V8 – der Klassiker von Audi im Überblick

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V8 – 8 Zylinder, 32 Ventile und 4 Nockenwellen – der Klassiker von Audi im Überblick

Der Audi V8 kam erstmals 1988 auf den Markt und wurde bis 1994 angeboten. Hersteller war die Audi AG, die mit dem Audi V8 die erste Limousine im Segment der Oberklasse produzierte. Angetrieben wurden alle Modelle mit einem V8-Motor und sie hatten einen serienmäßigen, permanenten Allradantrieb, was eine weltweite Neuheit war. Die Limousine gab es in zwei Versionen, wobei eine Version einen Radstand aufwies, der um 30 cm breiter war als der der anderen. Angetrieben wurde der Audi V8 anfangs mit einem 3.6-Liter-Achtzylindermotor, der stolze 250 PS mitbrachte. Eine Aufstockung auf einen 4.2-Liter-V8-Motor mit 280 PS folgte kurz darauf. Als Antriebsarten waren Modelle mit manueller Fünf- oder Sechsgangschaltung sowie mit Automatik erhältlich.

Die Baureihe war eine Neuentwicklung ohne Vorgängermodell und umfasste insgesamt sieben Varianten: Der Audi V8 Automatik stammt aus dem Baujahr 1988, die Fahrzeuge Audi V8 Oettinger 4.0 und Audi V8 Fünfgang wurden ab 1990 gebaut, die Autos Audi V8 3.6, Audi V8 4.2 und Audi V8 4.2 Automatik sind allesamt seit 1991 auf den Markt gebracht worden und zuletzt komplettierte der Audi V8 4.2 lang ab dem Jahr 1992 die Baureihe. Autos dieser Baureihen sowie Pkw-Ersatzteile finden Sie auch bei eBay.

Der Audi V8 blieb hinter den erwarteten Verkaufszahlen weit zurück

Der Versuch, sich mit dem Audi V8 im Bereich der Oberklasse nachhaltig zu etablieren, scheiterte zunächst. Das gelang erst mit dem Nachfolger der Baureihe, dem Audi A8. Tatsache ist, dass die Verkaufszahlen hinter den prognostizierten Werten zurück blieben. Gründe hierfür sind vermutlich in der ähnlichen Linienführung der Karosserie zu suchen, die stark an die Baureihe der kleineren Modelle 100/200 erinnerte. Die neue Technik des Fahrzeugs konnte die Kaufentscheidung der potenziellen Nutzer aufgrund der optischen Verwechslungsgefahr nicht ändern. Hinzu kam ein werbestrategischer Fehlgriff: Kurz nachdem der Audi V8 in den Medien vorgestellt wurde, folgte die Präsentation des neuen Audi 100. Ungünstigerweise war es der Audi 100, der als Basis für die Neuentwicklung des Audi V8 Pate gestanden hatte. So stand der interessierte Käufer zwei sehr ähnlich aussehenden Fahrzeugen gegenüber, die sich preislich exorbitant unterschieden, sowohl in der Anschaffung als auch in den begleitenden Kosten für Versicherung, Unterhalt und Steuern.

Der Audi V8 war ausschließlich mit hochwertiger Ausstattung zu haben. Dazu gehörten Ledersitze, Klimaautomatik, Automatikgetriebe und andere Ausstattungsdetails. Verglichen die Verbraucher die Preise adäquater Konkurrenzprodukte, wie z. B. die S-Klasse von Mercedes Benz oder den 7er von BMW mit dem Audi V8, zeigte sich ein Preisunterschied von 30 %. Der Audi V8 war schlicht zu teuer. Der Einstiegspreis für das Luxusmodell lag im Einführungsjahr bei 98.700 DM, in der langen Ausführung sogar bei 155.000 DM. Im Jahr 1990 kostete das vereinfachte Grundmodell immer noch 84.950 DM bis 88.250 DM, die Exklusivausstattung lag bei 102.000 DM und die Langversion des Audi V8 war nach wie vor mit einem Preis von 155.000 DM beziffert. Außerdem hatte Audi noch keinen etablierten Stand am Markt, insbesondere was die Oberklasse anging. Alle diese Gründe zusammen führten dazu, dass sich der Audi V8 nicht gut verkaufte.

Das Kernstück des Audi V8: der starke Achtzylindermotor aus Aluminium

Der Audi V8, den Sie auch bei eBay kaufen können, wurde ausschließlich mit einem Achtzylindermotor produziert. Der Motor war komplett aus Aluminium und hatte zunächst einen Hubraum von 3.6 Litern, wies 32 Ventile auf sowie 4 Nockenwellen, die oben lagen. Das Drehmoment lag in der Spitze bei 340 Nm und 4.000 Umdrehungen pro Minute.

