Turmalin – ein Ratgeber zum Onlinekauf

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Turmalin – ein Ratgeber zum Onlinekauf

Der Turmalin ist ein Edelstein mit einer unvergleichlichen Farbvielfalt. Auch die Verarbeitungseigenschaften des Steins sind aufgrund seiner Härte recht gut. Durch Wärmebehandlung kann die Farbe außerdem etwas verändert werden. Die tolle Optik und die verschiedenen Farben machen den Turmalin zu einem der beliebtesten Schmucksteine. Auch bei Mineraliensammlungen dürfen die verschiedenen Varietäten des Turmalins keinesfalls fehlen. Bei eBay erhalten Sie fertige Schmuckstücke, die mit Turmalinen verziert sind. Jedoch können Sie auch einzelne Edelsteine dieser Edelsteingruppe erwerben.

Geschichte des Turmalin

Die Bezeichnung Turmalin leitet sich vom singhalesischen „Turamali“ ab, was „Stein von gemischter Farbe“ bedeutet. Nach einer alten ägyptischen Legende führte der Weg des Turmalins einst aus dem Inneren der Erde zur Sonne über einen Regenbogen. Unterwegs habe er dabei alle seine Farben aufgenommen. Daher wird der Turmalin heute noch teilweise als „Edelstein des Regenbogens“ bezeichnet. Die einzelnen Varietäten in den verschiedenen Farben besitzen auch meistens eigene Bezeichnungen, die auf die Farbe hinweisen. Außerhalb Europas wird er schon seit vielen Jahrhunderten gefördert und als Schmuckstein geschätzt. Nach Europa kam der Turmalin erstmals im 18. Jahrhundert, als holländische Seefahrer den Stein aus Sri Lanka mitbrachten. Damals besaß die holländische Ostindienkompanie das Handelsmonopol für den vielfarbigen Edelstein. Wegen seiner Pyroelektrizität wurde er auch zum Entfernen der Aschereste aus Pfeifen benutzt.

Eigenschaften des Turmalin

Bei Reibung oder Erwärmung lädt sich der Turmalin elektrisch auf und kann daher kleine Partikel wie Staub, Asche oder Schmutz anziehen. Aufgrund dieser Eigenschaft wird der Turmalin auch heute noch vielfach in der Elektronik eingesetzt. Hauptsächlich wurde der Stein aber wegen seiner vielfältigen Farben als Schmuckstein verwendet. Die bedeutendsten Vorkommen liegen dabei in Brasilien, im südlichen Afrika und in Sri Lanka. Die chemische Zusammensetzung des Turmalins ist äußerst komplex und erst im 20. Jahrhundert konnte man diese entschlüsseln. Die Härte beträgt je nach Varietät zwischen 7 und 7,5 auf der Mohs-Skala. Die verschiedenen Arten weise auch unterschiedliche Transparenz auf – von durchsichtig über durchscheinend bis hin zu undurchsichtig.

Herkunft und Vorkommen von Turmalin

Turmaline werden heute fast auf der ganzen Welt gefunden und abgebaut. Während die Steine früher hauptsächlich in Sri Lanka gefördert wurden, liegen heute auch in Brasilien, im südlichen Afrika und in Russland bedeutende Vorkommen. Darüber hinaus wird der Turmalin auch beispielsweise in Afghanistan, in Pakistan und in den USA gefunden.

Verwendung des Turmalin als Schmuckstein

Aufgrund seiner schönen und vielfältigen Farben wird der Turmalin äußerst gerne als Schmuckstein verwendet. Besonders bei Halsketten stellt der Turmalin eine beliebte Art der Verzierung dar. Dabei finden Sie auch Ketten, die mit verschiedenfarbigen Steinen besetzt sind und so eine Regenbogenoptik aufweisen. Auch in Ringe wird der Stein gerne eingefasst. Als farbiger Edelstein rundet er die Optik des Rings ab und macht ihn zu einem auffälligen Schmuckstück. Auch bei Ohrschmuck macht sich der Turmalin gut und ist bei Anhängern und bei Ohrsteckern gleichermaßen verwendbar. Weitere häufig mit Turmalin verzierte Schmuckarten sind Armbänder sowie Broschen und Anstecknadeln. Ein bekanntes Beispiel, wo Turmaline als Schmucksteine verwendet werden, ist auch die Meisterschale der Fußball-Bundesliga. Auch im DFB-Pokal befinden sich verschiedenfarbigen Turmaline. 

