Vom Autor signierte Erstausgaben – Anlageobjekte für Liebhaber der Literatur

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Vom Autor signierte Erstausgaben – Anlageobjekte für Liebhaber der Literatur

Wie bei vielen Arten des Sammelns hat auch das Sammeln von Büchern - auch Bibliophilie genannt - einerseits eine ideelle, persönliche Motivation, andererseits spielen gerade bei seltenen und daher kostspieligen Objekten, neben der privaten Liebhaberei oft auch finanzielle Überlegungen eine Rolle. Unter den antiquarischen Büchern bei eBay finden Sie ein interessantes Angebot an Erstausgaben, signierten Exemplaren und anderen bibliophilen Ausgaben eines Werkes wie z.B. Vorzugsausgaben und Prachtausgaben. Unter Bücherfreunden und Sammlern sind vom Autor signierte Erstausgaben eines bestimmten Werkes gerade deshalb von besonderem Interesse, weil sich hier ideelle und marktorientierte Kriterien miteinander verbinden. Eine vom Autor signierte Erstausgabe eines Lieblingsbuches oder Klassikers der Weltliteratur gehört zu den Schmuckstücken einer jeden Bibliothek.

Wichtige Begriffe für Ihren Kauf von signierten Erstausgaben bei eBay

Unter einer Erstausgabe versteht man ganz allgemein das erste Erscheinen eines Textes in Buchform. Allerdings haben sich viele verschiedene Begriffe etabliert, die teilweise gleichwertig gebraucht werden, aber eigentlich leichte Bedeutungsunterschiede aufweisen. Um Ihnen einen Überblick über das antiquarische Vokabular zu verschaffen, sind hier die wichtigsten Begriffe erklärt.

Was genau man unter dem Begriff Erstausgabe versteht

Unter einer Erstausgabe versteht man im engeren Sinne den ersten Abdruck eines Textes, genauer bezieht sich der Ausdruck auf das erste Erscheinen eines Textes in Buchform. Das unterscheidet die Erstausgabe von früheren gedruckten Versionen eines literarischen Werkes. Dazu kann der Abdruck als Fortsetzungsroman in Heftform oder als Serie in einer Zeitschrift gehören. Viele bedeutende Werke der Literatur wurden auf solche Weise zum ersten Mal veröffentlicht, gerade wenn es sich um Bücher noch unbekannter Autoren handelte. Charles Dickens‘ erster Roman „Die Pickwickier“ erschien zum Beispiel seit 1836 über einen Zeitraum von mehr als anderthalb Jahren hinweg in 20 monatlichen Folgen. Jedes der Hefte beinhaltete jeweils mehrere Kapitel des Buches. Die vollständige, gebundene Gesamtausgabe des Romans erschien 1837 zum ersten Mal und gilt damit als Erstausgabe.

Achten Sie bei der Suche nach einer Erstausgabe auf jeden Fall immer auf das Erscheinungsdatum und informieren Sie sich in unabhängigen Quellen darüber, welches Jahr als Erscheinungsjahr eines Werkes gilt. Manchmal wird von Verlagen die erste Auflage im eigenen Haus im Impressum ebenfalls als Erstausgabe bezeichnet, selbst wenn das Werk vorher schon in einem anderen Verlag erschienen ist. Ein Blick auf das Jahr des Copyrights hilft in diesem Fall, Unklarheiten zu beseitigen. Für ältere Werke müssen Sie unter Umständen in den Verzeichnissen bibliophiler Gesellschaften oder in Literaturkatalogen von Nationalbibliotheken nach dem Datum der Erstausgabe eines Werkes suchen, um sichergehen zu können.

Der Begriff „editio princeps“ näher definiert

Der Begriff editio princeps stammt aus dem Lateinischen und wird heute oft gleichbedeutend mit dem Begriff Erstausgabe verwendet. Ursprünglich bezeichnete der Begriff die erste gedruckte Ausgabe von Werken des klassischen Altertums in lateinischer oder griechischer Sprache, deren Entstehung vor der Erfindung des Buchdrucks liegt. Die editio princeps war also ebenfalls die erste Ausgabe eines Werkes in Buchform, nur lagen in diesem Fall zwischen Entstehung des Textes und Abdruck mehrere Jahrhunderte oder gar Jahrtausende.

