Trekking- & Wanderstöcke: Tipps zur Auswahl von Stöcken für Nordic Walking, Wanderungen und Trekking

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Trekking- & Wanderstöcke: Tipps zur Auswahl von Stöcken für Nordic Walking, Wanderungen und Trekking

Ohne Stöcke geht es nicht mehr. Zumindest hat es sich langsam herumgesprochen, dass die stabilen Helfer eine lohnenswerte Ergänzung zu vielen Freizeitaktivitäten sind. Egal, ob Trekking oder das trendige Nordic Walking – die entsprechenden Stöcke entlasten nicht nur die Knie, sie geben auch zusätzlichen Halt und Stabilität. Egal, ob es Sie in die hohen Berge zieht oder Sie den heimischen Park unsicher machen – Stöcke als Wanderhilfen sind keine Seltenheit mehr in der hiesigen Landschaft.

Doch natürlich gilt es, bei der Wahl der praktischen Helfer einiges zu berücksichtigen. Nicht jeder Stock ist für jeden Läufer geeignet. Viel wichtiger als das Material ist die Wahl der richtigen Größe. Der folgende Ratgeber gibt einen Überblick über die Stockvarianten bei den beiden beliebten Sportarten Trekking und Nordic Walking. Damit Sie auch immer richtig in Bewegung bleiben.

Trekking – ein Abenteuer

Unter Trekking wird im Allgemeinen das Zurücklegen längerer Strecken mitsamt Gepäck bezeichnet. Meist geschieht dies abseits normaler Wege bzw. moderner Infrastruktur. Mensch und Natur gehen sozusagen Hand in Hand ins Abenteuer. Das kann auf unterschiedliche Art und Weise geschehen. Neben dem Trekking zu Fuß sind auch folgende Varianten sehr beliebt:

  • Reittour
  • Trekking mit dem Fahrrad
  • Kanutour
  • Ski-Langlauf
  • Trekking mit Schneeschuhen

Der englische Begriff des Trekking leitet sich von „anstrengender Marsch" ab. Und genau dies unterscheidet es auch vom klassischen Wandern, das eher kurze Strecken beschreibt, welches auch gern einmal in der Zivilisation stattfindet. Trekking hingegen zieht es bewusst in die zivilisationsfernen Orte. Wildnis-Trekking ist nur eine beliebte Variante davon. Spezielle Regeln gibt es dabei nicht, die Abenteurer müssen sich aber an die jeweiligen nationalen Bestimmungen des Landes halten. Da gilt vor allem für Naturschutzgebiete und militärisches Sperrgebiet. Auch Privatgelände darf in vielen Ländern nicht einfach betreten werden. Es gilt sich in jedem Fall vor Start des Ausfluges zu erkundigen und ggf. die entsprechenden Genehmigungen einzufahren.

Auf alles vorbereitet - diese Komponenten benötigt Ihre Trekking-Ausrüstung

Neben den Stöcken ist bei der Vorbereitung Ihres Trekking-Ausflugs auch der Rest der Ausrüstung mit Bedacht zu wählen. Vor allem ist er aber abhängig vom Ziel Ihrer Reise. Unterschiedliche Klimazonen bedingen unterschiedliche Kleidungen. Auch Vegetation und Jahreszeit haben Einfluss auf das Equipment, das Sie mit sich nehmen müssen. Das Wärmerückhaltevermögen von Kleidung und Schlafsack sind hier besonders wichtig, gerade wenn es in kühlere Regionen geht.

In Sachen Kleidung gibt es spezielle Stiefel, Socken und Jacken für alle Trekking-Gegebenheiten. Auch das Zelt, welches Sie mit auf Ihre Reise nehmen, sollte gut ausgewählt werden. Feuchtes Territorium verlangt nach einem Überzelt, während trocken-kalte Klimazonen stabile und aerodynamische Kleidung benötigen. Auch sollten sich diese Zelte schneller aufbauen lassen als herkömmliche Camping-Zelte. Auch der Rucksack sollte an Ihr Gewicht angepasst werden.

Weiteres Equipment steht und fällt mit der Art Ihres Trips. Als Navigationshilfe können sowohl technische Geräte als auch klassische Geländekarten dienen. Auch Kommunikationsmittel und die richtige Verpflegung sowie entsprechendes Werkzeug sind mit einzuplanen.

