Trennung von Rasenkante und Beet mit Kantensteinen: So berechnen Sie Ihren Bedarf

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Trennung von Rasenkante und Beet mit Kantensteinen: So berechnen Sie Ihren Bedarf

Ein schöner Garten kommt nicht von ungefähr. Er ist in der Regel mit einem oftmals nicht unerheblichen Arbeitsaufwand verbunden. Der Rasen muss vor allem in den Sommermonaten regelmäßig gemäht werden, aber auch unerwünschte Wildkräuter in den Beeten sind zu entfernen. Idealerweise trennt man die Beete und Rasenfläche durch Kantensteine. Dadurch wird nicht nur eine saubere Mähkante geschaffen, sondern auch Quecken oder andere Kräuter werden davon abgehalten, sich auf der Rasenfläche anzusiedeln. Doch Kantensteine gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen. Erfahren Sie in den folgenden Zeilen, welche Vorteile die verschiedenen Variationen haben, und wie Sie Ihren Bedarf berechnen können.

Kantensteine für geradlinige Flächen:

Ist eine geometrisch geradlinige Fläche zu begrenzen, bieten sich Kantensteine aus Beton mit dem gängigen Maß 100 x 25 x 5-8 cm an. Gleichzeitig zählt der Einbau solcher Steine zu den preisgünstigsten Möglichkeiten, Beete und Rasen zu trennen. Edlere Varianten in Granit oder anderem Naturstein sind eher in den Maßen 30 bis 100 cm (Länge) x 25-20 cm (Höhe) und 5-8 cm (Stärke) erhältlich. Der Vorteil ist, dass sie sich relativ einfach und schnell einbauen lassen. Im Handel werden sie aus unterschiedlichen Materialien wie Beton, Granit oder Kunststoff angeboten. Um nun den Bedarf der Steine zu berechnen, müssen Sie lediglich die einzugrenzende Fläche an den Kanten vermessen. Am einfachsten gestaltet sich ein solches Vorhaben, indem Sie mit Stangen – auch Stahlnägel genannt – die Fläche mit einer Schnur umspannen. Wenn Sie die Schnur direkt auf die fertige Endhöhe der Steine spannen, sparen Sie darüber hinaus einen Arbeitsgang für den späteren Einbau der Rasenkante. Wenn Sie die gesamte Länge der Umrandung in Zentimeter ermittelt haben, müssen Sie lediglich die Summe durch 31 beziehungsweise 100 teilen. Das entspricht der Länge des Kantensteins plus einem halben Zentimeter Verschnitt. Darüber hinaus sollten Sie ebenfalls den Verschnitt an Ecken berücksichtigen, falls die Steine mit einem Gärungsschnitt bearbeitet werden sollen. Ebenfalls ist es ratsam, mindestens einen oder zwei Steine in Reserve zu haben, falls etwa ein Schnitt nicht sauber gelingen sollte oder das Material beim Einbau zu Schaden kommt. Die Zwischenräume der einzelnen Kantensteine sind für die Berechnung unerheblich, da diese sehr knapp auf Stoß gesetzt werden.

Kantensteine für nicht geradlinige Flächen - wie Sie Ihren Bedarf berechnen

Etwas schwieriger wird die Ermittlung der benötigten Anzahl von Kantensteinen bei schwungvoll begrenzten Flächen mit Kurven und Wellen statt gerader Linien. Ein 30,5 oder gar ein 100 Zentimeter langer Stein ist hier weniger empfehlenswert, da allein aufgrund seiner Form höchstens „Zickzack-Linien" machbar sind, obwohl es selbst hier Lösungsmöglichkeiten mit vorgeformten Rundbögen gibt. Ein eleganter Weg ist jedoch – insbesondere, wenn es sich um Naturstein handelt – Kantensteine und „Pflaster" zu mischen. Unter Natursteinpflaster versteht man quaderförmige Steine, die nicht gesägt, sondern geschlagen werden. Daher gibt es für sie auch keine Einheitsgröße, weil jeder Stein individuell und verschieden ist. Angeboten werden sie jedoch in drei unterschiedlichen Kategorien, die wiederum nach Größen unterteilt sind, wobei hier nur die Unter- und Obergrenze des Maßes genannt wird. Die Kategorien sind:

  1. Großpflaster: Hier reichen die Größen von 12/13 Zentimeter Kantenlänge bis zu 16/22 Zentimetern.
  2. Kleinpflaster: Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Größenklassen, deren Maße zwischen acht und zehn Zentimetern Kantenlänge liegen. Angegeben wird das Maß von 8/8 bis 10/10 Zentimetern, wobei auch hier sich die Größenangabe auf die Kantenlänge bezieht.
  3. Mosaik: Mosaiksteine gehören zu der kleinsten Größenklassen und ihre Kantenlängen betragen von 4/4 bis 6/6 Zentimetern.

