Urlaubsfeeling daheim: Tipps & Tricks für den Anbau von Schatten spendenden Palmen

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Urlaubsfeeling daheim: Tipps & Tricks für den Anbau von Schatten spendenden Palmen

Schwere Kokosnüsse, süße Kokosmilch direkt aus der Frucht, gigantische Palmenwedel, die sicher vor der Sonne der Südsee schützen – diese und ähnliche Assoziationen werden bereits beim Erwähnen der Palme geweckt. Sie mögen es heiß und trocken und geben uns das wohlige Gefühl von Entspannung und Sorglosigkeit bereits in dem Moment, wenn wir in Spanien auf Hawaii oder irgendwo in der Sonne aus dem Flugzeug steigen.
Weltweit gibt es mehr als 2500 verschiedene Palmenarten mit den unterschiedlichsten Gesichtern und Eigenschaften. Durch Film und Fernsehen ist vor allem die Kokospalme berühmt geworden. In vielen Ländern wird das stabile Holz einiger Palmenarten zum Bau von Häusern und Gerüsten verarbeitet, auch Fischerboote können aus diesem Material gefertigt werden. Die Palme ist eines der bekanntesten Symbole für den Strandurlaub, für das südländische Ambiente und die Flucht aus Alltag und dem Stress zu Hause. Obwohl es die Pflanzen gerne mollig warm haben, können sie unter den richtigen Bedingungen auch sehr gut in Ihren vier Wänden oder Ihrem Garten gedeihen. Mit der richtigen Pflege und ein wenig Fingerspitzengefühl holen Sie sich das besondere Urlaubsfeeling ganz einfach zu sich nach Hause.

Aufgepasst beim Palmenkauf

Wenn Sie sich eine echte Palme für daheim wünschen, so können Sie diese entweder selbst aus jungen Samen ziehen oder Sie wählen gleich die etwas größere Variante und kaufen sich Ihre Wunschpalme als ausgewachsene Pflanze. Sollten Sie bislang noch keine Erfahrung mit Palmen gemacht haben, ist es ratsam, sich umfassend beraten zu lassen. Unterschiede in der Qualität können beträchtlich sein, je nachdem, wo die Pflanzen ursprünglich herkommen oder wie sie aufgezogen wurden. Palmen, die in einem Pflanztopf kultiviert wurden, haben den Vorteil, dass sie bereits an das hiesige Klima gewöhnt sind und nicht erst mühsam an die mitteleuropäischen Temperaturen herangeführt werden müssen. Pflanzen, die hingegen aus den tropischen Gegenden importiert und in ihrer Heimat auf Feldern gewachsen sind, können sich mit dem Leben im Topf unter klimatisch veränderten Bedingungen manchmal sehr schwer tun.

Darauf sollten Sie achten

Schauen Sie sich vor dem Kauf vor allem die Blätter ganz genau an. Diese sollten nicht dünn wie Papier, sondern kräftig und saftig grün sein. Die Palme sollte einen stabilen Eindruck machen und gerade gewachsen sein. Lassen Sie sich nicht von den beigelegten Bildern beeindrucken, auf denen Ihnen präsentiert wird, wie diese Pflanze einmal aussehen wird, sondern achten Sie nur auf das, was Sie tatsächlich sehen können.

Die Palme scheint schon beinahe eine Wissenschaft für sich zu sein. Unzählige Experten geben Tipps und Ratschläge in Büchern und Pflanzenratgebern. Für Hobbygärtner und diejenigen, die zum ersten Mal auf die Palme gekommen sind, gehört einschlägige Fachliteratur unbedingt auf die Einkaufsliste. Auch Videos und DVDs zum Thema können in Sachen Anzucht, Pflege und Kultivierung der Palme sehr hilfreich sein.

Anzucht aus Samen – Kokospalme selber ziehen

Wenn Sie in Besitz eines grünen Daumens sind, können Sie sich Ihre Lieblingspalme auch ganz einfach selber züchten. Alles, was Sie dazu brauchen sind, die richtigen Samen. Diese können je nach Art nur ein paar Millimeter groß und wenige Gramm leicht sein oder ein Gewicht von bis zu 26 Kilogramm erreichen – wie zum Beispiel die Samen der Seychellennusspalme. Doch nicht nur die Größe macht einen Unterschied, sondern auch die Keimzeit. Diese kann zwischen zwei bis drei Wochen oder sogar mehreren Jahren liegen. Die hierzulande erhältlichen Samen benötigen in der Regel eine Keimzeit von wenigen Monaten.

So bringen Sie die Samen zum Keimen

Besorgen Sie sich unbedingt frische Samen, die nicht ausgetrocknet sind, und legen Sie diese für ein paar Tage zum Quellen in lauwarmes Wasser. Anschließend legen Sie die Samen in einen wenn möglich beheizbaren Topf. Alternativ können Sie auch einen üblichen Tontopf nehmen, den Sie dann auf den Kamin oder die Heizung stellen. Achten Sie allerdings darauf, dass die Erde nicht austrocknet. Die beste Keimtemperatur liegt bei 25 bis 30 Grad. Während der Sommermonate können Sie die Töpfe auch einfach in die Sonne stellen. Die Samen sollten dabei nur auf der Erde aufliegen und von einer leichten Schicht bedeckt sein, die etwa zwei bis drei Mal so dick wie der Samen selbst ist. Wenn Sie Ihr Glück lieber in einem Gewächshaus versuchen möchten, sorgen Sie für eine konstante Temperatur um 28 Grad sowie ausreichend Flüssigkeit und achten Sie darauf, dass sich kein Schimmel auf der Erde bildet. Es gibt spezielle Kokoserden, ein Gemisch aus Sand und Anzuchterde eignet sich jedoch genauso gut und ist oftmals weniger kostenintensiv.

