Üble Schildbürgerstreiche in Drunter und Drüber: So bringen Sie Ordnung in die Stadt

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Üble Schildbürgerstreiche in Drunter und Drüber: So bringen Sie Ordnung in die Stadt

Klaus Teuber gehört zu den bekanntesten Spieleautoren Deutschlands. Bereits viermal gewann er mit seinen Spielen die Auszeichnung „Spiel des Jahres". Spiele wie „Barbarossa", „Adel verpflichtet" und „Die Siedler von Catan" erlangten in kürzester Zeit große Beliebtheit. Auch das Spiel „Drunter und Drüber" stammt aus Teubers Feder. Im Jahr 1991 wurde das Brettspiel als „Spiel des Jahres" ausgezeichnet. In diesem Spiel geht es darum, das Durcheinander einer neu erbauten Stadt zu ordnen. Schuld an dem Chaos sind die Schildbürger, die für ihre Dummheit bekannt sind. Beim Bau der Stadt sind den Schildbürgern allerdings einige Fehler unterlaufen. Ihre Aufgabe ist es nun, die dreieckigen Rathäuser, die fensterlosen Museen und schiefen Wirtshäuser vor den Umbauarbeiten zu schützen. Das spannende Gesellschaftsspiel eignet sich für zwei bis vier Mitspieler und ist auch für Kinder ab einem Alter von neun Jahren geeignet. Somit kann „Drunter und Drüber" zur Kategorie Familienspiele gezählt werden. 

Die Spielidee von „Drunter und Drüber"

Bei „Drunter und Drüber" geht es um die Schildbürger, die eine neue Stadt gebaut haben. In der Stadt befinden sich schon einige Gebäude, jedoch fehlen noch die Stadtmauer, die Straßen und ein Fluss. Die Aufgabe der Spieler ist es nun, die Rolle der Schildbürger zu übernehmen und für die Fertigstellung zu sorgen. Jeder Spieler erhält dabei eine der sechs Gebäudearten. Eine Gebäudeart lässt sich jeweils fünfmal auf dem Spielplan finden. Dabei gilt, je näher ein Gebäude sich am Zentrum befindet, desto wertvoller ist es. Ein jeder Spieler muss während des Spiels versuchen, seine Gebäude vor dem Bebauen zu schützen.

Spielvorbereitungen - was Sie vor Spielbeginn bei „Drunter und Drüber" beachten müssen

Bevor das Spiel beginnen kann, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Das Spiel besteht aus einem Spielplan, sechs Gebäudekarten, vier Bautrupp-Spielfiguren, 32 Schildbürgerkarten sowie 60 Plättchen mit Straßen-, Fluss- oder Stadtmauerabbildungen. Zusätzlich enthalten sind zehn weitere Karten, die ausschließlich für eine Variante des Spiels benötigt werden. Zunächst werden alle Gebäudekarten gemischt und im Anschluss erhält jeder Mitspieler eine dieser Karten.

Karten und Figuren

Die Gebäudekarten bleiben bis zum Ende des Spiels verdeckt. Die Gebäudekarten, die nicht gebraucht werden, werden zurück in die Spieleschachtel gelegt. Im Folgenden werden die 32 Schildbürgerkarten sortiert. Dabei werden vier Stapel aus jeweils acht Karten mit gleicher Rückseite gebildet. Auch hier bekommt jeder Spieler einen dieser Stapel. Sollten lediglich zwei oder drei Personen am Spiel teilnehmen, so werden die übrigen Stapel zurück in die Schachtel gelegt und in diesem Spiel nicht weiter beachtet. Auf den Spielplan wird in jedes Eckfeld eine Bautrupp-Spielfigur gesetzt. Weiterhin ist auf dem Plan ein Postkutschen-Parkhaus abgebildet. Dort beginnt die Straße. Die Ausgangspunkte der Stadtmauer bilden die beiden Kanonenwachtürme und der Fluss entspringt am Wasserwerk.

