Unterscheidung zwischen Quarz- und mechanischen Uhren

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Wie kann man Quarz-Armbanduhren von mechanischen und Automatik-Armbanduhren unterscheiden?

Entwicklung der Quarz-Werke

In den siebziger Jahren war es gelungen, die Eigenschwingungen des Quarz-Kristalls für die Bestimmung der Geschwindigkeit einer Uhr zu erschwinglichen Preisen einzusetzen. Die ersten Uhren dieser Art wurden damals als Stimmgabeluhren bezeichnet (z.B. Bulova Accutron). Man hätte meinen können, dass damit das Ende der mechanischen Uhren gekommen wäre. Tatsächlich hat sich die Uhrenproduktion aber so entwickelt, dass in die Uhren im niedrigen und mittleren Preissegment Quarz-Laufwerke (Quarz-Kaliber) eingebaut bekommen, während Uhren der hohen und höchsten Preisklasse nahezu ausschließlich mit Automatik- und Auszugskalibern versehen werden (z.B. Rolex, IWC, Panerai, Sinn, …).

(Quartz mit tz ist übrigens das englische Wort für Quarz und wird häufig auch im deutschen für batteriebetriebene Uhren verwendet.)

Quarz-Uhren beziehen ihre Energie fast immer aus Batterien oder Knopfzellen. (Es gibt einige wenige Ausnahmen, in denen mechanische Energie über einen Mechanismus in elektrische Ladung umgewandelt und in Akkus gespeichert wird, z.B. Seiko Kinetic.)

Antrieb von mechanischen Uhren

Im Gegensatz dazu beziehen Automatik-Uhren und Handaufzugsuhren (beides mechanische Uhren) ihre Energie aus der Kraft, mit der eine Stahlfeder aufgezogen wurde. Dies ist bei Handaufzugsuhren die Energie, die über das Drehen der Krone auf die Feder übertragen wurde. Bei Automatik-Uhrwerken geschieht das Aufziehen beim Tragen. Ein beweglicher Rotor wird durch die normalen Alltagsbewegungen in Drehung versetzt und zieht damit die Feder auf. Dies ist eine sehr elegante Möglichkeit, die normale Alltagsenergie zum Uhrenaufzug zu benutzen, ohne dass man täglich daran denken muss, die Uhr aufzuziehen.

Unterscheidungsmerkmale

Für den Verkäufer gebrauchter Uhren z.B. aus Haushaltsauflösungen stellt sich nun die Frage, woran man erkennen kann, ob man eine Quarz-Uhr, eine Handaufzugsuhr oder eine Automatik-Uhr verkauft. Dies kann man mit wenigen Blicken schnell und sicher feststellen:

Wenn auf dem Ziffernblatt „Quartz“ oder „Quarz“ steht, handelt es sich mit Sicherheit um eine batteriebetriebene Uhr mit einem Quarz-Laufwerk. Bei Seiko-Uhren steht meist SQ auf dem Ziffernblatt, was dann als Seiko-Quartz zu deuten ist.

Wenn auf dem Ziffernblatt „automatic“ steht, handelt es sich um eine mechanische Uhr, die sich durch die beschriebene Automatik aufzieht. Wenn man eine Automatik-Uhr waagrecht hält und in der horizontalen Ebene dreht (mit einer Frequenz von etwa zwei Umdrehungen pro Sekunde), spürt man den sich drehenden Rotor. Häufig hört man ihn auch als leichtes Surren.

Wenn auf dem Ziffernblatt nichts von automatic steht., aber dafür etwas mit Rubinen, Rubis oder Jewels (z.B. 17 Jewels oder 21 Rubis), dürfte es sich mit ziemlicher Sicherheit um ein Handaufzugswerk handeln, obwohl manchmal auch bei Quarz-Werken die Anzahl der (künstlichen) Rubine angezeigt wird, auf denen die empfindlichen Achsen der Uhr gelagert sind. 

Wenn nichts dran steht, kann man durch eine vorsichtige Aufziehprobe weiterkommen: Wenn es gelingt, durch einige Umdrehungen der Krone (nie gegen großen Widerstand!) die Uhr zum Ticken zu bekommen, handelt es sich auf alle Fälle um eine mechanische Uhr. Auch Automatik-Uhren lassen sich manchmal zusätzlich durch Handaufzug aufziehen und in Bewegung setzen.

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