sonder auch von regionalen Traditionen. Es gibt kaum ein anderes Handwerkszeugs, was eine ähnliche Vielfalt aufweist:

  • Fugenkelle
  • Putzkelle
  • Berliner Maurerkelle
  • Spitzkelle
  • Glättkelle
  • Zungenkelle oder auch Katzenzunge
  • Innenecken- und Außeneckenkelle
  • Italienische Maurerkelle
  • Düsseldorfer Betonkelle
  • Dreieckskelle
  • Spachtelkelle
  • Reibebrett

Die Dreieckskelle nutzt man beim Verputzen größerer Flächen. Sie besitzt eine dreieckige Grundplatte, die über ein geschwungenes Metallteil mit dem Griff verbunden ist. Man bezeichnet dieses Stück der Kelle auch als Schwanenhals. Besonderes Merkmal der Kelle: Die Länge der Seiten stimmt mit der Länge eines herkömmlichen Ziegelsteins überein. Somit wird der Mörtel auf der Kelle gleichmäßig auf dem Ziegel oder Maurerstein verteilt. Beim Verputzen von Flächen befindet sich der Mörtel auf der anderen Seite der Kelle. Durch die Drehung des Handgelenks tragen Sie ihn auf den Untergrund auf und ziehen die Kelle dabei seitlich weg. Führen Sie die Seite des Blatts dabei möglichst parallel zur Wand.

Die Putzkelle besitzt eine viereckige Form und läuft an der Front etwas zusammen. Sie dient vor allem dem Anmischen von Putz oder Beton in kleineren Mengen. Durch ihre Bauform mischen Sie eine größere Masse problemlos, wobei hier sehr viel Kraft aus Hand und Arm benötigt wird. Für das Verputzen eignet sich diese Form weniger. Beim Setzen von Wänden und Schornsteinen ziehen Sie mit dieser Kelle allerdings den überstehenden Mörtel ideal ab. Der Steg zum Griff ist nicht so geschwungen, wie bei der Dreieckskelle.

Ein Maurerwerkzeug mit vielen Anwendungsbereichen – die Glättkelle

Die Glättkelle (Traufel) kommt bei vielen Gewerken zum Einsatz. Die Breite ist bei fast allen Modellen gleich und liegt bei etwa 13 Zentimetern. In der Länge variieren die Kellen zwischen etwa 28 und 60 Zentimetern. Maurern dienen sie dazu, Putz oder andere Masse gleichmäßig und glatt auf die Wand aufzutragen. Danach lässt sich der Putz weiter glätten oder mit besonderen Kellen strukturieren. Durch die große Auflagefläche gleichen Sie optimal kleine Risse in den Wänden aus, verfüllen Fugen oder Löcher.
Eine besondere Form dieses Werkzeugs ist die gezahnte Glättkelle. Sie besitzt keine glatten Kanten, sondern weist rechteckige Aussparungen an der Seite auf. Damit entstehen Zähne, die je nach Einsatz unterschiedlich groß sind. Die Kelle der Fliesenleger ist an zwei Seiten gezahnt. Damit tragen Sie den Fliesenkleber in genau der richtigen Dicke auf den Untergrund auf. Beim Andrücken der Fliesen befindet sich nicht zu viel Kleber auf dem Untergrund und quillt nicht unnötig an der Seite hervor. Unter der Fliese selbst entstehen keine zu großen Hohlräume.

Klang und Schliff: Daran erkennen Sie eine gute Maurerkelle

Maurerkellen und vor allem Putzkellen sollten konisch geschliffen sein. Das bedeutet: Sie sind an der vorderen Spitze etwa halb so dünn, wie an der hinteren Seite. Legen Sie die Kelle nur mit der Spitze auf und üben Sie mit dem Griff Druck aus, wird sie sich leicht biegen. Daran erkennen Maurer, ob das Blatt ausreichend flexibel ist. Ein Qualitätsmerkmal bei diesem Test ist, dass die Kelle sich nach dem Druck sofort wieder in ihre alte Form zurückbegibt. Maurerkellen müssen demnach flexibel sein, dürfen sich aber nicht so schnell verformen. Bei einem verbogenen Blatt handelt es sich um minderwertiges Material. Professionelle Maurer erkennen eine Kelle auch am Klang. Sie schlagen das Blatt nur mit dem Fingernagel an und es entsteht ein langsam abklingendes Geräusch.

