VESTAX PMC 580 pro – Vorstellung

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Salection -Juni 08

Ein Schlachtschiff von Mixer. Klassische vier Kanäle mit ganz vielen Extras und einem Geheimfach. Trotzdem ist mein Eindruck durchwachsen. 

VESTAXs PMC580 Pro wird als „24bit full digital mixer“ der nächsten Generation angepriesen. Die Zukunft ist also digital, was nicht wirklich eine neue Nachricht ist. Damit werden die Möglichkeiten endlos, mit denen man einen Mixer ausstatten kann: verschiedene Faderverläufe, unterschiedliche EQ Typen, endlose Effektsektionen. Und natürlich digitale Ein- und Ausgänge. VESTAX hat sich hierbei vor allem auf die Effekte konzentriert.

Erster Eindruck

Breite und Höhe liegen in etwa im Maß eines klassischen Vierkanal-Clubmixers. In der Tiefe wurden beim PMC580 einige Zentimeter zugegeben. Platz der benötigt wird, um all die kanalbezogenen Effektregler und - buttons unterzubekommen. Davon gibt es so viele, dass man im ersten Moment von dem Angebot erschlagen wird. Die generelle Strukturierung scheint mir gelungen, durch unterschiedliche Regler- und Faderdesigns fehlt dem Mixer jedoch ein optisch gefälliges und einheitliches Äußeres. Weniger diplomatisch ausgedrückt: Er sieht ziemlich zusammengewürfelt aus. Ins Auge fallen einige Besonderheiten, wie ein EQ für Booth und Monitor, seperate Effekte für den Mikrofoneingang, ein Balanceregler an jedem Kanal sowie das, geschätzte drei Kilo schwere, externe Netzteil. Dazu kommt natürlich der eigentliche Schwerpunkt dieses Mixers, Effekte, Effekte, Effekte.

Das Herz

Die Basis wird durch vier Kanäle mit 60mm Linefadern, sowie einen Crossfader gebildet. Alle Fader sind, wie bei VESTAX nicht anders zu erwarten, hochwertig. Die Faderkurven können, sowohl für den Crossfader, als auch für die Linefader, über frontseitig angebrachte Regler eingestellt werden. Jeder der vier Hauptkanalzüge ist klassisch aufgebaut: Input-Selector, Gain, Cue-Button, Crossfaderzuweisung und 3-Band EQ. Der Kanal EQ kann zwischen klassischem Equalizer (+/- 12db), OFF und Isolator (+10db~Cut) umgeschalten werden. Andere digitale Mixer warten hier mit verschiedenen wählbaren EQ-Typen auf, der PMC gleicht dieses vermeintliche Defizit durch kanalbezogene Effekte aus.

Jeder Kanal verfügt über sechs Buttons zur Anwahl dieser Effekte und über zwei Drehregler, um deren Parameter und Level zu steuern. Bei der Arbeitsweise des (Kanal-) Effektweges hat man die Option zwischen einem Alternate Mode (der Effekt ist aktiv solange der Button gedrückt gehalten wird) und einem Momentary Mode (der Effekt wird durch drücken des Buttons ein- und ausgeschalten). Jeder Kanal verfügt über die (teilweisen BPM-synchronen) Effekte „Filter Sweep“, „Flanger“, „Reverb“, „Low Kill Delay“, „Delay“ und „Loop“, was nicht wirklich ein Effekt ist. (Dazu später mehr). Klang und Steuerung der Effekte sind dem Einsatzzweck angemessen. Hier gibt es nicht viel zu bemängeln. Ungewöhnlich, aber wohl auch VESTAX-typisch, ist die Balancereglung an jedem Kanal.

Die Flanken
Auf der linken Seite des PMC finden sich die Sektionen für das Mikrofon, Booth und Monitor. Das über eine Combobuches eingespeiste Mikrofonsignal kann mit den drei separaten Effekten Echo, Distorion und Pitch Shift bearbeitet werden. Sowohl Mikrofon, als auch Booth (Monitorbox) und Monitor (Kopfhörer) verfügen über einen 2-Band EQ (Hi/Low). Booth und Monitor lassen sich zudem mono schalten, letzterer verfügt natürlich noch über den wichtigen Cue/Master Regler, mit welchem man unter Kopfhörer das laufende Signal zumischen kann.

