Trendsport Nordic Walking: Kaufratgeber für Bekleidung, Nordic Walking Schuhe und Stöcke

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Trendsport Nordic Walking: Kaufratgeber für Bekleidung, Nordic Walking Schuhe und Stöcke

Man sieht sie in den letzten Jahren immer häufiger in Parks oder auf Wanderrouten mit ihren Stöcken trainieren: die Nordic Walker. Anfangs belächelt als Gehen mit Wanderstöcken, hat die sanfte Ausdauersportart inzwischen viele Anhänger gefunden, die leidenschaftlich bei der Sache sind. Besonders gelobt wird das Nordic Walking als guter Einsteigersport für Untrainierte und als schonender Sport für ältere Menschen. Das Nordic Walking ist aber auch für das Ausdauertraining fortgeschrittener Sportler geeignet. Ursprünglich baute es schließlich auch auf dem Trainingsprogramm von Skisportler auf, die Höchstleistungen bringen müssen.

Wenn auch Sie mit dem Gedanken spielen, in diesen neuen Sport einzusteigen, finden Sie im vorliegenden Ratgeber alles Wissenswerte zum Nordic Walking. Wir erklären Ihnen, wie sich der Sport entwickelte, welche Vorteile er hat und wie er korrekt ausgeführt wird. Anschließend geben wir Ihnen eine Einführung in die geeignete Kleidung für das Nordic Walking, die richtigen Schuhe und natürlich die Stöcke.

Ein junger Sport: die Anfänge des Nordic Walking

Beim Nordic Walking handelt es sich um ein Ausdauergehen mit zwei Stöcken als Unterstützung. Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts nutzten Langläufer eine ähnliche Methode, die sich Stocklauf nannte, um im Sommer und Herbst ihre Fitness für den Winter aufrechtzuerhalten. Als Trainingsmethode war das Laufen mit Stöcken schon lange von professionellen Skiläufern und Bahnrennern verwendet worden. Allerdings gab es keine geeigneten Stöcke, die diese Trainingsmethode als Sport einer breiten Masse zugänglich gemacht hätten. Erst in den 1990er-Jahren entwickelte sich in Finnland eine kleine Anhängergruppe, darunter Marko Kantaneva, der 1997 ein Buch über den „Sauvakävely" genannten Sport schrieb. In diesem Werk gab er detaillierte Informationen darüber, wie mit Stöcken gelaufen werden kann, um zu trainieren und welche Stöcke am besten geeignet sind.

Unter dem Namen „Nordic Walking" (Nordisches Gehen) ist die Sportart dann im Jahr 1999 auch in anderen Ländern bekannt geworden. Heute gibt es speziell für das Nordic Walking angefertigte Stöcke, die aus leichten Materialien bestehen und trotzdem stabil sind.

Der ideale Einsteiger- und Ausdauersport

Nordic Walking wird von vielen Menschen noch immer nicht als vollwertiger Sport wahrgenommen, da ja ‚nur‘ gegangen wird. Nordic Walking ist aber als Ausdauersport einzustufen. Nicht umsonst trainieren Leistungssportler wie Skisportler ihre Ausdauer damit. Im Gegensatz zum normalen Walking wird durch die rhythmische Bewegung von Beinen und Stöcken der Oberkörper ebenfalls bewegt und die dortige Muskulatur trainiert. Der Energieverbrauch ist gegenüber dem Walking auch 20 Prozent höher. Vielleicht einzigartig am Nordic Walking ist dabei, dass der Sport sowohl für fortgeschrittene Sportler als auch für untrainierte Einsteiger geeignet ist. Da die Anstrengung auf mehr Muskeln verteilt wird, wird der Sport auch von Anfängern nicht als anstrengend empfunden. Das macht den Sport ganz besonders für ältere Menschen attraktiv, die sich mit Joggen unter Umständen überfordert fühlen würden. Auch für übergewichtige Menschen ist Nordic Walking zum Abnehmen hervorragend geeignet, da der Sport zwar die Ausdauer trainiert und viele Kalorien verbrennt, aber nicht anstrengend ist. Für Menschen mit Rückenschmerzen und anderen orthopädischen Problemen hat Nordic Walking sich in vielen Fällen ebenfalls als gut geeignet erwiesen.

