Verkleidungen und Verkleidungsteile für die Yamaha XJR 1300 – Tipps für den Kauf individueller Teile

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Verkleidungen und Verkleidungsteile für die Yamaha XJR 1300 – Tipps für den Kauf individueller Teile

Was ein Sporttourer unter den Motorrädern ist, wissen Biker prompt zu beantworten. Typische Autofahrer haben den Begriff wohl wiederum noch nie gehört, wobei die Erklärung kaum schwer ist. Sporttourer sind unter den Bikes das, was ein Gran Turismo unter den Autos ist. Kurzum: sportlich und flott, aber ebenso und vor allem komfortabel.

Tatsächlich soll eine Sporttourer oder Tourer Leistung und Komfort kombinieren, weswegen dieses Motorradsegment eines der größten überhaupt ist. Keiner der großen Hersteller ist ohne Sporttourer in der Familie, viele fahren sogar gleich zwei oder drei auf. Bei manchen Modellen ist die Klassifizierung als Sporttourer allerdings weniger einfach, da oftmals auch die Einordnung in andere Segmente passen würde.

Ein solcher Fall ist auch die XJR 1300 aus dem Hause Yamaha Motor. Was die Yamaha XJR 1300 nun wirklich ist, kann wohl keiner konkret sagen. Yamaha selbst bezeichnet seine XJR daher als „Sport Heritage" oder aber „Streetbike mit Muskeln".

Yamaha XJR: die Historie eines japanischen Motorrads

Möglich wäre auch die Einordnung der Yamaha XJR als Naked Bike, denn eine großartige Verkleidung zeigt das Nippon-Bike weniger. Doch starten wir lieber von vorn. Auf dem Markt kam die erste XJR 1995, allerdings als Yamaha XJR 1200. Schon die XJR 1200 ließ sich schwer klassifizieren und dürfte sich am besten als Mischung aus Naked Bike und Tourer bezeichnen lassen.

Viel Verkleidung zeigte jedenfalls schon die erste XJR nicht, vielmehr erlaubte das Modell freien Blick auf den verbauten Vierzylinder. Der lieferte aus 1.188 Kubikzentimetern 72 kW beziehungsweise 98 PS, womit die XJR 1200 tatsächlich einem stark motorisierten Naked Bike entspricht. Entstanden ist die XJR zudem aus Konkurrenzdruck, denn mit der XJR 1200 wollte Yamaha seinem Rivalen Honda Paroli bieten. Der hatte Anfang der 1990er die CB 1000 in den Handel gerollt, weswegen Yamaha im Zugzwang war.

Die 1300 folgt auf die 1200: Die zweite XJR kommt 1999

Möglicherweise hatte die XJR 1200 auch deswegen nur kurze vier Jahre Bestand. Denn schon 1999 folgte mit der Yamaha XJR 1300 der offizielle Erbe der XJR 1200. Selbstredend zeigte die einige Neuerungen, wobei Yamaha eher auf Details schaute. Beispielsweise setzte die XJR 1300 auf Reifen in der Größe 120/180 statt in 130/170 wie bei der 1200er – bei der übrigens viele Fahrer ihre Räder in entsprechende Größen selbst wechselten.

Dazu bekam die Yamaha XJR 1300 neue Bremsen oder ein neues Heck, außerdem stärkere Kupplungsfedern. Über die Jahre – produziert wird die Yamaha XJR 1300 bis heute – wurde das leistungsstarke Naked Bike zudem immer wieder verfeinert und modifiziert. Seit 2000 ist der Motorblock beispielsweise silbern lackiert, davor war das Aggregat in schwarz gehalten. 2002 mit der Yamaha XJR 1300 RP06 zeichnete der Hersteller Tank und Sitzbank schmaler, zudem gab es wieder neue Bremsen und eine Sekundärlufteinblasung.

Mit der Yamaha XJR 1300 RP10 wurden erneut einige Änderungen eingeführt, etwa mit größeren Schalldämpfern für die XJR 1300-Auspuffanlage samt U-Kat. Das letzte große Facelift erhielt die Yamaha XJR 1300 mit dem Modelljahr 2007 RP19, als eine Einspritzanlage und G-Kat eingeführt wurde. Die 4-in-1-Auspuffanlage ist seither außerdem mit nur noch einem Schalldämpfer ausgestattet.