Zu den Vor- und Nachteilen von Trekkingstöcken

Es geht natürlich auch ohne, doch erst mit den entsprechenden Trekkingstöcken wird Ihr Trip wesentlich komfortabler. Doch nicht immer sind die hilfreichen Geräte die richtige Wahl, weshalb Sie an dieser Stelle Vor- und Nachteile der Stöcke finden. Zu den Vorteilen zählen:

  • Die Entlastung der Knie, auch wenn Sie weitaus geringer ausfällt als dies manche Hersteller versprechen.
  • Sie bieten mehr Sicherheit, gerade in komplizierteren Lagen wie Schnee oder in Sümpfen.
  • Sie erleichtern das Gehen auch angepasst an die jeweilige Situation, d. h. die variable Länge der Stöcke kann jeweils vor Auf- und Abstieg angepasst werden.
  • Zusätzlich werden Arme und Oberkörper trainiert, bei richtiger Armhaltung wird dem Brustkorb auch mehr Raum zum Atmen gegeben.
Zu den Nachteilen zählen:
  • Dauerhaftes Nutzen der Stöcke kann negativen Einfluss auf Ihren Gleichgewichtssinn haben. Irgendwann verlassen Sie sich nämlich zu sehr auf die Gehhilfen und sind dann überrascht, wenn sich das Gehen anders anfühlt.
  • Achten Sie drauf, dass die Stöcke auch richtig montiert sind, damit sie nicht plötzlich zusammenfallen.
  • Die Anwendung der Stöcke benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit, sodass es durchaus vorkommen kann, dass Ihre Konzentration anfangs darunter leidet.
  • Es kann in einigen Fällen auch zur Überlastung von Gelenken kommen.

Darauf sollten Sie bei der Wahl des richtigen Trekkingstocks achten

Die Länge des Trekkingstocks ist das wichtigste zu beachtende Kriterium. Wenn Sie alles richtig machen und ein Paar Stöcke wählen, das zu Ihnen passt, dann steht dem Trekking-Vergnügen nichts im Weg. Es gibt Stöcke, die sind nicht längenverstellbar, von denen aber abzuraten ist. Besser sind zwei- oder dreiteilige Stöcke, die sich so nach Wunsch variieren und zusammenschieben lassen. Besonders die dreiteiligen Varianten haben sich dabei zum Standard entwickelt.

Als gängigste Variante befinden sich Teleskop-Stöcke auf dem Markt, welche sich vor allem dadurch auszeichnen, dass sie sich sehr einfach zusammenschieben lassen. Sie bestehen standardmäßig aus Aluminium. Auch Carbon-Stöcke, die sich falten lassen und insgesamt etwas leichter sind, lassen sich inzwischen erwerben. Entscheidende Komponenten der Stöcke ist die Klemmung. Sie hält die beiden Stockteile zusammen, indem man die einzelnen Segmente gegeneinander dreht. Die klassische Klemmung hingegen funktioniert über einen Hebel, welcher das Ende des oberen Teils über das des unteren Teils klemmt. Stabile und unauffällige Klemmungen sind unverzichtbar für komfortables und sicheres Trekking.

Immer öfter präsentieren die Hersteller auch spezielle Leichtmodelle, welche wesentlich flexibler agieren. Diese Variante federt allerdings deutlich, worauf Sie beim Kauf achten sollten. Auch bei Griffen und den daran befindlichen Schlaufen gibt es Unterschiede. Hier müssen Sie natürlich eine Größe finden, welche Ihren Vorstellungen entspricht. Bei den Griffen gibt es unterschiedliche Oberflächen und Materialien. Generell empfiehlt sich weiches Material wie Kautschuk oder Kork, die sich besser greifen lassen. Harte Materialien belasten hier die Handgelenke zusätzlich.

Oft belächelt und dennoch ungemein populär – das Nordic Walking

Diese Ausdauersportart ist noch verhältnismäßig jung, hat sich aber binnen kürzester Zeit als sehr massenwirksam herausgestellt. In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Boom um das stockbasierte Gehen. Es war der finnische Sportstudent Marko Kantaneva, welcher Ende der 90er den Sport erstmals definierte und der Weltöffentlichkeit vorstellte. Die ersten Stöcke wurden 1997 auf den Markt gebracht, die Inspiration zog Kataneva aus den Trainingsplänen für Skiläufer.

