Unbrauchbar oder Schnäppchen für Bastler? Wissenswertes zum Kauf defekter Digitalkameras

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Unbrauchbar oder Schnäppchen für Bastler – was Sie beim Kauf defekter Digitalkameras beachten sollten

Ohne digitale Einrichtungen geht für Fotofreunde heutzutage nicht mehr viel. Das einstige Entwickeln im heimischen Labor oder die Abgabe des Films im Fotoladen gehören für die breite Masse der Anwender der analogen Vergangenheit an, die zeitgemäße Fotografie macht den Einsatz entsprechender Mittel notwendig. Seit geraumer Zeit handelt es sich dabei um die Digitalkamera. In allen nur erdenklichen Größen und Preisklassen vorhanden, deckt sie die ganze Palette an Verwendungszwecken mühelos ab. Eine Digitalkamera lässt sich mit wenigen Einstellungen optimieren, ein Großteil der ansonsten manuell durchzuführenden Justierungen wie Belichtung, Schärfe- und Weitenregulierung oder ein eventuell nötiger Blitz werden von der Technik der Kamera übernommen, meist mit hervorragenden Ergebnissen.

Freilich: Manche Hersteller sparen am falschen Ende und vernachlässigen bestimmte Facetten, was die Auswahl eines den eigenen Ansprüchen genügenden Apparats zu einer komplizierten Angelegenheit werden lässt. Und ist die günstige Digitalkamera erst einmal gefunden, bleiben nach einiger Zeit die ersten Verschleißerscheinungen kaum aus. Wie jedes Produkt aus dem Entertainment-Bereich unterliegt auch eine Kamera einer eher begrenzten Lebensdauer. Gerade der ständige Gebrauch erhöht das Risiko des Herunterfallens und Beschädigens, aber auch altersbedingte Ausfälle sind nicht selten unvermeidbar und erfordern die Reparatur. Dabei muss keinesfalls ein Fachmann konsultiert werden – abgesehen vom oftmals wesentlich günstigeren Neukauf des gleichen Modells. Der Markt ist unübersichtlich groß geworden und bietet dementsprechend ein riesiges Angebot.

Eine naheliegende Option liegt hingegen im eigenen Eingriff. Im Anschluss an die Lektüre dieses Ratgebers werden Ihnen die elementaren Maßnahmen zur selbstständigen Reparatur zumindest theoretisch vertraut sein. Zwecks Behebung der gröbsten Schäden ist nicht zwingend ein handwerkliches Geschick geschweige denn eine fachliche Vorbildung vonnöten. Eine wichtige Rolle spielt hierbei vielmehr das breit aufgestellt Angebot an Ersatzteilen und defekten Kameras im Onlinehandel.

Die moderne Digitalkamera – ein Alleskönner und Einzelgänger

Zu den großen Irrtümern in Bezug auf die Digitalfotografie gehört der Glaube, dass ohne Computer grundsätzlich keine Bedienung der Kamera möglich sei; zumindest die geschossenen Fotos müssten schließlich auf ein Medium überspielt und dort bearbeitet werden. Das klingt einleuchtend, ist in seiner Ausschließlichkeit aber falsch. Ein Rechner und das dazugehörige Fotobearbeitungsprogramm stellen in der Tat eine solide Grundlage dar, erweisen sich aber durchaus als verzichtbare Einrichtungen. Nach erfolgter Aufnahme reichen die Displays vieler Kameras zur Bearbeitung vollends aus, das Betrachten im Großformat besorgen anschließend ein digitaler Bilderrahmen oder der Fernseher.
Zünglein an der Waage spielt hierbei die passende Verkabelung: Geht das mitgelieferte Kabel kaputt, kann problemlos für Ersatz gesorgt werden – den entsprechenden Kabeltyp vorausgesetzt. Dieser ist in der Regel unabhängig vom Hersteller erhältlich, allerdings bestehen die meisten Firmen auf den Gebrauch exklusiver Varianten. Ihnen als Kunde bleibt oft genug keine andere Wahl, als auf die geforderten Kabel zurückzugreifen. Zwar ist das eine Ende standardisiert – etwa im USB-Format zum Anschluss an den Drucker oder Bilderrahmen –, das andere Ende des Kabels hingegen zeigt sich ganz auf den Steckplatz des jeweiligen Kameramodells zugeschnitten. Adapter zur Verbindung von Kabel und Kamera zweier verschiedener Hersteller kennt die Branche leider nicht. Im Falle eines Verlusts oder Ausfalls muss sich unbedingt an der jeweiligen Digitalkamera bzw. dem Hersteller orientiert werden, selbst innerhalb einer Produktpalette unterscheiden sich die Kabel teilweise erheblich voneinander und verändern sich nicht selten mit jeder Weiterentwicklung oder Neuerscheinung.

