Verleumdungen im Forum und bei Bewertungen

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Ich habe in letzter Zeit folgende Erfahrung gemacht: seitdem bei Ebay betrügerische Verkäufer nicht mehr die Möglichkeit zu Negativ- und Rachewertungen haben, wird bevorzugt das Forum für derlei Abrechnungen missbraucht. Das ist zwar nicht mehr ganz so öffentlich und unmittelbar schädlich wie eine Negativwertung auf dem Punktekonto, aber trotzdem, wenn man Betroffener ist, nicht gerade erfreulich. Sofern man das mal zu lesen bekommt. Hat bei mir über ein halbes Jahr gedauert, da ich bis dato kein Forums-User war. Ein Verkäufer, der zwischenzeitlich zum Stalker mutierte, hat mich per email mehrfach auf seinen Forumsbeitrag hinweisen müssen, bis ich dann doch mal reinschaute. Ich hatte mich bereits gewundert, warum ich als Käufer von einigen Ebay-Verkäufern (eines speziellen Sammlergebiets) plötzlich gesperrt war. Gut, das ist Hobby und kein Beinbruch, aber ärgerlich, weil das da einfach so stehen darf und Ebay trotz mehrfacher Meldung nicht reagiert.

Tja, solange keine direkt beleidigenden, obszönen oder rassistischen Inhalte drinstehen, darf offenbar auch die dummdreisteste Verleumdung und offensichtlichste Falschbehauptung im Forum stehen bleiben...

Warum? Ganz einfach: für die schlichte Verleumdung hat Ebay in seinem Melde- und Beschwerdeformular gar kein Kästchen zum Anklicken vorgesehen!

Unwahre Behauptungen werden somit lieber toleriert, weil's einfacher zu händeln ist und Personal spart. Wer sollte denn hier jede Diffamierung auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen können/wollen? Ist ja ökonomisch völlig unproduktiv.

Zur Erinnerung: der original Gesetzestext im StGB für den Tatbestand der Verleumdung lautet:

§ 187 StGB:
"Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

Sieht man sich den fettgedruckten Passus an, der ja auf Internet-Postings, Forumsbeiträge und vorsätzlich negativ abgegebene Ebay-Bewertungen zuträfe, dann müssten wir eine ganze Menge neuer Gerichte und JVA's bauen... Also vergessen wir's!

Aber die (Ebay-)Welt wäre schon ein kleines Stück gerechter, wenn solche bereits gemeldeten Postings mal kurz auf ihre Hintergründe überprüft würden (man sieht das ja eigentlich oft sehr schön anhand der Käufer-/Verkäuferhistorie) - und solche als "Ratgeber" verbrämten Rachefeldzüge dann schlicht und einfach gelöscht würden. Das klappt aber offenbar irgendwie nicht so ganz.

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