Vintage-Mode für Ihn: Herrenhüte von gestern für den Trendsetter von heute

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Vintage-Mode für Ihn: Herrenhüte von gestern für den Trendsetter von heute

60% der Körperwärme wird über den Kopf abgegeben. Kein Wunder, dass Männer Hut und Mütze wieder für sich entdeckt haben. Interessant ist, dass dieser Trend nicht allein auf den Winter beschränkt ist. Anfangs trug der Herr von heute das lässige Beanie oder die coole Strickmütze auch an milderen Tagen. Mittlerweile ist es vor allem der Hut, der für ein wahres Revival in der Mode gesorgt hat.

Hut ist Trend

Die Promis haben es mal wieder vorgemacht: Der Hut ist in. Roger Cicero sieht man seit Jahren nur mit Herrenhut. Passend zum Neuaufleben der Swing- und Jazzmusik muss auch der Hut her, um das Outfit stimmig zu machen. Doch nicht nur in der Musik ist der Hut mittlerweile zum absoluten Must-have der Männermode geworden. Auch die beliebtesten Filmstars wie etwa Brad Pitt folgen dem Trend und leben ihn damit allen Herren weltweit vor. Toll ist vor allem die Bandbreite aus Materialien und Formen, die zwar allesamt oft durch schon bekannte Modetrends bekannt sind, aber derzeit wieder unwahrscheinlich modern wirken.

Beliebt sind vor allem die sogenannten Outdoorhüte. Bekannt sind diese durch Filmpersonen wie Humphrey Bogart oder auch Indiana Jones. Die Filme erleben derzeit ihr Revival und werden auf den meisten Sendern wieder gezeigt. Parallel dazu leben auch die modischen Highlights dieser Filme wieder auf und mit ihnen die Hüte: Mayser, Stetson und Dakota sind Hutformen, die absolut im Trend liegen. Begeistern kann dabei vor allem ihr wasserfestes Material. Zudem sind sie knautschbar und damit nahezu unkaputtbar.

Für den Sommer liegen Strohhüte im Trend. Die zunehmende UV Strahlung macht dies erforderlich. Doch neben dem Schutz, den ein Hut bietet, wirkt er unwahrscheinlich modisch und ist ein tolles Accessoire. Sehr stilvoll bewegt sich der Mann mit einem Outdoorhut aus Leder, der für den Sommer besonders leicht sein kann.

Der klassische Hut

Der Hut ist wie die Mütze auch eine Kopfbedeckung. Im Unterscheid zur Mütze wird er durch seine feste Form gekennzeichnet. Die meisten Modelle verfügen zudem über eine umlaufende Krempe. Bei Varianten, wo diese nicht komplett umlaufend gestaltet ist, kann auch von einer Kappe gesprochen werden. Die Krempe dient hauptsächlich dem Schutz vor dem Wetter, sei es die Sonne, der Regen oder Wind. Mehr als diesem Nutzen dient der Hut als modisches Accessoire mittlerweile dem Ausdruck der Individualität des Trägers. Dieser Aspekt ist besonders interessant, wenn man sich vergegenwärtigt, dass der Hut in vielen Gesellschaften und Kulturen ein Statussymbol ist oder die Zugehörigkeit zu einer speziellen sozialen Gruppierung markiert. Die ersten Hüte in Deutschland waren beispielsweise Strohhüte, die von den Mitgliedern des Stammes der Sachsen getragen wurden. Hüte wurden traditionell übrigens nur während des Tages getragen. Mit der einbrechenden Dämmerung wurde der Hut abgelegt.

Die Auswahl des richtigen Vintagehutes

Bei der Auswahl des passenden Hutes sollten sich Herren zwar vom individuellen Geschmack anleiten lassen, dennoch muss das Objekt in Farbe und Form zum Gesicht des Trägers passen. Für verschiedene Jahreszeiten gibt es unterschiedliche Materialien für Hüte, die besser oder schlechter geeignet sind. Außerdem sollte auch die übrige Kleidung auf das Outfit abgestimmt werden.