Im Kern eine kompakte Angelegenheit

Eine Digitalkamera ist in ihrer Funktionsweise kompakt gestaltet, der unverzichtbare Teil, die Technik, lässt sich nicht einfach ausbauen oder an bestimmter Stelle erweitern – diese bekannten Möglichkeiten aus dem Bereich der PCs sind ganz andere und in erster Linie dem Umfang der benötigten Bauteile geschuldet. Je kleiner das Gerät, desto komplizierter der Ausbau.

Das Herzstück einer jeden Digitalkamera bildet die Übereinstimmung von Sensor und Pixelrate. Hier muss die richtige Abstimmung gefunden werden, damit bestmögliche Resultate erzielt werden können. Eingriffe an diesem Punkt sind für den Einsatz zu Hause kaum geeignet, da sie vor allem die Software betreffen.

Bei Veränderungen bezüglich der Hardware sieht die Situation jedoch anders aus – hier lohnt der Austausch. Ein wichtiger Punkt ist die Ähnlichkeit der Beschädigungen, vor allem das Herunterfallen und Abbrechen führen zu den immer gleichen Defekten. Geradezu einen Klassiker stellt hierbei der Ausfall des Objektivs dar. Ungünstigerweise verfügen viele Digitalkameras gerade aus dem unteren Preissegment meistens über fest installierte Objektive, die ein rasches Abschrauben verhindern. Wird hier die Linse beschädigt, ist das Einschicken oder fachmännische Reparieren ohne Alternative.

Anders gestaltet sich die Lage, wenn die Kamera über ein abnehmbares Objektiv verfügt – gerade digitale Spiegelreflexkameras und überhaupt alle hochwertigeren Varianten zeichnen sich durch eine solche Flexibilität aus. Entsprechender Ersatz ist dann problemlos aufgesetzt, doch auch hier birgt die starke Einschränkung in Bezug auf Marke und Serie einiges an Konfliktpotenzial. Als hilfreich in derartigen Situationen zeigt sich die Auswahl an Digitalkamera-Ersatzteilen im Handel. Dabei muss es sich gar nicht um neuwertige oder fabrikneue Teile handeln – im Gegenteil: Gerade die technisch defekte Kamera bietet mit Objektiv, Blitz und zusätzlich abnehmbaren Bestandteilen ein vorzügliches Ersatzteillager. Im Sektor des Gebrauchtkaufs minimiert sich zugleich das Risiko eines Fehleinkaufs, da das bevorzugte und online erworbene Modell aufgehoben und noch bei späteren Anlässen ausgeschlachtet werden kann.

Die notwendigen Accessoires sorgen für den kompetenten Einsatz

Selbst das Ausdrucken mittels handlicher Fotodrucker stellt keine Hürde dar und bietet sich demnach als exzellente Lösung für alle die an, in deren direktem Umfeld kein Rechner zur Verfügung steht – doch auch hier sind natürlich gewisse Software-Kenntnisse vonnöten.
Ganz auf die Zwischeninstanz in Form eines Geräts kann allerdings verzichtet werden, wenn als Speichermedium ein Chip verwendet wird, der entsprechend außer Haus gegeben werden kann. Online-Dienste oder die entsprechenden stationären Optionen wie Fotoateliers und Drogeriemärkte bieten einen Service an, der die Annahme einer Speicherkarte und die Entwicklung der Bilder auf traditionellem Fotopapier ermöglicht. Speicherkarten, sogenannte SD-Chips, sind mit allen möglichen Kapazitäten versehen erhältlich. Dabei handelt es sich – ähnlich wie bei Akkus – um Massenware, was einen Ausfall hier deutlich wahrscheinlicher macht als bei anderen Komponenten. Zudem eignen sich Speicherkarten als unkomplizierte Aufbewahrung von Archiven und als Sicherheitskopie. Die Kosten der Anschaffung sind gering und variieren stark bezüglich der Größe – Modelle mit zwei Gigabyte sind ebenso erhältlich wie Varianten mit weit über 80 GB. Aber auch diesbezüglich sind Ausfälle nicht selten, wie bei CD-Rohlingen mit wiederbeschreibbarer Funktion verweigert der Chip irgendwann die Aufnahme und reagiert nicht mehr auf Eingaben. Reparaturen auf diesem Niveau sind unnötig und kaum durchführbar, ein Neukauf daher unausweichlich – ordentliche Speicherkarten bietet der Handel bereits ab wenigen Euro.

