Voll im Trend: Freistehende Badewannen

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Trend internationaler Inneneinrichter: Vorteile von frei stehenden Badewannen

Waren Badezimmer früher vor allen Dingen funktionale Räume für die tägliche Hygiene, werden Sie heute immer mehr zum Wohnraum. Dadurch steigen die Ansprüche, was Komfort und besonders das Design anbelangt. Hier gibt es besonders für die Badewanne interessante Lösungen für die Badgestaltung. Inneneinrichter bieten eine große Zahl an verschiedenen und individualisierten Modellen an. Darunter ist auch die freistehende Badewanne.

Dieser Ratgeber möchte Ihnen einen ersten Einblick zum Thema „frei stehende Badewannen“ liefern. Er gibt Ihnen eine Übersicht über Fragen des Designs, erörtert Formen und Materialien, fokussiert Armaturen und spezielle Extras und gibt Hinweise zur Montage. Am Ende möchte Ihnen der Ratgeber einige Tipps und Hinweise zum Kauf einer frei stehenden Badewanne geben.

Eine kleine Geschichte der Badewanne

Die Badewanne im Haus tritt zuerst im antiken Griechenland auf. Sie wurden seit frühester Zeit aus verschiedenen Materialien gefertigt. Gerade in antiker Zeit sind Badewanne oft aus Ton oder Stein (bspw. Marmor) gefertigt. Die hölzerne Badewanne des Mittelalters war u. a. der Waschzuber. Seit dem 19. Jahrhundert kommen Badewannen aus verzinktem Eisenblech in Mode.

Das Material und die Ausführung der Badewanne differenzieren sich in der Folgezeit immer mehr. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts werden Stahlbadewannen hergestellt, die eine emaillierte Oberfläche besitzen. Das Material war lange Zeit tonangebend und verdrängte die gusseisernen Wannen vom Markt.

Seit den 1990er Jahren werden Badewannen häufiger aus Kunststoffen wie GFK und Acryl gefertigt. Heute gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Formen und Anwendungsbereiche. Es gibt Sitzbadewannen, Eckbadewannen, Wannen für mehrere Personen (Pool), Wannen mit integrierter Dusche und Whirlwannen mit Wassereinspritzdüsen. Im Gegensatz zur Einbaubadewanne werden frei stehende Badewannen heute immer beliebter.

Freistehende Badewannen als Blickfang und Designobjekt

Das Badezimmer ist heute oftmals auch ein Ort für Wellness und Entspannung. Dabei spielt die ästhetische Wahrnehmung des Bads eine ganz entscheidende Rolle. Der Badewanne tritt dabei eine weitere Funktion hinzu: Sie ist nicht mehr nur ausschließlich zur Körperhygiene da, sondern ist ebenso Designobjekt.

Frei stehende Badewannen werden von verschiedenen Herstellern in ganz unterschiedlichen Stilen angeboten. Grundsätzlich sind sie in freien modernen oder in klassischen Stilen erhältlich. Im klassischen frei stehenden Stil sind vor allen Dingen die viktorianischen Modelle beliebt. Sie sind mit verschiedenen Fußformen erhältlich, die an Löwentatzen erinnern.

Moderne Stile sind sehr vielfältig. Hier sind Modelle mit und ohne Füße im Angebot. Ob geradlinige, runde oder asymmetrischen Formen – die Auswahl bleibt ganz Ihrem individuellen Geschmack überlassen. Selbstverständlich kann die Badewanne nicht isoliert betrachtet werden. Sie fügt sich als eine von vielen Komponenten ein in das Ensemble und den Stil des Badezimmers.

Formen und Materialien freistehender Badewannen

Frei stehende Badewannen sind in unterschiedlichen Formen und Materialien erhältlich. Dabei ist die emaillierte Badewanne immer noch der Klassiker unter den Materialien, auch wenn viele weitere Baustoffe hinzugetreten sind. Ihr glasartiger Überzug lässt sich gut pflegen, im Fall der Fälle reparieren und ist im Allgemeinen unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.

