Undichtigkeiten an der Servolenkungspumpe beim Ford Granada Mk1

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Die Servolenkungspumpe

Ein typisches ebenfalls gelegentliches Problem ist die Ford Granada Servolenkungspumpe der Firma Hobourn Eaton Manufacturing. Diese, damals  erste verbaute Servopumpe im Granada Mk1 mit externen Ausgleichsbehälter wurde im laufe der Zeit technisch verbessert. Die ersten Serien dieser Pumpe haben oftmals das Problem das diese über den Radialwellendichtring Öl austreten lassen. Der Schaden anhand von einer anstehenden Instandsetzung/Reparatur ist überschaubar. Dieser Ratgeber dient als kleine Abhilfe für die Servolenkungspumpe mit externen Behälter, verbaut von 1972 bis 1974. Allerdings lässt sich dieser Ratgeber ebenfalls zum Teil verknüpfen mit den nachfolgenden verbauten Servolenkungspumpen (Hobourn Eaton & Metric). 

Die Vorbereitung

Der Ausbau der gesamten Servolenkungspumpe wird in diesen Ratgeber bereits vorrausgesetzt. Zudem wird für diese Angelegenheit folgendes, "indirektes" Spezialwerkzeug benötigt. 

- Ein Abzieher
- Ein Kunststoffhammer
- Ein gewisses Ausmaß an technischen Verständnis (vorausgesetzt)


Die Servopumpe der ersten Serie für externen Ausgleichsbehälter
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Die Servopumpe der ersten Serie für externen Ausgleichsbehälter

Der Ausbau des Radialwellendichtrings


1. Pumpengehäuse in einen Schraubstock spannen und die 4 Befestigungsschrauben der Riemenscheibe herausdrehen, und im Anschluss Riemenscheibe von der Nabe abziehen.

2. Schraube und Unterlegscheibe am Wellenende  herausdrehen und Nabe durch einen passenden Abzieher mit zwei Schenkeln von der Welle abziehen.
Dabei unbedingt darauf achten, dass das Gewinde in der Welle gut geschützt wird.

3. Halteflansch am Pumpengehäuse markieren, um den späteren Zusammenbau zu erleichtern, dann 4 Kreuzschlitzschrauben herausdrehen und Halteflansch abbauen.

Als Orientierungshilfe dient das unten stehende Bild 1 (Explosionszeichnung der Servolenkungspumpe mit Erläuterung).
Bild 1
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4. Pumpengehäuse, wie erforderlich, im Schraubstock verstellen und 6 Inbusschrauben und Federringe, mit denen die beiden Hälften des Pumpengehäuses zusammengebaut sind, ausbauen.

Mit dem Deckel nach oben zeigend, Pumpengehäuse durch leichtes Klopfen mit einem weichen Dorn auf den Deckel, trennen.

WICHTIG ! Keine Werkzeuge zwischen den Passflächen treiben !

5. Deckel abbauen und O-Ringe der Umlaufkanäle entfernen. Passfläche mit einem Schaber aus Kunststoff oder Leichtmetall reinigen, dabei darauf achten, dass kein Schmutz in die Aussparungen und sonstigen Teile in Deckel und Gehäuse gelangt !

6. Rollen, Rotor und Antriebsbolzen ausbauen.

7. Welle mit der Hand bzw. durch leichtes Klopfen mit einem Kunststoffhammer nach hinten herauspressen. Falls erforderlich, Lager von  der Welle abziehen. Dazu Lager mit einem passenden Rohrstück abstützen und mit einem Kunststoffhammer auf das gewindeseitige Ende der Welle schlagen.
Das Innenleben der Servolenkungspumpe Bild 2
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Das Innenleben der Servolenkungspumpe Bild 2

8. Radialwellendichtring herausheben.

9. Lager und Welle auf eventuelle Beschädigungen überprüfen, falls erforderlich, erneuern.

10. Man achte darauf, dass das Pumpengehäuse einwandfrei sauber ist.

- Neuen Radialwellendichtring mit Metallbüchse nach außen zeigend in das Gehäuse einsetzen und Dichtlippen mit säurefreien Fett bestreichen.

11. Einen Holzklotz/Holzstück ca. 125mm dick mit einem Loch versehen, in das die Welle mit gewindeseitigen Ende nach oben zeigend in das Loch im Holzklotz einführen.

- Eine aus Papier angefertigte Muffe auf das gewindeseitige Wellenende stecken.

- Dadurch wird der Radialwellendichtring beim nächsten Vorgang geschont.

- Gehäuse mit Radialwellendichtringe auf das mit Papiermuffe versehende     Wellenende so aufsetzen, dass die Papiermuffe von der Passfläche her durch das Gehäuse hindurchgeführt wird.

- Gehäuse vorsichtig herunterlassen, bis die Passfläche den Holzklotz berührt.

12. Papiermuffe entfernen und mit einem kurzen Rohrstück das Lager auf die Welle treiben, bis es am Wellenansatz anstößt. Holzklotz entfernen und Welle mit Lager in das Gehäuse pressen, bis das Lager in der Aussparung des Gehäuses sitzt.

13. Man achte darauf, dass der Rotor und die Rollen einwandfrei sauber sind.

- Kleinen Haltestift in das Loch im Pumpengehäuse einsetzen. 
- Kreisförmiges Einsatzstück so am Gehäuse ansetzen, das dessen Auskerbung mit dem Haltestift übereinstimmt.

- Einsatzstück in das Gehäuse eindrücken und darauf achten, dass Auskerbung und Haltestift in Eingriff kommen.

14. Pumpengehäuse mit Passfläche nach oben zeigend, so verstellen, dass die Lage des Haltestiftes der 12-Uhr-Position eines Uhrzifferblattes entspricht.

- Von dieser Stellung ausgehend, dreht die Pumpe nach links. 
Keil in die Welle einschieben .

- Rotor so im Gehäuse verdrehen, dass die Lage der Fluchtungskerbe am Zahn in etwa der 11-Uhr-Position eines Uhrzeigerblattes entspricht, wobei der größere Winkel, der gebildet wird, in dem die senkrechte Mittellinie des Gehäuses die Zahnlücke halbiert, nach rechts zeigt.

- Welle drehen, um den Keil in Eingriff zu bringen.

- Rollen in die Zahnlücken einsetzen.

15.  Passflächen mit geeigneten Lösungsmittel entfetten (Bremsenreiniger oder Benzin).
Neue Pumpendeckeldichtringe sowie neue Dichtringe der Umlaufkanäle auf fettfreien und trockenen Zustand prüfen und ringförmige "Naht" Dichtmasse geeigneter Art um jeden der zwei O-Ringe so anbringen, das die beiden Nähte der somit gebildeten "8" sich nicht berühren.

- Pumpendeckel anbauen und Halteschrauben nach gezeigten Anzugsschema mit vorgeschrieben Drehmoment anziehen (75Nm).

- Welle auf freigängiges Drehen kontrollieren und anschließend Halteschrauben nochmals mit vorgeschriebenem Drehmoment festziehen.

16. Halteflansch anbauen.

17. Beim Anbauen der Nabe auf die Welle muss die Nabe mit dem Gewinde und der Halteschraube aufgezogen werden.

WICHTIG  ! Niemals die Nabe auf die Welle aufdrücken oder gar auftreiben. Sonst entstehen Schäden am inneren Pumpenmechanismus !

18. Riemenscheibe an der Nabe anschrauben und Befestigungsschrauben mit vorgeschriebenen Drehmoment festziehen (50Nm).

Viel Spaß beim Schrauben :).

Mit freundlichen Grüßen

Fabian Gürtler
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