Vinyl verkaufen: So geht's

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Titel des Angebots

Der Titel des Angebots ist das Wichtigste. 99% der Käufer lesen nur den Titel. Und Power-Vinyl-Käufer wie ich lesen sogar nur die ersten zwei Wörter. Denn um schnell durch eine große Liste von Vinyl zu "blättern", welche hauptsächlich aus uninteressantem Material besteht "scanne" ich nur den Anfang des Titels und stoppe, sobald hier was Interessantes auftaucht.

Daher sollte ein Titel immer genau so aufgebaut sein:
Name der Band     Name der Platte    [optional: Jahr, Pressung, Zustand o.ä.]
Nur diese Reihenfolge garantiert ein schnelles Suchen und Finden.

Auf keinen Fall sollte der Titel mit so nichtssagendem Quatsch beginnen wie "LP", "Titel", "Schallplatte". Und was im gesamten Titel gar nichts zu suchen hat sind Ausdrücke wie "Wow", "Rar", "Ultra-Selten", "unbedingt anschauen" usw. oder irgendwelche Sonderzeichen wie Notensymbole o.ä.
99% aller so betitelten Platten sind garantiert nicht selten, geschweige denn "Wow". Das ist unnötige Marktschreierei und schreckt eher ab. Der Käufer weiß selber viel besser, was "rar" ist und bekommt bei Interesse alle weiteren Infos aus der Beschreibung des Angebots.

Beschreibung des Angebots

Hier kommt alles rein, was von Interesse sein kann. Dazu gehören bestimmt keine seitenlangen rechtlichen Hinweise, die erstens kein Mensch liest und die zweitens überhaupt keine rechtliche Relevanz haben. Rückgabe kann ich schon explizit ausschließen bei den Angebotsoptionen, und eine Platte die nicht der Beschreibung entspricht muss ich immer zurücknehmen. Punkt.

Und da kommen wir auch schon zum heikelsten Thema: der Zustand der Platte. Dafür gibt es das weltweit verwendete Goldmine Rating. Das ist prima, wenn man es auch richtig nutzt:

 - Wenn das Vinyl optisch irgendwas anderes außer der Musikrille erkennen lässt ist ein kein Mint, und auch kein M-.
 - Wenn ich im Zweifel bin: Reinhören!.
 - Wenn ich während der Musik irgendwas anderes höre außer der Musik ist es kein NM.
 - Wenn die Störgeräusche nicht nur in ultraleisen Passagen auftreten ist es auch kein VG+ mehr. Und sobald ein Sprung zu hören ist geht's mindestens runter auf G .

Wer das Rating nicht kennt sollte es spätestens nach dem 3. Plattenverkauf kennenlernen. Denn was soll mir denn bitte "noch ganz gut für das Alter" sagen?

Und noch was: Das "nostalgische Knistern der guten alten Platte" ist KEIN Qualitätsmerkmal. Wir Vinyl-Liebhaber sind zwar ein wenig toleranter gegenüber den kleinen Fehlern der analogen Welt, aber trotzdem weder total bescheuert noch völlig taub.

Last but not least: die Pressung. Katalognummern, Matrixnummern (zu finden zwischen der Auslaufrille) und Label-Bilder machen den Vinyl-Freak glücklich.

Versand

€ 7,00 Versand für eine Platte im Wert von 1-5 Euro? Hallo? Hier mal ein paar Tipps:

 - Es muss nicht immer DHL sein. Hermes hat zwar Schwächen, aber innerhalb von Deutschland ist Hermes top. € 3,89 für bis zu 40-50 Platten. Dazu noch ein bisschen Versandkarton (€ 0,30) und sonstiges Material und etwas Schmerzensgeld für das Verpacken. Also bei € 5,00 ist da wirklich oberste Grenze.

 - Einzelne Platten: bis zu 500g brutto im Spezialkarton für Warensendungen. Kostet € 1,90. Mit Karton maximal € 2,20. Ebay erlaubt bis zu € 2,50, da ist also noch Luft. Und schon kriegt man auch die Ladenhüter los, für die keiner mehr als € 3,00 inkl. Versand ausgeben möchte, und alle sind glücklich.
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