VHS-Kassetten auch auf neueren TV-Geräten abspielen

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Mit diesen Geräten können Sie Ihre alten VHS-Kassetten auch auf neueren TV-Geräten abspielen

Ein Videorekorder gehört heute fast schon zur Standardausstattung eines jeden Wohnzimmers. Egal, ob zum Aufzeichnen der Lieblingsserie, zum Archivieren von Filmen oder zum Abspielen der selbst aufgenommenen Urlaubsvideos, so ein Videorekorder kann viele Funktionen erfüllen.

In den letzten Jahren hat sich die Definition des Videorekorders jedoch stark verändert. Während vor einigen Jahren unter dem Begriff „Videorekorder" noch ein analoges Gerät zum Abspielen von VHS-Kassetten zu verstehen war, arbeiten aktuelle Videorekorder bereits digital und speichern die Aufnahmen daher nicht mehr auf einer klassischen Videokassette, sondern auf einer integrierten Festplatte oder einem angeschlossenen Datenträger.

Doch viele Menschen sind noch im Besitz der guten alten Videokassette, die sich viele Jahre lang einer großen Beliebtheit erfreute. Einige alte Filmklassiker wurden nur auf Videokassetten archiviert, vor allem alte Urlaubsvideos liegen meist noch in analoger Form vor.

Der Anschluss eines klassischen Videorekorders an einen herkömmlichen Röhrenfernseher ist erwiesenermaßen kein Problem, doch wie sieht es mit der Verwendung von VHS-Kassetten in Kombination mit einem aktuellen Fernseher aus? Keine Sorge, mit den entsprechenden Geräten können Sie Ihre alten VHS-Kassetten weiterhin verwenden, auch dann, wenn Sie sich bereits einen modernen Flachbildfernseher gekauft haben. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen kleinen Einblick in die Welt der VHS-Kassetten und sagt Ihnen, welche Geräte Sie benötigen, um diese auf Ihrem neuen TV-Gerät abspielen zu können. Zudem erfahren Sie, warum es von Vorteil sein kann, die alten VHS-Kassetten zu digitalisieren und damit auf einem PC oder Notebook verwenden zu können.

Wie funktionieren VHS-Kassetten überhaupt?

Das Aufzeichnungs- und Wiedergabesystem „VHS" gibt es schon seit 1976. Der Hersteller JVC entwickelte das analoge System für Videorekorder, das sich schon nach kurzer Zeit als Standard für private Magnetbandaufzeichnungen durchsetzte.

Die Bilddaten werden bei VHS in einer Schrägspur direkt auf dem Band gespeichert. Für die Aufzeichnung und Wiedergabe läuft das Band im Halbkreis um eine schräg stehende Trommel und bewegt sich dabei nur mit wenigen Zentimetern pro Sekunde. Die Trommel selbst ist mit zwei gegenüberliegenden Schreib- und Leseköpfen ausgestattet, die jeweils abwechselnd zum Einsatz kommen. Dadurch dass die Köpfe schräg angebracht sind, laufen sie auch schräg über das Band und können so die diagonal aufgenommenen Informationen auslesen.

Der Unterschied zwischen VHS und S-VHS

Klassische Videorekorder arbeiten mit zwei unterschiedlichen Technologien, namentlich VHS, was für „Video Home System" steht, und S-VHS, was die Abkürzung für „Super Video Home System" ist. Die beiden Technologien unterscheiden sich vor allem in der Qualität der wiedergegeben Bilder. Im Vergleich zum VHS-Standard ist der S-VHS-Standard in der Lage, 60 Prozent mehr Zeilen für den Bildaufbau zu verwenden. Dadurch wird das Bild deutlich schärfer und vor allem detailreicher dargestellt. Wenn Sie einmal die Möglichkeit haben, beide Technologien miteinander zu vergleichen, wird Ihnen sofort auffallen, dass das S-VHS-Bild insgesamt sehr viel klarer und eindrucksvoller wirkt.

