Vegetarisch kochen: Wildragout aus Soja-Fleisch

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Aus Soja-Fleischersatz in Schnitzel- oder Brockenform ein "Wildragout" herstellen zu wollen, erschien mir zunächst  unmöglich, von der Idee her sogar extrem widersprüchlich. Lediglich die Erinnerung an den leicht rotweinbestimmten,  lorbeerblattwürzigen  Geschmack ließ mich versuchen, das Unmögliche möglich zu machen, wobei ich mir voll des Risikos bewusst war, etwas nahezu Ungenießbares zu creieren! Zunächst waren die Zutaten bereitzustellen:    

                           0,5l Buttermilch
                           2x 0.7l (trockener) Rotwein
                           0,25 l Essig
                           0,2 l saure Sahne (Sauerrahm)
                           ca. 500 g Zwiebel
                           einige Lorbeerblätter
                           ein paar Wacholderbeeren
                           einige Gewürznelken
                           250g Preißelbeeren
                           ca. 300g Sojageschnetzeltes (Sojamedaillons), in nicht zu kleinen Stücken
                           Salz, Pfeffer... nach Belieben

In einen geräumigen Schnellkochtopf goss ich den Rotwein, die Buttermilch, den Essig und die saure Sahne. Diesen flüssigen Zutaten leisteten die in Ringe geschnittenen Zwiebel, die Lorbeerblätter, Wacholderbeeren, Gewürznelken, Preißelbeeren und als (Mindest-) Gewürze Salz und Pfeffer Gesellschaft. Die Sojastückchen wurden nach Abschmecken in die Beize eingelegt. Es folgte eine zweitägige "Ruhezeit" im kühlgestellten, verschlossenen Topf. (Glücklicherweise erfüllte sich meine Befürchtung nicht, dass die Sojastücke sich auflösen und zu einem klumpigen Breie entarten
könnten!!) Schließlich - nach Durchrühren des Inhalts und erneutem Abschmecken -  landete der Schnellkochtopf auf der Herdplatte, ich heizte ihn auf die Kochstufe auf und ließ das Ganze bei kleinerer Hitze knapp drei Stunden dahinköcheln. Nach Ablassen des Überdrucks stellte ich zufrieden fest, dass die Sojaanteile weich und leicht fasrig waren, ohne sich vollkommen aufgelöst zu haben. Die Zwiebel waren in die Soße übergegangen. Mit etwas Soßenbinder wurde die Flüssigkeit sahniger. Der Geruch war sehr appetitanregend, was den guten Zutaten zu verdanken ist. Mit Beilagen (Nudeln,
gekochten Kartoffeln...Preißelbeeren...) ergab sich eine Mahlzeit für gut vier Personen.
Natürlich schmeckt Wildragout "fleischiger"und "wilder", aber ich behaupte - wenigstens für meine nicht zu exquisiten Geschmacksnerven - schon eine brauchbare Alternative zu Wild (oder Sauerbraten) gefunden zu haben, zumal meine Familienmitglieder, welche mein Treiben von Anbeginn an ziemlich argwöhnisch beäugt hatten, recht kräftig zulangten - und dies freiwillig !!  (Bedenke: Wer den Koch kennt, braucht vor dem Essen nicht unbedingt zu beten!)
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