Vintage-Shorts für Herren: Ratgeber für den Kauf von kurzen Hosen im Stil unserer Väter

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Vintage-Shorts für Herren: Ratgeber für den Kauf von kurzen Hosen im Stil unserer Väter

In der Modewelt kommen bestimmte Schnitte und Designs immer wieder vor. Häufig wissen junge Menschen gar nicht, dass schon ihre Eltern ähnliche Kleidung getragen haben wie sie selbst. Durch neue Farben und Materialien erleben alte Designs ein Revival und werden dann als „Vintage" bezeichnet.

Ursprünglich kommt der Begriff aus dem Englischen und bedeutet „alt". Das Wort Vintage beschreibt alte, altmodische, klassische oder traditionelle Gegenstände und ist in der Modewelt weitverbreitet. Doch auch Möbelstücke können Vintage sein.

Bedeutung von „Vintage"

In Deutschland wird der Begriff für Dinge verwendet, die alt sind oder auf alt getrimmt wurden und ist grundsätzlich ein sehr positives Attribut. Eine Shorts aus den 1970er-Jahren, die bereits getragen wurde, ist also Vintage. Hierbei steht „Vintage-Look" vor allem für Mode aus vergangenen Jahrzehnten, die zwischen 1930 und 1980 auf den Markt kam.

Anders als im Englischen werden hierzulande nicht nur Gegenstände als Vintage beschrieben, die wirklich alt sind. Brandneue Produkte, die sich lediglich der alten Optik bedienen, sind ebenfalls dem Vintage zuzuordnen. Sie werden im Used-Look designt, was bedeutet, dass zum Beispiel Verwaschungen oder Löcher im Stoff zu erkennen sind. Um die gewünschte Optik zu erreichen, sind verschiedene Arbeitsschritte notwendig, die sehr aufwendig sein können – einige werden sogar in Handarbeit erledigt. Daher ist Vintage-Kleidung häufig teurer als herkömmliche Produkte.

Der Begriff Vintage hat sich schnell etabliert. Häufig wird statt Vintage auch das Wort Retro verwendet. Die zwei Bezeichnungen stehen im Prinzip beide für den Stil vergangener Tage. Vor einigen Jahren waren Retro-Produkte in Mode und wurden dann durch Vintage-Produkte abgelöst.

Neue Kleidung erhält ein gebrauchtes Aussehen

Es gibt verschiedene Verfahren, um neue Kleidung auf alt zu trimmen. Bei T-Shirts und Jeans werden die Effekte zum Beispiel durch spezielle Vorwäschen erzielt oder Pigmentfärbungen werden eingesetzt. Auf diese Weise entsteht eine authentische und leicht unregelmäßige Optik – die Kleidung sieht gebraucht aus.

Auch durch den Einsatz von Lasern oder durch Abschleifen werden Kleidungsstücke künstlich dem Alterungsprozess dargeboten und ein extremer Vintage-Look erreicht. Dieser wird auch als „Distressed Look", „Used Look" oder „Destroyed Look" beschrieben. Im Grunde werden bei dieser Technik Stoffe gezielt „zerstört", um einen extremen Look zu erreichen, der Gebrauchsspuren suggerieren soll.

Vintage-Shorts

Einige Kleidungsstücke, die heute getragen werden, haben in einer ähnlichen Form womöglich schon Ihre Väter angezogen. Das Design vieler kurzer Hosen war bereits vor Jahrzehnten in Mode. Die Vintage-Shorts erleben ein Comeback und werden aus neuen Materialien hergestellt, erhalten neue Details und Farben – aber ihr Schnitt orientiert sich an alten Modellen. Ein Beispiel ist die Cargohose.

Cargohosen

Cargohosen sind robuste Hosen aus Baumwolle, die bereits im Zweiten Weltkrieg beim Militär getragen wurden. Sie sind bequem geschnitten und vor allem an ihren zahlreichen Seitentaschen erkennbar, die sich je nach Modell im Oberschenkel- sowie Kniebereich befinden können. Die Taschen werden aufgesetzt oder eingenäht, der Bund sowie die Beinabschlüsse sind bei vielen Produkten mit Tunnelzügen versehen, sodass sie individuell angepasst werden können. Durch die Baumwolle sind Cargohosen pflegeleicht und strapazierfähig und können ohne Probleme in der Waschmaschine gereinigt werden.