Verschiedene Arten beim Turmalin

Die verschiedenen Varietäten des Turmalins unterscheiden sich vor allem in der Farbe. Der Edelstein tritt in mehr als 50 Nuancen und Farbtönen auf – von farblos über rosa, rot, grün, blau bis hin zu braun und schwarz. Dabei können einzelne Steine auch mehrere Farben aufweisen. Für die verschiedenen Farben sind meist Spurenelemente wie Mangan, Chrom und Eisen verantwortlich, die sich im Inneren des Steins befinden. Helle Turmaline mit schwarzer Spitze werden als Mohrenkopfturmalin bezeichnet. Diese Variante ist recht beliebt, sie passen zu vielen Schmuckstücken und Anlässen. Die roten bis rosafarbenen Turmaline werden Rubellite genannt. Sie überzeugen durch sehr schöne Farben und auffälliges Funkeln. Besonders beliebt sind auch blaue Turmaline, zu denen der Indigolith gehört. Diese werden meist in Namibia gefördert.

1989 wurden im brasilianischen Bundesstaat Paraiba ungewöhnlich schöne, intensiv blau bis blaugrüne Turmaline gefunden. Die aufregende Farbe verdanken die Paraiba-Steine dem enthaltenen Kupfer. Durch diese schöne Farbe haben diese Paraiba-Turmaline auch ihren Preis, aber die tolle Farbe ist bei Schmuck äußerst beliebt und begehrt. Zu den grünen Varietäten gehören der Verdelith, der hauptsächlich aus Afrika und Brasilien stammt, und der Chromturmalin. Letzterer besitzt ein außergewöhnlich schönes Grün, das durch den Chrom- und Vanadiumanteil des Steins entsteht. Diese Chromturmaline werden ausschließlich in Ostafrika gefunden.

Besonders selten sind farblose Turmaline, die als Achroite bezeichnet werden. Weitere Farbvarianten sind der schwarze Schörl und der braune Dravit. Auch mehrfarbige Turmaline treten relativ häufig auf, es wird hier zwischen zweifarbigen (bicolor) und mehrfarbigen (multicolor) Turmalinen unterschieden. Je intensiver hier die Farben sind und je schärfer die Farbübergänge auftreten, desto begehrter und auch teurer sind die mehrfarbigen Steine. Wie bei manchen anderen Edelsteinen gibt es auch beim Turmalin Exemplare, die beim Wechsel zwischen Tages- und Kunstlicht die Farbe verändern. Insgesamt unterscheidet sich der Preis je nach Stärke der Farbe und auch Seltenheit der Unterart. Das Preisniveau ist aber fast durchgängig relativ hoch. 

Qualitätsmerkmale beim Turmalin

Wie bei allen Edelsteinen gibt es auch beim Turmalin Qualitäts- und Preisunterschiede. Besonders beim Diamant hat sich die Klassifikation nach den 4 C’s durchgesetzt. Dabei werden die Größe beziehungsweise das Gewicht (Carat), die Farbe (Colour), die Reinheit (Clarity) und der Schliff (Cut) bewertet. Dieses Schema lässt sich auch beim Turmalin anwenden. Das Gewicht wird dabei wie bei Edelsteinen allgemein üblich in Karat gemessen. Dabei entspricht ein Karat 200 Milligramm. Größere Steine werden natürlich seltener gefunden und sind deshalb deutlich teurer. Die meisten Schmucksteine sind unter einem Karat schwer. Die Qualität und die Stärke der Farbe ist ein weiterer Qualitätsfaktor. Je ausdrucksstärker die Farbe und je schöner der Stein deswegen erscheint, desto wertvoller und teurer wird der Turmalin. Besonders bei begehrten und farblich sehr ausdrucksstarken Steinen wie dem Paraiba-Turmalin hängt der Preis sehr stark von der Farbe ab.

