Übertakten von CPUs für Einsteiger

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Dieser Ratgeber soll sich nur an Einsteiger richten, welche die Grundlagen des Übertaktens (engl. overclocking) kennenlernen möchten.

Zunächst sei gesagt, dass die Frage „Wie hoch kann ich meinen Prozessor takten“ eigentlich nicht beantwortet werden kann, da jede CPU anders ist und auch deren Übertaktungsreserven sehr unterschiedlich sind. Warum sind nicht alle Prozessor gleich? CPUs bestehen hauptsächlich aus Silizium, die Gewinnung davon ist recht Zeit- und Energieaufwändig. So hat so ein Silizumbrocken schon mal einen Durchmesser von 30cm – das ist natürlich zuviel für einen einzigen CPU-Kern. Daher werden sie in Scheiben geschnitten („Wafer“ genannt). Danach folgt die eigentliche CPU-Herstellung, worauf ich jetzt aber nicht weiter eingehe möchte. Aus diesen Wafern wird nun die Grundlage der CPU „geschnitten“ (=> der Kern). Da Prozessoren, die aus der Mitte des Wafers geschnitten wurden meist besser eine bessere Qualität aufweisen, als die, die weiter aussen lagen, geht man davon aus, dass die mittig liegenden CPUs größere Übertaktungsreserven als die äußeren haben.

Somit kann es sein, dass 2 Leute mit gleicher CPU (beispielsweise Pentium D 920) unterschiedliche Taktfrequenzen beim Übertakten schaffen (bei gleicher Kühlung/System/Bedingungen). Glücksfälle stellen hierbei jedoch untertaktete CPUs dar, die produziert werden, wenn beispielsweise die Nachfrage nach kleineren Modellen enorm groß ist und momentan nur größere CPUs vorhanden sind. (Beispielsweise macht dann aus einem  Athlon 64 3200+ einen 3000+).

Dies ist aber in der Regel recht selten und man sollte sich glücklich schätzen, einen solchen zu erwischen!

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Kühlung. Umso mehr der Prozessor übertaktet wird, desto höher ist die thermische Verlustleistung, sprich die Wärme die abgetragen werden muss, damit die CPU nicht überhitzt. Wenn beispielsweise ein Intel Pentium D 805 (Standart Vcore (Spannung der CPU) ca. 1,3V ) auf 160 x 20 = 3600MHz (Frontsidebus x Multiplikator (fix) = Taktfrequenz, 805 Standard: 133 x 20 = 2666 MHz) übertaktet wird, so muss die VCore erhöht werden und die Verlustleistung steigt stark an!

Diese Wärme muss natürlich abgetragen werden. In dem Fall ist man natürlich mit einer Wasserkühlung besser bedient, als mit einer herkömmlichen Luftkühlung, da Wasser ein besserer Wärmeleiter als Luft ist! Für exterm Overclocking gibt es dann noch bessere Kühlmöglichkeiten, beispielsweise Kompressor- oder Stickstoffkühlungen, die aber nicht für den Dauerbetrieb empfehlenswert sind. Neben dem Manko der nötigen Kühlung, sollte nicht vergessen werden, dass die CPUs durch übermäßige Übertaktung deutlich an Lebensdauer verlieren.

Somit ist also gesagt, dass der Übertaktungsspielraum von vielen Punkten wie CPU, Kühlung, Umgebung, System abhängig sind. Am besten ist es beim übertakten, sich in kleinen Schritten vorzuarbeiten und immer die Temperaturen im Auge zu behalten! Performancetechnisch gesehen, ist das Übertaktung über den FSB (Front Side Bus) besser als über den Multiplikator (welcher meist fix ist). In folge dessen wird aber auch mehr Strom (Vcore) benötigt, da die CPU den hohen FSB sonst nicht schafft. Aber auch hier gibt es Grenzen, welche ich hier aber nicht klar definieren möchte, da sie von CPU-Typ zu Typ unterschiedlich ist.

Um die CPU Informationen wie FSB, Multiplikator, MHz, Cache, RAM Takte und Zugriffszeiten auszulesen, kann man das Tool namens CPU-Z (h**p://www.cpuid.com) benutzen!

Am besten einfach mal ins Bios gehen und ein bisschen Ausprobieren.

Ich möchte diese Einführung aber nicht als Allheilmittel anbieten und weise ausdrücklich daraufhin sich vorher intensiv mit der Materie, gerade auch mit der eigenen Hardware, zu befassen!!

Weitere Informationen und individuelle Hilfe sind in Foren wie dem von Hardwareluxx (h**p://www.forumdeluxx.de/forum) zu erhalten.

Zu guter Letzt noch, bekommt keinen Schock wenn der PC nach speichern der neuen Takte im Bios nicht mehr starten will. In den seltensten Fällen ist hier schon etwas kaputt gegangen, es zeigt einfach nur dass die CPU/RAM die Einstellungen nicht packen. In diesem Fall ist ein CMOS Clear notwendig, um das Bios zu reseten, wenn das Bios dies nicht selbstständig erkennt. Dazu gibt es bei einigenBoards einen Jumper auf dem Board, der für einige Sekunden umgesteckt werden muss (s. Handbuch CMOS-Clear). Bei älteren Boards muss die Bios Knopfzelle auf dem Mainboard für 10-15Sek. entfernt werden.

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