Unterschiedliche Tastaturen im Vergleich

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Unterschiedliche Tastaturen im Vergleich

Unterschiedliche Tastaturen für unterschiedliche Anforderungen – ein Vergleich

Die Tastatur ist das wichtigste Eingabegerät am PC. Dementsprechend groß ist die Auswahl verschiedener Tastaturen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Tastaturen es gibt, für wen sie sich eignen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Wie eine Tastatur funktioniert

Um wichtige Aspekte beim Tastaturkauf wie Tastenhub und Druckpunkt zu verstehen, ist es wichtig, die Funktionsweise einer Tastatur zu kennen.

Eine Computertastatur besteht aus drei Komponenten: Der Platine, die elektrische Signale entgegennimmt und sie an den Rechner weiterleitet, den Tasten selbst, die in den meisten Fällen aus Kunststoff bestehen, sowie einer Konstruktion aus Gumminoppen und Kunststofffedern, die das Tippen an die Platine weiterleiten. Ganz unten liegt die Platine, darüber liegen die Gumminoppen, an denen wiederum die sichtbaren Tasten befestigt sind. Wird nun eine der Taste betätigt, so drückt sie den darunter liegenden Gumminoppen auf die Platine, die das Signal zum Schreiben des jeweiligen Buchstabens an den Computer weiterleitet.

Druckpunkt und Tastenhub einer Tastatur

Die Qualität einer Tastatur wird stark von ihrem Druckpunkt bestimmt, da von ihm das Schreibgefühl abhängt. Der Druckpunkt hängt wiederum mit dem Tastenhub zusammen. Hierunter versteht man die Strecke, die eine Taste beim Drücken bis zum Anschlag zurücklegt. Der Druckpunkt ist hingegen der Punkt, an dem die Taste das Signal zum Schreiben des Buchstabens an den Computer sendet. Bestimmt wird der Druckpunkt durch den Gumminoppen und die Kunststofffeder, die unter den einzelnen Tasten liegen: Ab einem gewissen Druck gibt die Feder nach und der Gumminoppen berührt die Platine. Wenn die Rede von einem schwammigen Druckpunkt ist, dann heißt dies nichts anderes, als dass der Druck zum Herunterdrücken der Taste zu gering ist. So gibt es Tastaturen, deren Tasten schon beim Ruhen der Finger auf den Tasten ausgelöst werden. Die Folge ist zum Beispiel, dass beim Betätigen eines Buchstabens mehrere Zeichen gleichzeitig geschrieben werden. Ist der Druckpunkt wiederum zu stark, dann müssen die Finger zum Schreiben mehr Kraft aufwenden. Dies kann bei täglich mehrstündiger Arbeit zu Ermüdungserscheinungen und sogar zu Entzündungen der Sehnen führen.

Die einfache Standardtastatur

Die am weitesten verbreitete Tastatur ist die Standardtastatur: Sie ist gerade und verfügt über einen separaten Ziffernblock, der bei den meisten Modellen auf der rechten Seite angebracht ist. Nur bei wenigen Modellen wird auf diesen Ziffernblock verzichtet.

Einfache Standardtastaturen finden Sie zum Beispiel im Lieferumfang von Desktop-PCs, während Notebooks je nach Größe eine etwas andere Tastatur haben. Was gleich bleibt, ist jedoch das Layout: Hier gibt es DIN-Normen, die festlegen, wo welcher Buchstabe und welches Zeichen einer Tastatur liegen. Auf diese Weise sind standardisierte Lehrverfahren zum Zehnfingerschreiben überhaupt erst möglich. Profis können hiermit eine ganze DIN-A4-Seite in weniger als fünf Minuten abtippen. Die meisten Standardtastaturen haben einen relativ hohen Hub und hohe Tasten, wohingegen Notebooks über Tasten mit einem niedrigen Hub verfügen. Wer möchte, kann sich jedoch auch eine normale Standardtastatur mit niedrigem Hub und flachen Tasten bestellen. Die Auswahl hierfür ist groß und vielseitig.

Spezielle ergonomische Tastaturen

Schon seit vielen Jahren gibt es neben der Standardtastatur auch spezielle ergonomische Tastaturen. Dies hat seinen Grund im sogenannten RSI-Syndrom: einer chronischen Entzündung der Sehnen in den Handgelenken, die vor allem bei Büroangestellten häufig vorkommt. Ursachen sind eine schlechte Arbeitshaltung durch das Benutzen von Tastaturen und Computermäusen. Vor allem einfache Standardtastaturen mit einem schlechten Druckpunkt können bei täglich mehrstündigem Einsatz zu schmerzhaften Beschwerden in den Handgelenken führen. Doch warum ist dies so?

Die natürliche Haltung der Hände wird durch flache und gerade Tastaturen verhindert. So müssen die Unterarme leicht eingedreht werden, um flach auf einer Tastatur zu liegen. In dieser Position verrichten die Finger Arbeiten, die sie in diesem Umfang nicht gewohnt sind: viele kleine und präzise Bewegungen. Durch das Eindrehen des Unterarms entsteht Reibung an den Sehnen, die sich bei übermäßiger Aktivität zu Entzündungen entwickeln können. Dasselbe gilt übrigens für das Benutzen der Computermaus, auf der die Hand ebenfalls flach ruht. Bei Tastaturen kommt hinzu, dass die Handgelenke abgeknickt werden müssen, um auf der Tastatur zu ruhen, was zusätzliche Reibung an den Sehnen bewirkt.

