VHS und Video 8 – so sichern Sie Ihre alten Videoaufnahmen auf DVD und Blu-ray

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VHS und Video 8 – so sichern Sie Ihre alten Videoaufnahmen auf DVD und Blu-ray

Wenn Sie Filmaufnahmen auf VHS oder Video 8 besitzen, sollten Sie sich Gedanken über die Haltbarkeit dieser Aufnahmemedien machen. Nicht selten können Videobänder bei optimaler Lagerung (keine Feuchtigkeit und nur geringe Temperaturschwankungen) bis zu zwei Jahrzehnte abspielbar bleiben. Aber selbst wenn Ihre Videokassetten mechanisch einwandfrei ablaufen, so kann in dieser Zeit die Bildqualität durch magnetische Außeneinwirkungen merklich nachlassen. Es kommt hierbei zu unscharfen und blassen Bildern, weil Kontrast und Farbsättigung deutlich nachlassen. Auch wenn es nicht sofort eintritt, können gealterte Bandkassetten Ihr Videogerät bei häufigem Einsatz beschädigen, da sich der Bandabrieb durch den Materialalterungsprozess verstärkt und somit die Videoköpfe als auch die Transportrollen zunehmend fehlerhaft arbeiten. Zwar kann das Videogerät mit viel Aufwand wieder gereinigt werden, die betroffenen Videobänder sind aber oftmals irreparabel geschädigt und Ihr Videomaterial unwiederbringlich verloren. Ein weiterer Grund für eine zeitnahe Archivierung Ihrer Videoaufnahmen ist die Materialalterung bei Videogeräten. Selbst in den hochwertigsten Videorekordern sind Rollen und Antriebsriemen aus Gummi vorhanden, die mit der Zeit entweder aushärten und schrumpfen oder sogar in Auflösung verkleben. Antriebsräder und Hebel aus Kunststoff werden mit den Jahren spröde und zerbrechen bei plötzlicher Wiederbelastung. Wie können Sie nun Ihre Aufnahmen dauerhaft vor dem Verlust schützen?

Sicherung einer VHS-Kassette auf DVD und Blu-ray

Eine VHS-Kassette zeichnet ein analoges Bildsignal in einer Auflösung von 320 x 240 Bildpunkten auf und bietet Ihnen im normalen Abspielmodus bis zu 240 Minuten Laufzeit. Einige Videogeräte können im sogenannten ‚Longplay-Modus‘ betrieben werden, der die Aufnahmezeit eines Videobandes verdoppelt, aber die Auszeichnungs-Qualität stark reduziert. In beiden Fällen können für die Archivierung einer solchen VHS-Kassette DVD-Rohlinge oder auch Blu-ray Rohlinge verwendet werden. Wie kann nun aber der Filminhalt eines VHS-Bandes technisch auf einen solchen Rohling übertragen werden? Geräte und Software zur Sicherung von Videobändern können Sie auf eBay finden.

Benötige Technik und Software

Grundvoraussetzung für die Archivierung eines VHS-Videobandes ist ein zuverlässig arbeitender VHS- Videorecorder oder ein Videospieler (auch Videoplayer genannt). Ein Camcorder mit VHS-Technik kann die Abspielung ebenfalls übernehmen. Sie benötigen weiterhin spezielle Video-Adapterkabel, beispielsweise mit Cinch-Steckern (in der Regel zweimal Audio und einmal Video), SCART-Adaptern (mit Umschalter für Video-In/Out) oder auch einem S-VHS-Stecker.

Aufnahme mit einem eigenständigen DVD- oder Blu-ray-Recorder

DVD- oder Blu-rayrecorder bieten Ihnen die Möglichkeit, ein VHS-Band ohne weitere tiefgehende Kenntnisse der Videobearbeitung zu archivieren. Auf aufwendige Kapitelsteuerungen mit Begleitmusik und Schnitteffekten wird hierbei verzichtet. Es gibt hierzu Kombigeräte, die aus einem Videorecorder und einem DVD-Rekorder bestehen und eine direkte Archivierung in beide Richtungen erlauben. Es sind auch reine DVD-Rekorder verfügbar, die mit dem bereits vorhandenen VHS-Recorder oder VHS-Abspieler verbunden werden. In beiden Fällen ist anhand der Filmlänge ein passender Rohling zu bestimmen und ggf. eine einfache Menüführung einzurichten. Im Anschluss daran wird die Archivierung parallel zur Abspielzeit der VHS-Kassette auf der DVD ausgeführt. DVD-Recorder mit Festplatte nehmen die Archivierungen zunächst intern auf und ermöglichen eine spätere DVD-Erstellung.

