Über Liquids - offen und ehrlich.

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Einführung

Zuerst möchte ich mich für das Layout entschuldigen. Hier werden Sie keine schönen Bilder, Links zu meinen Auktionen, Erklärungen wie toll und geil und lecker usw. meine Produkte sind, finden. 
Hier geht's um die nackten Tatsachen (viel Text, richtig viel Text). Wer am Dampfen bzw. E-Rauchen interessiert ist und wissen möchte, wie, wann, wo, woraus seine Liquids bestehen - willkommen hier. 

Ich habe, so gut es geht eben, versucht, diesen Beitrag hier übersichtlich zu gestalten. Alle Fragen sind, selbstverständlich, erwünscht und werden auch beantwortet. 

Zunächst geht es um die Zusammensetzung, danach um die Herstellung und Reinheit, Aromen und warum die Liquids anders als erwartet schmecken.

Zusammensetzung der Liquids

Jedes Liquid besteht aus 4 "Grundstoffen". 
Propylen-Glycol - ist für die Geschmacksübertragung zuständig und erzeugt wenig Dampf. Vom Fließverhalten her erinnert es eher an Wasser. 

Glyzerin - wird für die Dampfentwicklung verwendet und ist richtig zähflüssig.  Aus diesem Grund wird es mit Wasser vermischt, da ansonsten keine Durchtränkung der Watte gewährleistet ist. Das Problem beim Glyzerin ist, dass es den Geschmack nicht so richtig binden will. Auch wenn man 30% Aromen reinkippt, ist hier kein intensiver Geschmack zu erwarten. 
Einen VW-Lupo kann man ja auch nicht gegen einen 911-er antreten lassen. 

Wasser -  zur Verdünnung des Liquids. Kein Dampf, kein Geschmack, deswegen wird eine Konzentration von max. 10% empfohlen. 

Aromen. Mein Lieblingsthema. Aromen gibt's mehr als genug am Markt. Und sie schmecken alle unterschiedlich (ich könnte aus dem Kopf ca. 350 verschiedene Sorten nennen). Normalerweise werden zwischen 1 und 10% Aromen hinzugefügt.
Doch vorsicht! Mehr Aromen bedeutet nicht unbedingt mehr am Geschmack.
Kleiner Vergleich: Zucker und Kaffe/Tee. Sie geben 2 Löffel Zucker rein - schmeckt wunderbar. Sie geben 10 Löffel Zucker rein - schmeckt, sorry für meine Umgangssprache - zum Kotzen. Aber auf dieses Problem gehen wir im Abschnitt "warum die Liquids nicht schmecken" ein. 

Übrigens: die besten Aromen kommen aus Polen, Italien und den Niederlanden. Deutsche Aromen sind, leider, eher lasch, obwohl sie auch einige Liebhaber haben. Geschmackssache, halt. 

Reinheit der Zutaten.

Na, da fangen wir mal mir der Herstellung an. 
Zuerst wollen wir das Thema der Reinheit behandeln. Denn es gibt keinen Menschen, der mehr auf seine Gesundheit achten würde, wie ein ehemaliger Raucher. 
Man hat sich 20 Jahre lang irgendetwas reingezogen, jetzt achtet man auf jedes Molekül. 

Die meisten Hersteller verwenden das 99,5% Glyzerin und 99%-PG.  
Denn Glyzerin wird nur mit Wasser vermischt und warum sollte ein Hersteller für 15% Wassers im Glyzerin zahlen? Tut er also nicht und bestellt 99,5% statt 85%. 
Glyzerin-Hersteller gibt es mehr als genug, nahezu jede seriöse Chemie-Firma bietet Glyzerin an. Im Preis des Liquids hat Glyzerin, wie auch PG nur einen sehr kleinen Anteil. Bei diesen Rohstoffen brauchen Sie sich also keine Sorgen zu machen. 