Einsatz der Plättchen

Schließlich müssen noch die Straßen-, Fluss- und Stadtmauerplättchen gemischt und verteilt werden. Nach dem Mischen zieht jeder Spieler seine Plättchen, die Anzahl hängt dabei von der Zahl der Mitspieler ab. Die Plättchen sind in Einer-, Zweier- und Dreierplättchen unterteilt. Bei zwei Spielern erhält jeder Spieler zwölf Einerplättchen, zwölf Zweier- und sechs Dreierplättchen. Spielen Sie das Spiel mit drei Personen, so bekommt jeder acht Einer-, acht Zweier- und vier Dreierplättchen. Im Fall von vier Spielern werden jeweils sechs Einerplättchen, sechs Zweier- und drei Dreierplättchen verteilt. Die Spieler legen die Plättchen anschließend offen vor sich ab und sortieren diese nach Straße, Fluss und Stadtmauer. Einer-, Zweier- und Dreierplättchen bezeichnen die Länge der Plättchen. So besteht ein Einerplättchen lediglich aus einem Feld und ist gleichzeitig Anfangsfeld und Endfeld. Zweierplättchen besitzen zwei Felder, hierbei ist das Anfangsfeld durch einen Wachsoldaten, ein Boot oder auch eine Kutsche gekennzeichnet. Das Dreierplättchen hat zusätzlich noch ein Brückenfeld in der Mitte. Sind alle Vorbereitungen getroffen und ist ein Startspieler bestimmt, so kann das Spiel losgehen.

Spielverlauf - so bringen Sie Ordnung in das chaotische „Drunter und Drüber"

Bei diesem Brettspiel hat der Spieler in jeder Spielrunde die freie Wahl, welches Plättchen er anlegt. Der jeweilige Spieler darf ein Einer- Zweier- oder Dreierplättchen an ein Feld anlegen, das mit einem Bautrupp besetzt ist. Wie das Plättchen angelegt werden muss, bestimmt das Muster auf dem Spielplan. Hat ein Spieler ein Plättchen gesetzt, so verrückt er die Bautrupp-Spielfigur auf das Endfeld dieses Plättchens. Gespielt wird im Uhrzeigersinn. Im Allgemeinen ist ein Spieler verpflichtet ein Plättchen zu legen, wenn er an der Reihe ist. Im Ausnahmefall, wenn also der Spieler kein passendes Plättchen besitzt, kann der Spieler eine Runde aussetzen. Mit der Zeit ergeben sich so vier Strecken, zwei Stadtmauerstrecken eine Straßenstrecke und eine Flussstrecke. Auf dem Spielplan sind unter anderem auch Gebäude abgebildet. Im Spielverlauf ist es erlaubt, diese zu bedecken. Die Toilettenhäuschen hingegen dürfen nicht bedeckt werden. Neben diesen Regeln sind noch einige weitere Besonderheiten beim Anlegen der Plättchen zu beachten.

Regeln zum Anlegen der Plättchen

Plättchen dürfen immer nur an gleiche Plättchen angelegt werden, beispielsweise darf ein Flussplättchen nur an ein anderes Flussplättchen angelegt werden. Außerdem dürfen Plättchen nur an Stellen angelegt werden, an denen sich ein Bautrupp befindet. Da sich die Bautrupp-Spielfiguren zu Beginn des Spiels an den Eckfeldern befinden, starten die Strecken auch an diesen Punkten. Legt der Spieler ein Einerplättchen, so ist es egal, wie er dieses legt. Bei Zweier- und Dreierplättchen muss darauf geachtet werden, dass das Plättchen immer mit dem Anlegefeld an das vorherige Feld angrenzt. Die einzelnen Plättchen dürfen sich nicht überlagern und auch nicht über den Spielfeldrand hinaus gelegt werden. Die Bautrupp-Spielfiguren müssen stets auf das Endfeld gezogen werden, wenn Sie ein neues Plättchen angelegt haben. Im Folgenden ist es erlaubt, an jede freie Seite des Feldes ein Plättchen zu setzen, um die Strecke zu erweitern. Wenn ein Bautrupp auf ein Endfeld gesetzt wird und alle drei Seiten bereits durch andere Strecken blockiert sind, so wird diese Bautrupp-Spielfigur aus dem Spiel genommen. Dreierplättchen besitzen in der Mitte ein Brückenfeld. Dadurch besteht die Möglichkeit, Strecken weiterzuführen. Hierbei wird die Strecke an der gegenüberliegenden Seite der Brücke angelegt. Dies gilt für Stadtmauer-, Fluss- und Straßenstrecken. Es ist allerdings nicht gestattet, die vier Eckfelder zu bebauen.