Was man im Allgemeinen unter Erstdruck versteht

Der Ausdruck Erstdruck ist nicht synonym mit dem Begriff Erstausgabe, sondern bezeichnet eigentlich den ersten Abzug von einer Druckplatte. Da Druckplatten im Verlagswesen nicht mehr gebraucht werden, ist der Begriff in dieser Bedeutung für neuere Werke nicht mehr von Belang. Andererseits wird in der Literaturwissenschaft der Begriff manchmal auch verwendet, um den ersten Abdruck eines Textes überhaupt, zum Beispiel in einer Zeitschrift, zu bezeichnen. Die erwähnten Fortsetzungs-Hefte von Dickens‘ Erstlingsroman wären damit Erstdrucke.

Diese Arten von Originalausgaben können Sie antiquarisch kaufen

Im heutigen Sprachgebrauch wird mit Originalausgabe häufig die Ausgabe eines Werkes in der Originalsprache bezeichnet. Im Verlagswesen bezieht sich der Begriff jedoch eher auf die erste vom Verfasser autorisierte Ausgabe eines Werkes. Dies kann die Erstausgabe sein, aber wenn der Autor oder die Autorin dem Erstabdruck nicht ausdrücklich zugestimmt haben, auch erst eine spätere, vom Autor genehmigte Ausgabe bezeichnen.

Von einer Ausgabe erster Hand spricht man, wenn ein Werk zum ersten Mal in Buchform erscheint und der Verfasser die Gestaltung des Textes und die Herausgabe selbst überwacht und autorisiert hat. (Eine Originalausgabe kann unter diesen Begriff fallen.) Das kann von der Autorisierung allein bis hin zu Entscheidungen über Drucksatz und Illustrationen reichen. Häufiger gebraucht ist der Begriff Ausgabe letzter Hand, womit die letzte vom Verfasser genehmigte Veröffentlichung (in der Regel vor dem Tod des Verfassers oder der Verfasserin) gemeint ist. Dies bezeichnet also die letzte Ausgabe, zu deren Erscheinen Autor oder Autorin ihr Einverständnis geben konnten. Bei eBay können Sie unter den antiquarischen Büchern eine Reihe von Ausgaben letzter Hand von berühmten Schriftstellern finden. Ob Sie nach Klassikern der deutschen Literatur wie Goethe suchen oder zeitgenössische Autoren finden wollen, die verschiedenen Antiquariate haben bestimmt etwas für Sie im Angebot.

Woran Sie als Käufer antiquarischer Bücher eine Urausgabe erkennen

Eine Urausgabe hingegen ist die erste schriftliche Version eines Textes, entweder in handschriftlicher oder maschinell vom Verfasser erstellter Form. Hier kann es allerdings auch verschiedene Versionen geben, wenn das Manuskript mehrere Überarbeitungen durchlaufen hat. Die Urausgabe wäre demnach die vom Verfasser als fertig angesehene, von ihm oder ihr selbst erstellte schriftliche Fassung eines Textes. Urausgaben sind dementsprechend rar und echte Sammlerstücke und können - je nach Bekanntheitsgrad des Autors - hohe Preise erzielen.

Was Sie als Käufer über den literaturgeschichtlichen Stellenwert von Erstausgaben wissen sollten

Wie Sie an dieser Aufzählung sehen können, spielt bei der Definition dieser Begriffe die Rolle des Autors und seine oder ihre Beteiligung an der Erstellung der Ausgabe eine sehr große Rolle. Der Stellenwert einer Erstausgabe ist deswegen so hoch, weil in ihr die Fassung gesehen wird, die den Wünschen des Verfassers oder der Verfasserin am nächsten kommt. Gerade bei verstorbenen Autoren kann anhand der Erstausgabe die Richtigkeit von späteren Editionen überprüft werden. Änderungen im Sprachgebrauch oder Übersetzungen können zu einer Veränderung von Texten im Laufe der Editionen führen. Erstausgaben dienen daher als Referenz.

Widmungsexemplar

Ein Widmungsexemplar ist eine vom Verfasser per Hand signierte Ausgabe eines Textes. Bücher können entweder lediglich mit der Unterschrift des Verfassers und mit Datum versehen sein oder noch einen Widmungstext enthalten. Persönliche Widmungen machen das Buch zu einem Unikat und steigern darum seinen Wert. Außer dem Verfasser eines Textes können auch der Illustrator eines Buches oder weitere damit verbundene Personen dieses signieren. Weitere Signaturen können zum Beispiel von Personen stammen, die eng mit dem Inhalt des Buches verknüpft sind. Biografien von Prominenten können statt vom Autor auch von der Person signiert sein, die im Buch porträtiert wird, etwa ein Politiker oder eine andere Person der Zeitgeschichte.