Hutmode der vergangenen Jahrzehnte

Obwohl es bereits im 14. Jahrhundert in Deutschland Hüte gab, kann man von einer sich entwickelnden Hutmode erst ab etwa dem 19. Jahrhundert sprechen. Zuvor, etwa im 16. Jahrhundert, trug man zwar auch hohe, spitze Hüte mit breiter Krempe, die Vielfalt der Kopfmode war allerdings noch nicht ausgeprägt.

Erst nach der Zeit des Barock entwickelte sich aus den modischen Hauben des Rokoko eine wahre Hutkunst. Dennoch waren vor allem die Herrenhüte ein Ausdruck der politischen Gesinnung und auch der Standeszugehörigkeit. Besonders das Bürgertum zeichnete sich durch formelle Hüte und Zylinder aus. In den 20er Jahren wurden diese Hüte durch Melonen ersetzt, die besonders durch Persönlichkeiten wie Charlie Chaplin bekannt wurden.

In den folgenden Jahrzehnten verloren Hüte etwas an Bedeutung und wurden erst in den 50er Jahren wieder modern.

Hutmode der 50er Jahre

Dies ist genau das Jahrzehnt, das nun maßgeblich für den neuen Retrotrend ist: Vintagehüte aus der Zeit der 50er sind nun wieder gefragt wie nie. Am liebsten als originale Objekte.

Die Hutmode der 50er Jahre wurde vor allem durch Christian Dior geprägt. Zu jedem Ausgehoutfit gehörte zwingend ein Hut, ohne diesen galten Herren und Damen als nicht gut angezogen. In den 50ern bestimmten viele Werbekampagnen rund um den Hut das Straßenbild: Emaillierte Werbeschilder und Hutparaden prägten die Einkaufsstraßen der Großstädte und vor allem auch der Luxuskurorte.

In den 60er Jahren spielten Hüte kaum mehr eine Rolle. Speziell mit der 68er-Bewegung wurden Hüte zum Symbol überholter Rollenvorstellungen und galten als altmodisch. Die 60er und 70er Jahre wurden eher geprägt von gebundenen Tüchern, Mützen und Kapuzen.

Der Hut heute – der Trilby als erster Hut der neuen Mode

Nachdem in den letzten Jahrzehnten maximal Baseball Caps getragen wurden, entwickelte sich über den Trend der Strickmützen hin ein neuer Retrostil, der den klassischen Herrenhut für sich entdeckte. Angesagt sind vor allem Trilby Hüte. Bei diesen Modellen handelt es sich um recht kleine Hüte, die eine besonders schmale Krempe haben. Kennzeichnend ist, dass diese Hüte nicht klassisch, sondern eher keck getragen werden: Ein gewisser Witz muss erkennbar sein! Die Hüte werden höher als gewohnt getragen und wirken daher oftmals als seien sie eine Nummer zu klein und könnten nicht exakt auf den Kopf gezogen werden. Der Trilby wurde von Männern etabliert und wird mittlerweile auch von Damen getragen.

Aus dem Trilby ist mittlerweile ein neuer Huttrend geworden: Entdeckt werden im Zuge des aktuellen Retrostils auch Hüte der 50er Jahre. Der Hut ist mittlerweile wieder so präsent, dass in der Presse schon geunkt wird, dass auch die Hutständer bald als Kleinmöbel wieder unentbehrlich werden.

Coole Vintagehüte neu entdeckt

Die neue Vintagehüte werden von den unterschiedlichsten Männertypen getragen. Zwar sollte der Hut zum Gesicht passen, aber es lässt sich schwer sagen, wie der Mann oder dessen übriges Outfit dazu aussehen sollte. Anders als in den 50er Jahren, aus denen die aktuellen Hutmodelle in ihrer Form entlehnt sind, ist die Kombination der weiteren Kleidung oftmals beliebig: Der Hut darf zum Anzug ebenso aufgesetzt werden wie zur lässigen Jeanskombi im Used Look.

