Vintage-Bademode für Damen: Badeanzüge und Bikinis im echten Retro-Look

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Vintage-Bademode für Damen: Badeanzüge und Bikinis im echten Retro-Look

Vintage lautet das Zauberwort der Stunde – interessanterweise schon seit mehreren Jahren. Die großen Luxuslabels Gucci und Prada machen es vor und präsentieren jedes Jahr neue Kollektionen im Look der 1950er, 1960er und 1970er. Der alte Stil ist heute angesagter denn je. Musterungen der 1940er-Jahre, Schnitte der 1920er und Kombinationen aus den 1930ern gelten wieder als absolut zeitgemäß und kommen sowohl bei den jüngeren als auch bei den älteren Trendsetterinnen sehr gut an. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich der allseits begehrte Vintage-Look auch in der Bademode etablierte. Werden Sie zur Badenixe im Look der Fifties oder verzaubern Sie die Strandbesucher in einem Bikini im 1970er-Jahre-Stil. Machen Sie eine Zeitreise durch die Vintage-Wunderwelt der Bademode und finden Sie den richtigen Look, der zu Ihnen passt.

1920er und 1930er – der erste Schock in der Welt der Badebekleidung

Es war schon ein Kreuz mit der alten Bademode aus Kaiserzeiten. Umständliche Badekleider in Schwarz oder Dunkelblau verleideten so mancher Strandprinzessin die ersehnte Abkühlung im Meer. Die Zeit war reif für eine regelrechte Mode-Revolution. Die neuen Badetrikots sollten mehr den Bedürfnissen der Damen angepasst werden und wurden kürzer geschnitten. Jetzt zeigten auch die Frauen mehr Bein und ließen beim Schwimmen ihr Knie sehen. In der Tat, auch das entblößte Frauenknie galt bereits als anzüglich und höchst unanständig. Der Zwickelerlass in den 1930ern sollte diesem freizügigen Treiben vorerst ein Ende bereiten. Bademode, die heute im Stil der 1920er- und 1930er-Jahre gefertigt wird, besteht in der Regel aus einem Einteiler. Ein echtes Badekleid aus den frühen 1920ern ist wahrscheinlich nur noch schwer zu bekommen und wird sich heute als genauso unpraktisch erweisen, wie schon vor knapp einhundert Jahren.

1940er-Jahre – Bademode im Pin-up-Style

Eigentlich könnte die Bademode der 1940er noch als recht züchtig gewertet werden. Weit geschnittene Badeanzüge, die noch nicht eng auf der Haut lagen, gediegene Farben und dezente Musterungen machten den Großteil der gängigen Badebekleidung aus. Auch der Bikini wurde gerade zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit präsentiert und verstaubte dennoch in den Regalen. Man könnte sagen, seine Zeit war noch nicht gekommen, wären da nicht die freizügigen Pin-ups gewesen. Feminine Schnitte betonten die Taille sehr schön und auch erste Zweiteiler-Variationen zierten die Damen in den Spinden zahlreicher Umkleidekabinen und Kasernen. Berühmt sind die trägerlosen Bikinioberteile, die auch heute wieder tragbar sind. Die Bikinihosen der 1940er- Jahre waren noch deutlich höher geschnitten, als wir es jetzt gewohnt sind. Wenn Sie also den originalen 1940er-Jahre-Charakter treffen möchten, sind Bikinihosen bis über dem Bauchnabel ein absolutes Muss.