Je nach Größe der zu umrandenden Fläche bietet sich mit dieser Kombination aus Kanten- und Pflastersteinen eine Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten. Je nach Material und Güteklassen der einzelnen Komponenten stellen sie darüber hinaus ein optisches Highlight dar und sind nahezu unverwüstlich. Bei der Auswahl der Steine sollten Sie zunächst die Entscheidung über die Größe der (längeren) Kantensteine treffen und dann die restlichen Natursteine in puncto „Breite" den Kantensteinen anpassen. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Natursteine in der Güteklasse I Abweichungen von einem und in der Güteklasse II von zwei Zentimetern erlauben. Dies ist nicht nur für das spätere Gesamtbild, sondern auch für die Berechnung der Steinmenge von entscheidender Bedeutung. Ist die Kaufentscheidung gefallen, so gehen Sie mit der Berechnung ähnlich wie bei der geradlinigen Fläche vor. Nutzen Sie wieder die Methode mit der Schnur. Diesmal müssen Sie mehrere Abschnitte der zu begrenzenden Fläche abstecken. Jedes Mal, wenn ein Streckenabschnitt „wellenförmig" verläuft, stecken Sie den höchsten beziehungsweise niedrigsten Punkt der Kurve ab. Haben Sie die sogenannten „Scheitelpunkte" eingemessen, ergibt sich wieder eine Form mit geraden Linien, die nun addiert werden können. Ein Beispiel:

Die gesamte Länge Ihrer Flächenumrandung beträgt 50 Meter. 40 Meter davon sind gerade Linien, die mit 30,5 Zentimeter langen Kantensteinen eingefasst werden soll. Daraus ergibt sich folgende Rechnung:

40 x 100 = 4000 (Umrechnung von Meter auf Zentimeter)

4000 : 31 = 129,033 (aufgerundet 130)

Sie benötigen also 130 Kantensteine mit einer Länge von 30,5 Zentimetern.

Die restlichen zehn Meter sollen aufgrund eines kurvenförmigen Verlaufs mit Kleinpflaster aus Naturstein der Größe 8/8 aufgefüllt werden. Rechnung:

10 x 100 = 1000

1000 : 8 = 125

Somit ergibt sich ein Bedarf von 125 Steinen. Da die Steine – wie schon erwähnt – je nach Güteklasse variieren, sollten Sie zusätzlich fünf Prozent mehr als die benötigte Menge bestellen, beziehungsweise kaufen.

Ein zusätzlicher Tipp:

Haben Sie außerdem vor, eine Pflasterfläche aus dem gleichen Material – hier bieten sich Granit, Grauwacke, Basalt, Porphyr, Melaphyr oder Grauwacke an – einzudecken, ergibt sich folgende Faustregel zur Berechnung der Steinanzahl oder - besser gesagt - der Menge/Gewicht.

  1. Großpflaster: Eine Tonne Großpflaster ergibt in der Regel eine Fläche von 2,7 Quadratmetern.
  2. Kleinpflaster: Mit einer Tonne 8/8 lassen sich durchschnittlich 6,7 und mit einer Tonne 10/10 4,5 Quadratmeter eindecken.
  3.  Mosaikpflaster: Hier lassen sich mit einer Tonne 4/4 etwa 10 und mit einer Tonne 6/6 rund 7,5 Quadratmeter gestalten.

