Verändert ein passendes Sportlenkrad im Auto das Fahrgefühl?

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Verändert ein passendes Sportlenkrad im Auto das Fahrgefühl?

Deutschland gleich Autoland, diese Aussage ist so bekannt wie gängig. Allerdings ist das wohl kein Wunder, sind doch in Deutschland einige der weltweit größten Autohersteller beheimatet. Denken Sie nur mal an Volkswagen, Porsche, Audi, BMW, Mercedes. All diese Namen sind weltweit bekannt, nicht nur in Europa oder gar allein in Deutschland. Tatsächlich sind diese Marken wahre Globalplayer, die Jahr für Jahr Millionen Neuwagen auf der ganzen Welt verkaufen.

Tuning - sich wie ein Rennprofi im eigenen Wagen fühlen

Vielen Deutschen gilt das eigene Auto wohl als Fortbewegungsmittel Nummer eins, weil es einfach eine absolute Unabhängigkeit garantiert. Auf dem Land ist die Einstellung wohl noch ungleich größer als in der Großstadt mit einem gut ausgebauten Netz von Bussen und Bahnen.

So manch ein Autobesitzer liebt sein Vehikel dann wohl tatsächlich mehr als alles andere. Daher erfreut sich auch die Tuningszene in Deutschland einer regen Beliebtheit. Bestimmte Anbauteile beim Tuning dienen allein der Optik, etwa Spoiler, Schürzen oder flotte Schmiedefelgen. Einige sollen die Leistung des Motors steigern, andere wiederum mehr „Feeling" bieten. Zu letztgenannter Kategorie zählt das Sportlenkrad und um eben dieses dreht sich der folgenden Ratgeber „Verändert ein passendes Sportlenkrad im Auto das Fahrgefühl?".

Kurz erklärt: Was ist ein Sportlenkrad?

Zunächst einmal klären wir, was ein Sportlenkrad beziehungsweise ein Lenkrad überhaupt ist. Selbstredend wissen Sie das natürlich längst. Mit dem Lenkrad wird das Fahrzeug, gleich welcher Art, gesteuert. Andere, mittlerweile veraltete Namen des Lenkrads sind Steuerrad oder Volant.

Letzten Endes ist das Lenkrad aber nur ein Teil eines Ganzen, nämlich der eigentlichen Lenkung. Zur Lenkung Ihres Autos gehören daher auch die Lenksäule und das Lenkgetriebe, im Endeffekt sogar die Reifen, welche schließlich die eigentliche Richtungsänderung auf der Straße vorgeben. Das Lenkrad selbst nimmt nur unsere „Anweisungen" entgegen. Beim Auto ist das Lenkrad generell ein Rad, das meist mit drei Speichen versehen ist. Beim Motorrad ist wiederum eine Art Lenkstange eingebaut, der sogenannte Lenkkopf.

Eines haben aber sämtliche Lenker gemein, bedient werden sie nämlich mit den Händen. Gas, Bremse und Kupplung werden hingegen mit den Füßen gesteuert. Das Lenkrad jedenfalls ist in einem speziellen Höhenwinkel angebracht, moderne Vertreter ihrer Art sind sogar höhenverstellbar und somit auf die Größe des jeweiligen Fahrers individuell anpassbar. Tatsächlich hat sich das Lenkrad in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt und ist mittlerweile zu einem wahren Hightech-Produkt mutiert.

Moderne Lenkräder sind nicht nur mit der typischen Hupe ausgestattet, sondern ebenso mit einem Airbag. Ein Multifunktionslenkrad weist daneben noch zahlreiche weitere Bedienungselemente auf, etwa für Radio, Bordcomputer oder Tempomat. Obendrein ist heute fast jedes Auto mit einer Servolenkung ausgestattet, welche durch gewisse hydraulische oder elektrische Maßnahmen das Lenken des Automobils deutlich vereinfacht und weniger Kraftaufwand nötig macht.

Was ist der Unterschied zwischen Lenkrad und Sportlenkrad?

Was aber ist nun der Unterschied zwischen einem normalen Lenkrad und einem Sportlenkrad? Der erste Unterschied dürfte Ihnen schon optisch auffallen. Während manche Lenkräder wahre Mammutgrößen aufweisen, ist das Sportlenkrad relativ klein gestaltet. In der Regel misst ein Lenkrad ungefähr die gleiche Breite wie das Becken eines ausgewachsenen Mannes, wobei auch die Fahrzeuggröße ein gewisses „Mitspracherecht" hat. Busse und Lkws haben sogar noch deutlich größere Lenkräder, sind in unserem Fall aber nicht interessant.