Von der Militär- zur Trekkingkleidung

Cargohosen ermöglichen ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit und sind daher auch bei Sportlern, vor allem im Trekkingbereich, beliebt. Denn die bequeme Passform, der angenehme Tragekomfort und das trendige Aussehen machen sie zu einer perfekten Outdoor-Hose. Neben langen Varianten gibt es kurze Modelle der Bekleidung und solche mit abnehmbaren Beinen. Diese Modelle sind bei Outdoor-Sportlern besonders gefragt. Wenn Sie im Tal loswandern und es herrschen warme Temperaturen, nehmen Sie die Beine ab und verfügen über eine kurze Cargohose. Je höher Sie auf den Berg steigen, desto kälter wird es. Nach einziger Zeit können Sie dann die langen Beine mit einem Reißverschluss an der Hose befestigen und müssen nicht frieren. Bei Trekkingtouren, bei denen jedes Gramm Gewicht im Rucksack eine zusätzliche Belastung darstellt, sind die Kombimodelle unersetzbar.

Arbeiter-, Sport- und Freizeithose

„Cargo" ist eigentlich ein englischer Begriff und bedeutet „Frachtgut". Der Name ist passend, denn durch die Seitentaschen waren Cargohosen besonders gut zum Tragen von Gegenständen geeignet. Zunächst waren die Kleidungsstücke beim Militär verbreitet und entwickelten sich langsam von der Arbeiter- zur Freizeit- und Sporthose. Noch immer werden Cargohosen von Soldaten getragen, aber auch Rettungsdienste, die Polizei und Arbeiter setzen auf die nützliche Kleidung, die sich als ideal für Sport, Freizeit und Beruf präsentiert.

Von dem ursprünglichen Zweck, möglichst viel in den Taschen der Hose unterbringen zu können, sollten Sie im Alltag allerdings keinen Gebrauch machen. Geldbörsen verstauen Sie lieber in einer Jackentasche und auch Zigarettenschachteln, Schlüsselbunde oder Taschentücher haben in den Seitentaschen nicht viel zu suchen. Viel eher sind die Taschen der Cargohose Zierde und tragen zum sportlichen Look der Kleidung bei. Wenn Sie mit Gegenständen vollgestopft werden, ist dies möglicherweise nur wenig schmeichelhaft für Ihre Figur.

Cargoshorts sind im Sommer nicht nur bequem, sondern auch luftig. Lassen Sie Sonne und Wind an Ihre Haut und kombinieren Sie die Kleidung in der Freizeit mit Flipflops. Abends können Sie dann zu leichten Sneakern greifen. Wenn es etwas eleganter sein soll, tragen Sie einfach lange Cargohosen und kombinieren diese mit Desert-Boots und einem einfachen unifarbenem Hemd oder T-Shirt. Im Trend liegen enger geschnittene Cargohosen, bei deren Kombination Sie sich eine einfache Faustregel merken können: Je enger die Hose, desto enger sollte auch das Oberteil sein.

Bermudas sind Vintage-Shorts

Bermuda-Shorts sind ebenfalls Vintage-Produkte, die ihren Ursprung bei der Royal Navy, der Kriegsmarine des Vereinigten Königreichs, haben. Die kurzen Hosen ziehen die Soldaten bei Einsätzen in tropischen Gebieten oder in Wüsten an. Sie gehörten damals zur Uniform und gehören es noch heute.

Die Herren Bermuashorts wurden nach der Inselgruppe Bermuda im Atlantik benannt. Dort waren gegen Ende des 19. Jahrhunderts britische Soldaten stationiert, denen in ihrer langen Uniform schnell zu heiß wurde. Sie sollen kurzerhand ihre Hosen abgeschnitten haben – die Geburtsstunde der Bermuda-Shorts. Nach kurzer Zeit wurde die Idee übernommen und Bermudas wurden speziell für die Soldaten angefertigt.

