Vito, der kleinere unter den Mercedes-Transportern

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Vito, der kleinere unter den Mercedes-Transportern

1996 führte Mercedes-Benz den Vito als Nachfolger des MB 100 in die Produktpalette ein. Der Vito ist als leichtes Nutzfahrzeug für verschiedene Zwecke konzipiert. Seinen Namen erhielt der Wagen von der spanischen Stadt Vitoria-Gasteiz, wo sich ein Mercedes-Benz-Werk befindet. Seit 1996 wird der Vito unter anderem auch dort montiert. Welche Modelle des Mercedes Vito existieren, wo die Unterschiede liegen und wie Sie die passenden Ersatzteile finden, erläutert dieser Ratgeber.

Die Fahrzeuge der Vito-Serie zwischen 1996 und 2003

Unter der Baureihe 638 wurden alle Vito Transporter zusammengefasst, die in diesem Zeitraum gefertigt wurden. Der Vito wurde sowohl mit Diesel- als auch mit Benzinmotoren ausgestattet. Bei eBay erhalten Sie noch zahlreiche Gebrauchtfahrzeuge aus dieser Baureihe. Als Benziner gab es zwei unterschiedliche Modelle zur Auswahl. Das Erste war der Vito 113, der über einen 2,0-Liter-Motor mit 129 PS verfügte. Der Vito 114 besaß ein 2,3-Liter-Aggregat mit einer Leistung von 143 PS. Bei den Diesel-Fahrzeugen hatten Sie hingegen eine deutlich größere Auswahl, denn Mercedes-Benz hatte gleich fünf unterschiedliche Modelle im Angebot, die jedoch nicht über den gesamten Zeitraum produziert wurden. So war der Vito 108 D mit dem 79 PS Motor ebenso wie der Vito 110 D mit 98 PS nur bis 1999 verfügbar. In diesem Jahr aktualisierte Mercedes-Benz die Produktpalette und führte die Modelle Vito 108 CDI, 110 CDI und 112 CDI ein. Alle drei Motoren in diesen Fahrzeugen hatten einen Hubraum von 2151 Kubikzentimetern und unterschieden sich lediglich in der Leistung. Der Vito 108 CDI war mit 82 PS der schwächste im Trio, das Aggregat des 110 CDI leistete 102 PS und der Motor des 112 CDI schließlich hatte eine Leistung von 122 PS.

Die V-Klasse der Vito-Transporter

V-Klasse und Vito sind von Karosse, Motor und Technik sowie dem Verwendungszweck absolut identisch. So entspricht der Vito 113 der V-Klasse vom Typ 200. Beide besitzen einen Vierzylindermotor mit 129 PS und einem Hubraum von 2,0 Litern. Viele der Modelle gab es in beiden Ausführungen, wobei die V-Klasse über das Pkw-Segment vermarktet wurde. Daher ergibt sich auch der Unterschied in der Namensgebung, der sich eher an den Personenwagenklassen von Mercedes-Benz orientiert. Die V-Klasse besitzt aber gegenüber dem Vito Verbesserungen im Bereich des Komforts, wie etwa eine bessere Geräuschdämmung im Innenraum und eine luftgefederte Hinterachse. Beim Vito konnte Letztere optional mitbestellt werden. Kleinere Unterschiede sind auch in den Scheinwerfern, dem Kühlergrill und den Außenspiegeln zu finden, die bei der V-Klasse höherwertiger gewählt wurden. Ersatzteile, wie die Spiegel für die V-Klasse, finden Sie ebenfalls bei eBay. Die stärkste Variante unter den Dieselfahrzeugen der V-Klasse war der V 220 CDI, der den gleichen Motor besaß wie der Vito 112 CDI. Dieser leistete 122 PS bei einem Hubraum von 2.151 Kubikzentimetern.

Dazu gab es im Verlauf der Vito-Geschichte einige Modelle, die nur als V-Klasse produziert wurden. Zu diesen gehörte beispielsweise die V-Klasse 280, die von 1997 bis 2003 gebaut wurde. Der V 280 verfügte über einen 174 PS starken Sechszylinder-Benzinmotor mit 2,8 Litern Hubraum. Der VR6-Motor wurde dabei von Volkswagen gefertigt. Dies machte ihn zum Model mit dem stärksten Motor bei den Vito-Fahrzeugen zu dieser Zeit.

