Verlegehinweise für Natursteinfliesen

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HARK-Ratgeber: Verlegehinweise für Natursteinfliesen


Nachfolgend sind einige Hinweise zum Verlegen von Natursteinfliesen aufgeführt:


  • Allgemeine Hinweise
  • Natursteinfliesen sind Naturprodukte. Farbunterschiede und Strukturen sind natürlich und unterscheiden das Naturprodukt von künstlicher Industrieware. Legen sie deshalb grundsätzlich zunächst alle Fliesen aus und mischen Sie die Fliesen so, dass sich ein optimales Bild ergibt.
  • Im Außenbereich sind Natursteinfliesen aus Marmor nur bedingt geeignet. Granit ist dort der Vorzug zu geben. Marmor ist weicher als Granit und damit auch kratzempfindlicher. Zudem ist Marmor frostempfindlicher und eher bruchgefährdet als Granit. Dem Kleber und Fugenmörtel sind im Außenbereich spezielle Zusätze beizugeben. Auf nassen polierten Oberflächen besteht generell Rutschgefahr. Beachten Sie ein Mindestgefälle für Bodenbeläge im Außenbereich von 2 %, damit Wasser ungehindert ablaufen kann

  • Voraussetzungen für das Verlegen
  • Der Estrich muss mindestens 28 Tage alt sein, bevor Fliesen darauf verlegt werden dürfen! Die Restfeuchte bei Zement-Estrich darf nur max. 2% betragen. Bei Anhydrit-Estrich beträgt die zulässige Restfeuchte max. 0,6%
  • Der Verlegeuntergrund muss sauber und staubfrei sein. Risse, Unebenheiten oder Dellen im Boden müssen vor Verlegung mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Benutzen Sie dazu eine Glättkelle.
  • Vor dem Fliesen sollte jeder Untergrund grundiert werden. Verteilen Sie mit einem breiten Pinsel oder einer Malerbürste Tiefengrund oder Haftemulsion. Lassen Sie die Grundierung gut trocknen (etwa 3 Stunden).

  • Ausrichten der Fliesen
  • Wenn Wände und Böden gefliest werden sollen, dann fliesen Sie zuerst die Wände, damit die Fugen der Wandfliesen geradlinig am Boden fortgeführt werden können.
  • Messen Sie die Grundfläche des Raumes genau aus und markieren Sie die Raummitte. Bei rechtwinkligen Räumen spannen Sie am besten eine Richtschnur durch die Raummitte. Diese sollte parallel zu den Seitenwänden gespannt werden. An der Richtschnur können Sie die Fliesen ausrichten. Es empfiehlt sich dennoch, die Fliesen vor Verlegung zuerst einmal probeweise auszulegen.
  • Um die Bodenfliesen gleichmäßig entlang der Wand auszurichten, empfiehlt es sich wieder mit einer Richtschnur zu arbeiten. Legen Sie zuerst je eine Fliese an jedem Wandende aus und spannen Sie dazwischen eine Schnur, an der Sie die folgenden Fliesen ausrichten. Achten Sie darauf, dass Sie bei angrenzenden, ebenfalls gefliesten Räumen durchgehende Fugen erzielen.

