Verpackung und Versand von PC-Komponenten

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Wenn ein Prozessor ungeschützt im einfachen Umschlag steckt, ist vor dem Öffnen klar dass dieses Teil nicht laufen wird. Denn es wird schon wegen verbogener Anschlüsse nicht mehr in den Sockel passen. Elektronische Teile und Baugruppen sind zweierlei Gefahren besonders ausgesetzt: Mechanische Einwirkung und elektrostatische Aufladung.

mechanischer Schutz

Steckkarten, Boards und alle anderen PC-Komponenten sind mechanisch äußerst empfindlich. Derartige Teile gehören entweder in eine dafür vorgesehene Transportverpackung oder wenigstens in eine stabile kleine Schachtel - natürlich entprechend gepolstert. Auf alle Fälle sollten elektronische Komponenten zusätzlich zur normalen Umverpackung gut gepolstert versandt werden. Die kleinen aufgelöteten Bauelemente der Platinen können beschädigt werden oder sich bei einwirkender Kraft lösen und das Bauteil wird unbrauchbar.
Beim Kauf neuer Komponenten passen oft die gebrauchten Teile in die Verpackungen der neuen. Wegen der Erschütterungen beim Versand ist davon abzuraten, weitere Teile (Zubehör!) ungeschützt mit in den gleichen Karton/Umschlag zu packen, steckt wenigstens etwas Polsterung dazwischen. Viele Verpackungen enthalten heute Schaumgummilagen oder Luftpolsterfolie, die - richtig angewandt - Schutz bieten. Auch zerknülltes Zeitungspapier kann polstern helfen, denn Teile die sich in der Schachtel frei bewegen können werden leicht beschädigt. Ältere CPUs erfordern besonderen Schutz der vielen empfindlichen Anschlüsse, manuelles Richten verbogener Pins ist zeitraubend.
Ich habe etliche mit viel Fantasie gebaute einfache und wirkungsvolle Verpackungen erlebt, allerdings auch immer wieder zerstörte Teile wegen schlechter Verpackung. Das ist auch keine Frage des Geldes, stabile Pappe und etwas Klebeband, dazu Knüllpapier (Zeitung!) oder ein paar Schichten von Muttis Küchenrolle zum Polstern - für gelegentlichen Versand entstehen keine nennenswerten Kosten. Meist kann man erhaltene Verpackungen nochmals nutzen. Gut verpackte CPUs oder Speicherstreifen gingen meist problemlos als Warensendung durch. Pappkartons sollten generell ausreichend stabil sein und es aushalten, wenn sie geworfen werden oder ein anderes Paket drauf fällt. Mainboards im Originalkarton versende ich nur gepolstert im zusätzlichen Karton. Im Supermarkt gibt es genügend Kartons.

elektrostatischer Schutz
Viele von Euch werden schon Erfahrungen mit elektrostatischen Aufladungen in Räumen oder Fahrzeugen gemacht haben, die für Menschen allerdings meist ungefährlich sind. Dabei treten schnell einmal Spannungen von ein paar tausend Volt auf. Mainboards und andere Platinen, RAMs und CPUs enthalten Halbleiterkomponenten, deren dünne Schichten bereits bei relativ geringen Spannungen (wenige Volt) durchschlagen. Damit ist das Bauteil unwiederbringlich zerstört.
Prinzipiell erfordert empfindliche Elektronik also leitfähige Verpackungen. Entsprechende Folietüten  sind meist durch schwarze Linien, Beschichtung oder Einfärbung gekennzeichnet. Ich kenne aus über 20 Jahren Arbeit mit Hardware keinen Hersteller, der PC-Platinen ohne leitfähige Verpackungen ausliefert - entsprechende Mengen fallen bei Händlern und Hobbybastlern an. Also fragt den Händler um die Ecke! Zur Not gibt´s die gute alte Alufolie, doppelt hält sie mehr aus.
Es verbietet sich von selbst, die Anschlüsse der Bauteile mit den Fingern zu berühren. Beim Ablegen (selbst zum Fotografieren) sollte man eine leitfähige Unterlage verwenden - und wenn es die Tüte ist. Vorsicht mit einfachen Plastverpackungen - schon das Abziehen eines Klebebandes kann deutliche Aufladung erzeugen! Wer es nicht glaubt, der presse einmal zwei dünne Plastefolien aneinander und ziehe sie dann wieder auseinander. Oder beobachtet die "Anhänglichkeit" frisch abgerollter Plastefolie oder abgebrochener Styropor-Kügelchen. Jeder gewissenhafte Techniker wird also vor dem Kontakt mit Elektronik-Teilen entsprechende Vorkehrungen treffen. Die perfekte Lösung ist Erdung mit Antistatik-Armband, als Notlösung kann man sich vor jedem Berühren elektronischer Teile an einem geerdeten Metallteil (PC-Gehäuse, Heizung) entladen.

PS weil es trotzdem immer wieder passiert: Ungeschützte Steckkarten, CPUs oder Speicherriegel im einfachen Papierumschlag werden beim Versand per Post zuverlässig zerstört. Das ist bereits ausreichend erprobt!
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