Vielfältige Motive: die Themenwelten der Wechselstrom-Waggons Spur H0 der Marke Fleischmann

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Vielfältige Motive: die Themenwelten der Wechselstrom-Waggons Spur H0 der Marke Fleischmann

Modellbahnen sind ein Hobby, das mit viel Liebe zum Detail Generationen von Menschen begeistert. Es ist nicht nur die Faszination des Bahnfahrens an sich, sondern die Mischung aus Technik, Kreativität und Originalität, die dieses Hobby so faszinierend macht. Natürlich spielt die Gestaltung der Umgebung eine wichtige Rolle. Mit kleinen Häusern, Figuren und Bäumen lassen sich Landschaften kreieren, mit etwas Ehrgeiz und Genauigkeit lassen sich sogar reale Landschaften und Städte nachbilden. Doch im Zentrum des Ganzen steht nach wie vor die Modelleisenbahn mit ihren Waggons.

In diesem Ratgeber soll es genau darum gehen. Ein besonders traditionsreicher Hersteller der kleinen Wunderwerke ist die Firma Fleischmann, deren Waggons und Loks durch den Sinn fürs Detail und hochwertige Qualität überzeugen. Wir möchten Ihnen einen kurzen Abriss über die lange Geschichte des Traditionsunternehmens aus Heilsbronn bieten und Ihnen die wichtigsten Wechselstrommodelle vorstellen. Bevor wir dies tun, sollen Sie mehr zum Unterschied der beiden Systeme erfahren.

Die Geschichte des Unternehmens Fleischmann

Die Gebr. Fleischmann GmbH und Co. KG ist ein Traditionsunternehmen für die Erstellung von Spielwaren. Der Betrieb wurde bereits 1887 von Jean Fleischmann gegründet. Mit einem Marktanteil von ca 10 Prozent ist er nach Märklin, Hornby und Roco der viertgrößte Anbieter für Modellbahnen (Stand 2013). Bevor sich das Unternehmen voll und ganz auf Modellbahnen spezialisierte, wurden hier Blechspielzeuge, wie Schiffe, Flugzeuge oder Schwimmtiere hergestellt. Erst 1938 kamen mit der Übernahme der Firma Doll & Co auch Modelleisenbahnen der Spur 0 mit ins Programm. Der Fokus wurde von nun an vor allem auf Modelleisenbahnen und Dampfmaschinen gelegt. Im selben Jahr noch begann man hier mit der Entwicklung originalgetreuer Eisenbahnmodelle, der sie bis heute treu geblieben sind. Zum 125. Firmenjubiläum gelang es Fleischmann, das längste H0-Modellbahngleis herzustellen und steht seither damit im Guinness-Buch der Rekorde.

Fleischmann – langlebige und konstante Qualität aus dem Traditionsbetrieb

Anders als die meisten anderen Mitbewerber stellt die Firma Fleischmann nur einen kleinen Teil ihrer Lokomotiven für das Wechselstrom-Prinzip her. Die meisten Bahnen fahren auf gängigen Gleichstrombahnen. Die Besonderheit bei Fleischmann liegt vor allem in der Konstanz der Produktpalette. Modelle sind besonders lange zu haben und werden nicht ohne Weiteres wieder aus dem Sortiment genommen. Auch die Gleissysteme sind seit Jahren unverändert. So können alte Systeme nach Belieben mit neuen Gleisen und Weichen erweitert werden.

Besonderheiten der Normgröße H0

Die Größen im Modellbau bezeichnen den Maßstab der Gleise, Lokomotiven und Waggons. Damit Waggons und Gleise kompatibel sind, kommt es auf die richtige Spurweite an, also wie weit die beiden Gleise im Gleisbett voneinander entfernt sind. Diese verschiedenen Spuren beschreiben jeweils einen bestimmten Maßstab bzw. eine bestimmte Baugröße. Die gängigsten Spurengrößen haben wir in dieser Tabelle für Sie zusammengefasst:

Spur

Maßstab

Z

1:220

N

1:160

TT

1:120

H0

1:87

0

1:45

1

1:32

Der Maßstab hat zum einen Auswirkungen auf die Detailgenauigkeit der Bahnen, da bei kleineren Bahnen Abstriche bei den Details gemacht werden müssen. Größere Bahnen bieten hier naturgemäß deutlich mehr Spielraum. Ein ebenfalls wichtiger Faktor ist der Platzfaktor. Während mit sehr kleinen Maßstäben umfangreiche Bahnen auf kleinem Raum aufgebaut werden können, nehmen größere Gleissysteme deutlich mehr Raum ein. Jedoch sind größere Bahnen deutlich besser für Kinderhände geeignet, während die kleineren Maßstäbe hierfür eindeutig zu empfindlich und anfällig sind. Größere Bahnen sind einfacher in der Handhabung und Spielbarkeit und deshalb besonders bei einem jüngeren Publikum beliebt.