S-VHS ist jedoch nicht nur bei der Bilddarstellung im Vorteil, auch beim Aufnehmen und Überspielen ist der Standard weit vorne. Bei der Aufnahme von Filmen oder beim Kopieren dieser kommt es häufig zu Qualitätsverlusten, die insbesondere dann gut zu sehen sind, wenn Sie den VHS-Standard verwenden. Mit dem S-VHS-Standard lassen sich die Qualitätsverluste weitestgehend minimieren, da das Bild aus mehr Zeilen aufgebaut ist als das Fernsehbild.

Um S-VHS nutzen zu können, müssen Sie einen Videorekorder erwerben, der diese Technik unterstützt. Eine gesonderte S-VHS-Kassette, welcher in der Regel deutlich teurer ist als eine klassische VHS-Kassette benötigen Sie hingegen nicht zwingend. Weiterer Vorteil: Mit einem S-VHS-fähigen Videorekorder können Sie auch S-VHS-Kassetten abspielen, die Sie beispielsweise von Freunden oder Verwandten erhalten haben.

Mit diesen Geräten lassen sich VHS-Kassetten auch auf neueren Fernsehern wiedergeben

Lesen Sie nun, welche Geräte Sie benötigen, um Ihre alten Videokassetten auch auf aktuellen TV-Geräten abspielen zu können und wo die Vor- und Nachteile der jeweiligen Geräte liegen.

Ein Stück Nostalgie – der klassische analoge Videorekorder

Bei der Wiedergabe von Videos denken viele Anwender zunächst an den klassischen Videorekorder

Vielleicht mögen Sie sich jetzt fragen, warum Sie sich für einen analogen Videorekorder entscheiden sollten, wo doch die digitale Variante mittlerweile besonders weit verbreitet ist. Zum einen ist es natürlich der günstige Preis, der analoge Videorekorder so interessant macht. Für kleines Geld können Sie sich einen Videorekorder anschaffen und damit Ihre VHS-Kassetten gemütlich am heimischen Fernseher ansehen.

Ein weiterer Grund, der für den analogen Videorekorder spricht, ist die Tatsache, dass viele Menschen ein großes Archiv von VHS-Kassetten besitzen, das sich im Laufe der letzten Jahrzehnte angesammelt hat. Mit einem digitalen Videorekorder können Sie diese Videos in der Regel nicht so ohne Weiteres ansehen.

Der dritte Grund, der für einen analogen Videorekorder spricht, ist der günstige Anschaffungspreis für Videokassetten. Für ein paar Euro können Sie auf eBay Mehrfachpackungen qualitativ hochwertiger Bänder erwerben.

Zu guter Letzt spielt das Ausleihen von Filmen aus der Videothek eine große Rolle. Auch hier kommen noch die guten alten VHS-Kassetten zum Einsatz, die Sie daheim nicht ansehen können, wenn Sie keinen analogen Videorekorder besitzen.

Worauf gilt es beim Kauf des klassischen Videorekorders zu achten?

Zunächst einmal sollten Sie sich für ein Gerät entscheiden, das Ihnen eine leichte Handhabung bietet. Dazu sollte der Videorekorder alle notwendigen Installationen und Einstellungen automatisch vornehmen. Dazu gehört auch die automatische Reinigung von Video- und Tonköpfen.

Achten Sie beim Kauf darauf, dass sich der Videorekorder leicht programmieren lässt. Mithilfe der ShowView-Funktion müssen Sie lediglich eine Zahlenkombination eingeben und diese bestätigen, um den Rekorder zu programmieren. Das lästige Eintippen von Start- und Endzeit sowie des Programms, das Sie aufnehmen möchten, entfällt.

Falls Sie gerne Fernsehserien aufnehmen möchten, die regelmäßig zum gleichen Zeitpunkt ausgestrahlt werden, sollten Sie beim Kauf des Videorekorders darauf achten, dass Sie bei der Programmierung zwischen „täglich" und „wöchentlich" auswählen können.

Gibt es Probleme, einen analogen Videorekorder an einem neuen TV-Gerät zu betreiben?