Welches Material ist das Beste für Maurerkellen?

Ursprünglich bestanden Maurerkellen auf einfachem Stahl. Dieser reagiert stark mit den im Putz enthaltenen Chemikalien und mit Wasser. Der Stahl beginnt zu rosten und hinterlässt farbige Pigmente im Putz selbst. Außerdem ist die Haltbarkeit solcher Kellen stark begrenzt. Aus diesem Grund bestehen moderne Maurerkellen aus rostfreiem Edelstahl. Doch auch hier gibt es Qualitätsunterschiede, die sich meist im Preis manifestieren. Achten Sie beim Kauf zwingend auf das Rostfrei-Gütesiegel. Dies steht für eine besondere Qualität. Die Maurerkellen lassen sich durch ihre glatte Oberfläche deutlich leichter reinigen und behalten keine Rückstände nach Putzarbeiten. Der Griff selbst an der Oberseite besteht aus Holz. Er sollte eine entsprechende Beschichtung aufweisen, damit der enthaltene Zement in den Mischungen das Holz nicht angreifen kann.

Der Nachteil bei Edelstahl-Kellen: Sie lassen sich nicht so gut konisch schleifen. Damit sind sie an der Front etwas dicker und weniger flexibel, als es der Maurer vielleicht benötigt. Günstige Kellen sind gar nicht geschliffen und besitzen über ihre komplette Fläche die gleiche Stärke. Von besonders hoher Qualität zeugen geschmiedete Maurerkellen. Sie sind hochpreisig, überzeugen jedoch auch mit Langlebigkeit und der gewünschten Flexibilität.

Wasserwaage und Maurerhammer: weitere Maurerwerkzeuge im Überblick

Der Maurerhammer darf auf einer Baustelle nicht fehlen. Er macht sich durch seine besondere Form kenntlich. So besitzt er am Kopf eine waagerechte scharfe Kante. Mit ihr lassen sich Ziegelsteine und andere Materialien in Form bringen. Außerdem nutzt man Sie zum Zerteilen der Steine oder zum Entfernen von alten Putzresten auf einer Oberfläche. Maurer nehmen ihn auch zum Auskratzen von Fugen, um diese später mit einer Fugenkelle wieder sauber verfüllen zu können. Die Bahn des Hammers endet mit einer normalen flachen Seite. Somit schlagen Sie mit diesem Werkzeug auch problemlos Nägel in einen Untergrund. Achten Sie auf einen stabilen und vor allem beschichteten Griff. Meist ist ein Gummimaterial an der Unterseite verwendet, damit der Hammer nicht aus den Händen rutscht.

Ebenso in das Repertoire eines Maurers gehört die Wasserwaage. Sie ist ein Messwerkzeug und dient zum Ausrichten von Wänden oder anderen Objekten. Die Messfläche kann unterschiedlich lang gewählt werden. Eines haben die Modelle aber gemeinsam: die Libelle. In ihre befindet sich eine kleine Luftblase, die je nach Ausrichtung auf eine Seite rutscht. Das Objekt ist gerade ausgerichtet, wenn sich die Libelle zwischen den beiden Markierungen befindet. Je nach Modell der Wasserwaage dient sie zum horizontalen und vertikalen Ausrichten.

Ähnliche Messinstrumente für Maurer sind Lot, Richtschnur und Schlagschnur. Ein Lot hängt von einem oberen Punkt durch die Schwerkraft nach unten. Dabei richtet die der Faden durch das Gewicht am unteren Ende immer gerade aus. Eine Richtschnur muss extra gespannt werden. Sie dient als genauere Ausrichtung, beispielsweise für die Oberkante einer Maurer. Auch als Heimwerker sollten Sie sich auf derartige Messwerkzeuge verlassen. Die Schlagschnur wird zwischen zwei Punkten gespannt und mit einem Ruck kurz angezupft. Auf dem Faden befindet sich feinster Kreidestaub, der dann eine Linie auf dem Untergrund hinterlässt.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden