Tür ist nicht gleich Tür – ein Ratgeber für den Onlinekauf

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Funktionsweise und Bestandteile von Haustüren

Wenn Sie ein Haus betreten, ist der Türgriff das erste, was Sie in die Hand nehmen. Türen trennen nicht nur Räume von der Umwelt ab, sondern gewähren auch das Eintreten in diese. Tore und Türen gibt es in den verschiedensten Ausführungen und Anfertigungen bei eBay zu erstehen.

Funktionsweise und Arten von Türen

Türen können auf die verschiedensten Arten bewegt und geöffnet werden, wobei die häufigste Art die Anschlagstür ist. Hierbei ist ein bewegliches Türblatt an einer Seite befestigt und hat an der anderen Seite eine Vorrichtung zum Öffnen und Schließen der Tür. Die Schiebetüre hingegen wird in einem Rahmen seitlich verschoben, um durchgehen zu können. Sie kann im Rahmen oben und unten befestigt oder auch nur aufgehängt sein. Falttüren sind in mehrere durch Scharniere miteinander befestigte Teile gegliedert. Diese Teile falten sich beim Öffnen und Schließen aus der Schließebene heraus. Drehtüren werden vorrangig in Einkaufszentren verwendet und Falltüren dienen meist dazu, einen Dachboden oder Kellerraum betreten zu können.

Wesentliche Bestandteile einer Tür

Der gesamte bewegliche Teil einer Tür, das Türblatt, ist im Türstock befestigt, der wiederum einen Teil des Türrahmens bildet. Der obere Teil des Türstockes, der sogenannte Türsturz, leitet das Gewicht des Baumaterials auf die Steher ab. Der Blindstock wird schon beim Rohbau mit eingebaut. Dieser ermöglicht es, dass man die Tür erst nach der Verlegung des Fußbodens einbauen kann. Der untere Teil, die Türschwelle, war zumindest früher leicht erhaben, um Zugluft zu verringern. Der Teil, in dem das Türblatt hin und her schwingt, wird als Zarge oder Türfutter bezeichnet. Es ist in den meisten Fällen an allen drei Seiten optisch baugleich. Wenn es sich um eine Zarge aus Stahl handelt, wird diese aus einem Stück angefertigt.

Türbeschläge und deren Funktion

Natürlich benötigt eine Tür auch Beschläge, um richtig funktionieren zu können. Dazu zählt die Türangel, an welcher das Türblatt gedreht wird. Es können dabei auch mehrere verwendet werden. Das Türband ist das Gegenstück zur Türangel und wird am Türblatt befestigt. Um eine Tür öffnen zu können, braucht sie eine Klinke oder einen Türdrücker. Üblicherweise sind an beiden Seiten der Tür die Klinken befestigt, bei Außentüren kann aber auch nur an der Innenseite eine Klinke und an der Außenseite ein Türdrücker montiert sein. Zum Verschließen einer Tür benötigt man ein Türschloss mit einem Schließzylinder. Dieser wird mechanisch oder elektronisch durch einen Schlüssel oder gegebenenfalls einen Chip betätigt und der Riegel kann sich bewegen, um die Tür zu öffnen oder zu schließen. Ein Türschloss kann auch ein Blendelement enthalten, wobei beides zusammen als Garnitur bezeichnet wird.

Personentüren, Materialien und Einbau

Für jeden Einsatzzweck gibt es die passende Tür. Egal, ob Sie einen Stahltresor verschließen oder Ihre Räume voneinander abtrennen wollen, Sie benötigen eine Tür dafür. Je nach Funktion kann dabei unterschieden werden zwischen Personentüren und Gerätetüren. Gerätetüren werden verwendet, um zum Beispiel Möbel oder Elektrogeräte wie Kühlschränke zu schließen.

Personentüren und deren Besonderheiten

Bei den Personentüren gibt es wiederum verschiedene Klassen. Als Standardtür wird eine gewöhnliche Zimmertür ohne weitere Funktionen bezeichnet. Die besonderen Funkionen können in einem erhöhten Schallschutz oder einer erhöhten Brandfestigkeit bestehen. Zu den Brandschutztüren zählen zudem Rauchschutztüren. Diese müssen selbsttätig schließend sein und über eine bauaufsichtliche Zulassung verfügen. Paniktüren lassen sich schnell durch einen Drücker öffnen, damit die Tür im Notfall immer schnellstmöglich geöffnet werden kann. Die Paniktüren findet man oft in öffentlichen Gebäuden. Durch eine Schlupftür geht man, wenn in einem größeren Tor eine kleine Tür eingebaut ist. Das hat den Zweck, dass beim Passieren der Tür nicht das wesentlich schwerere Tor geöffnet werden muss.
Strahlenschutztüren sind mit Bleiplatten ausgerüstet. Diese schirmen vor radioaktiver Strahlung ab, wobei der Schutz in Bleigleichgewicht angegeben wird. Das bedeutet, dass eine Tür mit einem Bleigleichgewicht von 3 dem Strahlenschutz einer drei Millimeter dicken Bleiplatte gleichkommt. Diese Türen werden unter anderem bei Röntgenräumen verwendet. Zweigeteilte Türen können entweder vertikal oder horizontal geteilt sein. Das bekannteste Beispiel einer vertikal zweigeteilten Tür ist die Pendeltür, wie man sie aus Western-Saloons kennt. Falls die Tür horizontal geteilt ist, kann es sich um eine Stalltür oder eine doppelschlägige Tür mit voneinander unabhängig zu öffnenden Türblättern handeln. Auch gibt es spezielle Sicherheitstüren, die massive Verriegelungsvorrichtungen wie Sicherheitsschließbleche oder Profilzylinderschlösser aufweisen. Neben den Sicherheitstüren gibt es auch einbruchhemmende Türen, die ein gewaltsames Eindringen in Räume erschweren.

Widerstandsklassen der Sicherheitstüren

Sicherheitstüren und einbruchshemmende Türen werden in verschiedene Widerstandsklassen eingeteilt. Diese bezeichnen, wie lange eine Tür einem Einbruchsversuch mit oder ohne Werkzeug standhalten muss. Diese Widerstandsklassen sind nach der europäischen Norm EN 1627:2011, die auch die Widerstandszeiten und den Tätertyp definiert, in sechs Kategorien (WK 1 bis WK 6) eingeteilt. Falls in der Tür Glas verarbeitet ist, gelten für dieses ähnliche Widerstandsklassen wie für die Türen. Achten Sie darauf, dass durch die Verarbeitung eines Glaselements im Türblatt die Widerstandsklasse der Tür insgesamt herabgesetzt werden kann.

Die Widerstandsklassen 1 - 3

Türen der Widerstandsklasse 1 gewährleisten einen gewissen Grundschutz gegen Vandalismus. Dazu zählen Handlungen wie Dagegentreten oder -springen, Schulterwurf, Herausreißen oder Hochschieben. All dies geschieht dabei ohne Werkzeuge. Der Gelegenheitseinbrecher hat dazu wenig Zeit und kennt weder die Beute noch die Tür. Mit der Widerstandsklasse 2 klassifiziert müssen die Türen drei Minuten den Aufbruchsversuchen standhalten. Beim Einbrecher handelt es sich um einen Gelegenheitstäter, der über geringe Kenntnisse über mögliche Beute und Tür verfügt und mit einfachen Werkzeugen wie Schraubendrehern oder Zangen arbeitet. Die dritte Widerstandsklasse hält dabei einem zweiten Schraubenzieher oder einem Kuhfuß über fünf Minuten stand. Auch hierbei ist ein Gelegenheitstäter zugange. Dabei will dieser Täter mit etwas Kenntnis über die Tür und keiner über die Beute so wenig Lärm als möglich verursachen.

Die Widerstandsklassen 4 - 6

Die vierte Widerstandsklasse ist derart gesichert, dass sie einem erfahrenen Täter mit Schlagwerkzeugen, Stemmeisen oder einem Akku-Bohrer zehn Minuten lang standhält. Dieser Täter nimmt ein höheres Risiko und etwas Lärmentwicklung in Kauf. Bei der fünften Widerstandsklasse kann der Täter schon 15 Minuten lang versuchen, mit zusätzlichen Elektrowerkzeugen wie einer Bohrmaschine oder einem Winkelschleifer die Tür zu öffnen, bevor diese nachgeben darf. Da der sehr erfahrene und gut durchorganisierte Täter eine hohe Beute erwartet, scheut er keinen Lärm. Die widerstandsfähigste sechste Klasse muss einem Einbruchsversuch mit leistungsfähigen Werkzeugen standhalten, bevor sie sich öffnen lässt. Dieser sehr erfahrene und organisierte Einbrecher scheut keine Lärmentwicklung. Er erwartet sehr gute Beute. Wenn Sie die Sicherheit einer bereits bestehenden Tür verbessern möchten, können Sie mit Türketten nachrüsten. Aber auch mit den richtigen Schließzylindern, Sicherheitsbeschlägen und Türriegeln können Sie durch eine bessere Türsicherung den Einbruchsschutz erheblich verbessern.