  • Verlegen der Fliesen
  • Das Zuschneiden erfolgt im Nass-Schnittverfahren. Die Trennscheiben (Sägeblätter) müssen für Marmor- bzw. Granitfliesen geeignet sein! Runde Aussparungen in den Fliesen müssen bei Bedarf mit geeigneten Spezialbohrern erstellt werden.
  • Die Verklebung bei hellen Marmor- und Granitfliesen muss mit weißem Dünnbettmörtel erfolgen (Verfärbungsgefahr bei andersfarbigem Mörtel). Geeignet sind auch weiße Flexkleber oder Dispersionsklebstoffe. Auf besonderen Untergründen z. B. „Fliese auf Fliese“, bei einer Altbausanierung oder bei Küchenarbeitsplatten sollte ein Epoxidharzklebstoff Verwendung finden. Dunkle Marmor- und Granitsorten können mit normalen zementgrauen hochwertigen Dünnbettklebstoffen (Flexkleber) verklebt werden (auf Estrichböden). Geben Sie beim Kauf des Mörtels oder Klebers an, auf welchem Untergrund die Verlegung erfolgen soll (Estrich, Spanplatte, Fliese usw.) Die Herstellervorschriften für die Verarbeitung des Klebers sind unbedingt zu beachten!
  • Vor der Verlegung müssen die Fliesen auf der Rückseite entstaubt werden! Die Fliesen sollen trocken sein! In der Regel wird der Kleber (Dünnbettmörtel) nach einer „Reifezeit“ mit einer Glättkelle gleichmäßig und vollflächig auf den Untergrund aufgetragen. Verwenden Sie nur soviel Kleber, wie Sie in der Verarbeitungszeit bearbeiten können, also etwa 1-1,5 Quadratmeter. Kämmen Sie den Kleber mit einem Zahnspachtel (Zahnung 6 – 10mm, je nach Untergrund) durch, bis eine ebene Fläche entsteht. Wenn sich während der Verarbeitungszeit bereits eine Haut auf dem Kleber bildet, ist er nicht mehr einwandfrei verwendbar und muß neu aufgetragen werden.Hersteller-Vorschriften für den Kleber beachten. In das feuchte Klebstoffbett werden die Fliesen mit einer Fugenbreite von 2 –3 mm „eingerüttelt“ bzw. eingeklopft (Gummihammer). Legen Sie die Fliesen leicht schiebend in das Klebstoffbett, damit sich der Klebstoff gut mit der Fliese verbindet. Um gleichmäßige Fugen zu erzielen können Sie „Fugenkreuze“ als Abstandhalter verwenden.
  • Dehnungsfugen oder „Kellenschnitte“ im Estrich müssen beim Verlegen der Fliesen exakt übernommen werden. Eine Überdeckung der  Dehnungsfugen ist wegen möglicher Rissbildung grundsätzlich zu unterlassen. Bewegungsfugen, Gebäudetrennfugen, Feldbegrenzungsfugen, Rand- und Anschlussfugen sind beim Verlegen im Dünnbettverfahren (Klebeverfahren) entsprechend DIN 18157, Teil 1 – 3, anzuordnen und mit Fugendichtmasse, geeignet für Marmor- und Granit, nach Herstellervorschrift oder mit Profilen zu schließen.

  • Nach dem Verlegen
  • Nach dem Austrocknen der Klebstoffe erfolgt die Verfugung durch „Einschlämmen“. Flex- Fugenmörtel auf Zementbasis ist dazu geeignet. In Sonderfällen, bei extremer Beanspruchung, muss mit Epoxidharz Fugenmaterial ausgefugt werden! Die Fugen müssen sauber und staubfrei sein. Schmutz gegebenenfalls rauskratzen und aussaugen. Der Fugenmörtel wird mit Wasser angemischt (bei normaler Beanspruchung). Bei hoher Beanspruchung (Fliesen auf Spanplatte, Fußbodenheizung, Balkon- oder Terassenfliesen) wird ein spezieller Zusatz zugegeben. Durchmischen Sie den Fugenmörtel mit einer Traufel oder Kelle zu einer zähflüssigen Masse und schütten Sie ihn auf die Fliesen. Der Fugenmörtel wird auf den Bodenfliesen mit einem Gummiwischer diagonal, also schräg zum Fugenverlauf verteilt. Mehrmals hin und her wischen, damit sich die Masse gut in die Fugen setzt. wenn die Fugen gefüllt sind, restliche Masse mit leichtem Druck mit dem Gummiwischer abziehen. Wenn das Fugenmaterial leicht angezogen hat, werden die Fugen abschließend mit einem Reinigungsschwamm glatt gewaschen und die Fliesen gereinigt. Bei der Verarbeitung zementhaltiger Produkte sollten Sie Gummihandschuhe tragen. Masse nicht in die Augen gelangen lassen (Schutzbrille). Gegebenenfalls gut spülen und Arzt aufsuchen.
  • Schlussendlich müssen noch vorhandene „Randdämmstreifen“ abgeschnitten werden. Bei „Heizestrich“ (Fußbodenheizung) muss der Randdämmstreifen 1cm dick sein (Dehnmöglichkeit).


Benötigte Werkzeuge:

• Millimeterpapier, Bleistift, Maßstab (Planung)                     
• Glättkelle und Eimer (Untergrund ebnen)                     
• Malerbürste (Grundierung auftragen)
• Richtschnur (Ausrichten der Fliesenreihen)
• Rührquirl (Anmischen Fliesenkleber)
• Zahnspachtel (Kleber auftragen)
• Nassschneider (Fliesen schneiden)
• Spezialbohrer (runde Ausschnitte in Fliesen erstellen)
• Gummihammer (Fliesen anklopfen)
• Gummiwischer (Fugmasse verteilen)
• Reinigungsschwamm (Fugen glatt waschen und Fliesen reinigen)
• Gummihandschuhe (Schutz vor zementhaltigen Stoffen)



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