Durch das spezifische Laufen mit den Stöcken wird die Muskulatur des Oberkörpers trainiert. Die Bewegungsabläufe sind zyklisch, das heißt, der linke Stock wird aufgesetzt, wenn die rechte Ferse aufgesetzt wird und umgedreht. Die Stöcke werden nahe am Körper geführt und unterhalb des Körperschwerpunktes eingesetzt. Die Haltung der Stöcke ist dabei bei Bodenberührung leicht nach hinten angeschrägt. So werden alle Teile des Körpers auf gleichmäßige Art und Weise trainiert.

In den letzten Jahren haben sich unzählige Trainingsmöglichkeiten des Sports entwickelt. Die Bewegungsabläufe werden variiert und auf spezielle Übungsformen angepasst, mit dem Ziel, bestimmte Bereiche des Körpers zielgerichteter zu trainieren. Auch Dehnübungen und spezielle Regenerationsmaßnahmen werden beim Nordic Walking großgeschrieben.

Wo liegen die Unterschiede bei den jeweiligen Stöcke?

Die Nordic-Walking-Stöcke unterscheiden sich nur marginal von den Trekkingstöcken. In erster Linie sind sie etwas leichter und flexibler. Sie bestehen aus leichtem Materialien wie Carbon, Aluminium oder einer Mischung aus Carbon und Glasfaser. Ansonsten sind sich die Stöcke im Aufbau recht ähnlich. Sie sind wahlweise höhenverstellbar, besitzen unterschiedliche Griffe und Handschlaufen, je nach den von Ihnen bevorzugten Vorgaben. Durch die andere Haltung der Stöcke gegenüber dem Trekking besitzen die Stöcke eine andere Handhabung. Achten Sie darauf, dass sich die Stöcke ideal führen lassen und auch dieser Bewegung folgen.

Nicht jeder Nordic Walking Stock eignet sich auch fürs Trekking. Trekkingstöcke besitzen meist robuste Spitzen, mit denen sie auch in widerspenstige Böden eindringen können. Auch die Griffe sind anders. Und bei Trekkingstöcken sollten Sie auch stets das Gewicht des Reiserucksacks mit einberechnen, während das Gepäck bei Nordic Walking eher leicht bis kaum vorhanden ist. Auch sollten die Schlaufen entsprechend gewählt werden. Bedenken Sie, dass beide Varianten für unterschiedliche Einsatzbereiche konzipiert wurden. Daher empfiehlt es sich nicht, einfache Nordic Walking Stöcke für mehrtägige Trekking-Touren anzuwenden.

Klassische Wanderstöcke gibt es schon seit Jahrhunderten. Die neu konzipierten Modelle sind dabei kaum von den Nordic-Walking-Varianten zu unterscheiden. Sie sind leicht und kompakt und lassen sich mit wenig Aufwand im Rucksack verstauen. Sie sind außerdem sehr dämpfungsstark. Angewendet werden die leichten Aluminium- oder Carbon-Modelle dabei in erster Linie von Freizeitsportlern, aber auch von Bergsteigern, welche die Stützen als Hilfe beim Abstieg nutzen. Trotz vieler Ähnlichkeiten empfiehlt es sich nicht, die Stöcke für die jeweils anderen Kategorien zu nutzen.

So finden Sie die richtige Länge für Ihren Walking- oder Trekking-Stock

Eine einheitliche Vorgabe darüber, welche Stocklänge für welche Körpergröße geeignet ist, gibt es nicht. Hier spielen individuelle Vorlieben eine sehr wichtige Rolle. Inzwischen hat sich allerdings eine einigermaßen allgemeingültige Rechnung durchgesetzt. Dabei wird die Körperlänge in Zentimetern mit dem Faktor 0,66 berechnet, wahlweise auch 0,67 oder 0,68 cm. Diese Rechnung ist vor allem dann wichtig, wenn Sie sich für Einrohrstöcke entscheiden, welche nicht längenverstellbar sind. Im Zweifelsfall nehmen Sie lieber die kleinere Variante. Die Teleskopstöcke sind dabei natürlich wesentlich flexibler.

Erfahrene Walker greifen auch gern einmal zu größeren Stöcken. Als Prüfmethode sollten Sie den Stock senkrecht aufsetzen und Ihren Ober- und Unterschenkel dabei in einem rechten Winkel zueinanderstehen. Im Allgemeinen empfiehlt sich ein ausführlicher und direkter Test im Laden, im Idealfall natürlich mit den entsprechenden Bewegungsabläufen.

 

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