Dafür gibt es Punkte

Beim Spiel sollten Sie sowohl auf Ihre Streckenplättchen achten als auch darauf, dass Sie Ihren Mitspielern keine Hinweise geben, welche Gebäude Sie besitzen. Es kann helfen, hin und wieder Abstriche bei günstigeren Gebäuden zu machen, um so die Mitspieler zu täuschen. Das Spiel ist beendet, wenn kein Plättchen mehr gelegt werden kann. Ist dies der Fall, decken alle Spieler ihre Gebäudekarten auf und die Punkte werden zusammengezählt. Ein Spieler bekommt Punkte für seine Gebäude, die nicht überbaut wurden. Die höchste Punktzahl bestimmt den Gewinner. Sollte ein Punktegleichstand vorliegen, werden zusätzlich alle nicht verbrauchten Stimmen der Schildbürgerkarten zusammengezählt. Auch hier gilt, wer die meisten Stimmen übrig hat, gewinnt das Spiel.

„Drunter und Drüber" Toilettenhäuschen - die Abstimmung

Sollte es im Spielverlauf dazu kommen, dass ein Spieler mit seinem Plättchen ein Toilettenhäuschen bedeckt, so muss darüber abgestimmt werden, ob dieses liegen bleiben darf oder wieder entfernt werden muss. Zur Abstimmung werden die Schildbürgerkarten hinzugezogen. Jeder Spieler wählt bei der Abstimmung eine oder mehrere seiner Schildbürgerkarten aus dem Stapel aus und legt diese verdeckt vor sich auf den Tisch. Beginnen darf der Spieler, dessen Plättchen ein Toilettenhäuschen bedeckt. Bei der Abstimmung haben Sie die Wahl zwischen „Ja", das Plättchen darf bleiben, „Nein", das Plättchen muss wieder entfernt werden und „Egal". Dabei gibt es verschiedene Schildbürgerkarten. Entscheidet sich der Spieler für „Ja", so hat er die Wahl zwischen dem lauten „JAAA", das dreifach zählt und dem „JAA", das zweifach gezählt wird sowie einem leisen „JA", das nur einfach gezählt wird. Beim „Nein" bleiben dem Spieler die gleichen Auswahlmöglichkeiten mit den jeweils passenden „NE"-, „NEE"- und „NEE"-Schildbürgerkarten. Ist es dem Spieler egal, ob das Plättchen liegen bleibt oder nicht, wählt er die weder Ja noch Nein Karte aus, die nicht gezählt wird. Oder der Spieler entscheidet sich für die Joker-Karte „JEEIIN". Diese Karte wird zweifach gezählt und der Spieler entscheidet sich erst für eine Antwort, nachdem alle Karten der Mitspieler aufgedeckt wurden.

Das Plättchen darf auf dem Toilettenhäuschen liegen bleiben, wenn entweder die Ja-Stimmen überwiegen oder die Anzahl der Ja- und Nein-Stimmen gleich verteilt ist. Überwiegen die Nein-Stimmen, muss das Plättchen entfernt werden und der Spieler nimmt dieses in seinen Vorrat zurück. Anschließend ist der nächste Spieler an der Reihe. Sollte erneut ein Spieler versuchen, dasselbe Toilettenhäuschen zu überbauen, so muss auch erneut darüber abgestimmt werden. Nach der Abstimmung werden alle ausgespielten Schildbürgerkarten eingesammelt und können im weiteren Verlauf des Spiels nicht mehr genutzt werden. Die Ausnahme bildet hier nur die weder Ja- noch Nein-Karte, die der Spieler wieder zurück auf seinen Stapel nehmen darf.

Eine weitere Variante von „Drunter und Drüber"

Wie bei vielen Spielen, die zum „Spiel des Jahres" gekürt wurden, gibt es auch bei „Drunter und Drüber" eine weitere Variante, die das Spiel abwechslungsreicher gestaltet. Dazu kommt der zweite Kartensatz, der im Spiel enthalten ist, zum Einsatz. Bei dieser Abwandlung bleiben die Spielregeln hinsichtlich der Plättchenverteilung gleich. Hinzu kommen jedoch Gebäudekarten und vier Sonderkarten. Die insgesamt zehn Gebäudekarten werden gemischt und jeder Spieler erhält zwei dieser Karten. Die übrigen Karten werden wieder zurück in die Schachtel gelegt. Kann anschließend im Spielverlauf eine der Strecken nicht mehr weiter gebaut werden, muss sich jeder Spieler sofort entscheiden, welche Gebäudekarte sein Ziel werden soll. Die ausgewählte Karte wird auf die andere gelegt und darf nicht mehr getauscht werden. Am Ende des Spiels werden wie im normalen Fall die Punkte ausgezählt. Bei Punktegleichstand entscheiden hier allerdings nicht die übrigen Schildbürgerkarten, sondern die Punkte der zweiten Gebäudekarte.

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