Ein gesunder Kompromiss zwischen Detailgenauigkeit, Größe und Spielbarkeit ist die am weitesten verbreitete Spur H0. Robuste Modelle für diese Spurengröße sind durchaus für Kinderhände geeignet und ermöglichen ein schönes Spiel, zum Beispiel beim Be- und Entladen der Waggons. Ein weiterer Vorteil der Größe H0 ist die große Auswahl an Gleis-Sets, Waggons und Zugwagen, da nahezu alle großen Hersteller in dieser Größe produzieren. Die Firma Fleischmann selbst fertigt in den Größen N, H0 und 0.

Wechselstrom, Gleichstrom oder doch digital – wo liegen die Unterschiede?

Verschiedene Hersteller nutzen unterschiedliche Systeme – so ist das auch im Modellbau. Während die meisten Hersteller auf Gleichstromvarianten setzen, ist es einzig der Hersteller Märklin, der in der Größe H0 von Beginn an mit Wechselstrom arbeitete. Der Unterschied liegt im Gleissystem, das wiederum andere Anforderungen an die Züge und Waggons stellt. Märklin ist der einzige Hersteller, der Gleise für den Wechselstrombetrieb herstellt, jedoch gibt es auch andere Hersteller, die die passenden Loks für diese Schienen liefern. Es ist jedoch auch möglich, Loks und Waggons für Gleichstrom auf Wechselstrom umzurüsten. Dafür müssen die Achsen gegen Wechselstromachsen ausgetauscht werden, da Gleichstromachsen einen Kurzschluss auf der Bahn verursachen würden.

Die größten Differenzen gibt es dabei in der Art der Stromaufnahme. Bei der Gleichstromvariante wird der Strom über die Gleise und Achsen übertragen. Auf der einen Schiene fließt gleichbleibender Strom des Pluspols, auf der anderen Strom des Minuspols. Die Achsen sind dabei voneinander isoliert, sodass kein Kurzschluss auftreten kann. Eine durchgängige Achse, wie sie bei der Wechselstromvariante vorhanden ist, würde hingegen zum Stillstand der Bahn führen. Bei der Wechselstromvariante wird der Strom über kleine Noppen in der Mitte der Schienen übertragen. Dieses sogenannte Mittelgleitersystem arbeitet so, dass der Mittelleiter als Hinleiter fungiert, während beide Schienen als Rückleiter eingesetzt werden.

Optische Unterschiede der beiden Systeme

Die Unterschiede der einzelnen Varianten sind optisch einfach zu erkennen. Bei der auf Märklin ausgerichteten Wechselstromvariante befindet sich in der Mitte zwischen den Achsen ein langer Mittelschleifer, der zur Stromaufnahme dient. Diese ist bei der Gleichstromvariante nicht zu finden, da hier die Achsen und Räder zur Stromaufnahme benutzt werden.

Bei Modell-Puristen, deren Hauptaugenmerk auf der realistischen Darstellung liegt, ist dieses System verpönt, da die Kontakte zwischen den Gleisen bei echten Eisenbahnen nicht vorhanden sind. Rein technisch bieten die beiden Systeme keine groß erwähnenswerten Vor- oder Nachteile, zumal heutzutage sich meist ohnehin digitale Lokomotiven zusehends auf dem Markt durchsetzen.

Ob historisch oder aktuell - die Themenwelten der Fleischmann Waggons

Fleischmann ist ein Traditionsbetrieb, der bereits seit den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts detailgetreue Bahnen und Waggons herstellt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Modellen deutscher Züge, wie auch der langjährige Werbespruch „Die Fleischmann-Bahn, das präg dir ein, ist die Bundesbahn in klein" bezeugt. Im Ausland hingegen werden auch Bahnen nach ausländischem Vorbild vertrieben.