In Bermuda gehören die kurzen Hosen seit Beginn des 20. Jahrhunderts zur Garderobe von Geschäftsleuten und es ist völlig normal, dass Männer im Büro kurze Hosen tragen. Selbst Polizisten und Beamte tragen die Kleidungsstücke dort am Arbeitsplatz traditionell mit Kniestrümpfen, Hemden, Jacketts und Krawatten.

Amerika bevorzugt Bermudas

In den 1950er-Jahren gewannen Bermuda-Shorts in Amerika an Beliebtheit und wurden vornehmlich als Strandhosen getragen. Vor allem wilde Karibikmuster und auffällig Farben lagen im Trend. Erst in den 1960er-Jahren setzten sich Bermudas auch als Alltagskleidung durch und viele Designer entdeckten das Potenzial der Shorts. Immer wieder tauchen die Hosen in den Kollektionen namhafter Designer auf. Mittlerweile gibt es Bermudas für Damen, Herren und sogar Modelle aus Jeansstoff.

Merkmale von Bermudas

Klassische Bermudas enden ca. fünf Zentimeter oberhalb der Knie, aber die Beinlänge kann je nach Schnitt variieren. Ein typisches Charakteristikum ist ihr gerader und weiter Schnitt, der eine lockere Passform und einen hohen Tragekomfort ermöglicht. Bei Bermuda-Shorts befinden sich im Bund häufig ein Kordel- oder Gummizug, sodass Sie die Weite individuell einstellen können. Hinten befinden sich die typischen kleinen Gesäßtaschen.

Bermudas können im Berufsleben sowie in der Freizeit getragen werden. Elegant wirken die Hosen, wenn sie unifarben sind und mit Hemden kombiniert werden. Allerdings sollten Sie nur dann zu kurzen Hosen im Job greifen, wenn es in Ihrer Firma und Position angebracht ist. Ist dies nicht der Fall, tragen Sie lieber lange Hose, die nicht zu auffällig sind.

Gestreifte oder gemusterte Modelle gehören zur Freizeitkleidung, sorgen für einen sportlichen Look und können wie Cargohosen mit Flipflops getragen werden. Auch Sneaker sehen zu Bermudas gut aus. Stiefel oder Boots passen eher nicht zu den sportlichen Shorts und zerstören den lässigen Look.

Beim Tragen sollten Sie darauf achten, dass der Beinabschluss nicht in Ihren Oberschenkel schneidet, denn dann sind die Hosen zu eng. Wenn Ihre Oberschenkel sehr muskulös sind und sich die Hose an Ihre Beine schmiegt, sollten Sie eher kurze Cargohosen tragen. Denn Bermudas sollten eher weit getragen werden und sehen schnell zu eng aus.

Tennis-Shorts der 1970er und 1980er

Wer es etwas knapper mag, sollte auf Tennis-Shorts aus den 1970er- und 1980er-Jahren zurückgreifen. Bekannte Marken wie Puma, Adidas oder Lacoste brachten damals die kurzen Hosen heraus, die heute ihr Revival als Vintage-Produkte erleben. 

Die Vintage-Produkte wurden in schlichten und knalligen Farben hergestellt, dabei waren sie immer unifarben. Häufig bestanden die Shorts aus Nylon, die eine hohe Reiß- und Scheuerfestigkeit aufweist. Daher sehen viele Original-Shorts auch nach Jahrzehnten noch wie neu aus. Vor allem für Sportler sind die Hosen geeignet, da sie bequem sind und Sie viel Bewegungsfreiheit bieten. Auch am Strand oder an Badeseen werden die Tennis-Shorts häufig getragen, als Berufskleidung sind sie aber gänzlich ungeeignet.

Knapp, knapper, Sprinter-Shorts

Etwas knapper als Tennis-Shorts sind Sprinter-Shorts, die ebenfalls in den 1970er- und 1980er-Jahren beliebt waren und zu dieser Zeit von vielen getragen wurden. Die Sporthosen sind mit einer Innenhose ausgestattet, die Feuchtigkeit gut nach außen abtransportiert. Viele Läufer setzen auf die kurz geschnittenen Produkte. Die kurzen Hosen sind tatsächlich nur für sportliche Betätigungen konzipiert und als Freizeitkleidung grundsätzlich eher ungeeignet.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden