Ultimate, Discgolf, Freestyle – Wissenwertes zu den beliebtesten Varianten des Frisbeesports

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Ultimate, Discgolf, Freestyle – Wissenwertes zu den beliebtesten Varianten des Frisbeesports

Der Laie kennt das Frisbee vor allen Dingen als nettes Sportutensil für den Strandurlaub oder sonstige Freizeitbetätigungen. Dass sich hinter der zumeist aus Kunststoff gefertigten Wurfscheibe eine ganze Welt an verschiedenen Sportarten verbirgt, wissen dann doch nicht alle. Hier existieren die verschiedensten Einzel- und Mannschaftssportarten nebeneinander. Besonders die Sportarten „Ultimate" und „Discgolf" haben in den letzten Jahrzehnten eine weite Verbreitung erfahren. Apropos „weit": Den Weltrekord für den weitesten Frisbeewurf hielt im Jahr 2013 noch der US-Amerikaner David Wiggins mit insgesamt 255 Metern.

Dieser Ratgeber möchte Ihnen Einiges zu der Wurfscheibe Frisbee erzählen. Dazu gehört zum einen ein kurzer historischer Abriss. Hauptsächlich wird es jedoch um die verschiedenen Sportarten gehen, die man mit dem Frisbee spielen kann. Hier und da wird ihnen der Ratgeber auch einige praktische Tipps oder Hinweise liefern können, was den Umgang bzw. das Spiel mit dem Frisbee anbelangt. Doch bevor es soweit ist, blickt der Ratgeber erst einmal zurück zu den Anfängen des Frisbees.

Eine kurze Geschichte des Frisbees

Das Erste, was man denkt, wenn man zum ersten Mal mit „Frisbee" konfrontiert wird, ist: „Komischer Name!". Der heutige Begriff „Frisbee" leitet sich von einem Firmennamen ab, nämlich der „Frisbie Pie Company". Was soll das Ganze nun mit Kuchen („pie") zu tun haben? Das Familienunternehmen von William Frisbie war eine Bäckerei. Herr Frisbie wohnte in Bridgeport im US-amerikanischen Bundesstaat Connecticut. Gegründet wurde die Firma im vorletzten Jahrhundert, und zwar 1871. Seit dieser Zeit verkaufte die Bäckerei auch Torten, die in runden Kuchenformen angeboten wurden, den sogenannten pie-tins.

Einige Jahrzehnte gingen ins Land, bis ein paar Kinder auf die Idee kamen, die Formen, die üblicherweise weggeworfen wurden, durch die Luft zu werfen. Diese ersten „Frisbees" waren jedoch noch kaum in der Lage, längere Distanzen zu überbrücken. Walter Frederick Morrison, der früher selbst Kuchen in der Bäckerei Frisbie verkauft hatte, beobachtete das Spiel der Kinder. Er fing an, die Flugeigenschaften der Kuchenformen zu verbessern. Das war 1940.

Wie aus einem Kuchenblech die Frisbee-Scheibe wurde

Zuerst fügte er den Formen Metallringe hinzu, um sie im Flug zu stabilisieren, was jedoch nicht den gewünschten Effekt zeitigte. 1948 schließlich baute er einen ersten Prototyp aus Kunststoff, der die von ihm gewünschten Flugeigenschaften besaß. 1951 folgte ein zweites Modell, die sogenannte „Pluto-Platte". Sechs Jahre später ging diese in Massenproduktion und wurde durch die Firma Wham-O kommerziell vertrieben.

Dieses erste Modell besaß dabei schon einiges von dem, was heutige moderne Frisbee-Scheiben auch haben, so zum Beispiel die feinen Rillen im äußeren Drittel der Scheiben-Oberseite. Diese sind für die Flugstabilisierung des Frisbees unabdingbar. Ein paar Jahre später hörte der Inhaber der Firma Wham-O zum ersten Mal den Namen Frisbie. Da er nichts weiter dazu wusste, den Namen aber annehmbar fand, vermarktete er die Flugscheiben ab nun unter dem Namen „Frisbee".

