Trendsportart Kickboxen: Ratgeber für die Auswahl von Kickbox-Bekleidung und Zubehör

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Trendsportart Kickboxen: Ratgeber für die Auswahl von Kickbox-Bekleidung und Zubehör

Kickboxen erfreut sich einer steigenden Beliebtheit. Der Kampfsport zeichnet sich durch seine Dynamik aus und ist sehr wettkampforientiert. Die eigene körperliche Fitness, die Beweglichkeit und Schnelligkeit sowie das Reaktionsvermögen werden im Kickboxen trainiert und großgeschrieben. Kickboxen bietet die Möglichkeit durch das Trainieren verschiedener Bereiche wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Beweglichkeit den eigenen Körper gesund und fit zu halten.

Jede ernst zu nehmende Kampfsportart schult dabei nicht nur die körperlichen Eigenschaften. Auch beim Kickboxen wird großer Wert auf die Formung der Willenskraft, die Steigerung des Selbstvertrauens und der Disziplin gelegt. Da das Kickboxen eine besonders wettkampforientierte Sportart ist, bildet Fairness einen wichtigen Schwerpunkt bei der Ausbildung der charakterlichen Eigenschaften.

Kickboxen, wie der Ratgeber noch weiter unten ausführen wird, ist im Grunde genommen eine Zusammenfassung aus verschiedenen Kampftechniken. Mit der Zeit haben sich unterschiedliche Disziplinen herausgebildet, die unter anderem dem Boxen oder auch Karate nahestehen. Kickboxen ist einerseits eine Wettkampfsportart. Es kann aber auch gleichzeitig als Selbstverteidigungstechnik angesehen werden.

Kickboxen kann jeder erlernen. Die verschiedenen Schulen bieten Kurse für alle Altersklassen an. Es kann jedoch auch, beispielsweise in Form der Disziplin TaiBo als reine Fitnesssportart genutzt werden. Dieser Ratgeber möchte Ihnen vor allen Dingen die unterschiedlichen Ausrüstungsgegenstände und die Bekleidung des Kickboxers näher bringen. Wenn Sie also mit dem Gedanken spielen, das Kickboxen zu erlernen, wird Ihnen dieser Ratgeber einige wertvolle Informationen liefern können.

In einem ersten Teil wird Ihnen der Ratgeber noch einmal kurz etwas zur Entstehung des Kickboxens vermitteln sowie zum Kampfsport selbst, seinen Regeln und dem Training. Der zweite Teil beschäftigt sich anschließend mit der Bekleidung und der weiteren Ausrüstung (insbesondere Schutze), die für das Kickboxen unerlässlich sind.

Woher kommt das Kickboxen?

Kickboxen ist noch jung. Es entstand im Verlauf der 1970er-Jahre in den USA. In dieser Zeit existierten eine große Anzahl von verschiedenen (traditionellen) asiatischen Kampfsportarten. Dieser Zustand war auf der einen Seite dafür verantwortlich, dass die Zersplitterung des Kampfsports als solches gefördert wurde. Weiterhin wurden Wettkämpfe mit Vollkontakt so gut wie nicht veranstaltet, da es an der nötigen Schutzausrüstung (s.u.) mangelte.

Als Vorläufer des Kickboxens kann man das Sportkarate ansehen. Hier wurden vor allen Dingen die Fußtechniken bzw. Kicks übernommen. Weitere Einflüsse übernahm das Kickboxen vom Boxen, hier besonders die verschiedenen Fausttechniken. Eine populäre Annahme geht davon aus, dass das Kickboxen im Zuge des Vietnamkrieges in den Vereinigten Staaten erfunden wurde. Viele amerikanische Soldaten, die in Thailand stationiert waren, erlebten den dortigen Nationalsport Thai-Boxen. Die Ähnlichkeiten beider Sportarten sind auffallend.

Das Thai-Boxen wird dabei als die ursprüngliche Form des chinesischen Boxens angesehen (Kung-Fu). Das Thai-Boxen besitzt jedoch Techniken, die beim Kickboxen nicht vorkommen. Vor allen Dingen die verschiedenen Knie- und Ellenbogentechniken kennt das Kickboxen nicht. Während das Thai-Boxen ganz ohne Schutzausrüstungen auskommt, sind beim Kickboxen besonders Hände und Füße mit Protektoren versehen. Das Kickboxen existiert in Europa bzw. Deutschland seit 1974 als Wettkampfdisziplin. Lange Zeit hatte es einen schlechten Ruf, was unter Umständen mit einer fehlenden jahrhundertealten Tradition zusammenhängt, die andere asiatische Kampfsportarten aufweisen.

