Virtueller Itemkauf im Internet

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Da ich selbst ein aktiver Händler virtueller Gegenstände bin, will ich euch hier einen Einblick in die Welt virtueller Gegenstände und die rechtlichen Grundlagen dazu geben.

Zuerst stellt sich natürlich die Frage, was virtuelle Gegenstände überhaupt sind. Für den eingefleischten Zocker ist das natürlich klar, aber für den Laien stellt sich hier schon die erste Hürde. Um es einmal salopp zu formulieren handelt es sich um nichts anderes als Spielstände oder Dateien, die man sich in teilweise extrem zeitraubenden Abenteuern erspielt. Dies kann unter Umständen bis zu mehreren Wochen dauern und genau hier setzt der Aspekt des Itemkaufs ein. Spieler die sehr viel Zeit haben, spielen sehr viel und haben dadurch auch einen relativ hohen Spielstand. Menschen (mit einem echten Leben) haben diese zeit nicht und hängen in vielen Spielen hinterher. Durch den Kauf solcher Spielstände können sie sich nun durch ‘echte’ Euros in ihrer Spielwelt ‘reicher’ machen und dadurch zu den extremen Zockern aufschließen.

Dieser Aspekt ist unter vielen Spielern verpönt aber auch hier gibt es die Gegenmeinung, da auch viele der Intensivspieler sich so ein paar Euro zusätzlich verdienen können. Der Gipfel des ganzen stellen sogenannte ‘Farmer’ dar die vorzugsweise im China nichts anderes tun als zu spielen und sich so ihren Lebensunterhalt verdienen. Hierzu wurde auch in den Medien schon mehrmals berichtet, unter anderem in der ARD (ARD Bericht vom 5.10.06) oder auf RTL (RTL Nachtjournal vom 29.06.2007). Dabei ist die Größe des Marktes unglaublich, laut einem Bericht der BBC vom 22.8.2008 lag das Volumen bereits 2008 bei über 500Millionen Dollar pro Jahr und beschäftigte  über 400.000Menschen.   Andere Schätzungen gehen sogar bis zu 1 Mrd. Euro Volumen.

Nun hat sich die Sachlage allerdings geändert und die chinesische Regierung hat zum 30.Juni 2009 beschlossen diese Art des Goldfarmens zu verbieten was uns zum zweiten Aspekt dieses Ratgebers bringt, der rechtlichen Seite.

Es handelt es sich noch immer um eine sehr graue Zone des Wirtschaftslebens, wobei sich immer mehr Juristen und auch Wirtschaftswissenschaftler verstärkt damit beschäftigen. Grundsätzlich dreht sich alles um die Frage, wer das ‘Eigentum’ an den virtuellen Gegenständen besitzt. Die Meinungen gehen dazu über, dass der Spieler natürlich der Eigentümer der selbstgefundenen oder erbauten Gegenstände und Spielstände innerhalb des Spieles ist. Der entscheidende Punkt ist die Frage nach dem Eigentumsrecht außerhalb der virtuellen Welt. Das deutsche Recht ist ebenfalls in diesem Punkt noch nicht wirklich eindeutig. Man kann aber festhalten, dass der Kauf und Verkauf der virtuellen Gegenstände eine Art ‘Kaufvertrag’ darstellt. Es handelt sich zwar um keine greifbaren, also körperlichen Gegenstände, dennoch kann man sie abgrenzen. Somit erwirbt der Käufer das Recht an dem Gegenstand, also am Nutzungsrecht innerhalb des Spieles. Da es sich somit um einen gültigen Kaufvertrag handelt, können alle rechtlichen Folgen daraus entstehen. So können insbesondere Ansprüche nach Vertragserfüllung von Käufer als auch Verkäuferseite  vor Gericht geltend gemacht werden!

Noch ein abschließendes Wort für alle besorgten Spieler, die sich nicht sicher sind, ob sie nun Gegenstände kaufen sollen oder nicht. Man sollte sich immer  über die Gegebenheiten des Spiels informieren. So gibt es Spielhersteller die dem ganzen sehr liberal gegenüberstehen und andere die dem ‘außer-virtuellen-Handel’ sehr kritisch gegenüberstehen und auch verstärkt dagegen vorgehen.

Ich hoffe dieser Bericht konnte euch etwas über die Sachlage informieren!
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