In Deutschland hat sich der Sport erst in den späten 1970er-Jahren entwickelt. Ultimate, der Frisbee-Mannschaftssport, wurde zuerst 1968 gespielt. Er entwickelte sich zunächst an den amerikanischen Universitäten und forcierte viele Klubgründungen. In Deutschland fand das erste Mannschaftsspiel 1981 in Duisburg statt. Frisbee entwickelte sich immer weiter und hat bis heute sehr viele Disziplinen ausgebildet, die verschiedene Merkmale aufweisen. Im Folgenden möchte der Ratgeber einige Disziplinen und deren Charakteristika beleuchten.

Ultimate ist der klassische Frisbee-Mannschaftssport

Ultimate kommt ganz ohne Schiedsrichter aus. Es ist ein Laufspiel. Zwei Teams stehen sich gegenüber mit jeweils 7 Spielern. Das Feld ist von der Länge und der halben Breite eines Fußballfeldes. Das Ziel des Spieles ist es, den Frisbee durch Zupassen in der Endzone des Gegners zu fangen. Beim Werfen des Frisbees darf allerdings nicht gelaufen werden. Dazu hat derjenige, der die Frisbee aufgefangen hat, 10 Sekunden Zeit, diese weiterzuspielen. Alle anderen Spieler dürfen sich frei bewegen. Wenn die Wurfscheibe auf dem Boden landet oder von der gegnerischen Mannschaft gefangen wird, wechselt die Scheibe ihren Besitzer. Gespielt wird je nach Turnier mit 13, 15 oder 17 Punkten. Die eingangs erwähnte Besonderheit beim Ultimate: Die Spieler verwalten das Spiel selbst.

Freestyle für Kreative und Artisten

Freestyle-Frisbee ist eine Disziplin, die sich besonders für individuelle und kreative Bewegungen anbietet. Hier finden sich Elemente aus verschiedenen Richtungen wie zum Beispiel Gymnastik und Tanz wieder, die mit dem einfachen Werfen und Fangen des Frisbee verbunden werden. „Gespielt" wird zumeist in Teams von zwei bis drei Spielern. Diese führen eine Kür verschiedener Würfe, Fänge und tänzerischer Bewegungen auf. Ob dabei einer oder gleich mehrere Frisbees zum Einsatz kommen, bleibt den Freestylern und ihren Choreografien überlassen. Die Disziplin hat sich im Verlaufe der Zeit zu einer hochgradig publikumswirksamen Spielform entwickelt. In der Regel dauert eine Darbietung 3-5 Minuten und wird am Ende von einer Jury bewertet.

Golfen, nur mit Frisbee

Das Ziel des Discgolf ist denkbar einfach. Wie beim Golfsport auch wird ein Kurs von bis zu 18 Bahnen absolviert. Jede einzelne Bahn muss man dabei mit so wenig Würfen wie möglich zu Ende bringen. Dabei gibt es eine spezielle Abwurfzone. Von hier aus wirft man die Scheibe in Richtung eines speziellen Fangkorbes, der aus Metall gefertigt ist. Von dem Punkt aus, an dem sein Frisbee gelandet ist, wirft der Spieler erneut, bis er die Scheibe in den Korb befördern konnte. Eine Bahn kann dabei bis zu 250 Meter lang sein. Das Vorteilhafte an Discgolf: Jeder kann es spielen, von klein bis groß, jung bis alt. Außerdem ist Discgolf auch gar nicht teuer. 

Guts ist für die Harten

Guts ist wiederum ein Mannschaftsspiel. Hier stehen sich ebenso wie bei Ultimate zwei Mannschaften gegenüber. Jede Mannschaft verfügt über jeweils fünf Spieler. Die Größe des Feldes ergibt sich dabei aus der Summe der Länge der ausgebreiteten Arme. Das Frisbee wird beim Guts-Spiel so hart und so schnell wie möglich in Richtung der gegnerischen Mannschaft geworfen. Diese muss versuchen, die Scheibe nur mit einer Hand zu fangen. Das ist bei Wurfgeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h nicht immer ganz einfach. Kann der Gegner das Frisbee nicht mit einer Hand fangen, bekommt man einen Punkt. Auch bei Guts wird dabei bis 15 Punkte bei zwei Gewinnsätzen gespielt.