1950er-Jahre – als Rockabella zur Strandparty

Rita Hayworth und Marilyn Monroe waren die Ikonen der Fifties und zeigten sich auf Plakaten und Postern in für damalige Verhältnisse sehr aufreizenden Bade-Zweiteilern in verführerischer Pose. Bikinioberteile mit Neckholder-Trägern und hochgeschnittene Bikinihosen bis kurz unter den Bauchnabel eignen sich heute hervorragend für besonders kurvige Frauen und bringen Ihre schönsten Seiten ideal zur Geltung. Farbenfroh leuchtend präsentieren sich ebenfalls die sehr figurbetonten Badeanzüge. Kleine Schleifchen und Rüschen sind bei diesem Look absolut erlaubt. Neben den auffälligen Schnitten sind es auch die Musterungen, die den besonderen Stil wieder zum Leben erwecken. Rote Kirschen, Blümchen, Sternchen und Totenköpfe lassen den Rock 'n' Roll wieder auferstehen.

1960er-Jahre – viel Haut im modernen Monokini

In den Sixties sorgte vor allem der sogenannte Monokini für einen regelrechten Skandal. Nachdem bereits der Zweiteiler bei den Sittenwächtern für Aufsehen gesorgt hatte und diese ihn von den Stränden verbannten, gönnte sich der Modeschöpfer Rudi Gernreich einen Spaß und präsentierte der Welt den ersten Monokini. Er folgte den Vorgaben der Ordnungshüter und verwarf die Idee eines Zweiteilers. Stattdessen kreierte er einen Einteiler, der die Brust der Frau gänzlich nackt ließ – sein Monokini bestand schlichtweg nur aus einer Bikinihose. Während die einen bereits den nächsten Skandal witterten, gingen bei dem Modeschöpfer über Nacht eintausend Bestellungen ein. Natürlich wurde auch der Monokini an öffentlichen Plätzen und am Strand verboten. Heute liegt der skandalträchtige Einteiler wieder voll im Trend. Allerdings hat sich der Schnitt verändert. Auch die Brust wird nun von Stoff bedeckt. Das Ober- und Unterteil wird durch Schnürungen und Bänder miteinander verbunden, sodass am Ende ein einziges Kleidungsstück getragen wird. Diese oftmals recht aufwendig geformten Schnitte eignen sich vor allem für eine Strandparty und weniger für die sportliche Betätigung im Wasser. Vor allem als schlanke Frau werden Sie in diesem Stil der 1960er zu einem echten Hingucker, da er Ihre Figur und Silhouette ganz besonders betont. In den Farben Schwarz, Weiß, Gold und Silber wirken sie zudem besonders elegant und luxuriös.

1970er-Jahre – Bademode im Sinne der Hippie-Kultur

Große florale Muster, Punkte über Punkte und viel Farbe zeichnen die Stoffe der 1970er-Jahre aus. Kleine und große Blümchen auf Bikinis und Badeanzügen sind ein absolutes Muss. Allerdings halten sich die modernen Bikinis, die den 1970ern nachempfunden sind, gerne etwas bedeckter und zeigen nicht ganz so viel Haut. Sowohl das Bikinioberteil als auch die Hose haben wieder mehr Stoff und bedecken tatsächlich das, was es zu bedecken gilt. Hotpants und Shorts werden mit einem weit geschnittenen Bügel-BH-Oberteil kombiniert. Kleine Schnürungen oder Schleifchen sind erlaubt, werden allerdings nur dezent eingesetzt. Diese Schnitte eignen sich vor allem für die etwas kräftiger gebauten Badenixen. Problemzonen können so besser kaschiert werden. Auch die Badeanzüge mit dem auffälligen Blumenmuster lenken sehr gut von vorhandenen Pölsterchen ab.