Knappe 100 Pferde: Daten & Zahlen zur Yamaha XJR 1300

Erwähnenswert ist selbstredend der eingebaute Vierzylinder, bei dem Yamaha auf Reihen- statt V-Bauweise setzt. Trotz eines im Vergleich zur XJR 1200 vergrößerten Hub auf neuerdings 1.251 Kubikzentimeter liegt die Leistung der Yamaha XJR 1300 weiterhin bei 72 kW oder 98 PS, das maximale Drehmoment verrät Yamaha mit 92 Nm bei 6.250 Umdrehungen. Allerdings scheint der Reihenvierzylinder gedrosselt, denn „offen" wird sogar eine Leistung von 78 kW/106 PS bei 100 Nm Drehmoment genannt.

Modelle für den deutschen Markt leisten jedenfalls nur 98 PS, was der Yamaha XJR 1300 trotzdem für über 200 km/h Spitze reichen soll. Auch sonst ist der Vierzylinder kein Schwächling, der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt dem Naked Bike beispielsweise in recht flotten 3,6 Sekunden. Und doch ist der Verbrauch der XJR 1300 mit durchschnittlich 7,1 Liter Super auf 100 Kilometer durchaus annehmbar, zumal sich mit der Fahrweise sicherlich einiges mehr beziehungsweise weniger erreichen lässt. Außerdem können Sie Ihr Naked Bike mit einigen speziellen Teilen nachrüsten, die ebenfalls weniger Verbrauch versprechen sollten.

Mehr ist mehr: warum die Yamaha XJR 1300 verkleiden

Mit einer Verkleidung ist tatsächlich einiges beim Tuning der Yamaha XJR 1300 zu erreichen, und das sogar in doppelter Hinsicht. Zum einen mag mancher Biker eine Verkleidung – und sei diese nur teilweise – als schöner empfinden. Eine zusätzliche Verkleidung erfüllt somit einen optischen Zweck.

Der eigentliche Sinn dürfte jedoch eher in einer optimierten Aerodynamik liegen, die ihrerseits gleich einige Vorteile mit sich bringt. Wichtigster Pluspunkt: Die Yamaha XJR 1300 als klassisches oder vielmehr typisches Naked Bike wird windschlüpfriger. Das senkt einerseits den Verbrauch, zum anderen die Emissionen. Außerdem wird das Bike schlichtweg schneller. Unter Umständen kann die Vollverkleidung eines Naked Bikes bis zu 20 km/h mehr Spitze bringen, wie manche Motorradfahrer in Foren berichten. Wie viel km/h die Yamaha XJR 1300 durch eine Vollverkleidung schneller wird, kann natürlich nicht exakt gesagt werden, einige Stundenkilometer mehr sollten aber möglich sein.

Pro und kontra: Vor- und Nachteile einer zusätzlichen Verkleidung

Obendrein bringt eine Verkleidung dem Fahrer einige Vorteile, die nicht zu unterschätzen sind. Mit den richtigen Teilen an der Yamaha XJR 1300 RP19 kann sich der Fahrer nämlich besser vor dem Fahrwind schützen, der gerade bei höheren Geschwindigkeiten und längeren Fahrten die eigenen Muskeln schnell ermüden lässt. Schon so mancher Biker hat sich abends nach einigen Hundert Kilometern einen effektiven Windschutz für seine Maschine gewünscht.

Mit einem Windschutz oder einer entsprechenden Bugverkleidung ist das Übel idealerweise schon behoben, die Muskeln werden geschont. Ebenfalls ein Vorteil: Schmutz hat weniger Chance, Gleiches gilt für Steinschlag vom Vordermann. Ergo: Die Maschinenteile der Yamaha XJR 1300 werden effektiv vor Umwelt und anderen Einflüssen geschützt, was ebenso bei einem Sturz gilt. Zumal eine Verkleidung auch weitaus einfacher zu reinigen ist.

Auf der anderen Seite zeigt eine Halb- oder Vollverkleidung der Yamaha XJR 1300 wieder einige Nachteile. Erstens steigt das Gewicht, was den Vorteil in puncto Verbrauch und Emissionen zumindest teilweise relativiert. Zweitens kann ein Sturz die Verkleidung irreparabel beschädigen. Drittens gibt es die Verkleidung selbstverständlich nicht umsonst, sie kostet also Geld.

Wo gibt es weitere Verkleidungen für die XJR 1300

Im Fazit dürften jedoch die Vorteile einer Verkleidung überwiegen. Das weiß auch der Hersteller, weswegen Yamaha schon einige entsprechende Teile direkt ab Werk offeriert. So bietet der japanische Motorradbauer beispielsweise eine Lampenverkleidung an, die Optik wie ebenso Windschutz bieten soll. Kleines Manko: Die Lampenverkleidung ist ausdrücklich ohne ABE.

Zulieferer und Zweitfirmen halten für die Yamaha XJR 1300 ebenfalls einige Verkleidungen oder Verkleidungsteile parat, die gezielt für das japanische Bike produziert sind. So finden sich unter anderem Bugspoiler, Scheiben, Hinterradabdeckungen, Vorderkotflügel, spezielle Teile für den Kühlergrill oder sogar Abdeckungen für die XJR 1300-Sitzbank. Schnell gefunden sind solche Teile vor allem im Internet bei speziellen Börsen oder Foren sowie bei eBay.

Großes Angebot: Tuner bieten weitere Teile für die XJR 1300

Neben den typischen Teilen zum Thema Verkleidung bieten zudem so manche Tuner einige Offerten für die Yamaha XJR 1300 an, die natürlich noch mehr Optik, noch mehr Fahrspaß oder sogar noch mehr Leistung versprechen. Das Angebot ist recht breit gefächert und deckt von neuen XJR 1300-Spiegeln bis hin zu Hinterrad- und Scheinwerferabdeckungen oder verstellbaren Windschildern alles Erdenkliche ab.

Dabei können neue Teile schon einige Hundert Euro kosten. Achten sollten Sie generell auf das richtige Modell, da nicht jedes Teil auf jedes Baujahr der XJR 1300 passen muss. Sind Sie unsicher, fragen Sie direkt beim Verkäufer nach.

Nicht alles ist legal: Neue Teile nur mit ABE kaufen

Ebenfalls wichtig beim Kauf sämtlicher Verkleidungsteile ist eine ABE, was Biker und insbesondere Schrauber als „allgemeine Betriebserlaubnis" erkennen. Liegt eine solche ABE dem gewünschten Produkt bei, können Sie entsprechende Bauteile ohne jedes Bedenken sofort an Ihre Yamaha XJR 1300 schrauben und losfahren.

Ohne diese ABE kann die neue Verkleidung hingegen heikel werden, da ein Besuch bei einer zugelassenen Prüforganisation wie Dekra oder TÜV nötig ist. Die Prüfer schauen sich die Teile – vor allem beim Thema Tuning – genau an und begutachten vor allem deren Sicherheit. Sehen die Prüfer diese nicht als gegeben, kann Ihnen eine Abnahme und somit die Betriebserlaubnis verweigert werden. Daher lohnt es, bereits beim Kauf auf eine solche allgemeine Betriebserlaubnis zu achten. Um noch mal auf Yamahas Lampenverkleidung zu verweisen: Dabei sein muss die ABE nicht, sie ist somit für den Verkauf keine gesetzlich Pflicht. Achten Sie also auf diese ABE, fragen Sie im Zweifelsfall beim Hersteller oder Händler nach.

Ausweg: Verkleidung für XJR 1300 vom TÜV abnehmen lassen

Tatsächlich ist der TÜV der letzte und ebenso einzige Ausweg, sollte diese ABE nicht enthalten sein. Eine Abnahme ist wie gesagt nicht garantiert, sollte in der Regel jedoch kein Problem sein. Trotzdem noch ein letzter Tipp: Kaufen Sie Ihre Teile bei gewerblichen Händlern statt Privatleuten, denn Erstere müssen Ihnen neben einer Garantie ein Umtauschrecht gewähren. Kaufen Sie außerdem nicht bei Herstellern außerhalb der EU, da diese mitunter hiesige Gesetzte nicht kennen und somit auch nicht einhalten.

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