Nikotin. Reines Nikotin mit einer Konzentration ab 990mg pro ml (vergleichen Sie das mal mit den Liquids, die eine Konzentration von 18 mg/ml haben) ist nur mit entsprechender Genehmigung zu bekommen, ist sehr giftig und sehr gefährlich. Um mit diesem Nikotin arbeiten zu können, ohne jeden Tag einen Mitarbeiter ins Krankenhaus einliefern zu müssen, muss man viel Erfahrung und Sicherheitsausrüstung mitbringen. Es ist wirklich kein Spaß, es reicht schon ein halber Milliliter auf die Haut, um eine schwere Vergiftung zu bekommen. 
In Deutschland kann man Nikotin bis 72 mg/ml als Privatperson erwerben, ohne einen Giftschein vorlegen zu müssen. 
Niktoin gibt es in 5 Reinheitsstufen - 99%; 99,9%; 99,99%; 99,999%. 
Die meisten Herstelelr bieten 99,9 bzw. 99,99% an, was auch völlig ausreichend ist. Nikotin mit einem Reinheitsgrad von 99,999% gibt es auch, allerdings ist der Preis 15x höher, als vom 99,99%. Lohnt es sich? Ich sage klar - nein. 
Denn in einem Liquid-Fläschchen von 10 ml haben Sie sowieso nur 0,18 ml Nikotin (und das bei einem Nikotingehalt von 18 mg/ml) Ein Tausendstel von 0,18 ml ist 0,00018 ml an Verunreinigungen (das pro 10 ml). Wenn Sie in ihrer E-Shisha Hautschuppen (die mit dem Augen nicht sichtbar sind) oder ein Körnchen Staub haben, werden Sie ungefähr dieselbe Konzentration von "Nebenstoffen" haben.

Warum ich das erzähle? - Ich habe mal eine Diskussion in einem Forum gelesen, wo viele Menschen eine Base aus 99,9% Nikotin bekommen haben und dann plötzlich Angst hatten, weil die Base ihnen nicht sauber genug war. 
Der Anbieter tat mir echt Leid. 
Übrigens - die Bezeichnungen zur Synthese, zur Analyse etc. haben mit der Verwendung nichts zu tun und geben einfach die Reinheit an. Also, wenn Sie auf einem Prüfzertifikat "zur Synthese" lesen, heißt es nicht, dass das Nikotin nicht gedampft werden kann. 

 
Anbieter des Nikotins. 
Insgesamt gibt es in Europa ca. 6 Nikotin-Anbieter. Jetzt kommt aber das Lustige. Sie beziehen ihre Rohstoffe aus? Richtig - China. Ja, selbst die deutschen Hersteller des Nikotins beziehen ihre Rohstoffe aus China und verarbeiten diese hier weiter. Wer hat denn zuletzt ein Tabak-Feld in Deutschland gesehen? 
In diesem Fall würde ich Nikotin aus einer EU-Verarbeitung vorziehen, denn die Labore in der EU werden überprüft, die in China allerdings nicht. 

Apropos. Bio, GMO-Free etc. 
Das ist ungefähr dasselbe, wie auf der Packung von Sonnenblumenöl "Cholesterinfrei" zu schreiben. Sonnenblumenöl ist immer Cholesterinfrei.  Lassen Sie sich von diesen Bio- etc. Angaben nicht täuschen. Es steckt immer dasselbe drin. 

Weitere Probleme werden im Abschnitt 
"Herstellung der Liquids" behandelt. 




Herstellung der Liquids.

Na, sieht doch alles ganz einfach aus. Man nehme die Zutaten, vermische sie und schon kann man mit dem Verkauf der Liquids beginnen. 
Für den Privatgebrauch - ja. Kann ich nur empfehlen.  Kaufen Sie sich eine Base, Aromen, und Sie können Ihr Wunschliquid selbst zusammenstellen. 
Die ersten 10-20 Fläschchen werden zwar im Klo landen, aber Übung macht den Meister und Sie können so ihr "Lieblingsaroma" schaffen.  Das ist keine Ironie, das ist purer Ernst. 
Mich würde es freuen, wenn alle Dampfer selbst mischen würden, denn ein Liquid ist etwas Intimes, und ist ungefähr mit einem maßgeschneiderten Anzug und einem P&C-Anzug zu vergleichen. 
Ja, selbst ich gebe ehrlich zu, dass meine Liquids nicht an die vom Dampfer persönlich selbstgemischen herankommen. Der Dampfer kennt sich und seine Vorlieben. Ich tue es, leider, nicht. 


Betrachten wir doch mal die Hersteller und Anbieter der Liquids. 
Es gibt nämlich mehrere "Arten" :) 
1. "Keller-Herstellung". Ein Dampfer, der damit sein Taschengeld aufbessert. Er hat die Zutaten literweise daheim, hat 30-40 Aroma-Sorten und verkauft sie. 
Wo liegt das Problem bei solchen Anbietern? Ganz klar - die Mischungsverhältnisse und, möglicherweise, auch wenig Angebot. Denn ein solcher Anbieter hat in der Regel eine Grundbase, von welcher er nicht abweichen kann.  
Sauberkeit - oh je. Wissen Sie unter welchen Bedingungen die Liquids hergestellt werden? Wollen Sie es wirklich wissen? 
Diese Hersteller haben, normalerweise, keinen Giftschein, also kaufen sie bei anderen Anbietern ein (sprich, sie verwenden kein reines Nikotin)  und somit ist ihr Nikotin-Preis ein wenig höher. 