Warum Nordic Walking empfehlenswert ist

Viele, die wieder mit Sport anfangen möchten oder überhaupt erst in einen Sport einsteigen wollen, suchen nach einer passenden Sportart. Warum sollte es gerade Nordic Walking sein? Dass der Sport hervorragend für Einsteiger geeignet ist, haben wir bereits gezeigt. Man könnte aber genauso gut joggen oder sich in einem Fitnessstudio anmelden. Nordic Walking hat gewisse Vorteile, die für diese Sportart sprechen. Die Wichtigsten möchten wir kurz vorstellen:

  • Nordic Walking kann unabhängig von Öffnungszeiten oder Ähnlichem betrieben werden
  • Es besteht kaum Verletzungsgefahr und ist eine schonende Sportart
  • Es wird in freier Natur trainiert
  • Die Sportart kann alleine oder in einer geselligen Laufgruppe ausgeübt werden
  • Der Sport ist günstig, denn außer Stöcken und Schuhen ist keine Ausrüstung erforderlich

Nebenbei werden nicht nur Kreislauf und Ausdauer trainiert, sondern Nordic Walking ist in gewisser Weise auch ein Krafttraining. Mehr Kalorien als beim Walken oder Wandern werden ohnehin verbraucht. Dass Bewegung Stress abbaut und die Stimmung verbessert, ist ebenfalls bekannt. Weil Nordic Walking eine schonende Sportart ist, die jeder Untrainierte gleich beginnen kann, profitieren auch Anfänger sofort von diesen typischen Vorteilen einer sportlichen Betätigung. Nordic Walking können Sie also als Einstieg zu anderen Sportarten nutzen oder als Ihre dauerhafte Sportart.

Der Bewegungsablauf beim Nordic Walking

Eine häufige Kritik am Nordic Walking ist die Behauptung, dass viele, die den Sport betreiben, es falschmachen würden und einfach im Gehen die Stöcke hinter sich herschleifen. Tatsächlich hat die Sportart nur den gewünschten Effekt, wenn auch die richtige Technik verwendet wird, denn erst das Zusammenspiel zwischen Gehen und dem zyklischen Bewegungsablauf mit den Armen macht das Nordic Walking zu dem, was es ist.

Prinzipiell kann man sagen, dass beim Nordic Walking die Stöcke schräg nach hinten geführt werden und dass der Stock immer gleichzeitig mit der gegenüberliegenden Ferse aufgesetzt werden soll. Ist also die linke Ferse auf dem Boden, muss es auch der rechte Stock sein. Von der Seite betrachtet sollten die Stöcke und das hintere Bein jeweils Parallelen bilden. Für Anfänger empfiehlt es sich, zunächst auf flacher Strecke ein Trockenlaufen durchzuführen, bei dem die Stöcke noch nicht richtig eingesetzt werden. Üben Sie stattdessen nur die Armbewegungen und lassen Sie die Stöcke dabei pendeln oder schleifen. Nordic Walking Stöcke verfügen über Schlaufen, die es ermöglichen, die Hände zu öffnen ohne dass die Stöcke verrutschen oder gar abfallen. Wenn Sie sich in diesem Bewegungsablauf sicher fühlen, können Sie beginnen, die Arme bis in Brusthöhe und dann die Stöcke nach hinten zu schwingen. Mit leichtem Druck kann die Spitze des Stocks in den Boden gedrückt werden. Sie werden gleich bemerken, dass Sie so an Geschwindigkeit gewinnen. Dieser Bewegungsablauf muss einige Zeit geübt werden. Wenn Sie ihn schließlich verinnerlicht haben, können Sie beginnen, den Stock loszulassen, wenn Sie ihn nach hinten führen und erst vorn wieder zu umgreifen. So machen es professionelle Nordic Walker, um ein Verspannen der Arm- und Handmuskulatur zu vermeiden. Ihre Geschwindigkeit erhöhen Sie nun nur noch, indem Sie Ihre Schritte vergrößern.