Änderungen und Neuerungen im Vito ab 2003

Mit der neuen Baureihe 639 führte Mercedes-Benz ab 2003 einige Neuerungen in der Familie der Vito-Transporter ein. Unter anderem wurden alle Fahrzeuge nun über die Hinterachse angetrieben und nicht mehr, wie bei dem Vorgänger, über die Vorderachse. Der Vito wurde nun in zwei unterschiedlichen Radständen, drei Baulängen und zwei Dachhöhen gefertigt, was Ihnen viel Raum lässt, einen individuell passenden Transport auszuwählen. Die V-Klasse wurde ab 2003 in Viano umbenannt und so waren viele der Vito-Modelle weiterhin in zwei verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Neu sind auch die Allradmodelle Vito 113 CDI 4x4 und Vito 116 CDI 4x4. Beide verfügen über einen Dieselmotor mit 163 PS und 2.143 Kubikzentimetern Hubraum. Diese beiden Modelle wurden aber erst im Jahre 2010 in das Angebot von Mercedes-Benz aufgenommen. Ebenso gab es zwischen 2003 und 2010 einige Veränderungen an den Motoren. So beispielsweise bei dem Vito 111 CDI. Dieser besaß bis 2006 einen 109 PS starken Dieselmotor, der dann durch einen Evo-Motor mit 119 PS ersetzt wurde. Ab 2010 wurde der Vito 111 CDI durch das Nachfolgemodell, den Vito 113 CDI, ersetzt. Dieser verfügt nun über ein 136 PS starkes Aggregat, das die Abgasnorm Euro 5 Gruppe III erfüllt. Ebenfalls können Sie dieses Fahrzeug sowohl mit einem Sechsgangschaltgetriebe als auch mit einem Automatikgetriebe mit fünf Gängen erhalten. Diese Auswahl fehlt bei dem kleinsten der Modelle, dem Vito 110 CDI, der nur mit einem Schaltgetriebe ausgeliefert wird.

Während alle Benziner über einen V6-Motor verfügen, finden Sie diese Bauform unter den Dieselfahrzeugen nur bei den beiden Varianten Vito 120 CDI und dessen Nachfolger, dem Vito 122 CDI. Diese beiden sind mit 204 PS beziehungsweise 224 PS beim Vito 122, die beiden leistungsstärksten Motoren in der Serie der Vito-Dieselmotoren.

Für Lasten oder Personen – verschiedene Varianten vom Vito

Seit der ersten Baureihe gliedert sich der Vito in der Innenausstattung grundsätzlich in drei Klassen. Neben dem klassischen Transporter in Form eines Kastenwagens, der über nur eine Sitzreihe und einen dafür sehr großen Laderaum verfügt, gibt es auch zwei weitere Varianten, die Personen- und Lastentransport kombinieren. Der Kleinbus verfügt so über zwei weitere Sitzreihen im Laderaum und kann bis zu neun Personen befördern. Die dritte Variante wird von Mercedes-Benz Vito Mixto genannt und bietet eine kombinierte Möglichkeit zur Personen- und Frachtbeförderung. Dafür stehen zwei Sitzbänke für maximal sechs Personen zur Verfügung sowie ein mittelgroßer Laderaum im hinteren Bereich.

Auch von außen können Sie diese drei Variationen leicht unterscheiden. So verfügt der Kastenwagen über keinerlei Fenster im hinteren Bereich, der Kleinbus besitzt rundherum Fenster und der Mixto hat eine weitere Fensterreihe in der Mitte des Fahrzeugs und ist hinten geschlossen. Die Sitzreihen in Mixto und Kleinbus können jedoch innerhalb weniger Minuten ausgebaut werden und so lassen sich diese Fahrzeuge auch als vollwertige Transporter benutzen, sollte dies erforderlich sein.

Von der ersten Baureihe des Vito gab es dazu zwischen 1996 und 2003 spezielle Modelle vom Reisemobilausstatter Westfalia. Diese wurden Vito F genannt und hatten unter anderem eine umklappbare Rücksitzbank, die sich in ein Bett verwandeln ließ. Als Basis für dieses Fahrzeug, das Sie gebraucht bei eBay erhalten können, diente die Kleinbusversion. Mit der Einführung der zweiten Baureihe des Vito im Jahre 2003 wurde die Produktion des Vito F eingestellt.