Die Materialien der Türen und ihre Eigenschaften

Verschiedene Anforderungen an eine Tür verlangen nach unterschiedlichen Materialien. Jedes verwendete Material hat dabei Vorzüge und Nachteile. Türen aus CPL (Continuous Pressure Laminate) bestehen aus mehreren Papierschichten, die in Phenolharz oder Melaminharz getränkt worden und unter Hochdruck zusammengefügt worden sind. Die oberste Papierschicht kann dabei mit den verschiedensten Motiven versehen werden. Diese CPL-Türen sind nur in Ausnahmefällen für den Außenbereich geeignet, da sie nur mäßig witterungsbeständig sind.
Vollholztüren werden in Sandwichbauweise oder aus Vollholz angefertigt. Diese Türen verlangen viel Pflege und Wartung, da das Holz nur bedingt witterungsbeständig ist. Die Lebensdauer von Holztüren hängt von der Oberflächenbehandlung und ihrer Pflege ab. Dafür bieten Holztüren hohe Schallschutzwerte und eine gute Isolation. Zudem sind Vollholztüren ökologisch unbedenklich, da sie aus einem nachwachsenden Rohstoff bestehen.
Ganzglastüren sind, wie der Name schon verrät, ganz aus Glas gefertigt. Sie haben den Vorteil, dass sie licht- und blickdurchlässig sind, aber den Nachteil, dass sie sehr zerbrechlich sein können. Besonders beliebt ist Glas bei den Balkon- und Terrassentüren.
Aluminiumtüren sind sehr stabil und bieten zudem mit der richtigen Füllung hervorragenden Wärmeschutz und sehr gute Schallschutzwerte, während Türen aus Stahl wesentlich stabiler, aber dafür umso schwerer sind. Die Aluminiumtüren sind witterungsbeständig und pflegeleicht. Sie sind zudem sicherer als Kunststofftüren oder Holztüren, aber dafür teurer in der Anschaffung.
Stahltüren sind die widerstandsfähigsten, aber auch schwersten Türen. Sie sind extrem langlebig und einbruchssicher. Des Weiteren sind Stahltüren relativ preiswert, aber der Herstellungsprozess ist der rohstoffintensivste bei der Türenherstellung. Kunststofftüren sind die günstigsten Türen. Sie können beliebig gestaltet werden und haben niedrige Wartungskosten. Sie sind allerdings weit weniger stabil als andere Türen und können sich mit der Zeit verziehen. Auch bieten sie einen schlechteren Schallschutz und sind ökologisch nicht unbedenklich. Des Weiteren sollten noch Türen aus Messing, Kupfer oder Stein erwähnt werden, wobei diese Türen sehr oft Sonderanfertigungen sind und entsprechend selten und kostspielig sein können.

Einbau und Montage einer Tür

Falls Sie handwerklich geschickt sind, können Sie Ihre neue Tür selbst einbauen, wobei dies zwar ziemlich einfach, aber relativ aufwendig ist. Beachten Sie vor dem Kauf der neuen Tür die Maße der Türöffnung, damit Sie den Türsturz nicht verschmälern oder verbreitern müssen. Falls Sie die Maueröffnung doch verbreitern wollen, sollten Sie einen Fachmann zurate ziehen, da sich statische Probleme ergeben können. Auch sollten Sie wissen, ob Sie die Tür „DIN links“ oder „DIN rechts“ benötigen. Das bezeichnet, auf welcher Seite der Anschlag ist, links oder rechts. Die Türen sind von den Maßen her generell genormt, können aber gegen Aufpreis auch speziell für Ihre Bedürfnisse angefertigt werden.
In der Regel sind Holztüren oder Türen aus Kunststoff beim Kauf einbaufertig. Sie benötigen außer einer Anleitung, die Sie im besten Fall vom Türverkäufer mitgeliefert bekommen, nur noch ein paar Werkzeuge, die Sie ebenfalls bei eBay kaufen können. Falls der neuen Tür keine Einbauanleitung beiliegt, können Sie diese im Internet in diversen Do-It-Yourself-Foren finden. Zusätzlich zur Tür und dem passenden Türgriff und den Beschlägen benötigen Sie zum Einbau der meisten Türen noch Rahmendübel, Montageschaum und bei Holztüren eine Dickschichtlasur samt Pinsel. Zudem brauchen Sie noch eine Wasserwaage, Zollstock und Bleistift. An Elektrogeräten wird neben einem elektrischen Schraubendreher eine Bohrmaschine mit Holz- und/oder Metallbohrern verwendet. Mit diesen Materialien und eventuell einem Helfer dürfte dem Einbau Ihrer neuen Haustür nichts mehr im Wege stehen.

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