Handsignierte Exemplare

Nicht jede ins Buch geschriebene Widmung steigert automatisch dessen Verkaufswert. So kommt es natürlich auf den Zusammenhang an zwischen dem Buch und der Person, die signiert hat. Wenn ein Buch vom Autor selbst handsigniert ist, spielt es eine Rolle, ob der Verfasser oder die Verfasserin noch lebt, und im Fall von verstorbenen Autoren, wie viele handsignierte Ausgaben eines Werkes überhaupt noch erhältlich sind. Da bei Neuerscheinen eines Buches häufig im Rahmen von Autorenlesungen Werke handsigniert in relativ großer Anzahl verkauft werden, sind solche Ausgaben preisgünstiger im Vergleich zu handsignierten Werken verstorbener Autoren, da in diesem Fall bloß wenige Exemplare erhalten sein dürften.

Bücher mit Autogrammen

Dabei gilt, dass auch Personen, die nicht unmittelbar für die Entstehung des Werkes verantwortlich waren, dessen Verkaufswert durch ihre Signatur durchaus steigern können, wenn es sich bei diesen Personen um Prominente handelt. Ein Beispiel hierfür wäre ein Roman mit der Signatur einer Schauspielerin, die in der Verfilmung des Buches mitgewirkt hat. Wenn allerdings überhaupt kein direkter Bezug zwischen Inhalt des Buches und der Person, die die Widmung verfasst hat, besteht, fällt die Signatur schon eher in den Bereich des Autographs. Doch auch dies kann den Verkaufswert steigern, je nach Bekanntheitsgrad der signierenden Person und Seltenheitswert der Signatur. Denken Sie dabei zum Beispiel an ein Buch, das von einem Prominenten mit einer persönlichen Widmung versehen und an eine nahestehende Person verschenkt wurde, aus deren Nachlass heraus es nun zum Verkauf angeboten wird. In diesem Fall dient das Buch lediglich als Träger des Autogramms der berühmten Person.

Was macht die Erstausgabe eines Buches zum Sammelobjekt?

Eine Erstausgabe ist aus mehreren Gründen für Sammler besonders interessant. Zum einen ist sie - wie schon erwähnt - die vermeintlich authentischste Form des Textes, insofern der Autor die Herausgabe genehmigt hat. Da Bücher naturgemäß auch altern und nicht immer angemessen konserviert werden, kann es, gerade wenn das Datum der Erstausgabe schon weiter in der Vergangenheit liegt, vorkommen, dass nicht mehr besonders viele Exemplare der Erstausgabe vorhanden sind. Auch dadurch steigt der Seltenheitswert und damit der Verkaufspreis eines Exemplars.

Signierte Erstausgaben als antiquarische Raritäten bei eBay finden

Dies trifft umso mehr zu, wenn Sie nach der vom Autor signierten Erstausgabe eines Werkes suchen. Da sowohl signierte Ausgaben als auch Erstausgaben selten sein können, steigert die Kombination beider Kriterien natürlich noch einmal den Seltenheitswert. Doch wie bereits erwähnt spielen auch hier vor allem das Alter eines Werkes eine Rolle und die Tatsache, ob ein Autor bereits verstorben ist. Ein in hoher Auflage erschienenes Buch eines zeitgenössischen Autors, bei dem also noch die Chance besteht, eine Signatur nachzuholen, wird preisgünstiger zu haben sein als das Werk einer verstorbenen Schriftstellerin, das bloß in einer Auflagenhöhe von 50 Exemplaren erschienen ist, von denen bereits die Hälfte verschollen oder zerstört worden ist. Denn weitere Faktoren, die sich auf den Verkaufspreis auswirken, sind die Auflagenhöhe der Erstausgabe sowie der Bekanntheitsgrad des Autors und des Werkes. In diesem Punkt ähneln Bücher durchaus signierten Kunstwerken: je berühmter der Autor, desto größer der Wert seiner Signatur. Neben dem materiellen Wert ist aber gerade beim Sammeln von Büchern immer auch der ideelle Wert von Bedeutung. Gerade von bekannten Schriftstellern erwartet man eine interessante Widmung, die vielleicht den Inhalt des Buches noch um eine persönliche Ebene ergänzt. Die echten Bücherfreunde unter Ihnen werden dies noch mehr zu schätzen wissen als den monetären Wert des Werkes.

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