Je nach Sorte beträgt die Keimzeit zwischen sieben bis 24 Wochen, bevor sich das erste Keimblatt seinen Weg an die Oberfläche bahnt. Nun sind viel Wärme und Helligkeit ein absolutes Muss für die kleinen Pflänzchen. Passen Sie die Größe des Topfes immer dem Wachstum an, zu enge Räume sind Gift für die zarten Wurzeln der jungen Pflanze. Hat die Palme eine gewisse Größe und Stabilität erreicht, können Sie diese nun in Ihren Garten pflanzen – vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine Zimmerpalme.

Palmen für den Garten

Holen Sie sich das mediterrane Flair in Ihren Garten und lassen Sie Ihren Traum von der Südsee jeden Tags aufs Neue wahr werden. Viele Palmenarten können ohne Probleme auch hierzulande eingepflanzt werden. Diese Sorten sollten jedoch unbedingt winterhart sein, damit sie auch nach der Frostperiode nichts von ihrem Reiz verlieren. Die Nadelpalme und der Zwergpalmetto, die Honig- oder die Hanfpalme gehören häufig zur Zier deutscher Gärten und eignen sich bestens für den mitteleuropäischen Raum. Haben Sie die richtige Sorte für sich entdeckt, sollten Sie vor dem Kauf unbedingt auf die Größe achten. Dabei gilt: Je größer die Palme, desto besser kann sie gegen Wind und Wetter bestehen. Sie haben die Wahl, ob Sie Ihre Palmenpflanze in einen Kübel oder direkt in die Erde pflanzen. Kübelpflanzen können jedoch nicht draußen überwintern, da sie in den kleinen Töpfen schneller gefrieren und nicht so gut geschützt sind wie ihre Vertreter im warmen Erdreich.

Den geeigneten Standort finden

Auch im Winter sollte wenigstens ein bisschen Sonne heranreichen können. Je näher Sie die Pflanze an eine Hauswand stellen, desto wärmer hat sie es in der kalten Jahreszeit. In den ersten Wochen nach dem Kauf sollten Sie Ihre neuen Lieblinge noch nicht zu lange der prallen Mittagssonne aussetzen. Die jungen Palmen aus den Gewächshäusern holen sich tatsächlich schnell einen Sonnenbrand an den Blättern und müssen sich erst an das echte Licht der Natur gewöhnen. Sie können die Palmen durch ein Pflanzen-Vlies vor zu viel Sonne bewahren.

Palmen fürs Wohnzimmer

Für viele Sonnenanbeter ist der Winter ein echter Graus. Das nasskalte Klima und die eisigen Temperaturen schlagen ordentlich aufs Gemüt. Wer auch in der frostigen Jahreszeit nicht auf ein bisschen Strandatmosphäre verzichten will, holt sich eine echte Zimmerpalme in die Wohnung. Dabei sollte die Temperatur nicht dauerhaft unter die 15-Grad-Marke fallen, sonst wird es auch den Palmen etwas zu frisch. Über ein helles Plätzchen am Fenster freuen sich die Pflanzen genauso sehr wie über eine ausreichende Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Gießen. Suchen Sie nach einem Standort, der die Schönheit der auffälligen Pflanze voll zur Geltung bringt und ausreichend Platz für alle Wedel bietet. Von Zeit zu Zeit sollten Sie die einzelnen Blätter mit einer Wassersprühflasche von Staub und Schmutz befreien. Die Geduldigen können die einzelnen Wedel auch sanft mit einem Staubtuch bearbeiten. Ein guter Langzeitdünger und ab und zu ein liebes Wort werden Ihnen dabei helfen, noch lange Freude an grünen Urlaubsverheißungen zu haben.

Pflege im Winter – die Palme als Tannenbaum

Trotz der kalten Winter Mitteleuropas gibt es ein paar Palmenarten, die sich auch mit diesen eisigen Außentemperaturen anfreunden können und gut gedeihen. Einige Sorten kommen auch in ihrer Heimat nur in frostigen Höhenlagen vor und sind das kalte Klima gewöhnt. Sie trotzen Temperaturen von bis zu -26 Grad. Allerdings sind sie in der Regel nur schwer zu bekommen und können in den meisten Fällen nur selbst aus Samen gezogen werden. Trotz ihrer Widerstandskräfte schadet es nicht, die Pflanzen im Winter mit einer großzügigen Schicht aus Stroh, Rindenmulch oder vergleichbaren isolierenden Materialien abzudecken. Mit einer Folie aus Plastik, die Sie mit Steinen befestigen, verhindern Sie, dass die schützende Schicht vom Wind weggeweht werden kann. Diese Maßnahme sollten Sie vor allem bei Jungpflanzen oder bei extremen Frosttemperaturen beherzigen, wenn Sie noch lange etwas von Ihren Palmen haben möchten. Manche Gärtner ummanteln die exotischen Pflanzen auch mit Fichten- oder Tannenzweigen, um diese so vor den eisigen Böen des Winters zu schützen. Doch soweit brauchen Sie nur im Extremfall zu gehen. Wichtig ist im Grunde nur, dass Sie das Herz der Palme, also den Teil, aus dem die neuen Triebe und Blätter sprießen, vor der klirrenden Kälte bewahren.

Palmenarten, die Sie während des Sommers einfach in Kübeln nach draußen stellen konnten, sollten Sie in den Wintermonaten an einen sicheren und warmen Ort nach drinnen stellen. In dieser Größenordnung ist keine Palme vor dem europäischen Winter sicher. Achten Sie auf die Bedürfnisse Ihres Inselgastes und Sie werde noch lange Ihre Freude daran haben.

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