Das Sportlenkrad zeigt wieder einen deutlich kleineren Durchmesser und schaut im direkten Vergleich mit einem regulären Steuerrad fast schon winzig aus. Im Fazit ist das Sportlenkrad deutlich kompakter, was jedoch einen ganz bestimmten Sinn hat. Durch die kleinere Bauweise des Sportlenkrads wird das Lenken des Fahrzeugs nämlich nochmals um einiges kräfteschonender, obendrein die Lenkung direkter. Auch das Gefühl zum Auto wird durch die „direktere" Lenkung verbessert, womit das Sportlenkrad letzten Endes sogar zur Sicherheit beiträgt.

Je nach Preislage kann das Sportlenkrad zudem in jeder Wunschausstattung erworben werden. Neben Leder, Kunstleder oder Holz gibt es sogar Varianten aus sündhaft teurem Carbon, was für normale Autofahrer aber meist ein Traum bleibt. Sportwagen sind in der Regel bereits mit einem Sportlenkrad ausgestattet, gleiches gilt für die hochgezüchteten Topmodelle einzelner Baureihen wie beispielsweise für den BMW M3 auf Basis des BMW 3er oder dem Audi S4 auf Basis des Audi A4. Wer hingegen ein „normales" Auto sein eigenen nennt, kann ein Sportlenkrad natürlich nachrüsten, dazu aber später mehr.

Kein Airbag: Mögliche Gefahren beim Sportlenkrad

Denn so wie das Sportlenkrad einige Vorteile bietet, finden sich leider einige Nachteile. Nicht jedes Sportlenkrad ist beispielsweise mit einem Airbag ausgestattet, welcher oftmals als Lebensretter dient. Zwar finden Sie mittlerweile auch ein Sportlenkrad mit Airbag, legen Sie auf den Luftsack jedoch besonderen Wert, lohnt genaues Hinsehen und eine gewisse Vorsicht.

Das gilt vor allem dann, wenn Sie Ihr neues Sportlenkrad aus zweiter Hand erwerben oder vielleicht geschenkt bekommen. Ohne Airbag und eine allgemeine Betriebserlaubnis, kurz ABE, ist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein Besuch beim TÜV nötig. Es dürfte sich daher lohnen, wenn Sie vor einem Umbau erst den TÜV besuchen und sich informieren. Tatsächlich wird gerade das Thema Lenkung vom deutschen Gesetzgeber – und somit vom TÜV oder anderen Prüforganisationen – sehr sensibel behandelt. Der Grund ist schlicht die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Bei einem Sportlenkrad ohne Airbag kann daher beispielsweise die Vorgabe bestehen, dass dieses nur von einem Profi eingebaut wird. Fragen Sie daher vorher statt nachher beim TÜV nach. So fraglich und umstritten der Airbag bei so manchen Experten ist, das letzte Wort hat der TÜV. Fragen kostet bekanntlich nichts. Außerdem kommt es mitunter auf weitere Umbauten an Ihrem Wagen an. Haben Sie beispielsweise eine Tieferlegung vorgenommen? Oder neue Reifen und Felgen aufgezogen? So kurios das klingt, all diese Änderungen haben Auswirkungen auf das Fahrzeug und auf dessen Lenkung, damit auch auf das Lenkrad. Es lohnt also, vorher die Profis aufzusuchen.

Ist ein Sportlenkrad wirklich besser?

Im Fazit dürften Sie mit einem besonderen Sportlenkrad jedoch gut beraten sein. Die Vorteile, insbesondere das bessere Handling des Wagens, dürften die wenigen Nachteile überwiegen. Die Lenkung jedenfalls dürfte sich um einiges direkter und damit sicherer anfüllen. Obendrein spüren Sie Ihr Fahrzeug mehr, was gerade in Kurven ein Vorteil ist.

Ein sportlicheres Fahrgefühl steht beim Sportlenkrad somit außer Frage. Wenig überraschend haben daher viele Neuwagen bereits ein Sportlenkrad eingebaut, was meist jedoch recht konservativer Natur ist. Das Internet bietet hingegen zahlreiche Möglichkeiten, ein solches Lenkrad zu erwerben.