Die meisten Anwender haben einen Flachbildschirmfernseher. Daher stellt sich die Frage, ob sie einen analogen Videorekorder mit einem aktuellen TV-Gerät verwenden können. Dies ist möglich, doch auf einige Dinge sollten Sie dabei achten. Vor allem ist es wichtig, dass Sie den Videorekorder überhaupt an Ihren Fernseher anschließen können. In der Regel sind analoge Videorekorder mit einem oder mehreren SCART-Anschlüssen ausgestattet. Da viele neue TV-Geräte auf HDMI-Anschlüsse setzen, müssen Sie vor dem Kauf des Videorekorders überprüfen, ob Ihr Fernseher überhaupt einen SCART-Anschluss zur Verfügung stellt. Ist dies nicht der Fall, können Sie dennoch über den Kauf eines analogen Videorekorders nachdenken. Greifen Sie einfach zu einem SCART-zu-HDMI-Konverter und schließen Sie hier jeweils Ihren Fernseher und den Videorekorder an.

Eines muss Ihnen bei der Verwendung eines analogen Videorekorders in Kombination mit einem aktuellen TV-Gerät jedoch klar sein: Eine Full-HD-Auflösung dürfen Sie als Resultat nicht erwarten. Das Bild auf Ihrem Fernseher kann immer nur so gut sein wie die Bildqualität der Quelle. Einige aktuelle Fernsehgeräte haben sogar Probleme damit, das analoge Bildsignal des Videorekorders überhaupt darzustellen.

Ab ins moderne Zeitalter – die Digitalisierung von Videokassetten

Wenn Sie sich mit dem Gedanken, ein so altertümliches Gerät wie einen analogen Videorekorder zu kaufen, nicht anfreunden können, haben Sie die Möglichkeit, Ihre alten VHS-Kassetten zu digitalisieren. Dies hat zahlreiche Vorteile. So haben Sie zum Beispiel die Möglichkeit, Ihre gesamte Videosammlung platzsparend auf einer Festplatte oder einer DVD zu archivieren. Mit einer Videobearbeitungssoftware können Sie den alten Aufnahmen zudem frische Farbe und einen schöneren Kontrast verleihen.

Ein weiterer Vorteil der Digitalisierung ist die Tatsache, dass die digitalisierten Aufnahmen über einen längeren Zeitraum ihre Qualität beibehalten. Videokassetten werden mit der Zeit durch Staub, Schmutz und Sonneneinstrahlung immer schlechter, was sich auch auf die Bildqualität auswirkt.

Grundsätzlich gibt es drei Wege, um eine VHS-Kassette zu digitalisieren. Besonders verbreitet ist hierbei die Verwendung eines Analog-Digital-Wandlers. Hierzu schließen Sie den AD-Wandler einfach an Ihrem Desktop-PC oder Notebook an, installieren anschließend die nötige Software und schließen Sie zu guter Letzt den Videorekorder an den AD-Wandler an.

Eine weitere Möglichkeit, Ihre alten Videokassetten auf Ihrem neuen TV-Gerät zu verwenden und zu digitalisieren, ist ein DVD-VHS-Kombigerät. Hierbei handelt es sich um einen DVD-Player mit integriertem Videorekorder, der zusätzlich mit einer Digitalisierungsfunktion ausgestattet ist. Wenn der Kombiplayer mit einer integrierten Festplatte ausgestattet ist, benötigen Sie für die Digitalisierung nicht einmal einen PC, sondern können alle notwendigen Schritte automatisch vom Gerät ausführen lassen. Hierzu legen Sie einfach Ihre Videokassette in den Player ein, aktivieren die Digitalisierungsfunktion und finden das auf der Kassette befindliche Video anschließend auf dem Player wieder. Ist dieser mit einem USB-Anschluss ausgestattet, können Sie die so entstandene Videodatei schnell und unkompliziert auf einem externen Datenträger, wie beispielsweise einer Festplatte oder einem USB-Stick, sichern und dann an Ihrem Computer verwenden. So haben Sie die Möglichkeit, Videodateien auszulagern, falls die im Player integrierte Festplatte voll sein sollte.

Sie sehen, insgesamt stehen Ihnen viele Möglichkeiten zur Verfügung, Ihre alten VHS-Kassetten auch auf neuen TV-Geräten zu verwenden. Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden, auf die guten alten Magnetbänder müssen Sie in Kombination mit einem modernen Fernseher nicht verzichten.

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