In den siebziger Jahren begann man damit, Acryl als Werkstoff für frei stehende Badewannen zu benutzen. Das Acryl ist dabei sehr dünnwandig und mit weiteren Materialien wie zum Beispiel Glasfaser verstärkt. Der Vorteil der Acrylbauweise: die Badewannen sind sehr leicht, die Oberfläche wirkt sehr warm. Nachträgliche Bohrungen für Armaturen sind ohne Weiteres möglich. Kleine Kratzer und Macken lassen sich reparieren. Sehr große Hitze und Chemikalien sind für die Badewanne aus Acryl jedoch weniger gedacht.

Wer besonders auf Extravaganz und Luxus setzt, findet mit freistehenden Badewannen aus Holz oder Beton genau das Richtige. Ein weiterer Baustoff für frei stehende Badewannen in diesem Segment sind Mineralwerkstoffe. Mit Mineralwerkstoffen sind Kunstharze gemeint, denen klein gemahlene Mineralien beigemischt worden sind. Dies kann Quarzsand, Quarzkies oder Gesteinsmehl sein. Da diese Badewannen in einem speziellen Verfahren gegossen werden, sind hierbei ungewöhnliche Formen möglich.

Größe und Gewicht sind entscheidend

Doch entscheidend für die Wahl Ihrer neuen Badewanne ist nicht nur die Auswahl des richtigen Materials. Selbstverständlich spielen Größe und Gewicht eine genauso große Rolle. Gerade wenn Sie ein neues Badezimmer bauen, sollten Sie schon im Vorfeld überlegen, aus welchem Material Ihre freistehende Badewanne bestehen soll. Möchten Sie etwa eine große Badewanne aus Beton oder Stein installieren, sollten Sie dies in die Statik des Badezimmers mit einberechnen. Gegossene Badwannen aus Mineralwerkstoffen können ebenso ein hohes Gewicht aufweisen. Herkömmliche Materialien wie Acryl, Stahl mit Emaillebeschichtung oder Holz in diesem Zusammenhang kaum „ins Gewicht“ fallen.

Im Trend liegt es dabei, immer größere freistehende Badewannen zu installieren. Vor einigen Jahren unterschied sich die frei stehende Badewanne in der Größe kaum von standardisierten Einbaubadewannen. Mittlerweile sind aber auch in diesem Bereich die Ansprüche gestiegen. Längen von zwei Metern bei kreisrunder Bauform sind keine Seltenheit mehr. Die Grenzen zwischen freistehender Badewanne und Whirlpool sind dabei oft fließend.

Keine Badewanne ohne Armaturen

Da freistehende Badewannen nicht selten an einem akzentuierteren Platz im Badezimmer stehen, ist auch die Inszenierung und Formgebung der dazugehörigen Armaturen von Interesse. Frei stehende Badewannen werden dabei nicht selten auch mit freistehenden Armaturen kombiniert.

Häufig bestehen die Armaturen dabei aus einem oder mehreren Standrohren. Diese sind üblicherweise aus Chrom oder Messing gefertigt und werden direkt am Fußboden bzw. über der dortigen Wasserleitung angeschlossen. Die Armaturen sind somit eigenständige Komponenten. Im Inneren der Standrohre sorgen Edelstahl-Flex-Schläuche für die Zufuhr mit Wasser. Dabei sind Modelle mit und ohne zusätzliche Brauseköpfe erhältlich.

Freistehende Badewannen und ihre Extras

Wie bereits angedeutet lassen sich freistehende Badewannen mit allen Extras und Annehmlichkeiten „normaler“ ausstatten, die für „normale“ Badewannen angeboten werden. Ein besonders beliebter zusätzlicher Einbau sind Wassermassagedüsen. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen. Zum einen funktionieren diese sogenannten Whirlwannen mit Wasserdüsen, die zusätzliches Wasser in die Wanne abgeben. Zum anderen sind auch Düsen verfügbar, die mithilfe von Druckluft arbeiten.

