Verbraucherzentrale warnt vor Porto-Abzocke

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Die Preise unterscheiden sich vor allem bei kleinen Artikeln erheblich. Sechs der getesteten Händler berechneten für den Versand von Speicherkarten und Kopfhörern kein Porto, während in 16 anderen Fällen Versandkosten zwischen rund fünf und sieben Euro fällig wurden. Die übrigen Händler kassierten bei insgesamt 50 Stichproben im Schnitt rund 3,40 Euro für Verpackung und Versand – die Deutsche Post bietet die Warensendung bis 500 Gramm für 1,65 Euro oder den Maxibrief bis zu einem Kilogramm für 2,20 Euro an. Auch bei dem Versand von sperriger Ware stellten die Tester große Unterschiede fest: Bei testweise gekauften Fernsehern rangierten die Versandkosten von gratis bis zu über 50 Euro.

Genaue Regeln für Versandkosten

Dabei ist genau geregelt, was eBay-Verkäufer ihren Kunden für den Transport berechnen dürfen. Der Preis für den Versand setzt sich nach Informationen der Verbraucherzentrale zusammen aus den reinen Portokosten inklusive eventueller Versandversicherungen und den Kosten für Verpackungsmaterial. Zusätzlich dürften die Händler "in angemessenem Rahmen" den Aufwand für die Verpackungsarbeit in Rechnung stellen. Verboten ist es hingegen, Verpackungs- und Versandkosten prozentual nach dem Verkaufspreis zu berechnen. Sonst bestehe die Gefahr, dass bei teuren Produkten ein Vielfaches des üblichen Versandpreises aufgeschlagen würde, so Iwona Gromek von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Verbraucherschützer raten zum Kostenvergleich

Die Verbraucherschützer empfehlen den Verbrauchern deshalb, vor dem Kauf neben dem eigentlichen Warenpreis auch die Portokosten der einzelnen Händler zu vergleichen. Das kann sich lohnen. In den Testkäufen erstandene Speicherkarten kosteten jeweils 2,49 Euro, 4,99 Euro und 6,45 Euro. Für die beiden günstigeren Angebote fielen knapp vier Euro Versandkosten an, das teuerste Angebot verschickte der Anbieter gratis. Nach Einberechnung des verlangten Portos blieb von dem vermeintlichen Schnäppchen nur noch eine Ersparnis von einem mageren Cent, das mittlere Angebot war am Ende sogar deutlich teurer.

Vorsicht bei Mehrfachbestellungen

Käufer sollten zudem bei der Bestellung mehrerer Artikel bei einem Händler darauf achten, dass sich die Bestellung zu einem Paket zusammenfassen lässt. Viele Händler bieten diese Option an und ersparen ihren Kunden damit zusätzliche Portokosten. Einige schwarze Schafe nutzen solche Mehrfachbestellungen jedoch offenbar für einen lukrativen Zusatzverdienst. Zwei Händlern im Test verschickten zwei Mini-Speicherkarten kurzerhand in zwei getrennten Sendungen und verlangte die doppelten Versandkosten. Zwar können eBay-Kunden solche Händler nach dem Kauf mit einer schlechten Wertung bestrafen – auf den Kosten bleiben sie jedoch sitzen. Ein genauer Blick auf alle Kosten vor dem Kauf erspart dem Kunden hier viel Ärger

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