Verkauf und Finanzamt

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Die Geschichte des Herrn X. einem Sammler wie du und ich !?

Dieses ist die Geschichte des Herrn X. einem  Sammler von Armbanduhren.
So oder in ähnlicher Form könnte es jedem ergehen der irgendwann seine Sammlung von "was auch immer" auflösen oder umstrukturieren möchte.
Herr X. war ein  leidenschaftlicher Sammler von Armbanduhren. War- deshalb weil ihm inzwischen  die Lust am Sammeln gründlich vergangen ist.

Herr X. hatte sich im Laufe von 20 Jahren eine kleine Sammlung von Uhren zugelegt. Klein, weil Herr X. es vorzog lieber einige wenige Stücke von Wert zu besitzen als eine große Anzahl von Allerweltsuhren.
Aber der Geschmack und auch der Trend im Laufe der Jahre änderten sich, so das sich Herr X. entschloß sich nach und nach vom Großteil seiner Uhren zu trennen.
So veräußerte er im Laufe von 4 Jahren ca. 15 Uhren über ein Internet-Auktionshaus um sich vom Erlöß andere Uhren zuzulegen.
Schmerzlich für Herr X. das er auf Grund des sich auf diesem Sektor geänderten Geschmacks teilweise nur noch einen Bruchteil von dem erzielte was er selbst ursprünglich für die Uhren bezahlt hatte.
Aber wer von ihnen kennt das nicht, das man etwas für 1,- Euro Startpreis anbietet in der Hoffnung so einen größeren Käuferkreis anzusprechen und dann über das Auktionsergebnis enttäuscht ist.
Ging ja wohl jedem mal so.
Doch zurück zu Herr X. Da kam es vor das eine Uhr für die Herr X. mal 16000,- DM zahlte, nur 3500,- Euro einbrachte.
Bitter, aber nicht zu ändern.
Bis hierhin alles nachvollziehbar.
Dann kam der Tag als spätabends  Beamte von Zoll und Steuerfahndung an der Wohnungstür von Herr X. klingelten.
Nein, eigendlich wollten sie nichts von Herrn X.
Die Durchsuchung galt seiner Frau die ein kleines Geschäft betrieb mit dem Herr X. nicht das geringste zu tun hatte.
Da aber die Frau von Herrn X., zu diesem Zeitpunkt noch ausländische Staatsangehörige,  in Deutschland kein eigenes Konto besaß, wurden kurzerhand die Kontoauszüge des Herrn X. beschlagnahmt.
Einige Monate später bekam Herr X. eine Schreiben in dem ihm mitgeteilt wurde das ein Steuerverfahren gegen ihn eingeleitet sei.
Herr X. habe so die Vermutung des Finanzamtes gewerbsmässig mit Uhren gehandelt.
Bis dahin glaubte Herr X. noch an einen bösen Traum.
Die Realität holte ihn jedoch schnell ein als mehrere Vernehmungen folgten.
Herr X. wurde aufgefordert sämtliche Kauf und Verkaufsbelege vorzulegen und nachzuweisen woher das Kapital zum Erwerb der Uhren stammte.
Der Verkauf einer Sammlung auf einen Schlag wäre laut Aussage des Finanzamtes kein Problem gewesen,
aber da Herr X. seine Uhren über einen Zeitraum von 4 Jahren nach und nach verkauft hat, habe er gewerbsmäßig gehandelt. Unerheblich sei hierbei ob ein Gewinn erzielt worden sei.
Herr X. erhielt einen Steuerbescheid und soll einen Betrag von rund 10000,- Euro nachbezahlen.
Gleichzeitig wurde ein Steuerstrafverfahren eingeleitet da Herr X. in seiner Steuererklärung diese Einkünfte verschwiegen habe.
Der Steuerfachanwalt des Herrn X. legte Einspruch ein gegen diesen Bescheid.
Ein Verfahren vor dem Oberfinanzgericht wird derzeit von Herr X. angestrebt.
i- Tüpfelschen der Geschichte: Es stellte sich heraus das die Vorwürfe gegen die Frau des Herrn X. die diese Geschichte ins Rollen brachten, nicht haltbar waren. Das Ermittlungsverfahren gegen sie wurde eingestellt!

NACHTRAG:

Der Einspruch wurde 10 Monate später als unbegründet zurückgewiesen.
Herr X ist zur Zahlung des geforderten Betrages, zuzüglich der bis dato angefallenen Zinsen verpflichtet.

Weitere 5 Monate (und einiges an Anwaltskosten) später wurde das Ermittlungsverfahren gegen Herr X zwar eingestellt, die Erhebung von Hinterziehungszinsen blieb davon jedoch unberührt !

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