Double Disc Court mit Doppel-Frisbee

Double Disc Court (DDC) ist ebenfalls ein Mannschaftssport. Die Disziplin wird mit zwei Frisbees gespielt. Es gibt zwei Teams. Jedes Team besitzt zwei Spieler. Die Mannschaften stehen sich in zwei quadratischen Feldern gegenüber. Die Felder bzw. Courts sind jeweils 13 mal 13 Meter groß und insgesamt 17 Meter voneinander entfernt. Das Ziel des Spiels ist es, das eigene Feld gegen den Angriff der anderen Mannschaft zu verteidigen. Ein Angriff kann dabei auf zwei verschiedene Weisen passieren: Das erste Team wirft das Frisbee so, dass es im gegnerischen Spielfeld liegen bleibt. Er darf dabei natürlich nicht über den Feldrand ins Aus rutschen oder rollen. Eine zweite Variante des Angriffs besteht darin, dass man die Scheibe so in das gegnerische Feld wirft, das beide Gegner diese gleichzeitig berühren. Dies zählt sogar zwei Punkte (Double). Punkte werden demnach durch einen erfolgreichen Angriff, durch das Ins-Aus-Werfen der Scheibe oder durch ein „Double" erzielt.

Frisbee mit Hund oder: Disc Dogging

In Deutschland ist die Popularität von Disc Dogging in den letzten Jahren stark angestiegen. In den Vereinigten Staaten hingegen ist die Frisbee-Disziplin hingegen schon seit ca. 25 Jahren stark verbreitet. Disc-Dogging besitzt in Deutschland zwei verschiedene Ausprägungen: Minidistance sowie Freestyle. Bei Minidistance ist man dazu angehalten, in 60 Sekunden so viele Punkte wie irgend möglich zu erreichen. In dieser Variante wird die Scheibe von einer Linie aus geworfen. Ein Hund rennt los, fängt die Scheibe und bringt diese wieder zurück. Ist die Scheibe sehr weit geflogen und dort aufgefangen worden, steigt die erzielte Punktzahl. Im Freestyle-Spiel muss das Team aus Mensch und Hund eine 90-sekündige Performance zeigen, die durch eine Jury abschließend bewertet wird.

Schnelles Parcourspiel: Discathon

Beim Discathon kommen zwei Frisbees zum Einsatz. Mit diesen muss ein zuvor festgelegter Parcour auf möglichst schnelle Art und Weise durchgespielt werden. Ein Spieler wirft dabei jeweils eine Scheibe, wobei er die Zweite mit sich führt. Wenn er die erste Scheibe erreicht hat, wirft er die Zweite und setzt seinen Weg mit der ersten Scheibe fort. Die Länge des Parcours beträgt dabei 1 Kilometer. Die Zeitnahme wird gestoppt, wenn die Scheibe über die Ziellinie geflogen ist.

Viele Spielarten unter einem Begriff: Field Events

Unter Field Events wird ein großer Strauß von unterschiedlichen einzelnen Disziplinen verstanden, bei denen es immer um Wurfweite und Zeitmessung geht. Im Folgenden sollen die wichtigsten kurz erwähnt werden:

  • Weitwurf: Messung der Distanz zwischen Abwurflinie und erstem Bodenkontakt
  • Zielwurf: Ringe mit einem Durchmesser von 171,45 Zentimetern müssen getroffen werden.
  • Schwebewurf: Wie lange kann das Frisbee in der Luft bleiben.
  • Werfen - Laufen - Fangen: Man wirft das Frisbee, läuft und fängt es einhändig wieder auf. Die zurückgelegte Distanz wird messen.
  • Selbstfang Würfe: Kombination aus „Werfen Laufen Fangen" und „Schwebewurf". Distanz und Zeit werden gemessen.
  • Wurfgeschwindigkeit

Weitere Hinweise zu Frisbeescheiben und Zubehör

Frisbeescheiben unterscheiden sich von Disziplin zu Disziplin eigentlich kaum. Die preisgünstigsten Modelle sind in allen Formen und Farben schon für ein paar Cent zu erwerben. Auch Mehrfachpackungen werden angeboten. Für manche Disziplinen, wie zum Beispiel Discgolf, wird ein spezielles Zubehörteil benötigt (in diesem Beispiel der Fangkorb). Es gibt auch spezielle Sonderanfertigungen, wie Leucht-Frisbees oder Scheiben aus weichem Material.

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