Die Firma Fleischmann stellt historische und auch aktuelle Waggons und Loks her. Die Unterteilung läuft dabei über die sogenannte Epoche. Diese Einteilung ist bei Modellbahnen üblich, um die Modelle realistisch auswählen zu können. Einigen Sammlern nicht es so wichtig ist, ob alle Modelle aus einer Zeit stammen. Sie sind auch bereit, zu mischen. Für die meisten Sammler spielt die historische Genauigkeit hingegen eine große Rolle. Derzeit bei Fleischmann im Angebot befinden sich die Epochen I-VI.

Verschiedene Epochen und Themenwelten: Waggons zur Auswahl

Das Angebot der Firma Fleischmann ist besonders groß und erstreckt sich über einen langen Zeitraum. Die Bahnen reichen von den 10er-Jahren des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart hinein. Generell unterscheidet man bei Waggons zwischen Güterwagen und Personenwaggons. Wir möchten Ihnen nun einige Themenwelten der Firma Fleischmann vorstellen. Alle Waggons sind originalgetreu nachgebaut und gleichen den richtigen Wagen bis ins Detail.

Von der Reichsbahn bis zur DB: Historische Waggons von 1910-1950

Die Waggons aus den ersten beiden Epochen sind aus den Jahren 1910 bis 1920, der Zeit vor der Gründung der Reichsbahn im Jahre 1920. Hier gibt es im Bereich der Güterwagen geschlossene Güterwaggons ebenso wie Rungenwagen. Ebenfalls erhältlich sind in dieser Zeit übliche Heizkesselwagen, da die Bahnen noch mit Kohle betrieben wurden. Mit der Gründung der Reichsbahn kamen spezielle Flachwagen hinzu, die auch zum Transport von großen Fahrzeugen eingesetzt wurden. In den goldenen Zwanzigern setzte man bei der Gestaltung von Personenwagen vorwiegend auf dunkle Grüntöne. Hier lässt sich außerdem zwischen Post-/Gepäckwagen und Personenwagen unterscheiden. Von großer Detailverliebtheit zeugt die Tatsache, dass hier verschiedene Wagen der ersten, zweiten, dritten und vierten Klasse erhältlich sind, die sich im Aussehen minimal unterscheiden.

50er- und 60er-Jahre: Waggons aus zwanzig Jahren Bahngeschichte

Mit der Entwicklung von Schnellzügen in den Fünfziger Jahren wurden die Züge etwas stromlinienförmiger, als ihre Vorgänger es gewesen waren. Die Farben wandelten sich vom klassischen Flaschengrün und auch rote, graue und blaue Waggons kamen auf. Bei den Güterwaggons kamen die typischen rotbraunen Gütertransporter zum Einsatz. Aber auch speziellere Wagen, wie Kühlwagen, oder mit Label versehene Bierwagen sind aus dieser Zeit zu haben. Verschiedene Kesselwagen mit Firmenemblem sind ebenfalls im Sortiment enthalten und stehen bei Sammlern besonders hoch im Kurs. Selbstentladewagen und Schuttgutwaggons runden die Auswahl ab und bieten gerade beim Spielen mit der Bahn viel Spaß.

ICE und Co: Modelle der 70er bis heute

In den 70er-Jahren bis heute haben sich die Formen und Farben der Züge grundlegend verändert. Güterwaggons wurden weitestgehend von Container-Wagen abgelöst, da diese das Be- und Entladen enorm erleichterten. Aus dem Hause Fleischmann gibt es aus diesen Epochen diverse Containerwagen von verschiedenen Firmen, wie DHL, MAERSK oder auch SBB. Auch Doppelstockwaggons für den Autotransport sind aus dieser Zeit erhältlich genauso wie Schwenkdachwagen. Bei den Personenwaggons haben sich die Logo-Farben der Deutschen Bahn weitestgehend durchgesetzt, sodass die Farben Weiß, Grau und Rot dominieren. Hier gibt es neben normalen Personenwaggons natürlich auch Speisewagen. Neben den gängigen Zügen, wie IC, ICE, EC sind auch ganz spezielle Nahverkehrswagen aus verschiedenen Regionen erhältlich.

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