Die aktuellen Modekollektionen für Herren zeigen einige Ideen zur Kombination der Vintagehüte; doch nicht nur das, sie entwerfen auch Hüte, passend zur Kollektion. Auffallend dabei: Der Stil der 50er findet sich in allen Kreationen unverkennbar wieder. Neu hingegen ist oft die Wahl der Materialien – dünne Stoffe, die biegsam sind und die Hüte weniger starr wirken lassen, liegen im Trend.

Die Alternative zur Neuinterpretation alter Hüte ist ein wirklich alter Hut, der aber keinesfalls altbacken wirkt: Ein Vintageschnäppchen der 50er kann der absolute Blickfang eines stimmigen Herrenoutfits werden.

Was Sie beim Kauf eines Vintagehutes beachten sollten

Insbesondere bei Hüten lassen sich tolle Vintageschnäppchen erzielen. Hüte der 50er Jahre sind aus festen, sehr robusten Materialien gefertigt. Im damaligen Jahrzehnt war der Hutmacher ein geachteter Handwerker, der gute Qualität lieferte. Der Hut von der Stange war eher die Ausnahme. Entsprechend können Sie davon ausgehen, dass die originalen Hüte der damaligen Zeit sehr gut erhalten sind, da sie hochwertig verarbeitet wurden. Der Anschaffungspreis war auch in den 50er Jahren bereits recht hoch. Aus diesem Grund haben viele Besitzer auf ihre Hüte besonders gut geachtet und diese beispielsweise immer in passenden Hutschachteln aufbewahrt.

Beim Kauf eines Originales aus dieser Zeit sollten Sie keinesfalls einen neuwertigen Hut erwarten. Doch genau darum geht es: Gebrauchsspuren, etwas speckiges Leder oder ein bereits abgegriffener Filz machen den Reiz der Vintagehüte aus.

Der modebewusste Herr von heute kombiniert den Vintagehut nicht zum Maßanzug, sondern zur coolen Jeans und eventuell dem 5-Pocket-Hemd im Fiftiesstyle. Speziell der nicht perfekte Hut mit seinen authentischen Gebrauchsspuren passt zu diesem ausgesprochen coolen Outfit.

Doch auch die Kombination zum Anzug ist erlaubt. Es geht bei diesem Look aber gerade nicht um den aalglatten und perfekten Auftritt: Im Gegenteil, auch dieser Stil soll lässig und cool wirken. Die Strenge des Anzugs wird durch einen Hut im Vintagelook gebrochen, sodass Herren so angezogen nicht nur eine gute Figur im Geschäftsleben, sondern speziell auch im Freizeitbereich machen.

Auf passende Schuhe achten

Besonders dann, wenn sich ein Herr entscheidet, einen Hut zu tragen, sollte er ein besonderes Augenmerk auf die Wahl der Schuhe legen. Zwar passen zum coolen Stil mit lässigem Vintagehut und Jeans im Used Look auch Sneaker, doch speziell um einen Look im Fiftiesstyle zu erzielen, sollten Herren sich besser für tolle Lederschuhe entscheiden. Gut geeignet sind vor allem Lacklederschuhe mit Steppnähten, die auch durchaus zweifarbig gestaltet sein dürfen.

Zu einem Anzug in Weiß passen schwarz-weiße Lacklederschuhe besonders gut. Dieses Vintageoutfit wirkt cool, lässig und modebewusst. Das absolute i-Tüpfelchen für diesen Look ist der Hut im Vintagestil oder als originales Vintagestück. Wie stimmig dieses Outfit wirkt, zeigt unter anderem Roger Cicero immer wieder sehr gekonnt.

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