2. OEM-Anbieter. Das sind Unternehmen, die einen großen Liquid-Hersteller kontaktiert und ca. 10.000 Fläschchen bei ihm bestellt haben und es jetzt unter ihrem Namen verkaufen. 
Nachteile: Wenig Flexibilität, was Base- und sonstige Zusammensetzungen angeht. 

3. Labore. - Unternehmen, die ein eigenes Labor haben und die Liquids selbst herstellen, um sie dann an Groß- und Privatkunden zu verkaufen. 
Nachteile: Privatkunden haben, in der Regel, Probleme an solche Anbieter ranzukommen, da solche Labore überwiegend mit Großkunden arbeiten. 

4. Nikotin- und Liquid-Hersteller. Die "erste Sahne" der Liquid-Herstellung. Wenn ein Unternehmen sowohl Nikotin, als auch Aromen und Liquids selber herstellt, dann kann man sich eigentlich nichts mehr wünschen.  Im EU-Raum gibt's, soweit mir bekannt,  nur 3 solche Anbieter. 

Da wollte ich nochmal kurz das "Made in Germany" Problem ansprechen. Was soll das jetzt genau heißen? Abgefüllt in Deutschland? Super, denn Abfüllen sollte eigentlich jeder schaffen. Schwer ist es nicht. Die Zutaten stammen aber in 90% solcher Angaben nicht alle aus Deutschland. Werbung ist halt immer gut. Traurig nur, dass viele Menschen auf sie reinfallen. 

Warum schmeckt mein Liquid nicht.

Das kann 3 Ursachen haben. 

1. Ihre Geschmacksrezeptoren. Nach dem Rauchen haben sich Ihre Geschmacksrezeptoren noch nicht erholt. Oder der Geschmack gefällt Ihnen einfach nicht, oder sie haben den gleichen Geschmack zu lange gedampft. (N.B. Ich dampfe höchsten 2 ml von einem Geschmack, da meine Geschmacksnerven danach den Geschmack nicht wahrnehmen. Bei einem Verbrauch von 10 ml pro Tag ist es schon schwierig :) 

2. Zu wenig Aroma im Liquid. Jop, kann auch vorkommen. Aromen sind teuer, da kippt man lieber 2% statt 4% rein (denken viele Hersteller). Auch umgekehrt - zu viel Aroma, das kann ihre Geschmacksnerven auch blockieren. Klingt komisch, ist aber so. 


3. Hardware. In 75% der Fälle ist sie am (fehlenden) Geschmack schuld. Eine eGo-T mit einem CE4-5-6-7-8-etc. Verdampfer kann keinen Geschmack übertragen. Sie kriegen auch kein Klavier in einen Smart rein. (Mit Dampfentwicklung sieht es übrigens genau so aus). 

Die Profigeräte, die s.g. "Wundertüten" mit einem riesengroßen Akku, die eher nach einem Hammer, als nach einer normalen Zigarette aussehen ist es übrigens nicht anders. 
Privat nutze ich 2 solche Geräte. Dasselbe Liquid schmeckt völlig anders. 

Liquid ist wie Parfüm, Wein, Tee, Kaffee, Auto-Marke - nämlich Geschmackssache. 

Wie können Sie Ihr Liquid wieder "schmeckend" machen. 

1. Trinken Sie eine Tasse nicht zu heißen Kaffee (der heiße Kaffee blockiert die Rezeptoren). 
2. Wechseln Sie ihre Geschmacksrichtung. Nach 1-2 Tanks mit einem anderen Liquid wird das alte wieder besser schmecken. 
3. Spielen Sie mit der Watt-Zahl. Ich dampfe einige Liquids mit 20 Watt, andere mit 30. 
4. Mischen Sie Liquids. Sie haben ein Set bestellt, und 2 der Liquids schmecken Ihnen überhaupt nicht? Einfach mixen. Manchmal entstehen da solche Kreationen, für die Firmen 1000 € zahlen würden :) 
5. Verdampferkopf wechseln. Wenn Sie zuerst Kirsche, danach Cola und dann Tabak dampfen und Ihnen nach all diesen Kreationen die Vanille nicht schmeckt, dann liegt es höchstwahrscheinlich am Verdampfer. 




Das war ein kurzer Ausflug in die Liquids :) 
Wenn Sie weitere Fragen haben, bzw. Vorschläge, was weitere Themen sein könnten, schreiben Sie einfach einen Kommentar. 

MfG 
Ihr *Sie wissen's ja schon*

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