Als 1992 der größere 4.2-Liter-Motor mit 280 PS, 400 Nm und 5 800 Umdrehungen zum Einsatz kam, konnte dem Audi V8 trotz des verhältnismäßig geringen Unterschieds eine deutlich bessere Leistung bescheinigt werden. Allerdings benötigte das Auto auf 100 km rund 14 Liter und lag damit erhebliche 2 Liter über dem Verbrauch der kleineren Bauvariante.

Zur Steuerung des Motors setzte Audi die Klopfsensorik sowie Motronic ein. Die Klopfsensorik ist eine Technik, die den Wirkungsgrad des Motors und damit die Leistung verbessert. Anhand der sich entwickelnden Klopfgeräusche, die ein Motor während des Betriebes produziert, kann der Klopfsensor erkennen, ob die augenblickliche Verbrennung optimal eingestellt ist. Weichen die zu erwartenden Klopfgeräusche von den tatsächlich erkannten Klopfgeräuschen ab, sorgt die Klopfsensorik dafür, dass der erforderliche Zündzeitpunkt so verschoben wird, dass der Verbrennungsvorgang optimal eingestellt ist, um die größtmögliche Ausnutzung der Verbrennungsenergie zu erreichen. Die Motronic wiederum koppelt die Benzineinspritzung mit dem Zündsystem. Was früher über Seilzugsysteme erfolgte, nämlich die Spritzufuhr, wird mittels der Motronic, die einen Mikrocontroller zur Motorsteuerung aufweist, teilweise elektronisch übernommen.

Der Audi V8 mit serienmäßigem Allradantrieb und Automatikgetriebe mit Lamellenkupplung

Als Weltneuheit gelang es Audi, seine erste Luxuslimousine mit einem serienmäßigen, permanenten Allradantrieb auf den Markt zu bringen. Auch das Allradsystem arbeitete autark. Bei einer Kombination von Allradantrieb und Automatikgetriebe verteilt sich die Leistung des Motors auf jedes Rad unterschiedlich, wobei die Verteilung von der herrschenden Bodenhaftung abhängt. Der Fahrer merkt von diesem Vorgang nichts und muss auch nicht aktiv werden und beispielsweise die Differentialsperre dazu schalten. Dieser Knopfdruck wird dem Fahrer von der vorhandenen Technik automatisch abgenommen: Die Lamellenkupplung sperrt das Zentraldifferential und das Torsen-Differential, das die Hinterachse kontrolliert. Die Aufgabe von Differentialen besteht in der Hauptsache darin, Räder so zu steuern, dass sie trotz gleichbleibenden Vortriebs unterschiedlich schnell drehen. Wichtig ist das z. B. bei Kurvenfahrten, bei denen das innere Rad nicht so schnell drehen sollte wie das äußere Rad. Die elektronische Steuerung des Audi V8 war in der Lage, die normale Kraftverteilung, die üblicherweise im Verhältnis 50/50 auf die Achsen übertragen wurde, zu 100 % auf eine Achse zu lenken. Auch war sie fähig, die einzelnen Räder separat anzusteuern.

Im Jahr 1992 brachte Audi nach dem manuell zu bedienenden Fünfganggetriebe ein Modell mit 4.2-Liter-Motor und Sechsgang-Schaltgetriebe auf den Markt, den Audi V8 4.2 lang. Trotzdem kauften die Kunden überwiegend die Automatikversion. Als Konsequenz können Sie nun sehen, dass es nur sehr wenige Modelle der erwähnten 1992er-Reihe gibt. Falls Sie sich für ein so seltenes Fahrzeug interessieren, sollten Sie hinsichtlich der Differentialschaltung wissen, dass beide Achsen mit einem Torsen-Mitteldifferential ausgestattet sind. Auch bei eBay können Sie zu diesem und zu den anderen Modellen fündig werden.

Hauptmerkmal des Audi V8: Die vollverzinkte Karosserie mit breiten Kotflügeln

Hauptmerkmal der Karosserie des Audi V8 ist das Material. Es ist vollverzinkt. Auf Basis der Karosserie konstruierte Audi ein Fahrzeug, das breite Kotflügel aufwies. Das war nötig, um die verbreiterte Spurweite unterbringen zu können. Ausgehen von dem breiten Kotflügelmaß glichen die Designer die Gestaltung der Türen und der hinteren Stoßstange an. Gleichzeitig versahen Sie die Neuentwicklung mit vollständig in Rot eingefärbten Rücklichtern, wobei Audi ein bislang nicht gängiges Verfahren anwendete. Die Blinker blieben weiterhin im bekannten Orange. Die lange Grundversion wurde in Graz von Steyr-Daimler-Puch produziert. Allerdings sind von diesem Modell insgesamt weniger als 300 Stück produziert worden, was sie zu einer Seltenheit macht.