Aufnahme mit einem digitalen Camcorder über den Komponentenanschluss

Wenn Sie bereits im Besitz eines digitalen Camcorders mit Komponentenanschluss sind oder dessen Anschaffung planen, kann mit diesem Gerät die Archivierung der VHS-Videobänder ausgeführt werden. Die Videosignale werden bei einem digitalen Camcorder auf einer internen Festplatte oder einer Speicherkarte mit hoher Speicherkapazität aufgezeichnet und können von dort aus wieder auf einen PC oder Laptop ausgelesen und weiterverwendet werden. Falls Ihnen keine Videoschnitt-Software vorliegt und Sie auf Menüsteuerungen und Effekte verzichten können, bietet sich die Nutzung einer DVD-Brennsoftware an. Brenn-Software assistiert Ihnen bei der Übertragung Ihrer Video-Archivdatei auf einen DVD-Rohling oder eine Blu-ray Disc, indem sie Sie Schritt für Schritt durch die Aufzeichnungsschritte bis hin zum eigentlichen Brennvorgang führt.

Aufnahme mit einem Personal Computer und einem Videoschnittstelle

Einfache Personal-Computer und Laptops besitzen keine technische Ausstattung zur Videofilm-Archivierung. Für die Anbindung eines VHS-Videorekorders an solche Geräte sind eine Videoschnittstelle und ein Videoschnitt-Programm erforderlich. Vorteilhaft bei dieser Lösung sind die Funktionen zur Schnittbearbeitung und Bildverbesserung. So können Sie beispielsweise mehrere Filmausschnitte erzeugen und zu einem neuen Film zusammenschneiden. Bildverbesserungen alter VHS-Aufnahmen in den Bereichen Kontrast und Bildschärfe sind in einem gewissen Umfang möglich und werten Ihr Filmmaterial auf. Für Video-Schnittstellen bieten sich Ihnen mehrere technische Umsetzungen.

Analoge oder digitale Videoerfassung und passende Adapter

Bei den verfügbaren Lösungen zur Videoerfassung werden oft die Begriffe „digitale Erfassung" und „analoge Erfassung" verwendet. Geräte mit einer reinen digitalen Signalverarbeitung besitzen nicht immer die passenden Eingangsanschlüsse für einen VHS-Videorekorder, Videoplayer oder VHS-Camcorder. Bei der Auswahl der Videoschnittstelle ist daher auf Anschlüsse zur analogen Videosignalverarbeitung oder die Verfügbarkeit von Adapterkabeln zu achten. Sie erkennen passende Geräte an „Cinch-Anschlüssen" oder SVHS-Buchsen. Videoschnittstellen mit analoger Erfassung weisen zumindest Cinch-Anschlüsse auf. Sollte Ihr Ausgabegerät nur über Ausgänge für Scart oder S-VHS verfügen, gibt es auf eBay passende Adapterkabel.

Laptop und PC mit Videograbber über externen USB-Anschluss

Hierbei dient ein sogenannter Videograbber als Schnittstelle. Dieses Gerät besitzt Anschlüsse passend zu Ihrem Videorekorder (AV-Buchsen für Audio und Video-Signal und ggf. ein SVHS-Anschluss) und wird über einen USB-Anschluss an Ihren PC oder Laptop angeschlossen. In der Regel liegt einem Videograbber eine Videoschnittsoftware bei, welche das direkte Schreiben eines DVD-Rohlings ermöglicht oder auch eine Archivierung auf Festplatte zur späteren Videobearbeitung und DVD-Erstellung.

PC mit Videoschnittkarte als fester Einbau

Bei dieser Variante wird die Videoschnittstelle über eine Videoschnittkarte realisiert, die fest in den PC eingebaut wird. Videoschnittkarten bieten höhere Aufzeichnungsqualitäten und mehr Eingangsanschlüsse als USB-Videograbber an. Da sie eigene Prozessoren zur Bildbearbeitung einsetzen, können sie den PC bei der Bildverarbeitung hinsichtlich der Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich unterstützen.

PC und spezielle Grafikkarte mit Video-In-Funktion /Satelliten- oder DVB-Karte

Falls Ihr PC wenige Steckplätze für Zusatzkarten aufweist, können Sie eine Grafikkarte mit Video-Aufzeichnungsfunktion einsetzen. Oftmals bieten Zusatzkarten für den Satelliten- oder DVB-Empfang neben ihrer eigentlichen Funktion auch einen Eingang zur Videosignalbearbeitung an. Die mitgelieferte Software kann einfachen Ansprüchen zur DVD-Erstellung schon genügen, fallweise kann auch Videoschnittsoftware eines Drittanbieters notwendig sein.