Sinnvoll und leicht zu ersetzen: Zubehör für die Digitalkamera

Zu den kleinen, aber ungemein wirkungsvollen Zubehörteilen einer Digitalkamera gehört die unscheinbare Antenne zwecks kabelloser Verbindung mit einem Zweitgerät. In Zeiten der weitverbreiteten Mobilität bietet der Einsatz einer Digitalkamera jederzeit den Zugriff auf ein sich in Reichweite befindendes Medium, etwa ein Notebook oder Smartphone. Dank Bluetooth-Verbindung lassen sich Fotodateien problemlos übertragen, mittels Internetanbindung können beliebig viele Dateien auch bei Fotoanbietern hochgeladen und in eigene Projekte wie Blog oder Homepage integriert werden. Neben dieser praktischen Innovation vor allem für Einsätze unterwegs bietet sich ein zweites, ebenfalls preiswertes und bei Beschädigung leicht zu ersetzendes Accessoire für eine noch rundere Nutzung der Digitalkamera an: der sogenannte Geo-Tagger. Dieses Gerät in Form eines Akkus verwandelt die Kamera in eine Art GPS-gestütztes Navigationssystem speziell für Fotos und erweist sich damit nicht nur bei ausgedehnten Fotoeinsätzen in der Natur als effektive Unterstützung. Im Nachgang können Sie dann bei jeder Aufnahme die entsprechenden Koordinaten ablesen und bei Kartenanbietern im Internet hochladen. Der Geo-Tagger ist bei allen Kameras nachzurüsten und läuft mit seiner bewährten GPS-Funktion äußerst robust.

Ungeliebter Klassiker: das kaputte Display

Den traurigen Spitzenplatz bei den häufigsten Defekten im Bereich Digitalkamera belegt das unbrauchbar gewordene Display. Ob durch starke Kratzer oder den direkten Einschlag eines Gegenstands – ein funktionsuntüchtiges Display be- oder verhindert den Gebrauch. Der Fachhandel bietet den entsprechenden Reparaturvorgang an, dieser lässt sich aber genauso gut in den eigenen vier Wänden durchführen. Sie benötigen dafür allerdings ein wenig mehr Geschick als etwa beim Auswechseln des Objektivs, hinzu kommt das übliche Werkzeug zum Öffnen des Gehäuses – ein Schraubenzieher reicht hier aus.
Das Display an sich ist als eigenständiges Bauteil leicht zu entnehmen, auf der Rückseite befindet sich eine Platine, die an den Seiten jeweils von einer Kontaktfläche eingerahmt wird. Nach der Wegnahme des Gehäuses liegt die Konstruktion im Grunde frei und kann entnommen werden. Entscheidend für den Austausch ist natürlich das Vorhandensein eines baugleichen Displays, notwendigerweise aus einer ebenfalls identischen Kamera – manche Firmen verbauen das gleiche Format aber auch in unterschiedlichen Linien.
Auch hier bietet sich das gut sortierte Sortiment im Onlinehandel als erste Anlaufstelle an, zahlreiche Displays werden dort bereits separat und nach Modell sortiert angeboten. Der Einbau kommt ebenso wie der Ausbau ohne weitere Hilfsmittel wie Lötkolben oder Ähnliches aus, lediglich beim Aufsetzen der Kontaktfläche während des Einbaus in die Kamera ist ein wenig Fingerspitzengefühl erforderlich. Hierbei ist solange auszuprobieren, bis die kleinen Kontakte sämtlich eingerastet sind. Sollten Sie einmal eine Grafikkarte oder einen Ram-Riegel in den dazugehörigen Steckplatz eingeführt haben, sind Sie mit dem Prozedere bereits bestens vertraut.

Unterm Strich lohnt sich die Investition gerade in angeschlagene oder komplett defekte Elektronik nicht grundsätzlich, der enorme Preisverfall macht eine Reparatur oftmals überflüssig. Lediglich bei gezielten und häufigen Ausfällen bieten sich der Erwerb und die anschließende Verwertung als Ersatzteillager an.

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