Die rechte Seite gehört den Effekten. Zusätzlich zu den Kanaleffekten können diese Effekte auf das Mastersignal oder auf ein der Seiten des Crossfaders angewandt werden. Zur Verfügung stehen hier “Filter” (LPF, BPF, HPF), “Flanger”, “Phaser”, “Delay”, “Reverb”, “Auto Pan”, “Pitch Shift”, “Tremolo” und “Panning Delay”. Damit der Effekt zum Tempo des Signals passt, kann man entweder den BPM-Wert per TAP-Button ermitteln oder auf den Auto-BPM Counter vertrauen.
Kommen wir zurück zum schon erwähnten Loop. Im Kanalzug besteht die Möglichkeit einen Loop aufzuzeichnen, dessen Länge durch „Beat Select“ Buttons zwischen 1/8 und 8 Beats variiert werden kann. Vor dem Einsatz sollte man das Tempo und die Looplänge festlegen. So man dann den Button „Loop“ betätigt wird das Signal des gewählten Kanals aufgezeichnet und man kann es über den Effekt –Levelregler zumixen. Leider ist es nicht möglich die BPM eines Loops zu ändern.

Anschlüsse

Auffällig ist der schraubbare Poweranschluß. Master und Booth sind doppelt, als XLR und Klinke ausgelegt, wobei ich die Kombination mit Cinch praxisnäher finde. Die vier Kanaleingänge können jeweils mit Line und Phono belegt werden. Zusätzlich steht an Kanal 1 ein USB-Anschluß zur Verfügung, welcher Sound vom Rechner auf Kanal 1 routet bzw. das Mastersignal in den Rechner zurückführt. Eine Treiberinstallation auf dem Rechner ist nicht nötig, der Mixer wird als „USB Audio Device“ erkannt und kann entsprechend ausgewählt werden. An Kanal 2 und 3 können digitale Quellen, wie z.B. CD Player angeschlossen werden. Der PMC580 bietet sowohl einen digitalen, als auch zwei analoge Record Outs. Record Out 2 lässt sich zudem als „Effekt Send“ Kanal einsetzen und findet im darunter liegenden „RCV In“ das passende Gegenstück für die Signalrückführung.

Geheimfach 

An der Frontseite findet sich ein „Option Slot“ oder zu deutsch: eine Blende, die noch unbestückte Gehäuseöffnungen verdeckt. Hier kann man das optional erhältliche DX-Panel verbauen und somit die Ein- und Ausgänge an die Vorderseite des Mixers verlegen. Bei diesem Feature wurde scheinbar an DJs gedacht, die mit digitalen Vinylsystem unterwegs sind.
Schleierhaft ist mir, warum die Anschlüsse nicht gleich verbaut wurden bzw. wie sich eine eigenmächtiges Öffnen des Gehäuses zum Slot-Einbau auf den Garantieanspruch auswirkt.

Sound und Handling
Der verbaute 48kHz/24 bit AD/DA Wandler leistet gute Arbeit. Der Sound ist klar und kraftvoll. Die Bedienung der Grundfunktionen des Mixers ist ohne große Einarbeitung möglich, da der Aufbau sehr klassisch ist. Für einen optimalen Effekteinsatz sollte man aber das Manual studieren und etwas üben. Gerade das Zusammenspiel von kanal- und Mastereffekt führt schnell zu einer Soundüberfrachtung. Etwas enttäuscht bin ich von der Loop-Sektion. Viele Knöpfe, nicht viel dahinter. Eine maximale Länge von 5,4 Sekunden (bei 8 Beats/2 Takten) ist nicht wirklich fett, dazu kommt die fehlende Möglichkeit das Tempo des Loops zu ändern.

Fazit
Alles in allem ein solider, qualitativ guter Mixer mit (für meinen Geschmack) gutem Klang, aber irgendwie zu vielen Extras und einem weniger gutem Preis/Leistungsverhältnis. Wenn ich mir vor Augen halte, dass man in der preislichen Abteilung (UVP 1900 Euro/ Street aktuell 1440 Euro) einen Zero8, einen Pioneer 800 oder (fast) einen A&H 3D bekommt, steht der PMC, der weder über MIDI-Funktion, noch ein wirkliches Audio-Interface verfügt, weit hinten. Klar sollte man nicht alles am Preis festmachen und nicht jeder braucht MIDI und eine Soundkarte im Mixer, hier frage ich mich aber schon wo die Zielgruppe zu verorten ist?

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Kontakt:

Tel: 0351 4845866

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