Videoschnitt-Software

Wenn Sie eine DVD individuell gestalten oder das Ausgangsmaterial verbessern müssen, ist der Einsatz einer professionellen Videoschnittsoftware (auch DVD-Authoring-Software) notwendig, die Sie von der Kapitelsteuerung über die Bildverbesserung und die Videoeffekterzeugung bis hin zur Videokonvertierung unterstützt. Achten Sie beim Kauf einer Videosoftware auf die technischen Anforderungen hinsichtlich Prozessorleistung, Arbeitsspeicher, Festplattenspeicherplatz und benötigtes Betriebssystem. Die Prozessorleistung und der verfügbare Arbeitsspeicher spielen bei der Endbearbeitung einer erfassten Videodatei eine maßgebliche Rolle. Zu empfehlen ist ein Prozessor mit mehreren Kernen und hoher Taktrate sowie ein schneller Arbeitsspeicher mit nicht weniger als vier Gigabyte. Beim Einsatz einer Videoschnittsoftware ist auch zu beachten, dass bei der Filmarchivierung genügend Speicherplatz auf der Festplatte vorhanden ist. Ein Videoband mit zwei Stunden Filmmaterial kann eine temporäre Projektdatei von mehr als 12 Gigabyte erzeugen. Kommt es bei der Erfassung der Videofilmdaten zu einem Engpass, so kann die Archivierungsarbeit gestört und ein Bearbeitungsabbruch oder ein fehlerhaftes Ergebnis zur Folge haben. Projektdateien werden bei der Endbearbeitung der Software wieder in ein deutlich kleineres Speichervolumen umgerechnet, Sie müssen also nicht befürchten, Ihren Festplattenspeicherplatz mit jeder Archivierung zu überlasten. Achten Sie auch auf die Kompatibilität der Videoschnitt-Software zum vorhandenen Betriebssystem. Je nach Anforderungsgrad sind auf eBay passende Softwarepakete zu finden, die je nach Hersteller auch durch Zukäufe erweiterbar sind. Planen Sie generell beim Einsatz einer Videoschnittsoftware genügend Zeit ein. Die reine Erfassung erfolgt in Echtzeit, d. h. gleichgesetzt zur Filmdauer des Videobandes. Dazu kommt noch die Umrechnung der Projektdatei, die je nach Rechnerleistung deutlich schwanken kann. Insgesamt betrachtet ist also keine zeitliche Verkürzung bei einer VHS-Videoarchivierung möglich, sondern es kommt zu einem mehrfachen der eigentlichen Laufzeit.

Geeignete Rohlinge und DVD-Brenner zur Archivierung

DVD-Rohlinge gibt es in verschiedenen Formaten und Kapazitäten. Normale DVDs sind einmal beschreibbar und haben eine Kapazität von 4,7 GB. Sie können etwa 120 Minuten Videofilm in guter Qualität aufzeichnen. Es gibt die verschiedenen Format DVD , DVD – und DVD -. Sie können Ihrer Gerätedokumentation entnehmen, welches Rohlingformat für Ihr Gerät geeignet ist. Für die ersten Archivierungsversuche eignen sich wiederbeschreibbare DVDs mit der Kennung „RW“, hier ist jedoch zu beachten, dass für die Endversion ein einmalig beschreibbarer Rohling eingesetzt wird, da wiederbeschreibbare Rohlinge nicht von allen DVD-Spielern akzeptiert werden. Dual- oder auch Double-Layer DVDs bieten fast doppelte Kapazität, für ihren Einsatz muss das im PC oder DVD-Recorder eingesetzte DVD-Laufwerk jedoch geeignet sein. Blu-ray Rohlinge haben eine Kapazität von 25 GB. Es sind auch Dual-Layer Varianten erhältlich, deren Kapazität 50 GB beträgt. Für die Nutzung einer Blu-ray benötigen Sie ein spezielles Laufwerk. Entscheidender Vorteil ist die hohe Speicherkapazität, die beispielsweise im Unterhaltungsbereich (Kinofilme) sehr hohe Bildauflösungen gestattet. Da VHS-Videomaterial eine vergleichsweise niedrige Auflösung aufweist, kann eine ganze Anzahl von Videobandarchivierungen auf nur einem Medium gespeichert werden.

Sicherung einer Video 8 Cassette auf DVD

Die Sicherung einer Video 8 Cassette unterscheidet sich nicht wesentlich von der Sicherung der VHS-Bänder. Sie kann direkt mit einem Video 8 Camcorder als Video-Quelle und den beschriebenen Videoschnittstellen erfolgen. Sollten Sie keinen Camcorder zur Verfügung haben, sind Gebrauchtgeräte auf eBay zu finden. Alternativ kann ein Video 8-Recorder genutzt werden, auch hier können Sie fündig werden.

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