Trickserei bei der Helligkeitsangabe von LEDs

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Die zurzeit in Mode gekommenen, neuartigen LED-Leuchtmittel für Standardfassungen erfreuen sich großer Beliebtheit (siehe dazu auch mein Kurzratgeber zur LED-Technik).
Leider ist vor dem Kauf oft nicht klar, wie hell eine solche "LED-Birne" wirklich leuchtet. In den Produkdatenblättern der Hersteller werden die Daten jedoch oftmals frisiert, sodass der Kunde am Ende oft enttäuscht denkt: "Die hab ich mir aber heller vorgestellt".

Daher möchte ich hier kurz vorstellen, welche lichttechnische Einheit von Herstellern auf welche Art und Weise verdreht wird, um Ihnen, dem Kunden, mehr zu versprechen als am Ende herauskommt.

LED-Leuchtmittel werden in der Regel mit Standard-Glühlampen verglichen, um die Helligkeit für den Kunden anzugeben. Die verwendete physikalische Einheit sind Lumen (lm). Je mehr Lumen ein Leuchtmittel hat, desto heller leuchtet es. Es gibt zwei Möglichkeiten für LED-Hersteller, Sie beim Kauf an der Nase herumzuführen:

a) die Lumenzahl der LED wird gar nicht angegeben
b) die Lumenzahl der LED wird angegeben, aber mit einer falschen Glühlampenstärke verglichen

Sie brauchen gar nichts weiter zu wissen - lediglich die Lumenzahlen von Standardglühlampen. Dann wissen Sie vorher, wie hell Ihre LED hinterher leuchten wird. Eine LED ohne Angabe einer Lumenzahl empfehle ich gar nicht zum Kauf.

Tabelle für die Helligkeiten von klaren Standardglühlampen:

15 W ~ 175 lm
25 W ~ 300 lm
40 W ~ 500 lm
60 W ~ 725 lm
75 W ~ 950 lm
100 W ~ 1350 lm

Hinweis: matte Glühlampen geben etwas weniger, klare Halogenglühlampen etwas mehr Licht. Die Unterschiede sind aber nicht allzu groß.
Bei Halogenstrahlern liegen die Werte auf ähnlichem Niveau und sind entsprechend anwendbar. Ein Halogenstrahler mit 35 W hätte so zB. etwa 500 lm (etwas höher als eine Standardglühlampe).

Beispiel: ein möglicher Werbeslogan auf einem Produktblatt für ein LED-Leuchtmittel könnte lauten:

"LED superhell 500 lm, entspricht Glühlampe 60 W"

Schauen Sie nun oben auf die Tabelle, sehen Sie schnell dass der Hersteller das (verständliche) Unwissen vieler Käufer über die Helligkeit der Glühlampen ausgenutzt hat: die Beispiel-LED hat über 200 lm Helligkeit zuwenig für den Vergleich. Sie entspräche nicht einer 60 W Glühlampe, sondern einer mit 40 W - ein deutlicher Unterschied! Um mit einer 60 W Glühlampe verglichen zu werden, benötigt eine LED mindestens 700 lm. So können Sie nun jede im Handel erhältliche LED ganz einfach auf Ihre Helligkeit überprüfen. Sie wissen damit was Sie kaufen, Sie bekommen was Sie möchten und Sie geben nicht unnötig Geld für diese teuren Leuchtmittel aus.

Ich hoffe der Ratgeber war verständlich und hilfreich. Sagen Sie mir was Sie denken, und bewerten Sie ihn - Ihre Meinung interessiert mich.

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