Die Auswahl eines Sportlenkrads ist übrigens selbst für Laien recht einfach. Eine große Hilfe beim Kauf ist Ihr Fahrzeugschein. Dieser zeigt Ihnen ganz oben die sogenannten Schlüsselnummern oder KBA-Nummern an. Anhand dieser dürften Sie jederzeit das passende Sportlenkrad für genau Ihr Modell finden. Tatsächlich können Sie mit diesen Nummern nichts falsch machen. Alternativ können Sie Ihr neues Sportlenkrad nach Herstellermarke, Modell und Typ aussuchen. Mit den Nummern allerdings befinden Sie sich auf der hundertprozentig sicheren Seite.

Aufgepasst: Was Sie beim Kauf eines Sportlenkrads beachten sollten

Trotzdem gilt es beim Kauf eines Sportlenkrads einiges zu beachten. Wichtigster Punkt ist hier wohl die bereits genannte ABE. Ohne ABE müssen Sie in jedem Fall dem TÜV einen Besuch abstatten. Das bedeutet zum einen weitere Kosten. Zum anderen außerdem einen erhöhten Zeitaufwand. Im schlimmsten Fall wird das Lenkrad nicht abgenommen und Sie haben weitere Laufereien vor sich. In puncto ABE gilt es daher, besondere Achtung walten zu lassen, das Netz ist voll von „Suchenden" nach einer solchen allgemeinen Betriebserlaubnis.

Ebenso ist der Airbag ein interessantes Thema, was wir jedoch gerade bereits diskutiert haben. Eine „Griffprobe" wäre ebenfalls eine gute Idee. Liegt das Sportlenkrad gut in den Händen? Oder drückt es irgendwo? Bei einem Fernkauf wird eine solche Probe natürlich nur schwerlich möglich sein. Wer jedoch sein Modell genau kennt, ist hier im Vorteil. Trotzdem: Am wichtigsten beim neuen Sportlenkrad sind die ABE sowie ein vorhandener oder nicht vorhandener Airbag. Denken Sie an den TÜV. Fragen Sie im Zweifelsfall nach.

Selfmade: Können Sie das neue Sportlenkrad selbst einbauen?

Zuletzt ist vielleicht noch eine weitere Frage interessant. Können Sie Ihr neues Sportlenkrad selbst einbauen? In der Regel ist die Eigenmontage durchaus möglich. Selbst an Werkzeug brauchen Sie keine Spezialausrüstung. Reichen sollten Ihnen hier ein Satz Inbusschlüssel, eine Ratsche oder Knarre samt den nötigen Nüssen und eine Verlängerung für die Ratsche.

Wichtig: Wenn Sie den Austausch des Lenkrads daheim übernehmen, achten Sie auf gerade Räder. Die Reifen sollten direkt nach vorne zeigen, jedoch nicht nach rechts und links eingeschlagen sein. Ansonsten ist der Austausch relativ simpel. Nehmen Sie den Prallschutz des Lenkrads ab, lösen Sie die Kabel beispielsweise der Hupe und entfernen Sie die Halterungsschraube. Danach ziehen Sie das alte Lenkrad ab und setzen das neue Sportlenkrad auf. Nun ziehen Sie die Schraube wieder fest, stecken die Kabel wieder an, setzen den Prallschutz auf und fertig.

Bei Lenkrädern ohne ABE kann es unter Umständen clever sein, einen Profi ans Werk zu lassen. Bei der Selbstmontage achten Sie bei der Montage auf ein gerades Lenkrad, ansonsten zeigt Ihr neues Sportlenkrad eventuell nach links oder rechts, obwohl Sie geradeaus fahren. Achten Sie auf feste Schrauben. Denken Sie immer daran, dass ein festes Lenkrad Ihr Garant für Sicherheit ist. Nur wenige andere Teile eines Autos sind mitunter so lebensentscheidend wie eben das Lenkrad. Wer sich unsicher ist, holt sich besser professionelle Hilfe.

Damit kommt dieser Ratgeber „Verändert ein passendes Sportlenkrad im Auto das Fahrgefühl?" auch zu seinem Ende. Viel Spaß mit Ihrem neuen Sportlenkrad.

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