1980er-Jahre – Bademode in Neonfarben

Schrill, grell und laut – die Mode der 1980er-Jahre setzte vor allem auf extreme Farben und ließ dabei auch die Bademode nicht aus. Auch die heutigen Retro-Badeanzüge kommen an Neongelb, -grün und -pink nicht mehr vorbei. Dabei darf die Bikinihose sogar eine andere grelle Farbe aufweisen als das Oberteil. Es gilt: Hauptsache schrill. Sportliche Schnitte und viel Haut unterstreichen die intensiven Farben und sorgen für einen gelungenen Auftritt. Für den richtigen 1980er-Look müssten Sie eigentlich die passenden bunten Stulpen an den Fußgelenken tragen, doch diese wären am Strand wohl eher etwas unpassend. Dies können Sie jedoch geschickt durch viel Glitzer, schimmernde Materialien und Pailletten wieder ausgleichen. Zugegeben, die knalligen Bikinis und Badeanzüge der 1980er wirken heute sehr gewagt und erfordern durchaus eine gewisse Portion Selbstbewusstsein. Doch am Strand und in der Liebe gilt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

1990er-Jahre – Badeanzug im Baywatch-Stil

Und wieder ist es eine üppige Blondine, die den Stil der Bademode prägen soll. Im leuchtend roten Badeanzug fliegt die Strandschönheit Pamela Anderson über die Fernsehgeräte und eilt den Ertrinkenden zu Hilfe. Natürlich rückt bei diesen Kurven der eigentliche Rettungsakt deutlich in den Hintergrund und der rote Badeanzug war nicht länger den Rettungskräften im Wachturm vorbehalten. Bei dem klassischen Baywatch-Badeanzug darf das tief ausgeschnittene Dekolleté nicht fehlen. Daneben rückte auch der Bikini wieder deutlich in den Vordergrund. Während er in den 1980ern beinahe in Vergessenheit geraten war, erlebte er nun eine echte Renaissance. Extrem knappe Schnitte bei den Bikinihosen – allen voran der Microkini – finden ihren festen Platz an den Stränden der Welt. Tangas und Strings formten den Brazilian und verdecken nur noch mit Müh und Not die wichtigsten Körperteile. Dieser Trend hält bis in die Gegenwart an und eignet sich nur für sehr schlanke Frauen mit einer äußerst straffen und schönen Haut.

Wissenswertes zum Kauf von Vintage-Bademode 

Ein großer Vorteil der Vintage-Mode ist ihre große Individualität. Frauen mögen die Stücke vor allem deshalb so gerne, weil es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich auch die Nachbarin oder Kollegin mit dem gleichen Outfit am Strand sehen lässt. Viele schauen sich nach besonderen Einzelstücken um oder setzen auf Retro-Fashion einfach, weil die Mode vergangener Zeiten nostalgisch werden lässt. Vintagestücke sind in der Regel aus zweiter Hand zu erwerben, was bei gepflegten Teilen aber kein Problem ist. Was sich so hervorragend für Kleidung und Taschen eignet, sollte jedoch nur unter Vorbehalt auch für Bademode angewandt werden. Ebenso wie Unterwäsche sind Bikinis und Badeanzüge aus zweiter Hand nicht bedingungslos zu empfehlen. Allerdings gibt es dabei auch Ausnahmen. So mancher Bikini kann selbst aus den 1930er-Jahren noch immer original verpackt zum Kauf angeboten werden. Doch werfen Sie einen prüfenden Blick auf das Material. Selbst ungetragen nagt der Zahn der Zeit an dem guten Stück und kann mitunter seine Spuren hinterlassen. Kontrollieren Sie die Farbe. Ist sie noch leuchtend hell oder verblasst sie bereits? Schauen Sie sich auch die Nähte und Verschlüsse genau an. So schön die alten Modelle auch sein können, sie müssen dennoch stabil sein. Träger und Bündchen dürfen nicht ausgeleiert sein. Außerdem sollten die Stücke speziell gereinigt worden sein.

Ansonsten gilt bei Bademode und Unterwäsche der Neukauf als erste Wahl und das sollte derzeit kein Problem sein. Beinahe alle Labels und Modehäuser haben sich dem Vintage-Trend verschrieben und präsentieren Bademode im gewünschten Look. Ein Unikat werden Sie dabei vielleicht nicht unbedingt ergattern, aber Sie können sichergehen, dass die Stücke neuwertig und rein sind.

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