Gurte und Grade

Ähnlich wie beim Karate oder Judo können Kickboxer, abhängig davon, ob dies von Ihrem Verband angeboten wird, verschiedene Grade erreichen. Diese werden in der Regel durch farbige Gurte gekennzeichnet. Meistens besitzt der Anfänger noch gar keinen Gurt. Man kann an Prüfungen teilnehmen und einen höheren Grad erreichen. Der entsprechende Gurt darf dann vom Sportler getragen werden. Neben dem Anfängerstatus gibt es acht verschiedene Schülergrade, die in der Grad- bzw. Farbfolge gelb, orange, rot, grün, blau, violett, braun und braunschwarz gekennzeichnet sind. Alle weiteren Gurte sind schwarz und den Meistergraden vorbehalten. Hiervon gibt es insgesamt acht Grade.

Als Wettkampfsportart gliedert sich das Kickboxen in drei Bereiche auf. Verschiedene Gewichtsklassen sind dabei weiterhin gegeben.

  • Bei Semikontaktkämpfen wird zumeist auf Matten und nicht im Boxring gekämpft. Nach jedem erfolgreichen Treffer am Körper des Gegners wird der Kampf unterbrochen und die Kickboxer begeben sich in die Ausgangsstellung zurück.
  • Auch beim Leichtkontakt findet der Kampf auf der Matte statt. Das Ziel bei Leichtkontaktkämpfen ist es, so viele Treffer wie möglich zu erzielen. Das Tragen von Schutzkleidung ist Pflicht.
  • Vollkontaktkämpfe werden ausschließlich im Boxring ausgetragen. Der Kampf kann, wie auch beim Sportboxen, über Punkte oder über K.O. gewonnen werden. Vollkontakt gilt dabei als die Königsdisziplin des Kickboxens.

Bekleidung und Ausrüstung zum Kickboxen

Im Gegensatz zu vielen anderen Kampfsportarten, gerade den Traditionellen, ist beim Kickboxen keine bestimmte Bekleidung festgeschrieben. Dennoch hat sich gezeigt, dass ausreichend Bewegungsmöglichkeiten bei der gewählten Kleidung, insbesondere bei der Hose, gegeben sein müssen. In der Regel werden im Kickboxsport sowohl lange Sporthosen, als auch kurze Shorts favorisiert. Sind Sie noch ganz neu beim Kickboxen, reichen ein kurzärmeliges T-Shirt sowie eine Trainingshose vollkommen aus. Wichtiger ist im weiteren Verlauf des Trainings eine entsprechende Schutzausrüstung (s.u.).

Verschiedene Hersteller bieten extra angefertigte Kickboxing-Hosen an. Diese zeichnen sich insbesondere durch ihre Festigkeit aus. Die Hose muss von starken Nähten zusammengehalten werden. Bei den Hosen werden unterschiedliche Textile verwendet. Am meisten werden jedoch Polyester-Mikrofasern und/oder Baumwolle verwendet. Wichtig ist jedoch, dass die Hose eine gute Atmungsaktivität besitzt, die Feuchtigkeit muss sie mindestens gut aufnehmen bzw. auch wiederleiten können.

Die Hosen sind sehr großzügig geschnitten und sollten auch so erworben werden, also besser etwas größer als zu klein. Die Hose besitzt eingearbeitete Kickzwickel. Zusammen mit einem großzügigen Schnitt garantiert dieser die nötige Bewegungsfreiheit der Beine. Diese muss gerade bei extremen Kicks und besonders weiten Bewegungen und Stellungen gegeben sein. In den meisten Fällen besitzen Kickboxing-Hosen einen flexiblen Elastikbund in der Taille. Dieser ist mit einer zusätzlichen Schnürung (innen oder außen) versehen. In dieser Kombination besitzt die Hose den optimalen Halt am Körper.

Ausstattung zur Sicherheit ist beim Kickboxen wesentlich

Beim Kickboxen, wie bei allen anderen Kampfsportarten auch, ist die eigene Gesundheit wie die Gesundheit des Kampfpartners das Wichtigste. Die meisten potenziellen Verletzungen lassen sich durch die Verwendung einer entsprechenden Schutzausrüstung vermeiden. Welche Schutze hier infrage kommen, und welche unabdingbar sind, erläutert Ihnen der Ratgeber im Folgenden.