Wie viele Düsen Ihre Wanne besitzen soll, hängt ganz von Ihrem Geschmack und damit auch von der Größe und Beschaffenheit Ihrer Wanne ab. Ein weiteres beliebtes Extra für die freistehende Badewanne – auch hinsichtlich des Whirlbetriebs – ist die Wasserheizung. Sie verbreitet wohlige Wärme und sorgt dafür, dass das Wasser während des Whirlprogramms auf gleicher Temperatur bleibt – auch bei längerer Whirldauer. Selbstverständlich ist ihr Einsatz auch ohne den Betrieb von Massagedüsen denkbar. Die Wasserheizung ist mit jedem Wassersystem kombinierbar.

Ein weiteres Extra zur Installation an Ihrer freistehenden Badewanne sind stimmungsvolle LED-Lichter. Diese sind zumeist mit einer Farbwechselfunktion ausgestattet und verbreiten eine wohlige Licht- bzw. Entspannungsstimmung. Dabei wird nicht nur der Raum in einer besonderen Farbe beleuchtet. Auch die Färbung des Wassers trägt wesentlich zum Entspannungs- und Wellness-Effekt bei. Alle Extras sind für fast alle frei stehenden Badewannen gegen einen entsprechenden Aufpreis zu haben.

Ein paar Worte zur Montage

Die Grundvoraussetzung für eine freistehende Badewanne ist genügend Platz. (Interessant in diesem Zusammenhang ist der Effekt, den eine frei stehende Badewanne in einem kleinen Badezimmer zeitigt. Hier sorgt sie dafür, dass der Raum größer wahrgenommen wird, als er eigentlich ist.) Die Entscheidung für eine freistehende Badewanne sollte – je nach Möglichkeit – schon vor dem Bau des Badezimmers getroffen werden. Bei einer Modernisierung des Bades müssen dagegen einige Umbaumaßnahmen getroffen werden. Beide Szenarien sehen vor, dass eine Wasserleitung zur jeweiligen Badewannenposition gelegt werden muss.

Freistehende Badewannen sind in verschiedenen Bauformen erhältlich, die Einfluss auf die Montage haben. Sie sind entweder als Modelle erhältlich, die ganzflächig auf dem Boden stehen oder auf Füßen ruhen. Auch hier ist ein wahrnehmungspsychologischer Effekt bei kleineren Badezimmern zu verzeichnen. Hier sollte man unter Umständen zu frei stehenden Wannen mit Füßen greifen. Sie wirken durch den unteren Zwischenraum wesentlich filigraner und weniger wuchtig.

Allgemeine Tipps und Hinweise zum Kauf einer freistehenden Badewanne

Wenn Sie sich ein wenig mit den Angeboten von frei stehenden Badewannen beschäftigen, sehen Sie, dass preisgünstige Modelle genauso vertreten sind wie luxuriöse und teure Wannen. Je nach Ihrem eigenen Geschmack und Ihren Bedürfnissen gestaltet sich der Preis Ihrer neuen Badewanne. Für größere Modelle mit Whirlpoolfunktion sind mehrere Tausend Euro einzuplanen. Besonders kostengünstige und kleine Exemplare sind auch schon für 500 Euro zu erwerben.

Bedenken Sie: Diese Preise betreffen nur die Badewanne selbst. Diese wird in der Regel standardmäßig mit einer Abflussgarnitur geliefert. Die Armaturen müssen zusätzlich erworben werden. Denken Sie auch noch einmal an die Statik ihres Badezimmers. Wenn Sie eine Badewanne aus Beton oder Naturstein favorisieren, kann diese allein schon mehrere Hundert Kilogramm wiegen, ohne Wasser zu enthalten. Ziehen Sie hier im Zweifelsfall einen Fachmann zurate.

Ansonsten gilt, was eigentlich für jede größere Anschaffung gelten sollte: Probieren Sie die Badewanne im Vorfeld des Kaufs selbst aus. Was nutzt es, wenn Sie eine Badewanne kaufen, in der Sie nach der Installation nicht oder nur unbequem sitzen oder liegen können. Wenn Sie diese Hinweise beherzigen, werden Sie schon bald die für Sie richtige freistehende Badewanne finden.

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