Die besten Nordic Walking Stöcke

Nordic Walking Stöcke sind als Sportinstrument unverzichtbar und unterscheiden sich deutlich von normalen Wanderstöcken. Sie sind länger als solche Stöcke und aus anderen, leichteren Materialien. Oft findet man Nordic Walking Stöcke aus Carbon, CFK-Glasfaser oder aus Aluminium. Carbon ist dabei sogar noch leichter als Aluminium, stabiler und geräuschdämpfender. Um noch leiser zu sein, findet man auch oft Nordic Walking Stöcke mit Gummiüberzug an den Spitzen – dadurch werden Geräusche gedämpft und Schläge besser absorbiert. Diese Überzüge für die Spitzen sind auch separat erhältlich unter dem Namen Asphalt Pads oder Gummipuffer. Wie man am Namen erkennen kann, ist das besonders günstig für Sportler, die viel auf Asphalt laufen. Auch die Spitzen sind separat erhältlich.

Worauf es bei den Stöcken besonders ankommt, ist die Länge. Ist ein Stock zu lang oder zu kurz, behindert das den typischen Bewegungsablauf und macht den Sport entweder zu schwer oder auch unmöglich. Durch zu lange Stöcke können auch die Schultergelenke leiden, die dann Ausgleichsbewegungen machen müssen. Um die richtige Stocklänge zu finden, multipliziert man die Körpergröße mal 0,66. Befindet sich Ihre benötigte Stocklänge zwischen zwei erhältlichen Stocklängen, wählen Sie lieber die kürzere. Noch besser sind längenverstellbare Teleskopstöcke, die sich exakt an die benötigte Stocklänge anpassen lassen. Nordic Walking Stöcke verfügen alle über Handschlaufen, die ebenfalls verstellbar sein sollten, um einen guten Sitz zu ermöglichen. Die Handschlaufen werden meist mit einem Klettverschluss geschlossen. Anschließend können Sie mithilfe eines Klemmkeils auch noch den Abstand zwischen Griff und Handfläche einstellen. So kann der Stock nicht von der Hand rutschen, wenn er losgelassen wird.

Beachten Sie bei den Stöcken auch, dass es jeweils einen linken und einen rechten Stock gibt, die nicht vertauscht werden sollten.

Die richtigen Schuhe für das Nordic Walking

Für das Nordic Walking sollte man keine Turnschuhe tragen, sondern entweder Laufschuhe, Trekkingschuhe oder spezielle Walkingschuhe. Joggingschuhe sind ungeeignet, denn für das Walking benötigt man Schuhe, die über den ganzen Sohlen- und Fersenbereich abgerundet sind. So kann gut abgerollt werden. Der Schuh sollte stabil sein und vorne ein wenig zu viel Platz haben, da beim Gehen der Fuß nach vorne stößt. Achten Sie auch darauf, dass der Schuh ein Profil hat, das Ihrer Laufumgebung entspricht. Ein breiter, gedämpfter Schuh für Teer und Asphalt, ein geeignetes, tiefes Profil für weichen oder matschigen Untergrund oder Waldboden. Wenn möglich, sollten Damen und Herren jeweils einen speziellen Damen- oder Herrenschuh wählen, da die Gewichtsverteilung und der Gehschwerpunkt bei Männern und Frauen unterschiedlich liegen. Damenschuhe sind zudem meist schmaler geschnitten, Herrenschuhe breiter.

Haben Sie eine Fehlstellung am Fuß, sollten Sie beim Kauf einen Fachverkäufer zurate ziehen oder Ihren Orthopäden konsultieren. Möglicherweise sollten Sie Einlagen zu den Nordic Walking Schuhen tragen.

Passende Kleidung für das Nordic Walking

Um mit dem Nordic Walking loszulegen, benötigen Sie keine spezielle Kleidung. Bequeme Kleidung, die warmhält und unter der sie nicht schwitzen, reicht völlig aus. Viele Hersteller bieten jedoch auch für das Nordic Walking wärmende, leichte und atmungsaktive Sportkleidung an. Um bei langen Touren die Hände zu schonen, werden zudem spezielle Handschuhe angeboten, die verhindern, dass Sie Blasen bekommen. Auch Hosen, Jacken und Hemden sind zu finden.

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