Nicht jeder Edelstein ist makellos und viele Exemplare besitzen deutlich sichtbare bis winzig kleine Einschlüsse. Diese mindern meist die Qualität des Steins. Die höchste Güteklasse ist dabei „lupenrein“, dabei sind selbst bei zehnfacher Vergrößerung durch eine Lupe keine Einschlüsse zu sehen. Weitere Klassen sind beispielsweise „deutliche Einschlüsse“, „große Einschlüsse“, „kleine Einschlüsse“ oder „sehr, sehr kleine Einschlüsse“. Von der Reinheit hängen auch die Klarheit und die Lichtreflexion des Steins ab. Deutliche Verschmutzungen und größere Einschlüsse mindern diese Eigenschaften deutlich. Der Schliff ist der einzige Faktor, der weitestgehend vom Mensch beeinflusst werden kann. Es ist dabei eine hohe Kunst, je nach der Art und dem einzigartigen Aussehen des Steins, den richtigen Schliff zu wählen und diesen auch richtig und gut durchzuführen. Durch einen schlechten Schliff wird die Optik deutlich weniger schön und deswegen sinkt auch der Wert.

Die beliebtesten Schliffformen des Turmalins

Erst durch den passenden Schliff erreicht der Turmalin seine volle Pracht. Das Schleifen von Edelsteinen ist dabei eine hohe Kunst. Je nach der Farbe und nach äußeren Faktoren wie Einschlüssen, Größe und Form bieten sich unterschiedliche Schliffformen an. Prinzipiell eignet sich der Turmalin für verschiedene Schliffarten. Bei Facettenschliffen wird die Brillanz durch eine Form mit vielen Außenflächen optimiert. Bei Turmalinen ist dabei der Ovalschliff sehr beliebt, der den Stein wie der Name schon sagt in eine ovale Form bringt. Der Cabochon-Schliff ist eine Form der Glattschliffe. Traditionell wird dieser Schliff bei Steinen mit leichten Einschlüssen verwendet. Der Oberteil ist bei diesem Schliff gewölbt und die Unterseite meist flach. Auch der Katzenaugen-Effekt bei Turmalinen wird durch den Cabochon optimal zur Geltung gebracht.

Der Baguette-Schliff ist bei Turmalinen auch recht beliebt, da der Edelstein oft eine natürliche Stäbchenform besitzt. Wie der Name schon andeutet, besitzt der Stein dann auch nach dem Schliff eine längliche Form, die an ein Baguette erinnert. Die Farbübergänge bei mehrfarbigen Steinen werden mit dem Baguette-Schliff betont. Welchen Schliff Sie bevorzugen und auswählen, hängt immer von der Verwendung und von den Eigenschaften des Steins ab. Auch Ihre Vorlieben spielen dabei eine Rolle, Schliffe sind auch immer Geschmackssache. Am besten lassen Sie sich bei Unsicherheit von einem Experten beraten. 

Mögliche Heilwirkungen des Turmalins

Die Menschen waren schon immer von den vielfältigen Farben und dem tollen Aussehen des Turmalins fasziniert und sprachen dem Stein magische Wirkungen zu. Auch in der Esoterik werden den verschiedenen Arten positive Wirkungen beim Tragen nachgesagt. Allgemein gilt der Turmalin als Stein der Liebe und Freundschaft, diese Bindungen sollen durch die Kraft des Edelsteins gestärkt werden. Je nach der Farbe soll  er darüber hinaus  auch schmerzlindernd wirken, den Energiefluss stärken und vor negativen Energien und Strahlen schützen.

Die richtige Reinigung der Turmalin-Steine

Besonders wenn der Turmalin direkt am Körper getragen wird, lagern sich mit der Zeit Schmutzpartikel aus der Umwelt und von der Haut auf dem Stein ab. Deswegen sollten Sie den Edelstein regelmäßig reinigen. Am besten entfernen Sie den sichtbaren Schmutz mit lauwarmem Wasser. Auch spezielle Reinigungsmittel für Edelsteine können Sie zum Säubern anwenden. Dabei sollten Sie den Stein nach dem Waschen mit einem Tuch abtrocknen, damit kein unschöner Film auf dem Turmalin zurückbleibt. Wenn Sie diese Hinweise beachten und den Stein regelmäßig reinigen, bleibt die schöne Optik erhalten und Sie haben lange Freude an den Schmuckstücken.

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