Versandkostenabzocke oder nicht?

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Seit nunmehr sechs Jahren kaufe und verkaufe ich Artikel auf Ebay. Immer wieder ist dabei die Rede von der Abzocke bei Versandkosten. Ich kenne beide Seiten und möchte deshalb auch etwas zum besten geben. Bei den meisten meiner gekauften und verkauften Artikel handelt es sich um Comics in allen Größen und Variationen. Manchmal sind es auch CDs, DVDs oder andere Objekte von Sammlerinteresse.

Der Käufer:
Als Käufer möchte ich natürlich möglichst wenig für den Versand ausgeben. Allerdings soll die Ware ordentlich verpackt sein und unbeschädigt bei mir ankommen. Deshalb bin ich z.B. gerne bereit 2 EUR Versand für einen Artikel zu bezahlen, den man locker für 85 Cent als Büchersendung verschicken kann. Was verlange ich also für die restlichen 1,15 EUR? Zumindest einen stabilen, möglichst kartonierten Umschlag. Im Idealfall steckt die Ware in einer durchsichtigen (dokumentenechten) Plastikhülle und ist mit Klebeband auf einen Karton fixiert, z.B. Comicschutzhülle mit Backingboard. Damit die Büchersendung bei der Deutschen Post AG als solche durchgeht, muss sie offen versendet werden. Am besten mit Musterbeutelklammern. Gehen wir einmal vom Preis aus, den der Verkäufer bezahlt, wenn er o.g. Verpackungsmaterial in großen Mengen kauft. Das sind 37 Cent für einen kartonierten Umschlag, 9 Cent für das Backingboard, 3 Cent für die Schutzhülle und je 2 Cent pro 16mm Flachkopfklammer aus Messing. Macht knapp über 50 Cents. Was jetzt noch fehlt, sind Lieferschein/Rechnung, Adressaufkleber und Klebeband. Wenn der Verkäufer alles ordentlich macht, darf er die restlichen ca. 50-60 Cents gerne für seinen Arbeitsaufwand (u.a. Verpacken und evtl. Schlangestehen bei der Post) auf den Kopf hauen. Denn wenn der Artikel inklusive Verpackung nur wenig mehr als 500g wiegt, geht die Rechnung schon nicht mehr auf, da das reine Porto bereits mit 1,40 EUR zu Buche schlägt, was soviel bedeutet wie: der Verkäufer hat die tatsächlich anfallenden Versandkosten berechnet.

Der Verkäufer:
Als Verkäufer versuche ich im Interesse des Kunden die jeweils günstigste Versandart anzubieten. Deshalb berechne ich für Büchersendungen pauschal 2 EUR, die sich aus obiger Rechnung ergeben. Mehrere Artikel ohne zusätzliche Gebühr zu verschicken ist auch kein Problem, sofern das Gewicht dies zulässt ohne eine andere Versandart wählen zu müssen. Bei Päckchen und Paketen berechne ich das anfallende Porto zzgl. 50 Cents für Verpackung. Wer sich die Preise der DP AG für Packsets (1,49-2,49 EUR), Kartons (0,36-1,65 EUR) und Luftpolsterfolien (0,65 EUR) ansieht, weiß dass das nicht ausreicht. Egal, das wichtigste ist, dass die Ware unbeschädigt beim Empfänger ankommt.

Fazit:
Klar versucht jeder Käufer Versandkosten und jeder Verkäufer Gebühren zu sparen. Nur ist es nicht fair, weit mehr als die anfallenden Kosten zu berechnen. Andererseits ist es auch nicht fair, Verkäufern Versandkostenabzocke zu unterstellen, wenn sie mehr als die Gebühr einer Briefmarke verlangen. Insbesondere bei Sammelobjekten empfiehlt es sich kaum, das Porto ohne Schutz direkt auf die Ware zu kleben. Ich habe im Laufe der Jahre viel gesehen und weiß, was Zusteller mit Umschlägen und Kartons alles anstellen können. Knicke und angestoßene Kanten sind da noch das Kleinste.
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