Übersicht der Kunststoffe bei Swimming Pools

Aufrufe 4 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Welche Kunststoffe kommen üblicherweise bei Swimming Pools zum Einsatz und was muss man beachten?


Nicht alle Kunststoffe kann man kleben, nicht alle Kunststoffe kann man für alles einsetzen! Die wichtigsten Vertreter:

Polypropylen/ Polyethylen

Dies sind Polyoleofine die man in der Praxis nicht dauerhaft verkleben kann. Einsatzzweck sind Flex-Schläuche, Solarkollektoren und ähnliches. Das Material ist preiswert herzustellen und hat eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen alle möglichen chemischen Substanzen (Chlor, Salz,...).

PP (Polypropylen) ist etwas belastbarer als PE. Man kann beide in Temperaturbereichen bis ca. 100°C benutzen.

ABS

Viele Einbauteile wie Skimmer, Wanddurchlässe, Einlaufdüsen, Gehäuse von Lampen etc. werden aus ABS gefertigt. Man kann ABS z.B. mit Tangit sehr gut verkleben, es ist auch beständig gegen Chlor, Salz usw.

Die maximale Temperatur des Wassers sollte 90°C nicht überschreiten, im Swimming Pool Bereich ergeben sich da also keine Probleme. Zum Vergleich: Das heißeste, was in der Praxis auftreten wird, ist Wasser in einer Solarheizung, wo das Wasser nicht zirkuliert. Da können Temperaturen bis ca. 70°C auftreten. Die Sammelrohre unserer EPDM Heizungen sind aus ABS.

ABS eignet sich nicht für eine wasserdichte Verbindung mit GFK-Becken!

PVC

PVC wird für Rohre, Einbauteile, Fittings, Ventile, aber auch für komplette Solarpaneele benutzt. Man kann PVC praktisch mit allen Stoffen verkleben.

Es gibt Hart-PVC (PVC-U) und Weich-PVC, das mit Weichmachern versehen ist. Die entweichenden Weichmacher machen typischen „Plastik-Geruch“ aus. PVC-U hat gar keine Weichmacher und ist hart und spröde.

Bei Bauteilen, die einen sehr hohen Weichmacheranteil haben, ist ein Verkleben mit harten Kunststoffen oft problematisch. Die Weichmacher würden durch die Klebestelle wandern – infolge dessen wird der weiche Kunststoff spröde und der harte Kunststoff wird weich. Dieser Prozess tritt nicht sofort, sondern erst nach Monaten oder Jahren auf.

Wir verkleben einen leicht flexiblen Hochdruckschlauch mit Fittings aus Hart-PVC und haben das Problem über Jahre hinweg nicht beobachten können. Fragen Sie im Zweifel einfach nach Erfahrungswerten.

Einbauteile aus PVC können auch wasserdicht mit GFK Beschichtungen oder Polyester-Becken verklebt werden, das geht mit ABS nicht.

Polyester

Aus Polyester werden Fertigbecken gebaut. Auch Treppen in zahlreichen Formen werden daraus gefertigt.

Dies wird so gemacht, dass Glasfasermatten mit Polyesterharz verarbeitet werden, auf der Inneren Seite ist der Regel noch eine Schicht aus Gelcoat. Das verbessert die Oberflächenqualität.

Bei Polyesterbecken muss man darauf achten, die Einbauteile wie Einlaufdüsen etc. aus PVC zu wählen.

EPDM

EPDM ist ein synthetischer Kautschuk und kommt bei Dichtungen und Solarheizungen zum Einsatz. Es fühlt sich an wie Gummi, ist aber synthetisch.

Es ist UV-beständig, begehbar, gegen Salz oder Chlor resistent und hat eine Haltbarkeit von vielen Jahrzehnten. Im Gegensatz zu den anderen Kunststoffen ist es relativ schwer.

Eine Besonderheit ist, dass EPDM auch bei sehr niedrigen Temperaturen elastisch bleibt. Auch strenge Winter in alpinen Regionen machen dem Kunststoff nichts aus, er ist sogar im befüllten Zustand frostsicher (nicht aber die Sammelrohre, die normal aus ABS sind, also sollte man eine Solarheizung im Winter definitiv entleeren!).


Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden