Verkäuferschutz?!

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Ich frage mich die Tage immer wieder "Wo bleibt der VERKÄUFERschutz?"

Mehrmals ist es mir inzwischen passiert, dass ein Käufer bei mir einen Artikel erworben hat und diesen anschließend nicht bezahlen wollte. Sogenannte Spaßbieter. Keiner braucht sie - keiner will sie - oder doch? Ich werde langsam das Gefühl nicht los, dass eBay absolut nichts zum Vorteil von Verkäufern unternehmen will. 

1. Käufer können ihr Paypal Konto mit einem "Fremdzugriff" markieren und erhalten schon ihr Geld zurück. Ich sehe täglich Verkäufer-Kollegen, die darunter leiden. Nehmen wir das Beispiel von Paysafecards - sie werden für diverse Wettseiten/ Spielseiten benötigt. Ich kann euch garantieren, keine 40% der Käufer werden ihr via Paypal überwiesenes Geld bei der anderen Partei lassen. Kaum bekommen sie den Paysafecode, schon ist ein dubioser "Fremdzugriff" angegeben und sie erhalten ihr Geld zurück. Wie oft denn noch? Warum lernt eBay, warum lernt Paypal nicht draus? Und wer muss leiden? Der gutgläubige Verkäufer, den seinen Kunden das Bezahlen erleichtern wollte und Paypal angeboten hat.

2. Verkäufer werden in Unterpunkten bewertet, Käufer NICHT! Warum darf ein Käufer angeben, ob ihm der Versand vier oder doch fünf Sterne wert war? Subjektive Einschätzungen sind in den seltensten Fällen reliabel, valide und überhaupt objektiv (wie der Name schon sagt). Ein Beispiel: Paket (Versand beträgt 4,90 Euro) ist versichert, wird noch am Bezahltag abgeschickt, mit Tracking ID ist das Paket online verfolgbar. Der Käufer meldet sich nach neun Tagen, das Paket sei nicht angekommen - was ist los? Sendungsverfolgung zeigt, dass Käufer bei zwei Zustellversuchen nicht erreichbar war. Was genau kann der Verkäufer in diesem Fall tun? Er liefert das Paket nicht eigenhändig aus! Er kann nichts tun. Ab dem Moment, wo das Paket in die Filiale gebracht wird, hat der Verkäufer KEINE MACHT mehr über die Zustellung. Wie geht die Geschichte aus? Der Käufer gibt dem Verkäufer eine niedrige Versandbewertung, weil seiner Meinung nach neun Tage zu lang waren... Was soll man dazu noch sagen? Das Paket wurde am selben Tag schon in die Filiale gebracht, was mehr wäre möglich gewesen?
Anderes Beispiel: nehmen wir an, Käufer B hätte dasselbe erlebt, wie der oben genannte Käufer (also Käufer A). Er liest die Sendungsverfolgung und für ihn ist ersichtlich, warum neun Tage zur Zustellung nötig waren. Käufer B gibt bei der Versandbewertung die volle Punktzahl. 
Wer hat nun Recht? - Ich wiederhole: Subjektive Einschätzungen beruhen auf Wahrnehmungen von einzelnen/ verschiedenen Personen - sie nicht NICHT objektiv. Was für A schlecht war, kann für B gut sein. Eine Unterteilung der Bewertung ins nicht gut, nein, sie verzerrt das Bild über einen Verkäufer, lässt es diffus erscheinen. 

3. Käufer gibt Artikel als bezahlt an, Artikel wird versendet. Später kommt raus, es handelt sich um einen Betrüger, der niemals bezahlt hatte. Der Artikel ist weg, man sitzt auf den Kosten UND auf den Versandkosten. Alle Richtlinien bei eBay schützen in diesem Fall den Käufer. Der Verkäufer ist der Dumme, weil er auf die Sozialität seines Käufers gehofft hat. Bestenfalls erhält der Verkäufer seine zu bezahlenden Gebühren (wie Einstellungsgebühr) zurück. Was soll der Verkäufer damit anfangen? Diese Kosten decken im Normalfall wenn überhaupt die Versandkosten. 

4. Das i-Tüpfelchen darf man nicht vergessen: Käufer können nicht negativ bewertet werden. Was soll diese Idee? Hierfür fehlt mir jegliche Logik dahinter. eBay ist KEIN Versandhaus, was alles für seine Käufer tun muss. Ohne die vorhandenen Verkäufer wäre eBay (1) nicht finanzierbar, (2) hätte nichts zum Verkaufen und (3) schlichtweg in diesem Format nicht umsetzbar. Gerade das Glied so zu vernachlässigen, was diesen Körper am Leben hält, wird letztlich das Fatalste (früher oder später noch!) für eBay sein.

5. Die Gebühren werden stets erhöht. Man bzw. Verkäufer muss sich inzwischen fragen, ob ein Verkauf ein eBay überhaupt lohnenswert ist. Das Einstellen wird von Gebühren begleitet, nach dem erfolgreichen Verkauf werden Gebühren fällig, in manchen Modi wird für jedes Bild, jeder Zeitangabe etc. extra Geld einkassiert. Selbst wenn nur ein Euro pro Verkäufer eingenommen würde, und selbst wenn in einem hypothetischen Beispiel eBay nur 1 Millionen Verkäufer aufweisen würde, so wäre eBay um eine Millionen Euro reicher. Wer wirklich gewinnt, wird also erst in einem größeren Rahmen bemerkbar.

Fazit: EBay etabliert sich immer weiter zum online-Kaufhaus, wo natürlich der Kunde König ist - vergisst aber in diesem Beispiel, dass nicht nur der Käufer ein Kunde ist, NEIN, auch der Verkäufer ist ein Kunde für eBay. Aber warum wird dieser nur wie ein buckliger Bastard des Königs behandelt?

Fazit 2: Wie können es Menschen mit ihrem Gewissen vereinbaren, einen gekauften Artikel nicht zu bezahlen. Das ist stehlen. Würden all die Diebe auf eBay auch im Kaufhaus - facetoface mit den Verkäufern - soviel stehlen, wie im virtuellen Kaufparadies eBay?
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