Im Dauertest wies der Audi V8 nur geringe Mängel auf

In den damaligen Langzeittests von Autozeitschriften über 100000 km schnitt der Audi V8 überdurchschnittlich gut ab. Allerdings müssen dazu inzwischen einige Abstriche gemacht werden. Aufgrund der geringen Produktionszahlen schlagen anstehende Reparaturen mit hohen Kosten zu Buche. Immerhin sind nur noch ein paar Autos dieser Baureihe auf dem deutschen Markt, und es werden immer weniger. Damit hängt auch zusammen, dass Ersatzteile für den Audi V8 nicht leicht zu bekommen sind und generell einen hohen Preis aufweisen, wenn man die Ersatzteilpreise vergleichbarer Fahrzeuge anderer Hersteller betrachtet. Audi produzierte zwar auch 2013 noch neue Ersatzteile für den Audi V8, stellt jedoch die Produktion für ältere Baureihen gemäß der Firmenpolitik Schritt für Schritt ein. Damit Sie eine Vorstellung vom Preisgefüge haben, sei gesagt, dass Anfang der 1990er Jahre der Preis für einen neuen Motor bei 20.000 DM lag. Dieser Preis wurde beispielsweise auch für einen neuen VW Golf aufgerufen. Ein kompletter Satz Bremsscheiben für die vordere Achse kostete 1.500 DM und ein neues Automatikgetriebe 13.000 DM.

Im Praxistest zeigt sich, dass das Fahrverhalten des Autos vorbildlich ist. Die Bodenwellen sind kaum zu spüren, das Differentialgetriebe sorgt für angenehme Sicherheit auch in Kurvenlage, bei nasser Fahrbahn oder ungleichen Fahrbahnoberflächen. Wer sich einmal in den luxuriösen Innenraum gesetzt hat, wird sich wohlfühlen. Die exklusive Lederausstattung fasst sich weich an, die Polsterung ist bequem und die Sitze sind in verschiedene Winkel verstellbar. Mittels Klimatronik ist für eine optimale Temperatur gesorgt. Auch optisch macht der Audi V8 eine gute Figur. Das Armaturenbrett in Nussholzoptik wirkt edel und sehr hochwertig durch sein glänzendes Oberflächenfinish. Die Anzeigegeräte sind in die Oberfläche eingelassen und geben mit unaufdringlich gestalteten Zahlen die notwendigen Werte bekannt. Vom Fahrgeräusch sind Sie im Innenraum gut abgeschirmt. Der Motor schnurrt, trotz des V8-Motors, regelmäßig und leise. Die Beschleunigung von 0 auf 100 liegt beim Automatikfahrzeug zwischen 6,8 und 7,9 Sekunden, je nach Ausführung der Gangschaltung. Das Fahrzeug mit dem manuellen Schaltgetriebe schafft die Beschleunigung von 0 auf 100 in 7,9 bis 9,2 Sekunden. Die Spitzengeschwindigkeit beider Fahrzeugvarianten liegt zwischen 235 km/h und 249 km/h, und das bei einem Leergewicht von 1710 kg. Mit dem Tankinhalt von 80 Litern fährt der Audi V8 bei einem gemittelten Durchschnittsverbrauch von 12,5 Litern rund 640 km weit.

Der Audi V8 – Oberklassewagen von renommiertem Hersteller mit hohem Kostenfaktor

Der Oberklassewagen von Audi bringt hohe Reparaturkosten mit sich. Sogar Reparaturleistungen, die bei anderen Autos im mittleren Bereich liegen, summieren sich kostenmäßig sehr schnell auf einen Wert, der deutlich über dem Zeitwert des Autos liegt. Empfehlenswert ist ein Audi V8 deshalb vorzugsweise für geschickte Mechaniker, die Zeit haben, sich mit Begeisterung dem seltenen Fahrzeug zu widmen. Allerdings ist das Fahrgefühl aufgrund der ausgefeilten Technik gut. Ob das jedoch den Kostenfaktor aufwiegen kann, müssen Sie für sich selbst entscheiden.

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