Tiefschutz

Einer der wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen ist der Tiefschutz oder auch Suspensorium genannt. Tiefschutze bestehen in der Regel aus einem dicken Gewebe oder aus einer Schale, die die Genitalien vor Schlägen und Tritten schützen soll. Der Tiefschutz wird über der Unterwäsche getragen und ist mithilfe von Gurten flexibel justierbar. Trotz Tiefschutz können tiefe Tritte dennoch erhebliche Schmerzen verursachen. Deswegen gilt: auch mit Tiefschutz ist in jedem Fall darauf zu achten, dass das Bein des Gegners nicht unter dem eigenen auf den Tiefschutz trifft. Tieftritte lassen sich dabei übrigens mit den Beinen blocken.

Mundschutz

Ein weiterer sensibler Körperbereich, der geschützt werden muss, ist der Mund, die Zähne, die Lippen, das Zahnfleisch und der Kieferknochen. Dies wird durch einen Zahn- bzw. Mundschutz gewährleistet. Das Tragen eines Mundschutzes ist in vielen Fällen, etwa bei Wettkämpfen, sogar verpflichtend. Mundschutze gibt es in drei Varianten. Konfektionierter Mundschutz wird industriell gefertigt und ist vielen verschiedenen Größen verfügbar. Thermoplastischer Mundschutz bietet eine bessere Anpassungsfähigkeit an den Kiefer bzw. die Zähne. Dieser wird erhitzt und danach durch Kauen an die Gaumenform angepasst. Weiterhin existieren auch maßgeschneiderte Mundschutze. Diese sind in Ihren Anschaffungskosten jedoch relativ hoch.

Kopfschutz

Der Kopfschutz ist besonders bei Anfängern zu empfehlen. Auch beim Training sollte auf diesen nicht verzichtet werden. Früher wurde der Kopfschutz aus Leder gefertigt und war mit Rosshaaren gefüllt. Moderne Kopfschutze bestehen heute aus Weichschaum und werden mithilfe von Klettbändern am Kopf befestigt.

Boxhandschuhe

Beim Kickboxen werden Boxhandschuhe verwendet. Diese reduzieren in nicht unwesentlichem Maße mögliche Schnittverletzungen und insbesondere Augen- und Handverletzungen. Es lassen sich mehrere Arten von Boxhandschuhen unterscheiden. Alle besitzen ein exaktes Gewicht und sind mit Schnürungen versehen. Nicht selten ist der Daumen angenäht, um weitere Verletzungsrisiken zu minimieren. Je nach Gewicht wird zwischen folgenden Handschuhen unterschieden:

  • Boxhandschuhe für Kinder
  • Wettboxhandschuhe
  • Boxhandschuhe für Training und Sparring
  • extra weiche Boxhandschuhe

Der Fußschutz wiederum sollte immer fest am Fuß sitzen und auch die Ferse vor Hakenfußtritten schützen. Die Fußsohle hingegen ist nicht geschützt. Fußschutze werden mit Klettverschlüssen am Knöchel fixiert. Im Inneren sorgen Gummibänder um die Zehen für einen zusätzlichen Halt. Aufgrund der fehlenden Sohle sollte man bei Fußtritten und bei Seitwärtstritten besonders achtgeben. Schienbeinschützer wiederum schützen vor dem Zusammenstoßen von Schienbeinen bei gleichzeitigen Kicks. Der Kampfpartner wird ebenfalls geschützt, wenn das Schienbein als Trefferfläche genutzt werden darf (Low-Kicks).

Pratze und Boxsack– Equipment zum Trainieren

Neben der Bekleidung und den verschiedenen Sicherheitsausstattungen sind verschiedene Trainingsgegenstände ebenfalls notwendig, um das Kickboxing-Training erfolgreich zu absolvieren. Wichtig sind hierbei beispielsweise Schlagpolster bzw. Pratzen, mit denen optimal Schläge und Tritte trainiert werden können. Das Prinzip: Der Trainingspartner hält die Pratze so, das der Angreifer dagegenschlagen und -treten kann. Durch das Training mit Pratzen wird auf optimale Weise die Kombination aus Schlagkraft und Schnelligkeit trainiert.

Auch der Sand- bzw. Boxsack ist als Trainingsgerät beim Kickboxen kaum wegzudenken. Boxsäcke besitzen zumeist eine zylindrische Form. Ihre Außenhaut besteht aus Leder, Kunstleder oder Nylon. Von der Decke an einer Kette oder an einem Seil herabhängend, sind sie entweder mit Sägespänen, Getreide oder speziellen Kunststoffgranulat gefüllt. Sie müssen in jedem Fall ein gewisses Gewicht besitzen und dürfen nicht zu leicht sein. Ähnlich wie mit der Pratze, lassen sich mithilfe von Boxsäcken Schläge, aber auch Tritte sehr gut trainieren. Der Boxsack ist bereits schon seit der Antike ein beliebtes Trainingsgerät.

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