Ebenfalls haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlich großen Laderäumen, die durch Radstand, Länge des Fahrzeugs und Höhe des Dachs beeinflusst werden. Diese sind unabhängig der Motorisierung wählbar und für alle Fahrzeuge der Vito-Familie verfügbar. So kann durch die Länge und den Radstand des Fahrzeuges auch Einfluss genommen werden auf die Ladekapazität aller Fahrzeuge. Bei dem Kastenwagen beispielsweise variiert die Länge der Ladefläche zwischen 2.422 und 2.897 Millimetern. Bei dem Kleinbus kann durch Ausnutzung der maximalen Fahrzeuglänge immerhin ein Stauraum mit einer Länge von 955 Millimetern geschaffen werden.

Zubehör und Ersatzteile für Vito-Transporter

Sollten Sie Ersatzteile oder sonstiges Zubehör für Ihren Vito benötigen, sehen Sie sich doch bei eBay um, ob Sie nicht das passende Teil finden. So sind beispielsweise Aluminiumfelgen für den Vito in unterschiedlichen Größen verfügbar. Sollte Ihr Fahrzeug nicht über Aluminiumfelgen, sondern Standardfelgen als Stahl verfügen, finden Sie bei eBay passende Radkappen für Ihren Vito. Diese sind ebenfalls auf den unterschiedlichen Viano-Fahrzeugen montierbar. Achten Sie aber bitte darauf, dass die Radkappen die gleiche Größe haben müssen wie Ihre Felgen. Da die Sitze in den Vito-Fahrzeugen schnell austauschbar sind, finden Sie bei eBay auch zahlreiche Sitzbänke für den Vito. Diese sind übrigens kompatibel mit den Viano gleichen Baujahrs. Sollen Sie einen Scheinwerfer für Ihren Vito benötigen, ist die Suche nach dem passenden Ersatzteil nicht schwer. Innerhalb einer Baureihe sind alle Fahrzeuge in der Front untereinander kompatibel, sodass Sie anhand des Baujahres Ihres Fahrzeuges entscheiden können, ob Sie einen Scheinwerfer für einen Vito 638 oder für den neueren Vito 639 benötigen.

Vito-Transporter mit Elektroantrieb

In Zeiten, wo Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit zu wichtigen Punkten in der Autobranche geworden sind, versuchen die Hersteller auch im Bereich der Transporter Neuerungen einzuführen. So wurden im August 2010 im spanischen Mercedes-Benz-Werk 100 Vitos mit Elektromotoren hergestellt und in Berlin und Stuttgart zum Testen ausgeliefert. Diese Fahrzeuge sind rund 200 Kilogramm schwerer als die Standardtransporter der Vito-Klasse und haben eine Dauerleistung von 60 Kilowatt. Der integrierte Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 36 Kilowattstunden ermöglicht eine Reichweite von 130 Kilometern. Um die Akkus vollständig zu laden, benötigt man rund zwölf Stunden am herkömmlichen 230-Volt-Netz. Seit dem Frühjahr 2011 haben Sie die Möglichkeit, in Deutschland und einigen weiteren europäischen Ländern, den Vito E-Cell, wie die Elektroversion des Vito offiziell heißt, über die Mercedes-Benz-Händler zu bestellen.

Über die Vor- und Nachteile des Vito

Ein großer Vorteil des Vito-Systems ist sicherlich die Möglichkeit der verschiedenen Kombinationen aus Motor und Karosse. So können Sie bei der Bestellung des Fahrzeugs über den Händler jeden Motor mit allen Radständen, Dachtypen und Fahrzeuglängen kombinieren. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, das genau für Sie passende Fahrzeug zu finden. Auch bei eBay erhalten Sie dementsprechend eine breit gefächerte Auswahl an gebrauchten Vito-Fahrzeugen. Jedoch können Sie anhand der Typenbezeichnung nicht direkt erkennen, wie viel Laderaum das Fahrzeug bietet. Die Bezeichnungen wie etwa 110 CDI oder 120 CDI liefern nur eine Information über den eingebauten Motor. So kann das Ladevolumen zwischen 3,0 und 7,4 Kubikmetern schwanken.

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