Ergonomische Tastaturen weisen deshalb zwei Merkmale auf: Sie sind zweigeteilt, wobei beide Teile leicht schräg zueinander stehen, und sie sind in der Mitte leicht erhöht. Auf diese Weise greifen die Hände praktisch von den Seiten schräg an die Tastatur und nehmen somit eine natürliche Position ein. Manche ergonomische Tastaturen wie die von Fujitsu lassen sich zudem verstellen und somit an die Länge der Arme genau anpassen. Bei fast allen ergonomischen Tastaturen liegt eine Ablage für die Handgelenke bei, die vor die Tastatur gelegt wird. Dies bewirkt, dass die Hände nicht nach oben abgeknickt werden müssen und sie mit den Unterarmen eine gerade Linie bilden.

Gamertastaturen

Normale Tastaturen eignen sich nur bedingt für Videospiele. Dies hat mehrere Gründe: Zunächst heben sich die meist genutzten Tasten, also die Pfeiltasten sowie bestimmte Buchstabenkombinationen, nicht ausreichend von der restlichen Tastatur ab. Bei manchen Modellen haben die Pfeiltasten so zum Beispiel einen zu kleinen Abstand zueinander und liegen zu nah an den umliegenden Tasten. Die Folge ist ein versehentliches Betätigen dieser Tasten. Ein besonders häufiges Feature einer Gamingtastatur ist die mechanische Tastenaufhängung. Im Gegensatz zu normalen Tastaturen werden hierbei keine Gumminoppen verwendet, sondern metallene Federn, die einen deutlich exakteren Druckpunkt haben. Gerade bei Spielen, die eine hohe Präzision verlangen, ist dies ein bedeutender Vorteil. Zudem kommt dies dem Schreibgefühl zugute und auch starken Belastungen in Actionspielen halten diese Tastaturen mit Leichtigkeit stand.

Kompakt-Tastaturen für Tablet-PCs und Smartphones

Mit der zunehmenden Popularität von Tablets und Smartphones steigt auch die Nachfrage nach passenden Tastaturen. So lassen sich die Touchscreens zwar gut zum Navigieren durch Menüs und Websites nutzen, jedoch erlauben sie kein flüssiges und schnelles Schreiben. Wenn Tablet-PCs wie das iPad oder das Samsung Galaxy Tab einmal das normale Notebook ablösen sollen, dann benötigen sie eine gute externe Tastatur. Zahlreiche Hersteller bieten hierfür interessante Lösungen.

Den meisten Mini-Tastaturen für Tablets und Smartphones ist die Verbindungsart gemein: Angeschlossen werden sie via Bluetooth, einem kabellosen Übertragungsstandard, mit dem auch anderes Computerzubehör an Note- und Netbooks angeschlossen werden kann. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Mobilität von Tablets und dem passenden Zubehör sind diese Tastaturen besonders klein und weichen in ihren Maßen stark von Standardmodellen ab. Dies hat auch zur Folge, dass es kaum Mini-Tastaturen mit Ziffernblock gibt. Allerdings kann dieser, falls gewünscht, separat gekauft werden.

Viele Modelle sparen nicht nur mit dem Ziffernblock an Platz, sondern verfügen auch über kleinere Tasten. Die Erfahrungen mit Netbooks zeigen, dass dies kein Problem sein muss. So können auch auf kleineren Tastaturen ganze Romane verfasst werden. Die einzige Bedingung ist ein guter Druckpunkt sowie ein ausreichend großer Abstand zwischen den Tasten. Doch gerade hierauf sollten Sie beim Kauf einer Mini-Tastatur achten.Relativ leicht über Bilder zu erkennen sind Abweichungen vom Standardlayout: Insbesondere die Größe der Leer- und Enter-Taste ist oftmals geringer, was eine kleine Umgewöhnung erfordert. Nach einigen Stunden Arbeit mit der Tastatur sollten Sie sich jedoch auch an eine kleinere Leertaste gewöhnt haben.

Kabellose Tastaturen

Auch heute noch gibt es kabelgebundene Tastaturen. Im Gegensatz zu früher werden diese jedoch nur noch über USB angeschlossen. Weitaus weiter verbreitet sind kabellose Tastaturen. Hierbei gibt es zwei Übertragungsstandards: Bluetooth und Funk beziehungsweise Infrarot. Beide Übertragungsarten sind fehlerfrei – sowohl bei der Tastatur als auch bei der Maus. Während gerade Mini-Tastaturen oftmals mit Bluetooth funktionieren, tendieren Hersteller bei anderen kabellosen Tastatur- und Maussets zu Funk. Dennoch kommt auch hier immer häufiger Bluetooth zum Einsatz. Der Grund: Hierdurch wird ein USB-Slot weniger belegt, da das Bluetooth-Empfangsmodul bereits im Computer verbaut ist. Wenn Sie allerdings einen älteren PC besitzen, sollten Sie vorher abklären, ob er Bluetooth überhaupt unterstützt. Ist dies nicht der Fall, so sind auch günstige Angebote mit Tastatur- und Maussets, die ihnen eine passende Computermaus gleich mitliefern, sinnvolle Alternativen.

Fazit

Aufgrund des vielseitigen Angebots unterschiedlicher Tastaturen ist für alle Ansprüche das passende Modell dabei: Gelegentliche Schreiber erhalten Standardtastaturen bereits sehr günstig, während Profis eine große Auswahl ergonomischer Tastaturen mit einem guten Druckpunkt finden. Und auch für mobile Endgeräte sowie für Videospiele bieten Marken wie Belkin, Mad Catz und Sharkoon die passende Tastatur.

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