Viele Familien verschenken ihr Geld

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Viele Familien verschenken ihr Geld

Verbraucherschützer kritisieren falsche und teure Policen / Haupteinkommen absichern
Vom 05.02.2008

Wenn der Haushalt nach der Geburt eines Kindes wächst, müssen die Versicherungen neu geordnet werden. "Viele junge Eltern wissen oft nicht, welche Veränderungen auf sie zukommen und welche Risiken sie neu absichern müssen", sagt Katrin Rüter vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin.  

Und nach Erfahrungen von Verbraucherschützern sind viele Familien falsch oder zu teuer versichert: Sie haben dann unter Umständen im Ernstfall keinen Schutz und verschenken Geld.

Grundsätzlich gilt: Wer optimalen Versicherungsschutz haben will, sollte sich nach dem GAU-Prinzip richten, das den "Größten Anzunehmenden Unfall" annimmt. "Was sind die Risiken, die existenzbedrohend sein können? Die haben Vorrang", sagt der Finanzexperte Thomas Hammer. "Wenn sich ein Kind ankündigt, muss man einen Kassensturz machen."

Bedacht werden müssen: "Wie wird sich das Familieneinkommen in den nächsten Jahren entwickeln? Wie sieht es mit meinen Möglichkeiten aus? Und welche Anschaffungen werden notwendig?" Unisono raten Verbraucherschützer und Versicherungsexperten jungen Familien zu einer Absicherung gegen den Todesfall des Familienernährers. Die Risikolebensversicherung ist nach Ansicht von Verbraucherschützern der Kapitallebensversicherung vorzuziehen. Zudem sei die im Todesfall ausgezahlte Summe meist um einiges geringer als bei einer Risikolebensversicherung. "Die Höhe der Versicherungssumme sollte dem vierfachen Jahreseinkommen entsprechen", rät Michael Wortberg von der Verbraucherzentrale in Mainz. "Wenn die Kinder größer werden, kann man die Versicherungssumme nach unten regulieren." Ehepaare können die Risikolebensversicherung auf zwei Leben abschließen. Die Versicherungssumme wird dann nur einmal fällig - und zwar dann, wenn der erste Partner stirbt. Ein solcher Abschluss ist billiger als zwei einzelne Verträge.

Wie jeder Single sollte auch jede Familie eine private Haftpflichtversicherung haben. Gerade mit Kindern passiert schnell etwas: Egal ob ein Pflanzenkübel aus dem Fenster fällt und ein Auto beschädigt oder ob beim Fußballspielen der Wintergarten des Nachbarn zertrümmert wird - die Schäden können hoch sein. Noch schlimmer sieht es aus, wenn ein Mensch zu Schaden kommt. "Wichtig bei der Haftpflichtversicherung ist eine genaue Risikoanalyse", sagt Wortberg. Denn viele Risiken, die nur auf wenige zutreffen, können individuell als Zusatz abgeschlossen werden.

Auch eine Berufsunfähigkeit sollten Familien unbedingt absichern. Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht kaum aus. Wortberg rät hier zu großer Sorgfalt: "Da gibt es einen Haufen Schrott." Wichtig sei, dass die Versicherung den Betroffenen im Fall der Fälle nicht auf andere Tätigkeiten verweisen kann. Wer aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, sollte zumindest eine Unfallversicherung haben. Diese zahlt, wenn nach einem Unfall eine dauerhafte Gesundheitsschädigung bleibt. Auch für Kinder könne eine Unfallversicherung sinnvoll sein, sagt Hammer. Auf dem Schulweg sind Kinder zwar über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert, aber nicht auf dem Weg zum Sporttraining oder zum Spielplatz.

 

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