Die Verwendung von Palisaden oder Rundhölzern

Eine weitere Variante, eine Rasenfläche zu begrenzen oder ein Beet einzufassen, bietet sich mit Palisaden oder Rundhölzern. Diese werden vom Handel nicht nur in Holz, sondern auch in Naturstein, Beton oder Kunststoff angeboten. Wobei für die Berechnung der Menge nicht das Material, sondern der Durchmesser der einzelnen Elemente von Bedeutung ist. Gängige Maße finden sich hier von acht bis 25 Zentimeter Durchmesser. Der Vorgang zur Berechnung ist jedoch auch hier wieder der gleiche wie bei den anderen Steinen. Kurvige Streckenverläufe werden abermals durch winklige, gerade Linien ersetzt und mit der Schnur abgespannt. Anschließend ergibt sich für Abgrenzung wieder folgende Formel:

Strecke in Metern x 100

Ergebnis durch den Durchmesser der gewünschten Palisaden teilen. Unter Verwendung der Beispielstrecke von 50 Metern und Palisaden mit einem Durchmesser von 10 Zentimetern ergibt sich eine Anzahl von 500 Steinen oder Hölzern für die Begrenzung.

Kantensteine in Form von Betonrechteckpflaster

Eine ebenfalls relativ preiswerte Variante der Beeteinfassung ist die Verwendung von Betonrechteckpflaster. In der Umgangssprache werden die häufig auch „Brötchen" genannt und weisen ein Maß von 20 cm Länge und 10 cm Breite auf. Da ihre Höhe jedoch nur sechs bis acht Zentimeter beträgt, sind diese Steine nur bedingt als Raseneinfassung geeignet. Sie dienen zwar optimal als Mähkante, da sie mit einem Bodenschluss eingebaut werden, verhindern aber leider nicht, dass der Rasen sich in ein angrenzendes Beet ausweitet, oder dass unerwünschte Wildkräuter in den Rasen Einzug halten. Unter Bodenschluss versteht man dabei den ebenerdigen Einbau der Steine. Die Berechnung der benötigten Steinmenge hängt davon ab, wie Sie die Steine verlegen wollen. Eine schmale Trennung zwischen Rasen und Beet ergibt sich durch die Längsverlegung des Materials, und Sie teilen die vermessene Länge durch die Länge des Steins. Mit unserer Beispiellänge ergibt sich dann eine Anzahl von 250 „Brötchen". Wird eine breitere Kante gewünscht, verdoppelt sich die Zahl auf 500, und Sie bauen sie nebeneinander an der Breite nach ein.

Eine abschließende Bemerkung zum gewünschten Ergebnis

Je nachdem, welche Funktion eine Mäh- oder Rasenkante erfüllen soll, reicht es oftmals nicht aus, lediglich eine Reihe aus Steinen oder Hölzern zu setzen. Einige Pflanzen bilden starke und weit ausgreifende Wurzelausläufer, die sich durch den Einbau von Rasenkantensteinen nicht daran hindern lassen, sich auf dem Rasen zu vermehren. Vor allem zahlreiche Bambussorten verwandeln Ihre Grünfläche schnell in einen Urwald. Daher ist es ratsam bei solchen Pflanzen zusätzlich eine sogenannte Wurzelsperre einzusetzen. Diese sollte allerdings nicht nur aus einer Folie, sondern aus gehärtetem Kunststoff bestehen, da die Wurzeln leicht durchlässiges Material problemlos durchdringen. In der Tiefe sollte diese ebenfalls mindestens einen halben Meter tief eingegraben werden. Bedenken Sie diese Tatsache, bevor Sie an den Einbau Ihrer Mähkante oder Einfassung gehen, Sie sparen sich auf jeden Fall einen Arbeitsgang und müssen sich nicht ärgern, dass Ihre Rasenkante nicht den gewünschten Zweck erfüllt.

Und noch ein Tipp:

Bedenken Sie, dass beim Einbau Ihrer Rasenkantensteine Fugen entstehen. Hier kann es immer wieder dazu kommen, dass Rasen oder andere Wildkräuter dort austreten. Auf die Dauer gibt das ein unschönes Bild, wenn die Fugen nicht regelmäßig von Hand gesäubert werden. Denn ein Aufbringen von Pestiziden – dazu zählt selbst Essig – ist nach Umweltrecht verboten. Wer jedoch im Vorfeld unter die Steine eine schwarze Folie einbaut, ist vor einem solchen Erscheinungsbild geschützt, und ein späteres „Unkraut-Zupfen" ist überflüssig.

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